Nahost-Konflikt: Ex-US-Sicherheitsberater wirft Trump im Iran massive Versäumnisse vor

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Nahost - Nach einer Offensive der Huthi-Miliz im Jemen steigt die Befürchtung vor einem weiteren Engpass für den internationalen Seehandel.

Die Huthi-Miliz kontrolliert nun die gesamte Westküste des Jemens. (Symbolfoto)
Die Huthi-Miliz kontrolliert nun die gesamte Westküste des Jemens. (Symbolfoto)  © Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

Die Gruppe kontrolliert nun die gesamte Westküste des Landes und damit einen zentralen Schifffahrtsweg für den Welthandel. Schon einmal konnte die Miliz mit Angriffen im Roten Meer internationale Lieferketten stören.

Schiffe zwischen Asien und Europa können Afrika südlich über das Kap der Guten Hoffnung umfahren. Diese Route vermeidet das Bab al-Mandab, das Rote Meer und den Suezkanal. Sie ist aber länger und auch teurer. Der Datenanbieter Windward bezifferte die zusätzlichen Kosten im Juli auf rund zwei Millionen US-Dollar je Fahrt. 

Deutschland ist von der Route durch das Rote Meer abhängig. Einer vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragten Ifo-Studie zufolge passierte 2023 annähernd ein Zehntel der deutschen Importe das Rote Meer. Das Einfuhrvolumen auf dieser Route lag bei 136 Milliarden Euro. Ob mögliche Verwerfungen in der Seepassage die Inflation anheizen würden, ist schwer abzusehen.

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

19. September, 8.19 Uhr: UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien

Der UN-Sicherheitsrat hat die anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien scharf verurteilt.

Die 15 Mitglieder des mächtigsten UN-Gremiums erklärten ihre Solidarität mit dem Königreich, welches das Recht auf Selbstverteidigung habe, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die vom Iran unterstützten Rebellen forderten sie auf, die militärische Eskalation unverzüglich einzustellen.

Die Huthi-Miliz hatte in der vergangenen Woche in einer Blitzoffensive die Westküste des Jemens eingenommen und sich damit Zugriff auf die wichtige Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer verschafft. Saudi-Arabien gerät seit der neuen Eskalation im Jemen-Krieg wieder unter Beschuss aus dem südlichen Nachbarland.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilt die Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien. (Symbolfoto)
Der UN-Sicherheitsrat verurteilt die Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien. (Symbolfoto)  © Osamah Abdulrahman/AP/dpa

19. September, 8.10 Uhr: Ex-US-Sicherheitsberater wirft Trump im Iran massive Versäumnisse vor

Der frühere Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton (77), wirft US-Präsident Donald Trump (80) im Krieg gegen den Iran massive Versäumnisse vor.

"Trump entscheidet, ohne die Folgen zu bedenken, ohne mögliche Szenarien durchzuspielen. Das hat ihn in eine Lage gebracht, aus der er heute keinen Ausweg weiß", sagte Bolton mit Blick auf den Krieg im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. "Die entscheidende Frage ist, welches Ziel man mit militärischer Gewalt verfolgt."

Bolton warf Trump zudem mangelhafte Informationspolitik vor. Der Republikaner habe weder die US-Bevölkerung noch den Kongress von der Notwendigkeit eines Militäreinsatzes im Iran überzeugt. Er habe weder die Nato noch die Golfstaaten informiert, auch nicht Japan oder Südkorea. Und vor allem habe er nicht mit dem Widerstand im Iran zusammengearbeitet.

"Der ist sehr verbreitet, wenn auch schlecht organisiert", sagte Bolton. Trump hätte die Opposition fragen können, ob sie Geld, Kommunikationsmittel oder Waffen benötigte. "Menschen im Land könnten das Regime weiter destabilisieren, bis es sich nicht mehr halten kann."

Ex-US-Sicherheitsberater John Bolton (77, r.) macht US-Präsident Donald Trump (80) massive Vorwürfe.
Ex-US-Sicherheitsberater John Bolton (77, r.) macht US-Präsident Donald Trump (80) massive Vorwürfe.  © Evan Vucci/AP/dpa

18. September, 16.13 Uhr: Pakistan schickt mehr militärisches Gerät nach Saudi-Arabien

Im Zuge der Eskalation im Jemen schickt Pakistan Geheimdienstquellen zufolge Militärhilfe an seinen Verbündeten Saudi-Arabien.

Zudem werde Gerät, das sich bereits in Saudi-Arabien befindet, für eine großflächige Verteidigung neu ausgerichtet, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen in Islamabad.

Unter dem neuen Material befinden sich demnach Artilleriesysteme, Drohnen und Systeme zur Drohnenabwehr, hieß es weiter. Zu einem umgehenden Einsatz der neuen Waffensysteme sagten die Quellen nichts. Unter einer langanhaltenden Militärpartnerschaft sind bereits pakistanische Einheiten in Saudi-Arabien stationiert.

Der Konflikt der Huthi-Miliz im Jemen mit Saudi-Arabien eskaliert. Nach Angaben aus Geheimdienstkreisen schickt Pakistan Militärhilfe nach Riad. (Symbolfoto)
Der Konflikt der Huthi-Miliz im Jemen mit Saudi-Arabien eskaliert. Nach Angaben aus Geheimdienstkreisen schickt Pakistan Militärhilfe nach Riad. (Symbolfoto)  © M. A. Sheikh/AP/dpa

18. September, 7.11 Uhr: Iran-Delegation darf zu UN in New York reisen – mit Shopping-Auflagen

Vertreter des Irans dürfen nach Angaben des US-Außenministeriums inmitten des Konflikts beider Länder zur Gipfelwoche der UN-Generalversammlung nach New York reisen.

Eine "Kerndelegation des iranischen Regimes" werde an der "hochrangigen Woche der UN-Generalversammlung" teilnehmen können, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. Allerdings werde die Delegation Reisebeschränkungen unterliegen. Zudem sei ihr nach den geltenden US-Vorgaben der Kauf von Luxusgütern und anderen Waren untersagt. 

Seit 2025 dürfen die iranische UN-Mission und ihre Mitglieder sowie iranische Regierungsvertreter, die für UN-Zwecke in die USA reisen, bestimmte Luxusgüter nur mit Genehmigung des US-Außenministeriums kaufen. Dazu zählen etwa Lederwaren, Uhren, Schmuck, Schuhe, Kosmetik, Parfüm oder Elektronik im Wert von mehr als 1.000 Dollar pro Gegenstand.

Eine vorherige Genehmigung ist auch für Mitgliedschaften und Einkäufe bei Großhandelsketten wie Costco, Sam’s Club oder BJ’s erforderlich.

17. September, 20.24 Uhr: Trump kündigt "große Entscheidung" zum Iran-Krieg an

US-Präsident Donald Trump (80) hat im festgefahrenen Iran-Krieg eine "große Entscheidung" angekündigt - ohne dabei zeitlich konkret zu werden.

Sie stehe bevor, sagte der Republikaner dem Portal "Axios". Es gehe darum, ob es Vernichtung geben werde oder nicht. Wen er genau damit meinte, sagte Trump nicht. "Axios" bezog das in dem Bericht auf die iranische Führung. Trump hatte in der Vergangenheit in dem Konflikt immer wieder mit Vernichtung gedroht.

US-Präsident Donald Trump (80) stellt dem Iran eine "große Entscheidung" in Aussicht.
US-Präsident Donald Trump (80) stellt dem Iran eine "große Entscheidung" in Aussicht.  © Alex Brandon/AP/dpa

17. September,19.24 Uhr: Italien beschließt Alleingang bei Durchfahrt der Meerenge Bab al-Mandab

Angesichts der sich zuspitzenden Lage in der Meerenge Bab al-Mandab hat Italien angekündigt, die Durchfahrt italienischer Schiffe mithilfe der Marine zu gewährleisten.

Das Land wolle dabei nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der EU warten, teilte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto (62) mit. "Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen."

Wenn die Seeroute nicht befahren werden könne, habe das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, warnte Crosetto. "Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische Entscheidungsverzögerungen eine ohnehin schon komplexe Situation verschärfen."

Laut Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto (62) wird die Marine des Landes die Durchfahrt italienischer Schiffe durch die Meerenge Bab al-Mandab absichern.
Laut Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto (62) wird die Marine des Landes die Durchfahrt italienischer Schiffe durch die Meerenge Bab al-Mandab absichern.  © Fabian Sommer/dpa

17. September, 6.54 Uhr: USA verweigern Palästinenserpräsident Visum für UN-Treffen

Die US-Regierung hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas einem Bericht zufolge kurz vor der UN-Vollversammlung in New York erneut eine Einreisegenehmigung verweigert.

Das berichtete unter anderem die "Times of Israel" unter Berufung auf US-amerikanische und palästinensische Beamte.

16. September, 18.16 Uhr: Angst vor Eskalation auf der Arabischen Halbinsel

Die jüngsten Ereignisse auf der Arabischen Halbinsel schüren Ängste vor einer Eskalation mit unüberschaubaren Folgen für den Welthandel.

Der UN-Sicherheitsrat tagte bereits in einer zweiten Dringlichkeitssitzung zu den Entwicklungen im Jemen. Durch den Konflikt dort wurden seit Anfang des Monats UN-Schätzungen zufolge bereits mehr als 125.000 Menschen zur Flucht gezwungen. 

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hatte in einer Blitzoffensive in der vergangenen Woche die gesamte Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht und strategisch gelegene Inseln erobert. Sie hat damit praktisch uneingeschränkten Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Durch diesen Wasserweg führt die wichtigste Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien. 

Die Angst vor einer Eskalation auf der Arabischen Halbinsel wächst. (Symbolfoto)
Die Angst vor einer Eskalation auf der Arabischen Halbinsel wächst. (Symbolfoto)  © Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

16. September, 13.03 Uhr: Huthi graben sich bei Meerenge ein

Die Huthi bauen nach dpa-Informationen ihre Stellungen um die wichtige Meerenge Bab al-Mandab aus.

Wie eine den Streitkräften der international anerkannten Regierung nahestehende Quelle mitteilte, hoben die Rebellen etwa Gräben aus, um die kürzlich eroberten Gebiete an der jemenitischen Rotmeerküste zu verteidigen. Auch von Minen war die Rede, ob von Seeminen oder Landminen blieb jedoch unklar.

16. September, 10.59 Uhr: Viele Tote und Verschüttete nach Gebäudeeinsturz in Gaza

Bei einem Gebäudeeinsturz in der Stadt Gaza hat es in der Nacht palästinensischen Angaben zufolge viele Tote gegeben.

Mindestens zwölf Menschen, darunter auch Kinder, seien ums Leben gekommen und weitere verletzt worden, teilte der Sprecher des von Hamas kontrollierten Zivilschutzes, Mahmud Basal, am Vormittag mit.

Demnach sind noch rund 100 Menschen unter den Trümmern des Wohnhauses verschüttet. Helfer suchen derzeit nach ihnen. Den Einsatzkräften fehlt es dabei jedoch an Ausrüstung und schwerem Gerät. Palästinensischen Angaben zufolge war das sechsstöckige Gebäude durch israelische Angriffe im Gaza-Krieg beschädigt worden.

Laut Anwohnern haben sich mehr als 60 Menschen, vor allem im Krieg Vertriebene, in der Nacht in dem Haus aufgehalten. Der Zivilschutz teilte mit, dass auch Vertriebene in Zelten neben dem Gebäude unter den Opfern sein dürften. (Archivfoto)
Laut Anwohnern haben sich mehr als 60 Menschen, vor allem im Krieg Vertriebene, in der Nacht in dem Haus aufgehalten. Der Zivilschutz teilte mit, dass auch Vertriebene in Zelten neben dem Gebäude unter den Opfern sein dürften. (Archivfoto)  © Jehad Alshrafi/AP/dpa

16. September, 8.40 Uhr: Saudi-Arabien wehrt Huthi-Drohne bei Mekka ab

Die saudi-arabische Luftabwehr hat nach Militärangaben nahe der für Muslime heiligen Stadt Mekka eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz abgefangen. Das unbemannte Flugobjekt wurde demnach im Süden der Stadt zerstört.

Turki al-Maliki, der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, das im Jemen an der Seite der Regierung gegen die Huthi-Miliz kämpft, bezeichnete den Angriff auf der Plattform X als "schändliche Tat". 

Ein Huthi-Vertreter wies den Vorwurf zurück. "Die Behauptung, Mekka sei das Ziel gewesen, ist eine abgedroschene Lüge, die schon früher verbreitet wurde und inzwischen niemanden mehr täuscht", schrieb Hesam al-Assad auf X. 

Saudi-Arabien wird teils auch aus dem nördlichen Nachbarland Irak angegriffen. Hinter diesen Attacken werden schiitische Milizen vermutet, die ebenfalls vom Iran unterstützt werden.
Saudi-Arabien wird teils auch aus dem nördlichen Nachbarland Irak angegriffen. Hinter diesen Attacken werden schiitische Milizen vermutet, die ebenfalls vom Iran unterstützt werden.  © Rafiq Maqbool/AP/dpa

16. September, 8.38 Uhr: Saudische Pipeline laut US-Minister "sehr bald" wieder in Betrieb

Die nach Drohnenangriffen in Saudi-Arabien abgeschaltete Ost-West-Pipeline wird nach Einschätzung von US-Energieminister Chris Wright "sehr bald" wieder in Betrieb sein.

"Dies wird eine kurze und vorübergehende Unterbrechung sein. Sie wird sich in Tagen bemessen", sagte er dem US-Sender CNBC. Die wichtige Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus große Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, war kürzlich nach Angriffen auf die Leitung vorsorglich stillgelegt worden. 

Über die mehr als 1.200 Kilometer langen Röhren können pro Tag bis zu sieben Millionen Barrel Öl (ein Barrel entspricht 159 Liter) aus der Region am Persischen Golf zur Verschiffung nach Westen ans Rote Meer gepumpt werden.
Über die mehr als 1.200 Kilometer langen Röhren können pro Tag bis zu sieben Millionen Barrel Öl (ein Barrel entspricht 159 Liter) aus der Region am Persischen Golf zur Verschiffung nach Westen ans Rote Meer gepumpt werden.  © Ali Haider/epa/dpa

16. September, 8.35 Uhr: Iranische Attacke auf Drohnenboot abgewehrt

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben eine vom Iran versuchte Übernahme eines unbemannten US-Drohnenbootes abgewehrt.

Zwei iranische Kleinboote hätten kürzlich erfolglos versucht, die Kontrolle über das unbemannte Boot zu übernehmen, teilte ein Sprecher des für die Region zuständigen US-Kommandos Centcom mit.

Das Drohnenboot ist nach Angaben des Portals "Axios" unter Berufung auf US-Beamte für Patrouillen in der Straße von Hormus im Einsatz. Die Islamische Revolutionsgarden (IRGC) hätten hinter der versuchten Übernahme am Montag gesteckt. Die Boote seien zerstört und die Menschen auf den Booten getötet worden.

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

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