Nahost-Konflikt: Huthi-Miliz greift erneut saudische Flughäfen an, mindestens ein Toter

Nahost - Nach dem Angriff der Huthi-Miliz auf den internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad mit zwölf Toten haben die jemenitischen Rebellen ihre Attacken fortgesetzt.

Der Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten Huthi im Jemen und Saudi-Arabien eskaliert. Bei dem Angriff auf den Flughafen King Chalid vom 11. Oktober gab es Tote und Hunderte Verletzte.  © Bildmontage/ Uncredited/UGC via AP/dpa, Uncredited/AP/dpa

Bei einem neuen Angriff auf den Flughafen King Chalid am Sonntag sei ein pakistanischer Staatsbürger getötet worden, teilte die saudische Luftfahrtbehörde in der Nacht mit.

Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt. Das Ausmaß der Sachschäden werde noch ermittelt. Zuvor hatte die Luftfahrtbehörde auch eine Attacke auf den King-Fahd-Airport in Damman gemeldet, die ebenfalls Schäden verursacht habe. Die Huthi-Miliz meldete ihrerseits am Abend, sie habe in den 24 Stunden zuvor vier Angriffe in Saudi-Arabien ausgeführt – mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen.

Ziele waren demnach neben den beiden Flughäfen eine Gasanlage sowie eine Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco. 

USA Nach gescheiterter Hinrichtung: Christa Pike kämpft mit psychischem Trauma

Zudem erklärte die Miliz, Saudi-Arabien habe seinerseits in der Zeit mehr als 120 Luftangriffe auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa und weitere Provinzen geflogen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt finden Sie hier im TAG24 -Newsticker.

Anzeige

12. Oktober, 9.01 Uhr: Huthi-Miliz greift erneut saudische Flughäfen an, mindestens ein Toter

Rebellen der jemenitischen Huthi-Miliz haben erneut den saudischen Flughafen King Chalid in Riad angegriffen.

Ein Pakistaner sei dabei ums Leben gekommen. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt. Das Ausmaß der Sachschäden werde noch ermittelt.

Im Visier stand diesmal zudem auch der King-Fahd-Airport in Damman im Osten des Landes.

Anzeige
Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen zeigen, wie Menschen im Flughafen King Chalid in Riad nach den Angriffen Schutz suchen.  © Uncredited/Saudi Media Ministry via AP /dpa

11. Oktober, 18.47 Uhr: Mittlerweile 21 US-amerikansiche Todesopfer im Zuge des Iran-Kriegs

Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg gestorbenen US-Soldaten ist nach Angaben des Pentagons auf 21 gestiegen. Bei den beiden neuen Todesfällen handele es sich allerdings nicht um im Kampf gestorbene Soldaten, teilte eine Regierungsbeamtin der Deutschen Presse-Agentur mit.

Eine Person sei durch Suizid gestorben, eine weitere ohne Feindeinwirkung. Details zu den Umständen der Todesfälle waren zunächst nicht bekannt.

Nach Angaben führender Demokraten im US-Repräsentantenhaus handelt es sich bei der Nacherfassung um eine Korrektur, die auf Druck des Kongresses zustande kam. "Für einen Fehler dieser Größenordnung gibt es keine Entschuldigung", hieß es in einer Mitteilung vom ranghöchsten Demokraten im Ausschuss für Streitkräfte, Adam Smith, und der Abgeordneten Chrissy Houlahan.

Besonders kritisierten sie Verteidigungsminister Pete Hegseth. "Dass Minister Hegseth es versäumt hat, das Problem unverzüglich in die Hand zu nehmen, ist zudem ein schwerer Schlag für die Männer und Frauen, die im Dienst für unser Land ihr Leben riskieren."

Familienmitglieder stehen vor dem Sarg mit den sterblichen Überresten von Army Sgt. Benjamin N. Pennington auf dem Godman Army Airfield in Fort Knox.  © Jon Cherry/FR171965 AP/dpa

11. Oktober, 7.23 Uhr: Zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad

Bei einem Angriff auf den Hauptflughafen der saudischen Hauptstadt Riad sind nach Angaben der staatlichen Luftfahrtbehörde zwölf Menschen getötet worden.

309 weitere wurden demnach verletzt, einige schwebten am Samstagabend in Lebensgefahr.

Zu der erneuten Attacke vom Samstag gab es von der Rebellengruppe zunächst kein Bekennerschreiben.  © Uncredited/AP/dpa

10. Oktober, 10.15 Uhr: Huthi-Kämpfer heftigen Angriffen Saudi-Arabiens ausgesetzt

Im Kampf gegen die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition nach eigenen Angaben mehr als hundert militärische Ziele zerstört.

Die "umfassende Militäroperation" richte sich "gegen Kämpfer und Ressourcen der terroristischen Huthi-Miliz", erklärte ein Sprecher der Militärkoalition, Turki al-Maliki. Es seien 136 militärische Ziele in von der Huthi-Miliz kontrollierten Gebieten zerstört worden.

Der Huthi-Fernsehsender Almasirah berichtete, saudiarabische Raketen hätten Gebiete im nordwestlichen Bezirk Saada angegriffen.

Huthi-Kämpfer und Stellungen der Miliz wurden von der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition attackiert. (Symbolfoto)  © Osamah Abdulrahman/AP/dpa

9. Oktober, 20.46 Uhr: Schiff vor der Küste der Emirate von Geschoss getroffen und in Brand geraten

Vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate ist ein Schiff nach Angaben der britischen Schifffahrtsbehörde UKMTO von einem Geschoss getroffen worden und in Brand geraten.

Das Feuer sei gelöscht worden, teilte die Behörde am Freitag unter Verweis auf entsprechende Meldungen mit. Angaben zu möglichen Opfern lägen noch nicht vor. Demnach ereignete sich der Vorfall nahe der vom Iran blockierten Straße von Hormus.

Laut UKMTO war das Ausmaß der Schäden und Schicksal der Besatzung vorerst unklar. Auch zu möglichen Auswirkungen auf die Umwelt lägen noch keine Informationen vor. Der Behörde zufolge wurde das Schiff 13 Seemeilen vor Al-Dschasira Al-Hamra in den Vereinigten Arabischen Emiraten südwestlich der Straße von Hormus angegriffen.

Nach britischen Angaben ist ein Schiff vor der Küste der Emirate von einem Geschoss getroffen worden. (Symbolfoto)  © Amirhosein Khorgooi/ISNA via AP/dpa

9. Oktober, 16.38 Uhr: Wieder Siedlergewalt im Westjordanland

Im Westjordanland hat es erneut gewaltsame Angriffe radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser gegeben.

Palästinensische und israelische Medien berichteten von einem Vorfall, bei dem Siedler einen Mann und dessen Kind in der Nähe von Ramallah angriffen. In den Medien verbreitete Aufnahmen zeigen, wie die Siedler in zwei Autos zunächst dem palästinensischen Wagen den Weg abschneiden und anschließend mit Stöcken auf den Vater losgehen. Zu sehen ist auch, wie der Mann und sein Sohn fliehen.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, die Siedler hätten anschließend den Wagen gestohlen. Israels Armee sagte auf Anfrage, Soldaten hätten israelische Randalierer aus der von Palästinensern bewohnten Gegend gebracht. Zu dem Vorfall werde nun ermittelt und nach den Verdächtigen gesucht.

Wieder kam es zu Siedlergewalt im Westjordanland. (Archivbild)  © Leo Correa/AP/dpa

9. Oktober, 16.31 Uhr: Pakistan hat "erhebliche" Anzahl von Soldaten in Saudi-Arabien stationiert

Pakistan hat eigenen Angaben zufolge eine "erhebliche" Anzahl von Soldaten im von der jemenitischen Huthi-Miliz angegriffenen Saudi-Arabien stationiert.

Die Truppen würden "nicht die Grenzen der anderen Seite für einen Angriff auf die Huthis überschreiten, aber natürlich handeln, um das Territorium zu verteidigen", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Islamabad am Freitag. Er wollte sich aber nicht darüber äußern, ob die Zahl der Soldaten im Rahmen eines unlängst geschlossenen Verteidigungsabkommens gestiegen ist.

Die mehrheitlich sunnitischen Staaten Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan hatten das Verteidigungsabkommen Anfang August vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und dessen Folgen geschlossen. Im Falle eines Angriffs auf eines der drei Mitglieder sind die übrigen verpflichtet, diesem militärisch beizustehen.

9. Oktober, 15.20 Uhr: Irans Präsident sieht Frieden nur "ohne Druck und Drohungen" erreichbar

Eine Friedenslösung im Iran-Krieg kann nach den Worten des iranischen Präsidenten Masud Peseschkian (72) nur ohne "Druck und Drohungen" erzielt werden.

"Verhandlungen im Schatten von Gewalt sind keine Verhandlungen, sondern Auferlegung und Zwang", sagte Peseschkian am Freitag in einer Rede in Turkmenistan. Ein Dialog könne nur Erfolg haben, wenn er "auf gegenseitigem Respekt und gegenseitigen Verpflichtungen beruht und ohne Druck oder Drohungen" stattfinde, so Peseschkian beim Gipfel der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) in Aschchabat.

US-Präsident Donald Trump (80) hatte zuvor verkündet, die USA planten vor den US-Kongresswahlen Anfang November keine neuen Angriffe auf den Iran. Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen.

Irans Präsident Masud Peseschkian (72) sieht einen Frieden nur "ohne Druck und Drohungen" erreichbar.  © Shadati/XinHua/dpa

8. Oktober, 21.27 Uhr: Lufthansa setzt Flüge nach Riad vorübergehend aus

Die Airlines der Lufthansa Group setzen ihre Flüge in die saudi-arabische Hauptstadt Riad vorübergehend aus. Die Verbindungen würden bis einschließlich 16. Oktober gestrichen, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Hintergrund seien die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten. 

Die Huthi-Miliz hatte erneut einen Angriff auf den Flughafen King Chalid in Riad für sich reklamiert. Nach Angaben ihres Militärsprechers Jahja Sari feuerte die Miliz eine ballistische Rakete auf den Flughafen ab. Saudi-Arabien teilte mit, mehrere Geschosse seien abgefangen worden. Augenzeugen berichteten von vier aufeinanderfolgenden Explosionen in Riad.

Aus saudischen Flughafenkreisen hieß es, es seien Trümmer abgefangener Raketen auf ein Terminalgebäude des Flughafens gefallen. Die vom Iran unterstützten Huthi warnten zudem davor, dass alle Ölanlagen in Saudi-Arabien Ziele ihrer Angriffe werden könnten, und riefen Fluggesellschaften erneut dazu auf, Flüge nach Saudi-Arabien einzustellen.

Nach Angriffen auf den Flughafen in Riad streicht die Lufthansa alle Verbindungen dorthin. Die Huthi-Miliz droht mit weiteren Attacken auf saudische Ziele.  © Boris Roessler/dpa

8. Oktober, 18.43 Uhr: Trump will bis zu Midterms keine Angriffe auf Iran starten

Nach Medienberichten über mögliche neue US-Angriffe auf iranische Ziele noch vor den Midterms hat US-Präsident Donald Trump (80) eine Wiederaufnahme von Militäreinsätzen dementiert.

"Wir werden den Iran zu keinem Zeitpunkt vor den Zwischenwahlen, die am 3. November in den Vereinigten Staaten stattfinden, angreifen", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. 

Die US-Regierung führe unterdessen "konstruktive Gespräche" mit Teheran, schrieb Trump weiter. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte zuvor auf seinem Telegramkanal geschrieben, dass die Regierung in Teheran eine Antwort aus den USA prüfe. Man habe Washington einen "Sieben-Tage-Plan" übermittelt und eine Antwort erhalten - darauf wolle man in wenigen Tagen reagieren, hieß es.

Donald Trump (80) will bis November keine Angriffe auf den Iran durchführen.  © Alex Brandon/AP/dpa

8. Oktober, 16.10 Uhr: US-Regierung erwägt neue Angriffe auf den Iran

In ihrem festgefahrenen Krieg im Nahen Osten erwägt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump neue Angriffe auf Ziele im Iran. Dabei könnten größere Militäreinsätze in den kommenden Wochen noch vor den wichtigen US-Zwischenwahlen wieder aufgenommen werden, berichteten das Nachrichtenportal "Axios" und der US-Sender NBC News unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine Entscheidung darüber sei allerdings bislang nicht gefallen.

Die Gespräche über mögliche neue Angriffe seien bereits vor einigen Tagen geführt worden. Laut NBC News hatten Mitglieder von Trumps Team für die nationale Sicherheit vergangene Woche bei einem Treffen in Camp David (US-Bundesstaat Maryland) über die weitere Strategie mit Blick auf den Iran und die Huthi-Miliz im Jemen diskutiert. Das Militär habe daraufhin neue Optionen für das weitere Vorgehen im Iran vorbereitet, die Trump prüfen sollte. 

"Axios" berichtete unterdessen unter Berufung auf Insider, dass im Falle einer Wiederaufnahme größerer Militäreinsätze diese "voraussichtlich massive Bombardierungen iranischer Energie-, Infrastruktur- und Nuklearanlagen" umfassen würden. 

Seit Wochen gibt es im Krieg der USA gegen den Iran keine sichtbaren Fortschritte. Kurz vor den wichtigen Zwischenwahlen könnte US-Präsident Trump die Situation noch einmal eskalieren lassen.  © Patrick Semansky/AP/dpa

8. Oktober, 16.03 Uhr: Huthi greifen erneut in Saudi-Arabien an

Der Konflikt zwischen den Huthi und der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung im Jemen droht weiter zu eskalieren. Die Huthi-Miliz reklamierte erneut einen Angriff auf den Flughafen in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad für sich. Der Militärsprecher der Huthi, Jahja Sari, sagte, die Miliz habe eine ballistische Rakete auf den Flughafen King Chalid in Riad abgefeuert.

Nach Angaben aus Saudi-Arabien wurden mehrere Geschosse abgewehrt. Zwei auf Riad abgefeuerte Raketen und eine weitere auf Chamis Muschait im Südwesten des Landes seien abgefangen worden, teilte der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, Turki al-Maliki, mit. Augenzeugen berichteten der Deutschen Presse-Agentur von vier aufeinanderfolgenden Explosionen in Riad.

Der saudische Zivilschutz meldete, dass durch herabfallende Trümmerteile Sachschäden an einem Kindergarten und einem Klinikkomplex in Riad entstanden seien. Aus saudischen Flughafenkreisen hieß es, es seien Trümmer abgefangener Raketen auf ein Terminalgebäude des Flughafens gefallen. 

nhänger der Houthis tragen ihre Gewehre bei einer Kundgebung.  © Osamah Abdulrahman/AP/dpa

8. Oktober, 15.27 Uhr: US-Verhandlungsposition wird laut Iran derzeit geprüft

Im Ringen um eine Beilegung des Konflikts zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten prüft die Regierung in Teheran nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi derzeit eine Antwort aus den USA.

Man habe Washington einen "Sieben-Tage-Plan" übermittelt und eine Antwort erhalten - darauf wolle man in wenigen Tagen antworten, schrieb Araghtschi auf seinem Telegramkanal.

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA gelten seit Monaten als festgefahren. Laut Medienberichten hatte der Iran der US-Regierung einen Plan vorgelegt, wonach die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder geöffnet werden könne, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien. Dies habe Araghtschi am Rande der UN-Woche in New York gesagt, berichtete damals etwa die britische "Financial Times".

Mehr zum Thema Iran: