Nahost-Konflikt: Deutscher Botschafter im Iran einbestellt

Nahost - US-Präsident Donald Trump (80) hat dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (76) seine Unterstützung bei der anstehenden Parlamentswahl ausgesprochen.

Benjamin Netanjahu (76) bedankte sich mit einem Video beim US-Präsidenten für dessen Worte. Er fühle sich durch Trumps außerordentliche Unterstützung zutiefst geehrt. (Archivbild)  © Uncredited/AP/dpa

Netanjahu sei ein großartiger "Partner für Frieden" im Kampf gegen den Iran gewesen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social über den Mann, mit dem er den Krieg gegen den Iran Ende Februar gemeinsam begann.

Die Islamische Republik sei sowohl militärisch als auch finanziell zerstört worden und sofern sie ihren Kurs nicht rasch ändere, werde man diese Aufgabe bald zu Ende bringen, drohte Trump in Richtung Teheran. 

"Wenn Israel die falsche Führungsperson hat – und das wäre jede andere als Bibi –, wird Amerika diese Arbeit selbst übernehmen müssen, und ich bin nicht geneigt, das zu tun." Netanjahu habe sich angesichts enormen Widerstands, auch aus dem eigenen Land, als stark, mutig und brillant erwiesen, lobte Trump. Er sei genau die Art von Partner, den die USA von Israel erwarteten.

Mallorca Auf dem Weg zum Mallorca-Marathon: Vier deutsche Frauen von Nissan überfahren

"Bitte betrachten Sie dieses Schreiben als Ausdruck meiner uneingeschränkten und vollumfänglichen Unterstützung für Bibi Netanjahu bei seinem bevorstehenden erneuten Antritt zur Wahl des Ministerpräsidenten Israels", schrieb Trump. 

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt finden Sie hier im TAG24 -Newsticker.

Anzeige

19. Oktober, 22.15 Uhr: Deutscher Botschafter im Iran einbestellt

Der deutsche Botschafter im Iran, Axel Dittmann, ist ins iranische Außenministerium einbestellt worden.

Ihm solle der starke Protest des Irans gegen die "verächtliche Haltung bestimmter deutscher Amtsträger" gegenüber seinem Land übermittelt werden, zitierte der iranische Staatssender Press TV Generaldirektor Aliresa Jussefi.

Die in Deutschland gegen den Iran erhobenen Vorwürfe bezeichnete er als ein Manöver bestimmter Institutionen, um die deutsche Unterstützung für den US-israelischen Krieg gegen den Iran zu verschleiern. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Abend die Einbestellung des deutschen Botschafters. 

Wenige Stunden zuvor hatte das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter einbestellt - nach der Verurteilung von zwei Männern wegen geheimdienstlicher Tätigkeit im Auftrag des Irans und einer versuchten Beteiligung an Mord und schwerer Brandstiftung.

Anzeige
Der Iran bestellt den deutschen Botschafter ein. Ihm solle der starke Protest des Irans übermittelt werden, heißt es. (Symbolfoto)  © Vahid Salemi/AP/dpa

19. Oktober, 16.04 Uhr: Dutzende Tote und Verletzte bei Huthi-Angriff im Jemen

Bei einem Raketenangriff der Huthi-Miliz im Jemen sind Dutzende Soldaten der international anerkannten Regierung getötet oder verletzt worden. Aus Militärkreisen hieß es, mehr als 30 Soldaten seien getötet oder verletzt worden. Über die genaue Zahl der Opfer herrschte aber zunächst Unklarheit. 

Ein Armeesprecher teilte mit, die Huthi hätten ein Trainingslager für Polizei- und Sicherheitskräfte in der südlichen Provinz Schabwa mit drei Raketen angegriffen. Die Huthi-Rebellen bekannten sich zu dem Angriff und teilten mit, der Angriff habe saudischen Truppen in dem Gebiet gegolten.

Bei einer schweren Attacke der Huthi-Miliz gab es im Süd-Jemen viele Opfer.  © Uncredited/Ansar Allah Media Office/AP/dpa

19. Oktober, 16.02 Uhr: Israels Armee erhöht vor Parlamentswahl Alarmbereitschaft

Aus Sorge vor einer Zuspitzung der Sicherheitslage rund um die Parlamentswahl am 27. Oktober hat Israels Armee ihre Alarmbereitschaft erhöht.

Von Donnerstag an dürfen Soldaten unter anderem ihre Einheiten nicht mehr verlassen, wie das Militär mitteilte. Zudem sollen zusätzliche Truppen ins besetzte Westjordanland verlegt werden. Ziel sei es, sicherzustellen, dass die Wahl wie geplant und unter sicheren Bedingungen stattfinden könne.

Generalstabschef Ejal Zamir habe dazu mit ranghohen Militärvertretern eine Lagebesprechung über die Sicherheitslage an den verschiedenen Fronten abgehalten, teilte die Armee weiter mit. Dem israelischen Fernsehsender N12 zufolge steht hinter den Maßnahmen die Sorge vor Anschlägen, mit denen Einfluss auf die Wahl genommen werden könnte.

19. Oktober, 13.51 Uhr: Lawrow für Gespräche in Teheran eingetroffen

Inmitten der anhaltenden militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran ist Russlands Außenminister Sergej Lawrow für einen Besuch nach Teheran gereist.

Der russische Minister landete am frühen Nachmittag (Ortszeit) in der iranischen Hauptstadt, wie örtliche Medien übereinstimmend berichteten.

Laut Irans Außenministerium stehen bei Lawrows Besuch Gespräche über die Umsetzung bilateraler Abkommen sowie Konsultationen über regionale Entwicklungen auf der Agenda. Neben einem Treffen mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi sei auch ein Gespräch mit Präsident Massud Peseschkian geplant.

Nach Angaben des russischen Außenministeriums soll es unter anderem um gemeinsame Logistik- und Energieprojekte gehen. Geplant seien zudem Beratungen über die Lage am Persischen Golf und Auswege aus der internationalen Krise, die Moskau auf die "rechtswidrige Aggression der USA und Israels gegen den Iran" zurückführt.

m Iran wächst die Sorge vor einem möglichen Angriff der USA oder Israels. Nun reist Russlands Außenminister Lawrow nach Teheran. Die beiden Länder verbindet eine strategische Partnerschaft.  © Uncredited/Pool Reuters/AP/dpa

19. Oktober, 13.50 Uhr: Airlines meiden saudische Hauptstadt Riad weiterhin

Mehr als eine Woche nach dem schweren Angriff der Huthi-Miliz auf den Flughafen von Riad meiden große Fluggesellschaften die saudische Hauptstadt weiterhin.

Der König-Chalid-Flughafen öffnete inzwischen wieder für Starts und Landungen, wie aus einer Mitteilung an die Flugzeugführer (NOTAM) hervorgeht. Bis zum Wochenende war der Verkehr am Flughafen infolge wiederholter Angriffe mit insgesamt 18 Toten und Hunderten Verletzten unterbrochen. Die Gefahr neuer Angriffe ist hoch. 

19. Oktober, 13.49 Uhr: Welternährungsprogramm reduziert Gaza-Hilfe um ein Drittel

Das Welternährungsprogramm (WFP) fährt eigenen Angaben zufolge seine Ernährungshilfe für notleidende Menschen im Gazastreifen runter.

Rund eine halbe Million Palästinenser in dem vom Krieg gezeichneten Gebiet erhalte nun keine Hilfe mehr, hieß es in einer Mitteilung. Grund für die Kürzung der Ernährungshilfe um rund ein Drittel seien Finanzierungslücken. Ab diesem Monat unterstützt die UN-Organisation demnach noch 1,1 Millionen Menschen.

Zuvor habe sie seit Beginn der Waffenruhe-Vereinbarung im Oktober 2025 jeden Monat rund 1,6 Millionen Palästinenser etwa mit Lebensmittelpaketen, Brot und Bargeld versorgt. "WFP verfügt jetzt nicht mehr über ausreichende Finanzierungen, um dieses Hilfsniveau aufrechtzuerhalten", teilte die Organisation weiter mit. 

19. Oktober, 13.48 Uhr: Festnahmen nach mutmaßlichem Siedlerangriff auf Fotografin

Israelische Sicherheitskräfte haben Polizeiangaben zufolge zehn verdächtige Siedler im Zusammenhang mit Angriffen auf eine US-Fotografin sowie europäische Diplomaten im Westjordanland festgenommen.

Die mutmaßlich an der Gewalt am Wochenende Beteiligten würden nun vernommen, hieß es in einer Mitteilung der Polizei am Morgen.

Israelische Einsatzkräfte beschlagnahmten den Angaben zufolge bei der Razzia in mehreren Orten im besetzten Westjordanland auch Fahrzeuge. Sie stellten demnach zudem Gegenstände sicher, die die Verdächtigen mit den Angriffen in Verbindungen bringen sollen. 

19. Oktober, 6.31 Uhr: Ägypten sagt Saudi-Arabien Hilfe bei Verteidigung zu

Ägypten will den regionalen Nachbarn Saudi-Arabien bei der Verteidigung gegen die Huthi-Miliz im Jemen unterstützen und könnte dafür womöglich auch eigene Soldaten in dem Golfstaat stationieren.

Ägypten werde Saudi-Arabien "alle notwendige und mögliche Unterstützung geben, um dessen Sicherheit und Stabilität zu verteidigen", teilte der Nationale Verteidigungsrat mit, in dem Präsident Abdel Fattah al-Sisi den Vorsitz hat. Details oder konkrete Pläne nannte er nicht.

Das ägyptische Parlament kam am Sonntag zu einer Sitzung zusammen, um zu beraten. Eine weitere Sitzung ist für Montag geplant. Es wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig, um Truppen ins Ausland zu entsenden. 

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi (l.) und der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman.  © -/SPA/dpa

19. Oktober, 6.26 Uhr: Empörung über mutmaßlichen Siedlerangriff auf US-Fotografin

Führende israelische Oppositionspolitiker haben einen mutmaßlichen Siedlerangriff auf eine US-Fotografin im besetzten Westjordanland scharf verurteilt.

Der Vorsitzende der linksliberalen Demokraten, Jair Golan, schrieb bei X, Heidi Levine von der "Washington Post" habe ihm bei einem Besuch von den "Momenten des Schreckens" berichtet. "Von der furchtbaren Angst, möglicherweise nicht lebend davonzukommen. Von den Schlägen, dem Blut und davon, wie die Angreifer sie verletzt am Boden zurückließen."

Nach Angaben der "Washington Post" griffen Dutzende maskierte israelische Siedler am Freitag palästinensische Dorfbewohner an, die Oliven geerntet hätten. Sie hätten nahe der Ortschaft Abu Falah Olivenhaine in Brand gesetzt und Steine geworfen.

Wirbel und Rippe gebrochen, Finger fast abgetrennt: Die US-Fotografin Heide Levine wird Opfer einer brutalen Attacke. Selbst der als siedlerfreundlich geltende US-Botschafter spricht von Terror.  © Leo Correa/AP/dpa

19. Oktober, 6.20 Uhr: Trump spricht Wahlempfehlung für Netanjahu aus

US-Präsident Donald Trump (80) hat dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (76) seine Unterstützung bei der anstehenden Parlamentswahl ausgesprochen.

Netanjahu sei ein großartiger "Partner für Frieden" im Kampf gegen den Iran gewesen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social über den Mann, mit dem er den Krieg gegen den Iran Ende Februar gemeinsam begann.

US-Präsident Donald Trump (80, r.) sichert Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) Unterstützung für die bevorstehende Parlamentswahl zu.  © Alex Brandon/AP/dpa

18. Oktober, 11.10 Uhr: Saudi-Arabien fängt zwei ballistische Raketen aus dem Jemen ab

Das Militär in Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben einen Angriff mit zwei ballistischen Raketen der Huthi-Miliz aus dem Jemen abgewehrt.

Sie seien auf die Großstadt Chamis Muschait im Südwesten des Landes zugeflogen, hieß es. Im Bereich der Hauptstadt Riad wurden zudem zwei Drohnen abgefangen und zerstört und eine weitere im Osten des Landes, wie der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses zum Kampf gegen die Huthi, Turki al-Maliki, in der Nacht auf der Plattform X erklärte.

Die Huthi-Miliz setzt ihre Angriffe auf Ziele in Saudi-Arabien fort. Nach Militärangaben konnten in der Nacht Attacken mit Raketen und einer Drohne abgewehrt werden.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

18. Oktober, 11.09 Uhr: Irans Parlament stimmt für neuen Verteidigungsminister

Der Iran bekommt einen mit der Raketenproduktion erfahrenen Funktionär als neuen Verteidigungsminister.

Im Parlament (Madschles) stimmten 237 der 290 Abgeordneten für den Rüstungsexperten Mehrdad Achlaghi Ketabtschi, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Präsident Massud Peseschkian hatte ihn Anfang Oktober offiziell nominiert.

Der 68-Jährige folgt auf den früheren Minister Asis Nasirsadeh, der am 28. Februar in Teheran bei dem von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran getötet wurde. Seitdem hatte ein General der Revolutionsgarden, Madschid Ebn-ol-Resa, das Amt in der Krisenzeit kommissarisch geführt.

Mehr zum Thema Iran: