Nahost-Konflikt: Ein Toter bei israelischem Luftangriff im Gazastreifen

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Teheran - Noch immer fahren wenig Handelsschiffe durch die vom Iran faktisch blockierte Straße von Hormus - doch die US-Regierung behauptet weiter, die volle Kontrolle über die Meerenge zu haben.

US-Präsident Donald Trump (80) ist sich seiner Sache wieder mal sicher.
US-Präsident Donald Trump (80) ist sich seiner Sache wieder mal sicher.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

"Sie gehört uns", sagte Präsident Donald Trump (80) vor Reportern. Irgendwann würden die Iraner "vielleicht etwas unternehmen, und dann werden sie hinweggefegt".

Aber die USA befänden sich im Moment in einer sehr guten Position. "Wir haben die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus. Sie haben keine Kontrolle."

Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) hatte am Abend auf der Plattform X berichtet, die Angriffe und Schikanen durch die iranischen Revolutionsgarden in der Meerenge hielten an - und seien der Beweis, dass der Iran seine Präsenz entlang wichtiger Transitrouten behaupten und den Druck auf durchfahrende Schiffe aufrechterhalten wolle.

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Es bestehe weiterhin das Risiko von treibenden oder nicht kartierten Minen. Handelsschiffe verkehrten weiter nur auf reduziertem Niveau.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

12. August, 21.29 Uhr: Ein Toter bei israelischem Luftangriff im Gazastreifen

Beim ersten israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen seit mehr als einer Woche ist ein Mensch getötet worden.

Die Armee erklärte am Mittwoch, der Angriff im Norden des Küstenstreifens habe einem Kommandeur der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas gegolten, der Angriffe auf israelische Soldaten geplant habe. "Der Terrorist wurde bei einem Luftangriff getroffen", hieß es in einer Erklärung.

Der Hamas-Zivilschutz erklärte, der Angriff in Beit Lahia habe Zivilisten getroffen, die in einem Fahrzeug unterwegs gewesen seien. Ein Mann sei getötet worden, fünf weitere Menschen seien verletzt worden, gaben der Zivilschutz und das Al-Schifa-Krankenhaus an.

Blick auf zerstörte Häuser im zentralen Gazastreifen.
Blick auf zerstörte Häuser im zentralen Gazastreifen.  © Eyad BABA / AFP

12. August, 19.26 Uhr: Regierungstruppen töten Huthi-Kämpfer im Jemen

In mehreren Provinzen des Jemen sind zahlreiche Huthi-Kämpfer bei Angriffen der Regierungstruppen getötet oder verletzt worden.

Der stellvertretende Informationsminister des Jemen, Fajjad al-Numan, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass Regierungstruppen "intensive Artillerie- und Drohnenangriffe" auf Stellungen der Huthi an mehreren Fronten durchgeführt hätten. Die Angriffe richteten sich demnach gegen Verstärkungstruppen und Stellungen der Huthi westlich des Bezirks Katabah in der Provinz Dhale.

Al-Numan fügte hinzu, dass Drohnen des Militärkommandos von Tais zudem verschiedene militärische Ausrüstungsgegenstände ins Visier genommen hätten, die in den Verteidigungslinien der Huthi in der Provinz stationiert waren.

In den Provinzen Marib und Al-Jawf hätten Regierungstruppen mit Artillerie und Drohnen umfangreiche Angriffe entlang der Frontlinien mit den Huthi durchgeführt, bei denen Dutzende Kämpfer getötet worden seien. Auch an der Westküste seien Artillerieangriffe auf Huthi-Ansammlungen durchgeführt worden, was Dutzende Tote und Verwundete zur Folge gehabt habe.

12. August, 14.31 Uhr: Iran-USA-Waffenruhe soll verlängert werden

Die im Zuge des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran Mitte Juni vereinbarte Waffenruhe soll nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen verlängert werden.

Die Verlängerung könne weitere 60 oder sogar 90 Tage umfassen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von mit den Gesprächen vertrauten Personen. Pakistan ist Vermittler in dem Konflikt.

Bisher ist demnach aber nicht entschieden, ob diese neuerliche Waffenruhe öffentlich kommuniziert werde.

Zugleich stehe eine Einigung zwischen dem Iran und dem Oman für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus bevor, hieß es weiter. Nach den Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen könnte diese noch vor Samstag kommen. Mitte August läuft eine 60-Tages-Frist für Verhandlungen ab, die ursprünglich in dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran festgelegt wurde.

12. August, 6.10 Uhr: Langes Ringen um Wiedereröffnung der Meerenge

Die Kriegsparteien ringen schon länger um die vollständige Wiedereröffnung der faktisch blockierten Straße von Hormus, über die ein Großteil der Ölexporte aus den Golfstaaten abgewickelt wird.

Der Nationale Sicherheitsrat des Irans verlangte dafür neben einem Ende sämtlicher US-Drohungen gegen das Land, einer Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen sowie einem Abzug der US-Streitkräfte aus der Region unter anderem eine vollständige finanzielle Entschädigung für Kriegsschäden. All diese Forderungen hatte der Iran bereits früher als Bedingungen für Verhandlungen mit den USA genannt.

Am Montag hatte Trump seinerseits Entschädigungszahlungen des Irans als Bedingung für weitere Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts gefordert. Er schrieb auf seiner Plattform Truth Social, der Iran solle für jedes Opfer zahlen, dessen Tod oder Verletzung der Machtapparat in Teheran zu verantworten habe.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme.
Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme.  © -/The Visible Earth/NASA/dpa

12. August, 6.07 Uhr: Trump vertraue dem Iran nicht

Trump sagte weiter, er vertraue dem Iran nicht. "Sie haben mich ständig belogen." Die Islamische Republik sei dank des von den USA geführten Krieges nicht länger der "Tyrann im Nahen Osten".

Bereits am Vortag hatte der Republikaner behauptet, nach einer Minenräumung sei die Meerenge für Schiffe wieder befahrbar und werde "zu 100 Prozent" von den USA kontrolliert.

Der Iran hat auf die Aussagen nicht direkt reagiert. Zuletzt hatte die Führung in Teheran eine Öffnung der Seestraße von Zugeständnissen der USA und ihrer Verbündeten abhängig gemacht und die Absicht erklärt, Gebühren für eine Durchfahrt durch die Meerenge zu erheben.

11. August, 22.18 Uhr: US-Helikopter beschießt Tanker in Golf von Oman

Das US-Militär hat einen Tanker bei dem Versuch beschossen, die amerikanische Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen. Ein Helikopter des Typs MH-60 habe zwei Hellfire-Raketen auf das unter panamaischer Flagge fahrende Frachtschiff "M/V Vela Nova" gefeuert, als es auf einen iranischen Hafen zusteuern wollte, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf X mit. Zuvor habe die Besatzung "wiederholte Warnungen" ignoriert.

Zunächst war unklar, ob bei dem Vorfall Menschen verletzt oder getötet wurdenDas US-Militär hat einen Tanker bei dem Versuch beschossen, die amerikanische Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen. Ein Helikopter des Typs MH-60 habe zwei Hellfire-Raketen auf das unter panamaischer Flagge fahrende Frachtschiff "M/V Vela Nova" gefeuert, als es auf einen iranischen Hafen zusteuern wollte, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf X mit. Zuvor habe die Besatzung "wiederholte Warnungen" ignoriert.

Zunächst war unklar, ob bei dem Vorfall Menschen verletzt oder getötet wurden.

11. August, 19.34 Uhr: Libanon schafft die Todesstrafe ab - als erstes Land im Nahen Osten

Der Libanon hat als erstes Land im Nahen Osten die Todesstrafe abgeschafft. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde nach Ergänzungen vom Parlament verabschiedet, wie das Büro des Parlamentspräsidenten am Dienstag in Beirut mitteilte.

Kapitalverbrechen sollen nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA künftig mit lebenslanger Haft und schwerer Zwangsarbeit geahndet werden. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk rief andere Länder in der Region auf, dem Beispiel des Libanon zu folgen und die Todesstrafe ebenfalls abzuschaffen.

Seit 2004 war die Todesstrafe im Libanon nicht mehr vollstreckt, aber noch verhängt worden, zuletzt erst am Montag. Amnesty International zufolge saßen im Januar noch 85 Insassen in Todeszellen ein.

Justizminister Adel Nassar sprach von einer "historischen" Entscheidung. Bislang habe die im Libanon drohende Todesstrafe die Auslieferung von Verdächtigen aus Ländern verhindert, in denen Hinrichtungen verboten seien.

11. August, 7.07 Uhr: Teheran benennt neue militärische Führung

Derweil bestimmte der Iran sechs militärische Führungspersonen neu. Die Dekrete zu den Neubesetzungen wurden auf einem Telegram-Kanal veröffentlicht, der Nachrichten des obersten iranischen Führers Modschtaba Chamenei verbreitet.

Zwei Personalien stechen hervor: So wird Ahmad Wahidi in den Rang eines Generals befördert und formal zum Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden erkoren. Diese Rolle hatte er faktisch bereits seit der Tötung seines Vorgängers. Zudem bekommen die paramilitärischen Basidsch-Milizen mit dem Geheimdienstveteran Hossein Taeb einen neuen Chef.

Nachdem bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen insbesondere zu Beginn des Iran-Kriegs gezielt militärische Führungspersönlichkeiten im Land getötet worden waren, könnten die Neubesetzungen dazu dienen, mehr strukturelle Ordnung in die Führung zu bringen. Zudem lassen sich die Ernennungen als Zeichen dafür deuten, dass Teheran womöglich von einem akuten Krisenmodus in Richtung Formalisierung und Konsolidierung des Machtapparats übergeht.

Der Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden Ahmad Wahidi.
Der Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden Ahmad Wahidi.  © Arne Immanuel Bänsch/dpa

11. August, 7.05 Uhr: Wadephul fordert bedingungslose Öffnung der Seestraße

Derweil forderte Bundesaußenminister Johann Wadephul den Iran in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi auf, "endlich konstruktiv in Verhandlungen mit den Nachbarn in der Region und den USA einzutreten, um den Konflikt zu beenden".

Die Straße von Hormus müsse bedingungslos geöffnet werden, um freie und sichere Schifffahrt für alle zu gewährleisten, schrieb er auf der Plattform X.

Der Iran scheint dem US-Druck jedoch nicht nachzugeben - im Gegenteil: Außenamtssprecher Ismail Baghai schrieb auf X, US-Finanzminister Scott Bessent habe damit geprahlt, den Iran durch Wirtschaftssanktionen "zu ersticken". Wann immer die US-Regierung unfähig sei, diplomatische Wege zu beschreiten, flüchte sie sich in Sanktionen und lege dann immer weitere nach. "Es ist eine Sucht, die das Denken selbst verdrängt hat", höhnte Baghai.

Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.
Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.  © Wen Xinnian/Xinhua/dpa

11. August, 7.02 Uhr: Trump verlangt Entschädigungszahlungen von Teheran

Trump machte - so wie auch die iranische Führung schon seit längerem - Entschädigungszahlungen zur Bedingung für weitere Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts.

Er schrieb auf seiner Plattform Truth Social, der Iran solle für jedes Opfer zahlen, dessen Tod oder Verletzung der Machtapparat in Teheran zu verantworten habe. Zudem müssten die Familien von Demonstranten entschädigt werden, die in den vergangenen 50 Jahren getötet worden seien.

Trump forderte darüber hinaus, der Iran solle für Tötungen und Schäden im Libanon, in Syrien, im Jemen und in Gaza zur Rechenschaft gezogen werden. Er habe seine Vertreter angewiesen, diesen Punkt nachdrücklich in alle künftigen Verhandlungen einzubringen. Zur Höhe der Forderungen machte der Republikaner keine Angaben.

Titelfoto: Eyad BABA / AFP

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