23-Jährige leidet unter schwerer Krankheit: Ärzte wollen ihr aus grausamen Grund nicht helfen!

Bangor (Irland) - Hannah Lockhart ist 23 Jahre jung. Sie leidet unter starken Schmerzen, muss sogar im Rollstuhl sitzen. Eine Entfernung der Gebärmutter würde ihr helfen. Doch die Ärzte weigern sich, die Operation durchzuführen.

Durch eine Operation könnten Hannahs Beschwerden gelindert werden. Doch die Ärzte sträuben sich, den Eingriff zu erledigen. (Symbolbild)
Durch eine Operation könnten Hannahs Beschwerden gelindert werden. Doch die Ärzte sträuben sich, den Eingriff zu erledigen. (Symbolbild)  © 123RF/nazilekeskin

Der Grund: Nach der Gebärmutter-Entfernung könnte die 23-Jährige keine Kinder mehr bekommen. Und das, so sehen es die Ärzte laut Hannah, müsste für eine junge kinderlose Frau ja eine wahre Katastrophe sein, weshalb dem Eingriff nicht stattgegeben wird.

Was die BBC berichtet, schlägt im Netz derzeit hohe Wellen. Der britische Nachrichtensender sprach mit der jungen Dame aus Irland. Sie leidet unter Endometriose.

Die Erkrankung kann lähmende Schmerzen, heftige Perioden und auch Unfruchtbarkeit verursachen. Um diese Beschwerden zu lindern, könnte die operative Entfernung der Gebärmutter, fachlich genannt Hysterektomie, helfen.

Für Hannah ist das kein leichter Schritt. Sie ist bereits verlobt und hatte sich immer eigene Kinder gewünscht, so erzählt sie es. Doch nun sieht sie keinen anderen Ausweg mehr als den Eingriff.

Eine nachvollziehbare Situation, so würde man wohl denken. Doch Irlands Gesundheitssystem sieht das anders.

Die dort praktizierenden Ärzte haben ein großes Problem damit, dass Hannah mit ihren 23 Jahren nach dem Eingriff nie wieder Kinder bekommen könnte. Der Wert einer Frau, heruntergebrochen auf ihre Fähigkeit, Babys zu gebären: Hannah muss weiter leiden.

Hannah muss sogar im Rollstuhl sitzen, doch die Ärzte greifen nicht ein!

Hannah sitzt aufgrund ihrer Endometriose im Rollstuhl. (Symbolbild)
Hannah sitzt aufgrund ihrer Endometriose im Rollstuhl. (Symbolbild)  © 123RF/stokkete

Dabei hat Hannah längst alles versucht, was nur möglich ist. Sie nimmt sogar täglich starkes Morphium, um die Schmerzen zu stoppen. Doch nichts hilft.

Im vergangenen Jahr war sie siebenmal im Krankenhaus, weil sie unter lähmenden Erscheinungen litt.

Bereits im Teenager-Alter wurde Endometriose bei Hannah diagnostiziert. Doch erst im Alter von 23 wurde es so schrecklich, dass sie sogar auf einen Rollstuhl angewiesen wurde.

Durch die Folgen der Krankheit muss sie nun sogar einen Harnkatheter verwenden, um auf die Toilette gehen zu können.

Nach einer Notoperation im letzten Sommer ist die junge Verlobte bereits in den Wechseljahren. Denn Endometriose betrifft nicht nur die Eierstöcke und die Gebärmutter. Hannahs Erkrankung hat sich bis auf den Darm und Rücken ausgebreitet.

Ihr Verlobter unterstützt sie bei dem Entschluss zur Gebärmutterentfernung. Immerhin könnte das Paar ja Kinder adoptieren, um ihren Wunsch der Familie zu erfüllen.

Doch die behandelnden Ärzte lehnen eine Hysterektomie allesamt ab. Dabei ist die Operation kein verbotener Eingriff in dem konservativen Irland. Ältere Frauen, die bereits Kinder bekommen haben, erhalten diesen ohne die riesigen Einwände, mit welchen Hannah zu kämpfen hat.

Konservatives katholisches Irland: Wird die Frau nur als Gebärmaschine betrachtet?

Jung und kinderlos: Hannah erhält von den Ärzten nicht die Behandlung, welche sie wünscht und braucht. (Symbolbild)
Jung und kinderlos: Hannah erhält von den Ärzten nicht die Behandlung, welche sie wünscht und braucht. (Symbolbild)  © 123RF/tsalko

Für Hannahs Vater ist der Fall klar. Die Ärzte weigern sich, weil seine Tochter jung und kinderlos ist, anders kann er sich das Vorgehen nicht erklären. Dabei leidet die 23-Jährige jeden Tag.

Zwar könnte sie so in ihrem Zustand ein Baby bekommen, doch: "Wenn ich solche Schmerzen habe, was bin ich dann als Mutter für ein Kind wert?", so Hannah. "Ich könnte mein Kind nicht abholen, ich könnte nicht tun, was eine Mutter tun sollte." Sie fleht die Ärzte weiterhin an, ihr endlich zu helfen.

Um Irlands Gesundheitssystem zu verstehen, muss man sich bewusst machen, dass deren Ärzte Ende des 20. Jahrhunderts viele Jahre lang die grausame Geburtenmethode namens "Symphysiotomie" verwendet hatten.

Bei diesem Vorgang wird statt eines Kaiserschnitts das Becken der Frau erweitert, indem ein Knorpel zersägt wird. So soll das Baby ohne Hindernisse hindurch.

Die Frauen, die das überlebten, leiden ihr Leben lang darunter, wie ein Bericht des Guardian deutlich machte.

Das konservative Irland sorgte erst im Januar für Aufregung, als brisante Fälle bezüglich der grausamen Behandlung von unehelichen Kindern bekannt wurden, nachzulesen im TAG24-Artikel "Tausende Kinder in Heimen gestorben: 'Vom Staat im Stich gelassen'".

Titelfoto: Bildmontage: 123RF/tsalko, 123RF/stokkete

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