Nahost-Konflikt: Für Trump ist die Straße von Hormus wieder offen

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Teheran - Für US-Präsident Donald Trump (80) scheint das Ringen um eine Öffnung der Straße von Hormus gemessen an seinen jüngsten Äußerungen beendet zu sein.

Der US-Präsident Donald Trump (80).
Der US-Präsident Donald Trump (80).  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

Nach einer Minenräumung sei die Meerenge für Schiffe wieder befahrbar und werde "zu 100 Prozent" von den USA kontrolliert, sagte er im Weißen Haus. Gelegentlich lege der Iran zwar eine Mine ab, die werde dann aber gefunden und unschädlich gemacht.

Darüber hinaus verlangte Trump Entschädigungszahlungen von der Führung in Teheran. Der Iran, der Handelsschiffe unter anderem mit Drohnen bedroht, reagierte zunächst nicht auf die Aussagen.

Zuletzt hatte die Islamische Republik eine Öffnung der Seestraße von Zugeständnissen der USA und ihrer Verbündeten abhängig gemacht und beabsichtigt, Gebühren für eine Durchfahrt durch die Meerenge zu erheben.

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Erst am Sonntag hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) berichtet, die Bedrohungslage in der Meerenge bleibe durch die Angriffe der mächtigen iranischen Revolutionsgarden auf Handelsschiffe und weitere Schikanen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

11. August, 7.07 Uhr: Teheran benennt neue militärische Führung

Derweil bestimmte der Iran sechs militärische Führungspersonen neu. Die Dekrete zu den Neubesetzungen wurden auf einem Telegram-Kanal veröffentlicht, der Nachrichten des obersten iranischen Führers Modschtaba Chamenei verbreitet.

Zwei Personalien stechen hervor: So wird Ahmad Wahidi in den Rang eines Generals befördert und formal zum Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden erkoren. Diese Rolle hatte er faktisch bereits seit der Tötung seines Vorgängers. Zudem bekommen die paramilitärischen Basidsch-Milizen mit dem Geheimdienstveteran Hossein Taeb einen neuen Chef.

Nachdem bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen insbesondere zu Beginn des Iran-Kriegs gezielt militärische Führungspersönlichkeiten im Land getötet worden waren, könnten die Neubesetzungen dazu dienen, mehr strukturelle Ordnung in die Führung zu bringen. Zudem lassen sich die Ernennungen als Zeichen dafür deuten, dass Teheran womöglich von einem akuten Krisenmodus in Richtung Formalisierung und Konsolidierung des Machtapparats übergeht.

Der Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden Ahmad Wahidi.
Der Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden Ahmad Wahidi.  © Arne Immanuel Bänsch/dpa

11. August, 7.05 Uhr: Wadephul fordert bedingungslose Öffnung der Seestraße

Derweil forderte Bundesaußenminister Johann Wadephul den Iran in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi auf, "endlich konstruktiv in Verhandlungen mit den Nachbarn in der Region und den USA einzutreten, um den Konflikt zu beenden".

Die Straße von Hormus müsse bedingungslos geöffnet werden, um freie und sichere Schifffahrt für alle zu gewährleisten, schrieb er auf der Plattform X.

Der Iran scheint dem US-Druck jedoch nicht nachzugeben - im Gegenteil: Außenamtssprecher Ismail Baghai schrieb auf X, US-Finanzminister Scott Bessent habe damit geprahlt, den Iran durch Wirtschaftssanktionen "zu ersticken". Wann immer die US-Regierung unfähig sei, diplomatische Wege zu beschreiten, flüchte sie sich in Sanktionen und lege dann immer weitere nach. "Es ist eine Sucht, die das Denken selbst verdrängt hat", höhnte Baghai.

Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.
Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.  © Wen Xinnian/Xinhua/dpa

11. August, 7.02 Uhr: Trump verlangt Entschädigungszahlungen von Teheran

Trump machte - so wie auch die iranische Führung schon seit längerem - Entschädigungszahlungen zur Bedingung für weitere Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts.

Er schrieb auf seiner Plattform Truth Social, der Iran solle für jedes Opfer zahlen, dessen Tod oder Verletzung der Machtapparat in Teheran zu verantworten habe. Zudem müssten die Familien von Demonstranten entschädigt werden, die in den vergangenen 50 Jahren getötet worden seien.

Trump forderte darüber hinaus, der Iran solle für Tötungen und Schäden im Libanon, in Syrien, im Jemen und in Gaza zur Rechenschaft gezogen werden. Er habe seine Vertreter angewiesen, diesen Punkt nachdrücklich in alle künftigen Verhandlungen einzubringen. Zur Höhe der Forderungen machte der Republikaner keine Angaben.

11. August, 6.59 Uhr: Vor dem Krieg war die Schifffahrt weitgehend ungestört

Vor dem Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran verlief die Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitestgehend ungestört. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wurde durch die Straße von Hormus transportiert, die auch für den Transport von Flüssiggas und Dünger zentral ist. 

Nach Kriegsbeginn brachte der Iran mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Schiffsverkehr fast zum Erliegen. In der Folge stiegen die Weltmarktpreise für Öl und Gas sprunghaft an. Ziel der US-Regierung ist es laut Vizepräsident JD Vance, beim Öl- und Gastransport durch die Straße von Hormus wieder das Vorkriegsniveau herzustellen.

10. August, 13.55 Uhr: Iran plant Gebühren für Straße von Hormus

Der Iran beabsichtigt nach Angaben des Außenministeriums in Teheran, von Handelsschiffen Gebühren für eine Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erheben.

Wie Außenamtssprecher Ismail Baghai laut iranischen Medien in Teheran sagte, erarbeite der Iran gemeinsam mit dem Oman "Mechanismen zur Überwachung der Sicherheit, zum Schutz der Umwelt und zur Bekämpfung der Kriminalität auf See". Für die maritimen Dienstleistungen für Schiffe würden entsprechende Gebühren und Entgelte erhoben. 

Außenamtssprecher Ismail Baghai.
Außenamtssprecher Ismail Baghai.  © Shadati/XinHua/dpa

10. August, 13.54 Uhr: Friedensrat - Gaza-Fahrplan als Ausweg aus Gewaltspirale

Der Hohe Vertreter des Friedensrats, Nikolaj Mladenow, sieht eine Umsetzung des Gaza-Fahrplans als einzigen Ausweg aus der Gewaltspirale in Nahost.

"Israelis und die Menschen in Gaza haben ein gemeinsames starkes Interesse, aus dieser schrecklichen Gewaltspirale herauszukommen, die auf beiden Seiten so viele Leben gekostet und Zerstörung angerichtet hat", sagte Mladenow im Gespräch mit dem israelischen TV-Sender N12. 

10. August, 6.03 Uhr: Trump zu Iran-Diplomatie - "Es ist wie eine Schachpartie"

Obwohl der Iran neue Bedingungen für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus stellt, gibt sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ gelassen.

"Wir geben dem nicht viel Aufmerksamkeit", sagte er dem Nachrichtenportal "Axios". "Wir verhandeln nur halbherzig mit ihnen." Er verwies auf wirtschaftliche Probleme des Irans und eine enorme Inflation - und ergänzte mit Blick auf das Hin und Her bei den diplomatischen Bemühungen: "Es wird sich regeln. Es regelt sich immer. Es ist wie eine Schachpartie."

Auf die neuen Bedingungen des Irans zur Öffnung der Straße von Hormus reagiert US-Präsident Trump demonstrativ gelassen. Ein weiterer Militäreinsatz scheint erst einmal vom Tisch zu sein. (Archivbild)
Auf die neuen Bedingungen des Irans zur Öffnung der Straße von Hormus reagiert US-Präsident Trump demonstrativ gelassen. Ein weiterer Militäreinsatz scheint erst einmal vom Tisch zu sein. (Archivbild)  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

9. August, 22.20 Uhr: Trump verzichtet vorerst auf Angriffe - "Halten uns zurück"

US-Präsident Donald Trump will auf weitere Angriffe auf den Iran offenbar vorerst verzichten und stattdessen auf wirtschaftlichen Druck setzen.

"Wir halten uns zurück", sagte Trump dem Nachrichtenportal "Axios" am Sonntag in einem kurzen Telefoninterview. "Wir verhandeln nur so halb mit ihnen", fügte der US-Präsident hinzu. Die US-Regierung warte ab und beobachte den Iran, der eine "enorme Inflation" und "kein Geld" habe.

Trump hatte erst vor gut einer Woche neue massive Angriffe auf den Iran angedroht, diese dann aber wieder ausgesetzt, weil es "Umrisse einer Vereinbarung" zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gebe. Zuletzt hatte der Iran aber wieder harte Bedingungen für eine Öffnung der für den weltweiten Erdöl- und Erdgashandel wichtigen Meerenge gestellt.

US-Präsident Donald Trump (80) will auf weitere Angriffe auf den Iran offenbar vorerst verzichten.
US-Präsident Donald Trump (80) will auf weitere Angriffe auf den Iran offenbar vorerst verzichten.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

9. August, 19.54 Uhr: Iran tauscht obersten Sicherheitsberater aus

Der ehemalige Kommandeur der mächtigen iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Mohsen Resai, ist neuer Vorsitzender des iranischen Nationalen Sicherheitsrates. Der oberste Führer Modschtaba Chamenei habe ihn ernannt, teilten iranische Medien übereinstimmend mit. Chamenei schrieb dies auch selbst auf X.

Mit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar waren durch amerikanisch-israelische Luftangriffe viele zentrale Personen der iranischen Führung getötet worden. Dass nun der bisherige Vorsitzende des Sicherheitsrates, der eher unbekannte Brigadegeneral Mohammed Bagher Solghadr, durch Resai ersetzt wird, könnte auf eine weitere Festigung des Einflusses der IRGC auf die Regierung hindeuten.

9. August, 14.59 Uhr: Iran verknüpft Öffnung von Hormus mit US-Zugeständnissen

Der Iran dämpft Hoffnungen auf eine schnelle Wiedereröffnung der Straße von Hormus.

Die Führung in Teheran fordert von den USA erhebliche Vorleistungen vor einer Freigabe der für den internationalen Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge. Es darf bezweifelt werden, dass die US-Regierung dem nachkommt.

Die Forderungen hatte der Iran früher schon einmal genannt - als Bedingungen für ein dauerhaftes Abkommen mit den USA, in dem es auch noch um das Atomprogramm des Irans geht. Nun werden sie zur Voraussetzung für ein Abkommen gemacht, das lediglich auf die Wiedereröffnung der Straße von Hormus abzielen soll. 

Titelfoto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

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