Nahost-Konflikt: Berichte über mögliche neue US-Angriffe im Iran - Ölpreis legt kräftig zu

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Nahost - Am dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel haben die Menschen im ganzen Land der Opfer gedacht.

Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff hat Israel der Opfer des 7. Oktober 2023 gedacht.
Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff hat Israel der Opfer des 7. Oktober 2023 gedacht.  © Bildmontage: JOHN WESSELS / AFP, Ohad Zwigenberg/AP/dpa, ILIA YEFIMOVICH / AFP

Bei einer Gedenkveranstaltung am Mittwochabend in Tel Aviv erinnerte die frühere Hamas-Geisel Eli Scharabi an all jene, die am 7. Oktober 2023 von den Islamisten getötet und verschleppt wurden, darunter seine Familie.

Das Versagen der Sicherheitsbehörden an jenem Tag ist das bestimmende Thema vor der Parlamentswahl Ende Oktober.

Bei einer von Überlebenden und Hinterbliebenen organisierten Gedenkveranstaltung am Abend in Tel Aviv beteiligten sich mehrere tausend Menschen. Mitorganisator Eli Scharabi gilt als einer der führenden Köpfe der wichtigsten Vereinigung der Familien der Geiseln.

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Der damals 53-Jährige war am 7. Oktober aus dem Kibbuz Beeri in den Gazastreifen verschleppt worden. Als die Hamas-Männer sein Haus stürmten, erschossen sie zunächst den Hund der Familie, dann Scharabis Frau und seine beiden Töchter im Teenager-Alter. Sein Bruder Jossi wurde als Geisel verschleppt und ebenfalls getötet.

"Heute Abend gedenken wir der Ermordeten und der im Kampf Gefallenen, und wir denken an jene, die verwundet wurden und noch immer die Narben tragen", sagte Scharabi in seiner Ansprache. Auch führende Vertreter der israelischen Opposition waren bei der Veranstaltung anwesend, darunter Gadi Eisenkot, der wichtigste Rivale von Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt finden Sie hier im TAG24 -Newsticker.

8. Oktober, 15.27 Uhr: US-Verhandlungsposition wird laut Iran derzeit geprüft

Im Ringen um eine Beilegung des Konflikts zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten prüft die Regierung in Teheran nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi derzeit eine Antwort aus den USA.

Man habe Washington einen "Sieben-Tage-Plan" übermittelt und eine Antwort erhalten - darauf wolle man in wenigen Tagen antworten, schrieb Araghtschi auf seinem Telegramkanal.

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA gelten seit Monaten als festgefahren. Laut Medienberichten hatte der Iran der US-Regierung einen Plan vorgelegt, wonach die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder geöffnet werden könne, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien. Dies habe Araghtschi am Rande der UN-Woche in New York gesagt, berichtete damals etwa die britische "Financial Times".

8. Oktober, 14.19 Uhr: Berichte über mögliche neue US-Angriffe im Iran - Ölpreis legt kräftig zu

US-Medienberichte über etwaige neue Angriffe im Iran haben den Ölpreis deutlich in die Höhe getrieben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Donnerstag auf 105,46 Dollar und legte damit um mehr als fünf Prozent zu. Die US-Sorte WTI notierte bei 92,82 Dollar je Barrel - ebenfalls ein Anstieg um mehr als fünf Prozent.

Hintergrund sind Berichte von US-Medien, wonach die Regierung in Washington noch vor den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen Anfang November neue Angriffe auf den Iran starten könnten. Dies könnte weitere Versorgungsengpässe zur Folge haben.

Das Magazin "The Atlantic" berichtete auf seiner Website unter Berufung auf Regierungsvertreter, dass das Weiße Haus das Pentagon gebeten habe, "Optionen für Luftangriffe auf iranische Ziele auszuarbeiten, die noch vor den Zwischenwahlen umgesetzt werden könnten".

Das Nachrichtenportal Axios ergänzte, dass eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen sei - falls groß angelegte Kampfhandlungen wieder aufgenommen würden, müssten diese jedoch "massive Bombardements der iranischen Energie- und Nuklearinfrastruktur beinhalten".

US-Medienberichte über etwaige neue Angriffe im Iran haben den Ölpreis deutlich in die Höhe getrieben.
US-Medienberichte über etwaige neue Angriffe im Iran haben den Ölpreis deutlich in die Höhe getrieben.  © Katharina Kausche/dpa

8. Oktober, 11.22 Uhr: Neue Explosionen in Riad zu hören

Inmitten einer Welle von Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien sind in der Hauptstadt Riad am Donnerstagmittag abermals Explosionen zu hören gewesen.

Diplomaten sagten der Nachrichtenagentur AFP, sie seien angewiesen worden, sich in Schutzräume zu begeben. Bereits am Morgen und am Mittwoch hatten die vom Iran unterstützen Huthis Flughäfen in dem Königreich angegriffen.

Nach Angaben von Bewohnern der Hauptstadt wurden auch an internationalen Schulen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, mindestens eine Einrichtung schickte die Kindern in den Keller in Sicherheit. Aus dem Geschäftszentrum Riads berichteten zwei Angestellte, einige Unternehmen würden ihre Belegschaft aus dem Bezirk abziehen.

8. Oktober, 6.15 Uhr: Opfer bei Angriff auf Öltanker vor Küste Katars

Vor der Küste Katars ist ein Öltanker von mehreren Geschossen getroffen worden. Von dem Tanker seien Opfer gemeldet worden, die genaue Anzahl sei jedoch unbekannt, teilte die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO am Mittwochabend mit.

Der Angriff ereignete sich demnach 94 Kilometer vor der Küste des Golfstaates und etwa 500 Kilometer von der Straße von Hormus entfernt, wo regelmäßig Schiffe angegriffen werden.

7. Oktober, 21.46 Uhr: Drei Tote in Saudi-Arabien nach Angriffen auf Flughäfen

In Saudi-Arabien sind drei Menschen bei Angriffen auf Flughäfen des Landes getötet worden.

Das teilte die Luftfahrtbehörde am Abend auf der Plattform X mit. Demnach waren die Flughäfen Riad sowie Abha im Südwesten des Königreichs Ziel von zwei separaten Angriffen am Dienstag und Mittwoch. In Abha seien zwei Frauen, aus Algerien und Marokko stammend, getötet und weitere 28, darunter auch saudi-arabische Staatsbürger, verletzt worden. 

Am Flughafen Riad sei eine Person getötet worden, ein sudanesischer Staatsbürger, und acht weitere seien verletzt worden. Die zwei Angriffe hätten auch Sachschaden verursacht, hieß es weiter. Details dazu gab es nicht.

Der Flughafen von Riad war Ziel einer tödlichen Attacke. (Symbolfoto)
Der Flughafen von Riad war Ziel einer tödlichen Attacke. (Symbolfoto)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

7. Oktober, 13.33 Uhr: Palästinenser - Siedler greifen Dorf an - ein Toter

Radikale Siedler und israelische Soldaten haben nach palästinensischen Angaben im Westjordanland ein Dorf nahe Nablus angegriffen.

Dabei sei ein 44-jähriger Palästinenser getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah mit. Nach Angaben des palästinensischen Rettungsdienstes Roter Halbmond starb er an einer Schussverletzung. Laut dem Ministerium wurden 16 Palästinenser in Burka verletzt, darunter einer schwer.

Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes wurden nach Angaben des Roten Halbmondes zudem von den Soldaten angegriffen. Die israelische Armee äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht.

7. Oktober, 13.31 Uhr: Leere Stühle erinnern an Opfer – Spitzenpolitiker gedenken

Die Spitzen von Linke, Grünen und SPD in Berlin haben der Opfer des Terrorangriffs auf Israel gedacht.

Sie besuchten gemeinsam eine Gedenk-Installation der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) am Brandenburger Tor. 500 leere Stühle sind an Tischen aufgestellt, auf denen Fotos der Opfer des 7. Oktobers 2023 zu sehen sind. 

Berlin gedenkt der Opfer des Terroranschlags auf Israel an vielen Orten – und mit vielen Facetten. Politiker aller Parteien halten inne.
Berlin gedenkt der Opfer des Terroranschlags auf Israel an vielen Orten – und mit vielen Facetten. Politiker aller Parteien halten inne.  © Sebastian Gollnow/dpa

7. Oktober, 11.22 Uhr: Israelis fordern staatliche Untersuchung nach Hamas-Massaker

Am dritten Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 in Israel haben Demonstranten in mehreren israelischen Städten eine staatliche Untersuchungskommission zu dem Überfall gefordert.

Bisher gibt es keine umfassende Aufarbeitung seitens der Regierung zu der Frage, wie es dazu kommen konnte und welche Fehler im Sicherheitsapparat und der Politik gemacht wurden. In Israel finden am 27. Oktober erstmals seit dem Massaker Parlamentswahlen statt.

Demonstranten versammelten sich nach Medienberichten unter anderem vor der Residenz von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem israelischen Parlament, der Knesset, in Jerusalem. Laut der Zeitung "Times of Israel" blockierten Protestierende zudem kurzzeitig die Stadtautobahn bei Tel Aviv.

Auch drei Jahre nach dem Hamas-Massaker in Israel gibt es keine staatliche Untersuchung zu der Frage, wie es zu dem Überfall kommen konnte. Demonstranten protestieren am Jahrestag.
Auch drei Jahre nach dem Hamas-Massaker in Israel gibt es keine staatliche Untersuchung zu der Frage, wie es zu dem Überfall kommen konnte. Demonstranten protestieren am Jahrestag.  © Ohad Zwigenberg/AP/dpa

7. Oktober, 11.19 Uhr: Hisbollah rechtfertigt Terrorüberfall vom 7. Oktober

Die libanesische Hisbollah hat den Terrorüberfall auf Israel vor drei Jahren erneut verteidigt.

In einer Erklärung zum dritten Jahrestag des 7. Oktobers bezeichnete sie den Angriff palästinensischer Extremisten als "mutigen und gerechtfertigten Akt des Widerstandes". Die Attacke habe sich gegen einen von arabischen Regierungen geförderten "defätistischen Normalisierungsprozess" mit Israel gerichtet. 

Am 7. Oktober 2023 hatten die islamistische Hamas und andere bewaffnete palästinensische Gruppen den Süden Israels überfallen. Sie töteten nach offiziellen Angaben rund 1.200 Menschen und verschleppten mehr als 250 weitere in den Gazastreifen. Dieser Angriff löste den Gaza-Krieg aus, in dessen Verlauf weite Teile des Palästinensergebiets zerstört wurden.

7. Oktober, 11.16 Uhr: Israel hat seit dem Hamas-Massaker 100.000 Ziele angegriffen

Seit dem Hamas-Überfall im Süden Israels vor drei Jahren haben die israelischen Streitkräfte nach eigenen Angaben rund 100.000 Ziele in der Region angegriffen.

Davon seien 65.000 im Gazastreifen gewesen, 28.000 im Libanon und in Syrien sowie 4.500 in Iran, berichtete das israelische Radio unter Berufung auf das Militär. 970 israelische Soldaten seien in den vergangenen drei Jahren im Dienst getötet worden. 

Bei dem Überfall am 7. Oktober 2023 wurden rund 1.200 Menschen getötet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Nach israelischen Angaben kamen damals rund 6.000 Terroristen der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen nach Israel. Bei dem auf den Überfall folgenden Krieg wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 74.000 Palästinenser getötet.

Vor drei Jahren ermordeten Hamas-Terroristen rund 1.200 Menschen in Israel. Der Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Israel hat seither Zehntausende Ziele in der Region angegriffen.
Vor drei Jahren ermordeten Hamas-Terroristen rund 1.200 Menschen in Israel. Der Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Israel hat seither Zehntausende Ziele in der Region angegriffen.  © Jehad Alshrafi/AP/dpa

7. Oktober, 6.21 Uhr: Huthi-Miliz greift Saudi-Arabien mit ballistischen Raketen an

Saudi-Arabien hat nach Militärangaben einen Raketenangriff der jemenitischen Huthi-Miliz abgewehrt.

Nördlich der Hauptstadt Riad sei eine von den Huthi abgefeuerte ballistische Rakete abgefangen und zerstört worden, teilte Turki al-Maliki mit, der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, das im Jemen an der Seite der Regierung gegen die Huthi-Miliz kämpft. Die Koalition habe die Abschussplattform mit Hilfe ihrer Nachrichtendienste bei der jemenitischen Hauptstadt Sanaa entdeckt und werde sie zerstören.

Der Sprecher machte keine Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten. Seine Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Titelfoto: Katharina Kausche/dpa

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