Nahost-Konflikt: Netanjahu hält an Sturz der iranischen Führung fest

Nahost - Wegen der Angriffe der Huthi-Miliz aus dem Jemen ist das "Davos in der Wüste" genannte saudiarabische Wirtschafts- und Investitionsforum in das kommende Jahr verschoben worden.

Saudi-Arabien hat mit kontinuierlichen Angriffen der Huthi-Miliz zu rechnen.  © Uncredited/Ansar Allah Media Office/AP/dpa

Die Generaldirektorin des veranstaltenden Instituts Future Investment Initiative, Maha al-Saud, teilte am Montag im Onlinedienst X zur Begründung mit, den Organisatoren sei daran gelegen, das Forum "in vollem Umfang" und in der erwarteten "außergewöhnlichen Qualität" abzuhalten.

Eigentlich sollte die Konferenz vom 26. bis zum 29. Oktober in Riad stattfinden.

Al-Maha versicherte, das neue Datum des Wirtschaftsforums werde bald bekanntgegeben. Die Anmeldungen und die vereinbarten Partnerschaften blieben gültig.

Australien Auf Parkplatz absichtlich angefahren: Arglose Politikerin verliert ihr Bein

Mit der Angelegenheit vertraute Kreise sagten indes der Nachrichtenagentur AFP, die Bekanntgabe des neuen Datums würden "nicht sobald" erfolgen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24 -Newsticker.

Anzeige

20. Oktober, 18.57 Uhr: Netanjahu hält an Sturz der iranischen Führung fest

Eine Woche vor der Parlamentswahl in Israel beteuert der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, am Sturz der iranischen Führung festzuhalten.

"Wir müssen die Beseitigung des iranischen Regimes vollenden", sagte er laut einer am Abend von seinem Büro verbreiteten Mitteilung. Für Israel sei dies das Wichtigste. Er habe erst am Sonntag wieder mit US-Präsident Donald Trump darüber gesprochen. 

Solange die iranische Führung existiere, werde sie versuchen, Atomwaffen herzustellen, sagte Netanjahu. "Der einzige Weg, dies zu verhindern, ist der Sturz dieses Regimes." Der israelische Regierungschef hatte schon früher einen Machtwechsel im Iran angestrebt.

Anzeige
Netanjahu bekräftigt ein altes Kriegsziel - dem Sturz der iranischen Führung.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa

20. Oktober, 15.44 Uhr: Eine Viertelmillion Menschen im Jemen vertrieben

Die Zahl der Vertriebenen im Jemen steigt nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) infolge der anhaltenden Kämpfe stark an. Am 17. Oktober waren es demnach mehr als 250.000 Menschen – zehn Tage zuvor meldete die UN noch etwa 213.000 Vertriebene. 

Besonders betroffen ist die Großstadt Tais, wo die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen den Belagerungsring um die Stadt mit mehreren hunderttausend Einwohnern in den vergangenen Wochen immer enger zogen. Es droht eine humanitäre Katastrophe. 

Der Krieg in der Golfregion verschärft die Bedingungen für die Zivilbevölkerung im Jemen deutlich.  © Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

20. Oktober, 14.13 Uhr: Saudi-Arabien fängt ballistische Rakete der Huthis ab, Explosionen in Riad

Saudi-Arabien hat eigenen Angaben zufolge eine ballistische Rakete abgefangen, die in Richtung der Hauptstadt Riad unterwegs war.

Saudiarabische Streitkräfte hätten "eine von der terroristischen Huthi-Miliz in Richtung Riad abgefeuerte ballistische Rakete abgefangen und zerstört", erklärte am Dienstag Turki al-Malki, Sprecher einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von zwei Explosionen in der Hauptstadt - kurz zuvor hatten die Behörden eine Warnung herausgegeben.

Die Stadt Riad habe "eine Warnung herausgegeben, um auf eine potenzielle Gefahr hinzuweisen", erklärte der saudiarabische Zivilschutz im Onlinedienst X.

19. Oktober, 22.15 Uhr: Deutscher Botschafter im Iran einbestellt

Der deutsche Botschafter im Iran, Axel Dittmann, ist ins iranische Außenministerium einbestellt worden.

Ihm solle der starke Protest des Irans gegen die "verächtliche Haltung bestimmter deutscher Amtsträger" gegenüber seinem Land übermittelt werden, zitierte der iranische Staatssender Press TV Generaldirektor Aliresa Jussefi.

Die in Deutschland gegen den Iran erhobenen Vorwürfe bezeichnete er als ein Manöver bestimmter Institutionen, um die deutsche Unterstützung für den US-israelischen Krieg gegen den Iran zu verschleiern. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Abend die Einbestellung des deutschen Botschafters. 

Wenige Stunden zuvor hatte das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter einbestellt - nach der Verurteilung von zwei Männern wegen geheimdienstlicher Tätigkeit im Auftrag des Irans und einer versuchten Beteiligung an Mord und schwerer Brandstiftung.

Der Iran bestellt den deutschen Botschafter ein. Ihm solle der starke Protest des Irans übermittelt werden, heißt es. (Symbolfoto)  © Vahid Salemi/AP/dpa

19. Oktober, 16.04 Uhr: Dutzende Tote und Verletzte bei Huthi-Angriff im Jemen

Bei einem Raketenangriff der Huthi-Miliz im Jemen sind Dutzende Soldaten der international anerkannten Regierung getötet oder verletzt worden. Aus Militärkreisen hieß es, mehr als 30 Soldaten seien getötet oder verletzt worden. Über die genaue Zahl der Opfer herrschte aber zunächst Unklarheit. 

Ein Armeesprecher teilte mit, die Huthi hätten ein Trainingslager für Polizei- und Sicherheitskräfte in der südlichen Provinz Schabwa mit drei Raketen angegriffen. Die Huthi-Rebellen bekannten sich zu dem Angriff und teilten mit, der Angriff habe saudischen Truppen in dem Gebiet gegolten.

Bei einer schweren Attacke der Huthi-Miliz gab es im Süd-Jemen viele Opfer.  © Uncredited/Ansar Allah Media Office/AP/dpa

19. Oktober, 16.02 Uhr: Israels Armee erhöht vor Parlamentswahl Alarmbereitschaft

Aus Sorge vor einer Zuspitzung der Sicherheitslage rund um die Parlamentswahl am 27. Oktober hat Israels Armee ihre Alarmbereitschaft erhöht.

Von Donnerstag an dürfen Soldaten unter anderem ihre Einheiten nicht mehr verlassen, wie das Militär mitteilte. Zudem sollen zusätzliche Truppen ins besetzte Westjordanland verlegt werden. Ziel sei es, sicherzustellen, dass die Wahl wie geplant und unter sicheren Bedingungen stattfinden könne.

Generalstabschef Ejal Zamir habe dazu mit ranghohen Militärvertretern eine Lagebesprechung über die Sicherheitslage an den verschiedenen Fronten abgehalten, teilte die Armee weiter mit. Dem israelischen Fernsehsender N12 zufolge steht hinter den Maßnahmen die Sorge vor Anschlägen, mit denen Einfluss auf die Wahl genommen werden könnte.

19. Oktober, 13.51 Uhr: Lawrow für Gespräche in Teheran eingetroffen

Inmitten der anhaltenden militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran ist Russlands Außenminister Sergej Lawrow für einen Besuch nach Teheran gereist.

Der russische Minister landete am frühen Nachmittag (Ortszeit) in der iranischen Hauptstadt, wie örtliche Medien übereinstimmend berichteten.

Laut Irans Außenministerium stehen bei Lawrows Besuch Gespräche über die Umsetzung bilateraler Abkommen sowie Konsultationen über regionale Entwicklungen auf der Agenda. Neben einem Treffen mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi sei auch ein Gespräch mit Präsident Massud Peseschkian geplant.

Nach Angaben des russischen Außenministeriums soll es unter anderem um gemeinsame Logistik- und Energieprojekte gehen. Geplant seien zudem Beratungen über die Lage am Persischen Golf und Auswege aus der internationalen Krise, die Moskau auf die "rechtswidrige Aggression der USA und Israels gegen den Iran" zurückführt.

m Iran wächst die Sorge vor einem möglichen Angriff der USA oder Israels. Nun reist Russlands Außenminister Lawrow nach Teheran. Die beiden Länder verbindet eine strategische Partnerschaft.  © Uncredited/Pool Reuters/AP/dpa

19. Oktober, 13.50 Uhr: Airlines meiden saudische Hauptstadt Riad weiterhin

Mehr als eine Woche nach dem schweren Angriff der Huthi-Miliz auf den Flughafen von Riad meiden große Fluggesellschaften die saudische Hauptstadt weiterhin.

Der König-Chalid-Flughafen öffnete inzwischen wieder für Starts und Landungen, wie aus einer Mitteilung an die Flugzeugführer (NOTAM) hervorgeht. Bis zum Wochenende war der Verkehr am Flughafen infolge wiederholter Angriffe mit insgesamt 18 Toten und Hunderten Verletzten unterbrochen. Die Gefahr neuer Angriffe ist hoch. 

19. Oktober, 13.49 Uhr: Welternährungsprogramm reduziert Gaza-Hilfe um ein Drittel

Das Welternährungsprogramm (WFP) fährt eigenen Angaben zufolge seine Ernährungshilfe für notleidende Menschen im Gazastreifen runter.

Rund eine halbe Million Palästinenser in dem vom Krieg gezeichneten Gebiet erhalte nun keine Hilfe mehr, hieß es in einer Mitteilung. Grund für die Kürzung der Ernährungshilfe um rund ein Drittel seien Finanzierungslücken. Ab diesem Monat unterstützt die UN-Organisation demnach noch 1,1 Millionen Menschen.

Zuvor habe sie seit Beginn der Waffenruhe-Vereinbarung im Oktober 2025 jeden Monat rund 1,6 Millionen Palästinenser etwa mit Lebensmittelpaketen, Brot und Bargeld versorgt. "WFP verfügt jetzt nicht mehr über ausreichende Finanzierungen, um dieses Hilfsniveau aufrechtzuerhalten", teilte die Organisation weiter mit. 

19. Oktober, 13.48 Uhr: Festnahmen nach mutmaßlichem Siedlerangriff auf Fotografin

Israelische Sicherheitskräfte haben Polizeiangaben zufolge zehn verdächtige Siedler im Zusammenhang mit Angriffen auf eine US-Fotografin sowie europäische Diplomaten im Westjordanland festgenommen.

Die mutmaßlich an der Gewalt am Wochenende Beteiligten würden nun vernommen, hieß es in einer Mitteilung der Polizei am Morgen.

Israelische Einsatzkräfte beschlagnahmten den Angaben zufolge bei der Razzia in mehreren Orten im besetzten Westjordanland auch Fahrzeuge. Sie stellten demnach zudem Gegenstände sicher, die die Verdächtigen mit den Angriffen in Verbindungen bringen sollen. 

Mehr zum Thema Iran: