Cambridgeshire (England) - Es waren dramatische Szenen, die sich vor wenigen Wochen in einem britischen Zoo abgespielt hatten: Ein fremder Mann hatte ein dreijähriges Kind ohne Vorwarnung gepackt und in ein Krokodilbecken geworfen. Jetzt haben sich die Eltern des kleinen Jungen mit einem emotionalen Update zu Wort gemeldet.
Auch mehr als zwei Wochen nach der grausamen Attacke steht die Familie aus Großbritannien noch immer unter Schock.
Der Dreijährige war bei dem Sturz aus sechs Metern Höhe von mindestens einem Krokodil angefallen worden und hatte schwere Verletzungen davongetragen, darunter einen Arm- und einen Beckenbruch.
Wie seine Eltern nun auf der Spendenseite "GoFundMe" mitteilten, musste ihr Sohn inzwischen bereits fünf Operationen über sich ergehen lassen. Mindestens zwei weitere Eingriffe sollen ihm demnach noch bevorstehen.
Die vergangenen beiden Wochen seien von großer Unsicherheit geprägt gewesen. "Wir leben nun seit zwei Wochen im Krankenhaus", schilderte die Familie ihre aktuelle Situation. Der Ausgang: ungewiss.
Noch immer sei nicht absehbar, ob der Junge seine beiden Arme und Hände je wieder voll bewegen und fühlen könne, so seine Eltern. Schon jetzt sei aber klar: Die Rehabilitation werde wohl sehr lange dauern.
Große Spendenbereitschaft: Familie bedankt sich bei allen Unterstützern
Zugleich bedankte sich die Familie für die "großzügige Unterstützung" sowie die hohe Spendenbereitschaft, die ihr in dieser schweren Zeit zuteilwerde: "Wir können euch gar nicht genug dafür danken, dass ihr unserer Familie in dieser schrecklichen Zeit geholfen habt."
Inzwischen sind auf der Spendenseite bereits mehr als 52.000 Pfund (umgerechnet über 61.000 Euro) für die betroffene Familie zusammengekommen. Das Geld solle unter anderem in die Reha ihres Sohnes fließen, erklärten seine Eltern weiter.
Außerdem wolle man auch das Krankenhaus finanziell unterstützen, das den Jungen in den vergangenen Wochen intensiv begleitet habe.
Nach dem brutalen Sturz des Dreijährigen in das Becken mit mindestens 15 Krokodilen hatte die Frau des Zoobesitzers dem kleinen Kind vermutlich das Leben gerettet: Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, war sie selbst in das Gehege gesprungen und hatte den Jungen an sich gerissen, ehe er noch vor Ort erstversorgt wurde.
Der mutmaßliche Täter, ein 30-jähriger Mann aus Norfolk, war nach dem Vorfall wegen versuchten Mordes festgenommen worden. Der geistig beeinträchtigte Mann wurde später jedoch gegen Kaution wieder freigelassen, weil er als "nicht vernehmungsfähig" eingestuft worden war.