Nahost-Konflikt: Angriffspause im Iran laut Trump für Verhandlungen

Teheran - Nach einem ukrainischen Angriff auf einen iranischen Frachter im Kaspischen Meer mit einem Toten hat Irans Außenminister Abbas Araghtschi der Ukraine mit einer Reaktion gedroht.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63).  © AHMAD AL-RUBAYE / AFP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe "ein iranisches Handelsschiff angegriffen und dabei einen Seemann getötet", schrieb Araghtschi am Sonntag im Onlinedienst X. Er verurteilte einen "eklatanten Verstoß gegen die UN-Charta".

Er warf der Ukraine zudem vor, "auf Geheiß Israels" gehandelt zu haben. In Telefonaten mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow habe er "deutlich gemacht, dass das Vorgehen des Schmarotzers in Kiew nicht unbeantwortet bleiben darf".

Araghtschis Ministerium hatte zuvor der Ukraine vorgeworfen, für den Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Kaspischen Meer mit einem Toten verantwortlich zu sein.

Italien Vater springt in Comer See, um Sohn zu retten - dann verschwindet er spurlos

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

27. Juli, 20.03 Uhr: Angriffspause im Iran laut Trump für Verhandlungen

US-Präsident Donald Trump (80) hat nach eigenen Angaben die jüngsten Angriffe im Iran vorerst gestoppt, um laufenden Verhandlungen eine weitere Chance zu geben. "Wir sind in sehr tiefgehenden Verhandlungen mit dem Iran", sagte Trump der Website "Axios". Zugleich drohte er mit neuen Attacken für den Fall, dass die Gespräche ergebnislos bleiben: "Wir werden wieder sehr starke militärische Gewalt anwenden."

Er räume den Verhandlungen "nicht viel Zeit" ein, zum Erfolg zu kommen, sagte Trump Axios. Bei den Gesprächen geht es um eine Öffnung der Straße von Hormus sowie eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm. Laut Trump traf er die Entscheidung, die Angriffe zu pausieren, am Freitag auf Anraten der Vermittlerländer. Als Vermittler treten unter anderem Katar und Pakistan auf.

Anzeige
US-Präsident Donald Trump (80) will wieder verhandeln. Ob er der Einzige ist?  © Alex Brandon/AP/dpa

27. Juli, 19.14 Uhr: Mögliche Kriegsverbrechen Israels im Libanon

Das UN-Menschenrechtsbüro hat großflächige Verstöße israelischer Streitkräfte gegen das humanitäre Völkerrecht im Libanon dokumentiert. Einige davon könnten Kriegsverbrechen darstellen, sagte UN-Hochkommissar Volker Türk (61) in der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Anhaltende israelische Luftangriffe, Artilleriebeschuss und der Einsatz von Waffen mit Sprengwirkung in dicht besiedelten Gebieten hätten hohe zivile Opferzahlen, weitreichende Zerstörung und Massenvertreibungen verursacht. Zugleich hätten Raketenangriffe der vom Iran unterstützen libanesischen Hisbollah auf bewohnte Gebiete in Israel ebenfalls Zivilisten getötet und zivile Infrastruktur beschädigt.

UN-Hochkommissar Volker Türk (61) spricht während einer Pressekonferenz in Beirut.  © Marwan Naamani/dpa

27. Juli, 15.18 Uhr: Saudi-Arabien meldet Drohnenbeschuss

Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben mehrere Drohnen abgefangen und zerstört, die auf Ölanlagen in der Ostprovinz des Landes sowie in der Hauptstadt Riad gezielt haben sollen. Die Angriffe seien von "iranisch unterstützten terroristischen Milizen" vom irakischen Staatsgebiet aus verübt worden, erklärte der Sprecher des Ministeriums, Turki al-Maliki.

Al-Maliki betonte, Saudi-Arabien habe das Recht, sich und seine Einrichtungen zu verteidigen. Das Königreich behalte sich zudem vor, "zum geeigneten Zeitpunkt und am geeigneten Ort" zu reagieren. Weitere Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten machte das Ministerium zunächst nicht. Bisher reklamierte keine Gruppe den Angriff für sich.

27. Juli, 15.05 Uhr: Drohnenangriff auf kurdische Oppositionsgruppe im Irak

Im Nordirak ist es zu einem Drohnenangriff auf eine iranisch-kurdische Oppositionsgruppe gekommen. Die Partei für Freiheit Kurdistans (PAK) meldete Schäden an ihrem Hauptquartier, Verletzte habe es nicht gegeben.

Vier mit Sprengstoff beladene Drohnen hätten vor Mittag das PAK-Hauptquartier im Gebiet Daraschakran rund 20 Kilometer westlich von Erbil getroffen, teilte die Partei mit. Mehrere Gebäude auf dem Gelände seien beschädigt worden. Wer für den Angriff verantwortlich war, war zunächst nicht klar.

Die Kurdische Freiheitspartei (PAK) ist ein prominenter Gegner des iranischen Regimes in der Region Kurdistan.  © Ismael Adnan/dpa

27. Juli, 14.22 Uhr: Derzeit keine Verhandlungen mit den USA

Der Iran hat am Montag erklärt, dass er derzeit keine Verhandlungen mit den USA führe.

"Vermittler mögen Botschaften von amerikanischer Seite an uns übermitteln, die sich auf die aktuellen Entwicklungen in der Region beziehen", sagte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei in Teheran. "Derzeit stehen wir jedoch in keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten."

Bakaei bestritt auch, dass der Iran um neue Verhandlungen mit den USA gebeten habe. Dies seien "Erfindungen, die die Gegenseite von Zeit zu Zeit in Umlauf bringt".

27. Juli, 10.19 Uhr: US-Angriffe treffen Wasserversorgung im Süden

Nach den jüngsten US-Angriffen im Iran sind Behörden zufolge massive Schäden an der Wasserversorgung im Landessüden entstanden.

18 Einrichtungen, darunter Meerwasserentsalzungsanlagen, seien beschädigt worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen Behördenvertreter der Provinz Hormusgan. Zehn Anlagen seien bei den Luftangriffen vollständig zerstört worden.

Dem Bericht nach wurde gleich zu Beginn der jüngsten Eskalation Anfang Juli eine Meerwasserentsalzungsanlage auf der Insel Gheschm durch die Angriffe außer Betrieb gesetzt. Dadurch sei die Wasserversorgung für gut 120.000 Menschen beeinträchtigt worden.

27. Juli, 6.13 Uhr: Ölpreise fallen wegen Hoffnung auf Entspannung im Iran-Krieg deutlich

Die Ölpreise sind zu Beginn des asiatischen Handels am Montag um mehr als fünf Prozent gefallen. Händler schöpften nach zwei Nächten ohne neue US-Angriffe auf den Iran Hoffnung auf eine Entspannung und mögliche neue Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Referenzsorte Brent sank um 5,58 Prozent auf 91,38 Dollar. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um 5,46 Prozent auf 84,43 Dollar.

26. Juli, 21.11 Uhr: USA bestätigen Verlegung von Militär in den Nahen Osten

Die USA haben inmitten des Iran-Kriegs die Verlegung von weiterem Militär in den Nahen Osten bestätigt.

Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, sagte in der Polit-Sendung "Face the Nation" des US-Senders CBS News, zusätzliche Kapazitäten würden in die Region verlegt. Genauere Angaben machte er nicht. US-Medien hatten bereits vor rund einer Woche berichtet, dass die USA weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Region verlegen.

Die USA verlegen weiteres Militär in den Nahen Osten. (Archivfoto)  © Seaman Daniel Kimmelman/US Navy/AP/dpa

26. Juli, 16.06 Uhr: Katar lässt Schifffahrt wieder normal laufen

Der Schiffsverkehr im Golfstaat Katar läuft nach vorigen Warnungen wegen erneuter iranischer Angriffe wieder normal.

Fahrten für alle Arten von Schiffen seien ab heute wieder regulär möglich, teilte das katarische Transportministerium mit. Die Betreiber und Besatzungen von Schiffen sollten sich aber weiterhin an die Vorschriften halten, um ein höchstes Maß an Sicherheit zu garantieren.

Katar hatte nach erneuten iranischen Angriffen zuvor zu einer vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs geraten. Für alle Fahrten und andere "meeresbasierte Tätigkeiten" werde empfohlen, diese bis auf weiteres auszusetzen, teilte das Ministerium vor zwei Wochen mit.

26. Juli, 16.01 Uhr: Öltanker in der Straße von Hormus explodiert

In der Straße von Hormus soll nach Berichten iranischer Medien ein Öltanker auf eine Seemine aufgelaufen und explodiert sein.

Der Tanker sei von einer vorgeschriebenen Route abgewichen, berichteten die dem Militär und den Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagenturen Defapress und Tasnim. Der Tanker habe zuvor sein Radarsystem ausgeschaltet. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.

Weder das für die Region zuständige US-Kommando Centcom noch die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt UKMTO haben den Zwischenfall bislang bestätigt.

Ein Öltanker soll in der Straße von Hormus auf eine Seemine aufgelaufen und explodiert sein. Er soll zuvor sein Ortungssystem deaktiviert haben. (Archivfoto)  © Wen Xinnian/Xinhua/dpa

26. Juli, 15.59 Uhr: Israel soll weitere Hamas-Mitglieder in Gaza getötet haben

Israels Armee hat trotz geltender Waffenruhe nach Angaben aus dem Gazastreifen erneut zwei Mitglieder der Terrororganisation Hamas getötet.

Dabei habe es sich um den Leiter einer Abteilung für innere Sicherheit der Hamas und einen weiteren für die Sicherheit des Gebiets zuständigen Funktionär gehandelt, teilte das von der Hamas kontrollierte Innenministerium in Gaza mit. Israels Armee wollte den Angriff auf Anfrage zunächst nicht bestätigen.

Palästinensischen Berichten zufolge wurde bei dem Luftschlag ein Fahrzeug im zentralen Abschnitt des Küstenstreifens getroffen. Laut Angaben der palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond wurden dabei sieben Menschen verletzt.

Mehr zum Thema Iran: