Nahost-Konflikt: Huthi feuern Raketen auf Saudi-Arabien ab

Nahost - Das Welternährungsprogramm (WFP) wirbt angesichts der Zerstörung ganzer Landstriche im Süden des Libanon auch in Deutschland um mehr finanzielle Hilfe für die Betroffenen und politische Unterstützung für die Regierung in Beirut.

Israels Armee ist weiterhin im Südlibanon und führt nahezu täglich Angriffe aus. (Archivbild)  © Hussein Malla/AP/dpa

Deutschland sei ein wichtiger Geber für die humanitäre Hilfe im Libanon, "allerdings habe ich bei den Gesprächen, die ich bisher geführt habe hier in Berlin, auch im Bundestag, den Eindruck gewonnen, dass diese Krise nicht mehr im Fokus steht", sagte die WFP-Landesdirektorin für den Libanon, Allison Oman, der Deutschen Presse-Agentur. 

Sie führe das unter anderem darauf zurück, dass die israelische Armee kaum Medienberichterstattung aus dem Südlibanon zulasse. "Auch wir dürfen dort keine Fotos machen", fügte sie hinzu. 

Anfang März war der Konflikt zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Miliz im Zuge des Iran-Kriegs erneut eskaliert. Trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe werfen Israel und die Hisbollah einander immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor.

Aus aller Welt Tiefe Fleischwunden: Tollwut-Biber beißt kleinen Jungen beim Baden

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt finden Sie hier im TAG24 -Newsticker.

Anzeige

24. September, 18.17 Uhr: Huthi feuern Raketen auf Saudi-Arabien ab

Die proiranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben Dutzende ballistische Raketen und Drohnen auf Ziele in Saudi-Arabien abgefeuert.

Ziel der "präventiven Operation" seien unter anderem Operationszentralen, Kommando- und Kontrollzentren sowie Waffenlager in der saudischen Region Dschisan im Südwesten des Landes unweit der jemenitischen Grenze gewesen, teilte der Militärsprecher der Huthi, Jahja Sari, mit. 

Saudi-Arabien hatte zuvor mitgeteilt, sechs von den Huthi abgefeuerte ballistische Raketen abgefangen und zerstört zu haben. Die Luftabwehr habe damit Versuche vereitelt, die Städte Taif und Janbu anzugreifen, hieß es.

Die Huthi begründeten die Angriffe mit einer Eskalation saudischer Raketenangriffe auf die Grenzgebiete in den jemenitischen Provinzen Saada und Hadscha. Von Dschisan aus sollen zuletzt mehr als 200 Raketen abgefeuert worden sein.

Anzeige
Gegenseitiger Beschuss, Raketen und Drohnen: Der Konflikt im Jemen dauert an. (Symbolfoto)  © Osamah Yahya/dpa

24. September, 15.42 Uhr: Neues deutsches U-Boot in Israel eingetroffen

Israels Marine hat ein neues Schwergewicht: Nach mehrwöchiger Fahrt von Deutschland ist die "INS Drakon" im Hafen der Mittelmeerstadt Haifa eingetroffen.

Dies bestätigte eine israelische Militärsprecherin. Das vom Kieler Marineschiffbauer TKMS gebaute U-Boot ist das sechste und letzte der Dolphin-Reihe. Mit mehr als 70 Metern Länge ist es das größte U-Boot der israelischen Marine und mit zehn Torpedorohren ausgerüstet.

24. September, 13.38 Uhr: Iranisches Flugzeug muss wegen US-Sanktionen umkehren

Nach der Ankündigung neuer US-Sanktionen gegen Irans Luftfahrtsektor ist ein iranisches Passagierflugzeug zur Umkehr gezwungen worden.

"Da Turkmenistan den iranischen Fluggesellschaften keine Genehmigung zum Überflug seines Luftraums erteilt hatte, konnte der Flug Teheran–Duschanbe nicht am Zielort landen", berichtete die Nachrichtenagentur Isna unter Berufung auf einen Sprecher der iranischen Luftfahrtbehörde. 

Ein von iranischen Medien verbreitetes Video zeigte eine Durchsage im betroffenen Flug. "Wir haben sogar versucht, unsere Flugroute in der Luft zu ändern und über den Luftraum eines anderen Landes nach Tadschikistan einzufliegen", sagt darin der Pilot. Wann der Flug diese Woche genau erfolgte, blieb zunächst unklar.

Ein iranisches Flugzeug musste wegen der US-Sanktionen umkehren. (Symbolfoto)  © Abedin Taherkenareh/EPA/dpa

24. September, 13.30 Uhr: Sohn von Israels US-Botschafter nach Anschlag in Lebensgefahr

Der bei einem Anschlag im Westjordanland schwer verletzte Sohn des israelischen Botschafters in den USA schwebt weiter in Lebensgefahr.

Botschafter Jechiel Leiter (66) sagte vor Journalisten im Krankenhaus Schaarei Zedek in Jerusalem, es sei eine schwierige Nacht gewesen. "Als ich gestern aus New York ins Flugzeug gestiegen bin, hatte ich die Sorge, dass ich heute Morgen hier landen könnte, ohne noch Hoffnung zu haben", sagte er nach Angaben des israelischen TV-Senders N12. "Die Ärzte konnten seinen Zustand stabilisieren, aber für Neria besteht weiterhin Lebensgefahr."

Ein palästinensischer Attentäter hatte sein Fahrzeug am Mittwoch an einer Militärsperre im Westjordanland auf israelische Sicherheitskräfte gelenkt. Die israelische Armee erklärte, der Angreifer sei getötet worden. Neria Leiter, der Berichten zufolge als Reservist Dienst an dem Kontrollpunkt hatte, erlitt demnach schwere Kopfverletzungen. Leiter hatte vor drei Jahren bereits einen Sohn im Gaza-Krieg verloren. 

Noch immer ist der Sohn von Israels US-Botschafter Jechiel Leiter (66) nicht außer Lebensgefahr.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

24. September, 6.41 Uhr: Emirate sanktionieren Irans größte staatliche Bank

Die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate hat Irans größtem staatlichen Finanzinstitut, Bank Melli, die Geschäftstätigkeit in dem Golfstaat weitestgehend untersagt.

Die Bank dürfe in den Emiraten keine Finanztransaktionen aus dem Iran oder in den Iran mehr abwickeln, erklärte die Notenbank. Dies gelte auch für Überweisungen und die Finanzierung von Handelsgeschäften. Dubai und die übrigen Emirate waren für den Iran zuletzt eine sehr wichtige Drehscheibe für Finanz- und Handelsgeschäfte. 

Die Zentralbank der Emirate wirft Bank Melli Verstöße gegen Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismus und der Verbreitung von Waffen vor. Mit der Sanktionierung des Instituts durch den US-Verbündeten erhöht sich im andauernden Konflikt zwischen den USA und dem Iran der wirtschaftliche Druck auf die Islamische Republik weiter.

Die Emirate sanktionieren Irans größte staatliche Bank. (Symbolfoto)  © Sina Schuldt/dpa

23. September, 17.55 Uhr: Iran knüpft Öffnung der Straße von Hormus an Bedingungen

Der Iran hat eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus in Gesprächen mit den USA an Bedingungen geknüpft. "Solange unsere Bedingungen nicht erfüllt sind, wird die Straße von Hormus nicht geöffnet und wir werden nicht verhandeln", sagte Mohsen Resai, Generalsekretär des mächtigen Sicherheitsrats, laut der iranischen Staatsagentur Irna.

Die USA sind nach Worten von Resai für den Iran nicht vertrauenswürdig. "Wir verfolgen eine neue Diplomatie", sagte er dem Bericht zufolge. Sieben Bedingungen seien den USA bei den indirekten Verhandlungen in den USA übermittelt worden. Zu den Inhalten äußerte er sich nicht. 

23. September, 17.47 Uhr: Schifffahrt durch Meerenge Bab al-Mandab läuft weiter

Mehr als zwei Wochen nach der Blitzoffensive der Huthi-Miliz im Jemen läuft die Schifffahrt in der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab weiter.

Vergangene Woche seien jeden Tag mehr als 30 und insgesamt mehr als 230 Durchfahrten registriert worden, berichtete der Informationsdienst Marine Traffic. Der Verkehr habe sich auf einem "niedrigeren aber vergleichsweise stabilen Niveau" eingependelt, hieß es. Die Huthi hatten Anfang September eine neue Offensive im Jemen gestartet und am 11. September die Küstenstadt Mokka eingenommen, woraufhin der Verkehr kurzzeitig zurückging.

Die Schifffahrt in der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab soll laufen. (Symbolfoto)  © Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

23. September, 16.56 Uhr: Auto-Attacke im Westjordanland – Angreifer getötet

Bei einer Auto-Attacke im Westjordanland ist nach Angaben von Sanitätern ein Mensch schwer verletzt worden.

Der mutmaßlich palästinensische Attentäter sei getötet worden, teilte die israelische Armee mit.

23. September, 16.54 Uhr: Irans Präsident will zivile Atomenergie nicht aufgeben

Der Iran wird nach Worten seines Präsidenten die zivile Nutzung von Kernenergie nicht aufgeben.

"Die nukleare Frage Irans wird nicht auf dem Schlachtfeld gelöst", sagte Massud Peseschkian (71) mit Blick auf den Krieg Israels und der USA. Zugleich versicherte er bei der UN-Generaldebatte in New York abermals, dass der Iran nicht nach Atomwaffen strebe.

23. September, 16.39 Uhr: Irans Präsident sieht sein Land als "Opfer von Terrorismus"

Irans Präsident Massud Peseschkian (71) hat scharfe Kritik von US-Präsident Donald Trump (80) vehement zurückgewiesen. "Gestern sagte der Präsident der Vereinigten Staaten, wir seien Terroristen. Wir sind Opfer des Terrorismus", sagte Peseschkian bei der UN-Generaldebatte in New York.

Er kritisierte US-Angriffe auf zivile Ziele in der frühen Phase des Iran-Kriegs, darunter eine Mädchenschule und einen Sportkomplex im Süden des Landes. "Unsere unschuldigen Menschen sind in Wahrheit das Ziel der feigen Angriffe (...) und wir haben uns mit Stärke verteidigt", sagte Peseschkian weiter. "Amerika und Israel haben uns mit der neuesten Technologie und Ausrüstung angegriffen, und unsere Menschen haben mit Stärke standgehalten."

Irans Präsident Massud Peseschkian (71) sieht sein Land in der Opferrolle.  © Heather Khalifa/FR172147 AP/AP/dpa

23. September, 15.51 Uhr: Al-Scharaa fordert Rückzug Israels aus Syrien

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa (43) hat Israels Vorgehen in Syrien scharf verurteilt. Israel habe seit dem Umbruch in Syrien 500 Luftangriffe geflogen, mehr als 1.200 Vorstöße gemacht und rund 300 Menschen festgenommen, sagte al-Scharaa bei der UN-Generaldebatte in New York. Dies stehe im Widerspruch zur internationalen Entwicklung und erinnere an eine längst vergangen geglaubte Ära. Während sich die Welt über die Rückkehr Syriens freue, greife Israel das Land an, so al-Scharaa.

Der Interimspräsident betonte, Syrien habe die Rechtsstaatlichkeit gefestigt. Jeder Versuch, die syrische Souveränität oder das Völkerrecht zu verletzen, werde gestoppt. Die Golanhöhen würden syrisches Territorium bleiben, sagte er. Er forderte erneut einen Abzug der israelischen Truppen.

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa (43) hat Israels Vorgehen in Syrien scharf verurteilt.  © Heather Khalifa/FR172147 AP/dpa

23. September, 14.43 Uhr: Israel kontert Vorwurf aus Österreich

Der österreichische Präsident Alexander Van der Bellen (82) hat am Rande der UN-Generaldebatte von Kriegsverbrechen gegen Palästinenser gesprochen und damit eine scharfe Reaktion Israels ausgelöst. "Österreichs Präsident @vanderbellen sollte sich schämen!", schrieb der israelische Außenminister Gideon Saar auf der Plattform X. 

In einer Pressekonferenz in New York hatte sich Van der Bellen am Dienstag zustimmend über die Rede des jordanischen Königs Abdullah II. in der UN-Generaldebatte geäußert. Im Westjordanland und im Gazastreifen geschähen Verletzungen des Völkerrechts, Gewalt gegen Palästinenser und erzwungene Ansiedlungen, so Van der Bellen. "Das läuft unter Kriegsverbrechen, das muss man offen aussprechen", sagte er. Die israelische Regierung bewege sich mit ihrem Vorgehen "auf gefährliches Terrain", fügte der ehemalige Chef der österreichischen Grünen hinzu. 

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen (82) hat Israel scharf kritisiert.  © Hans Klaus Techt/APA/dpa

23. September, 14.36 Uhr: Frachtschiff in der Straße von Hormus in Flammen

In der Straße von Hormus ist erneut ein Frachtschiff unter Beschuss geraten. Wie die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte, wurde ein Schiff von einem unbekannten Projektil getroffen.

Das Schiff stehe treibend in Flammen. Die Besatzung sei evakuiert worden. UKMTO meldete zwei Opfer. Es war zunächst nicht klar, ob es sich dabei um Tote oder Verletzte handelte. 

Mehr zum Thema Iran: