Nahost-Konflikt: Ölpreise ziehen nach Trump-Drohung wieder stark an

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Teheran - Fast ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn will US-Präsident Donald Trump (80) den Iran mit einem "Wirtschaftskrieg" zum Einlenken bringen. Er sprach von wirtschaftlicher Kriegsführung und einer Isolation des Irans im nie dagewesenen Ausmaß, an der sich auch Verbündete der USA beteiligen sollen. Viele Fragen rund um das Drohszenario bleiben derweil offen - etwa welche Konsequenzen Trump für Verbündete im Sinn hat, die sich nicht daran beteiligen.

US-Präsident Donald Trump (80) hat dem Iran mit einem "Wirtschaftskrieg" gedroht.
US-Präsident Donald Trump (80) hat dem Iran mit einem "Wirtschaftskrieg" gedroht.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

Trump teilte dazu mit, jedes Land samt seiner Finanzinstitutionen, Unternehmen, Flughäfen und Regierungsbehörden müsse bei einer Unterstützung des Irans mit "GEWALTIGEN wirtschaftlichen Konsequenzen" rechnen.

Es brauche die Hilfe aller Verbündeten der USA, um die vom Iran ausgehende Bedrohung zu stoppen.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi teilte mit, die Ankündigung diene dazu, von eigenen Problemen in den USA abzulenken. Er verwies auf einen historisch hohen Schuldenstand. Der "wirtschaftliche Terrorismus" der USA gefährde die weltweite Ökonomie, schrieb Araghtschi weiter.

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

20. August, 15.41 Uhr: Ölpreise ziehen nach Trump-Drohung wieder stark an

Die Ölpreise sind nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump (80) gegen den Iran deutlich gestiegen. Im Tagesverlauf bauten sie ihre Kursgewinne aus dem frühen Handel deutlich aus.

Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Oktober wurde bei 93,76 Dollar gehandelt und damit mehr als zwei Prozent höher als am Vortag. Zeitweise ging es bis auf 94,71 Dollar und damit den höchsten Stand seit Ende Juli.

Alle, die tanken müssen, dürften sich in den nächsten Tagen noch etwas mehr ärgern.
Alle, die tanken müssen, dürften sich in den nächsten Tagen noch etwas mehr ärgern.  © Sascha Thelen/dpa

20. August, 13.55 Uhr: Israels Verteidigungsminister will "Gefährliche Abenteuer" der Türkei in Syrien vermeiden

Der Streit zwischen Israel und der Türkei über Ankaras Rolle in Syrien spitzt sich weiter zu.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz (70) warnte vor "gefährlichen Abenteuern" der Türkei in Syrien. "Israel wird nicht zulassen, dass irgendein Akteur seine Sicherheit bedroht", schrieb er auf X auf Türkisch, direkt an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (72) gerichtet. Statt zu versuchen, Israels Entschlossenheit zur Selbstverteidigung auf die Probe zu stellen, wäre es für Erdogan besser, seine "realitätsfernen und fantasievollen Diskurs gegen Israel" im türkischen Parlament fortsetzen, schrieb Katz.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz (70). (Archivbild)
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz (70). (Archivbild)  © Hannes P Albert/dpa

20. August, 10.22 Uhr: China warnt nach Trumps Iran-Drohung vor Sanktionen

China hat die USA vor weiteren Sanktionen gewarnt, nachdem Präsident Donald Trump (80) einen "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran angekündigt hatte.

"Sanktionen und Druck tragen nicht zur Lösung des Problems bei", sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Alle Beteiligten sollten verantwortungsvoll handeln und die Angelegenheit auf politischem und diplomatischem Wege lösen.

Chinas Außenamtssprecher Lin Jian. (Archivbild)
Chinas Außenamtssprecher Lin Jian. (Archivbild)  © Johannes Neudecker/dpa

20. August, 9.49 Uhr: Weitere Hinrichtung nach Massenprotesten im Iran

Im Iran ist erneut ein Mann im Zusammenhang mit der Protestwelle im Januar exekutiert worden.

Die Hinrichtung erfolgte am Donnerstagmorgen, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete. Der Mann wurde in einem besonders bekannten und umstrittenen Fall zum Tode verurteilt. In dem als Schahid-Alichani-Platz bekannten Prozess wurden offiziellen Angaben zufolge 14 Männer zum Tode verurteilt, die bei den Unruhen vier Polizisten auf brutale Weise getötet haben sollen. Ende Juli ließ die iranische Justiz unter großem Aufschrei zwei Männer auf dem Platz in Isfahan öffentlich hinrichten.

Der heute hingerichtete Mann soll ausländischer Staatsbürger gewesen sein, berichtete Misan. Aus welchem Land er stammte, wurde nicht genannt. Dem Bericht zufolge war es bereits die vierte Hinrichtung im Zusammenhang mit dem Schahid-Alichani-Platz-Prozess. Der Mann wurde nach islamischer Rechtsauffassung im Iran unter anderem wegen "Kriegsführung gegen Gott" und "Korruption auf Erden" verurteilt. Menschenrechtler kritisieren, dass solche Urteile Raum für Willkür lassen.

20. August, 6.20 Uhr: Was steckt hinter Trumps Drohung mit einem Wirtschaftskrieg?

Wie oft hat US-Präsident Donald Trump (80) dem Iran schon mit vernichtender Gewalt und wirtschaftlichen Sanktionen gedroht - nur um seine martialische Rhetorik später wieder zu relativieren.

Zugleich war immer wieder von angeblichen Fortschritten bei den Verhandlungen über eine diplomatische Einigung die Rede - ohne dass es sichtbare Erfolge gegeben hätte. Diesmal aber, so poltert Trump auf Truth Social, werde es einen "Wirtschaftskrieg" beispiellosen Ausmaßes geben. Aus seinen wieder einmal drastischen Worten spricht wohl vor allem eines: wachsende Frustration.

Weder bei der Wiederöffnung der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus noch hinsichtlich einer Einigung zur Beendigung des seit fast sechs Monaten andauernden Krieges geht es erkennbar voran. Jetzt droht Trump jedem Land, das Geschäfte mit dem Iran tätigt, mit wirtschaftlichen Strafmaßnahmen. Welche konkreten Schritte die US-Regierung über die bereits gegen Teheran verhängten Sanktionen hinaus zu unternehmen gedenkt, ließ der Republikaner jedoch offen. Auch Ländernamen nannte er nicht.

19. August, 19.53 Uhr: Israels Militärchef warnt vor Bedrohungen an Syriens Grenze

Bei einem Besuch im syrischen Grenzgebiet hat der israelische Militärchef gewarnt, dass Israel gegen jegliche militärische Präsenz feindlicher Kräfte an seiner Grenze vorgehen würde.

"Wir sehen, was geschieht, und beobachten die Veränderungen an der syrischen Front", sagte Ejal Zamir nach Angaben des Militärs bei einem Treffen mit israelischen Reservisten. "Wir müssen verhindern, dass sich terroristische Bedrohungen entwickeln, und zugleich verhindern, dass sich an unseren Grenzen eine erhebliche militärische Bedrohung herausbildet."

Der israelische Generalstabschef besuchte das syrische Grenzgebiet und warnte vor militärischen Bedrohungen. (Archivfoto)
Der israelische Generalstabschef besuchte das syrische Grenzgebiet und warnte vor militärischen Bedrohungen. (Archivfoto)  © Matias Delacroix/AP/dpa

19. August, 15.03 Uhr: Fünf Tote bei Luftangriff auf Polizeistation in Gaza

Bei einem neuen israelischen Luftangriff auf eine Polizeistation im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben mindestens fünf Menschen getötet worden. 15 weitere Personen seien verletzt worden, teilte der Rettungsdienst Palästinensischer Roter Halbmond (PRCS) mit.

Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Polizei war auch eine Frau unter den Toten. Ein Sprecher des Innenministeriums sprach von einem "brutalen Massaker" gegen Polizisten. Die israelische Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Vorfall.

Bei einem israelischen Angriff auf den Gazastreifen sind erneut Menschen ums Leben gekommen.
Bei einem israelischen Angriff auf den Gazastreifen sind erneut Menschen ums Leben gekommen.  © Bilal Osama/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa

19. August, 14.12 Uhr: Armee ermittelt zu Tod von Hind Rajab und Sanitätern in Gaza

Die israelische Armee leitet strafrechtliche Ermittlungen zum Tod des palästinensischen Mädchens Hind Rajab sowie von Sanitätern im Gaza-Krieg ein.

Insgesamt seien fünf tödliche Vorfälle im Gazastreifen untersucht worden, hieß es in einer Mitteilung des Militärs.

Hind starb, nachdem das Auto, in dem sie mit Verwandten vor israelischen Angriffen floh, beschossen wurde. Sie überlebte zunächst verletzt und war in Tonaufnahmen eines Notrufs zu hören, in denen sie stundenlang um Hilfe flehte, bevor sie starb. Der Fall, einschließlich dieser Audioaufnahmen, wurde später in dem teils dokumentarischen, teils fiktionalen Film "Die Stimme von Hind Rajab" aufgearbeitet. Der Film erhielt im Februar bei einer Gala in Berlin den Preis als "wertvollster Film".

19. August, 13.11 Uhr: Merz verurteilt Minister-Äußerung zu Tötungen in Gaza scharf

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) tritt Äußerungen des israelischen Ministers Itamar Ben-Gvir (50) zu gezielten Tötungen von Palästinensern in Gaza entschieden entgegen.

Der Kanzler verurteile die menschenverachtenden, völkerrechtswidrigen Appelle scharf, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. Sie seien nicht hinnehmbar.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU).
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU).  © Michael Kappeler/dpa

19. August, 13.07 Uhr: Israelischer Angriff in Syrien heizt Streit mit Türkei an

Nach einem mutmaßlich israelischen Luftschlag auf einen Militärflugplatz im Nordwesten Syriens nehmen die Spannungen zwischen Israel und der Türkei zu.

Ankara wies Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (76) entschieden zurück, wonach die Türkei die Stationierung von Truppen in der Region plane. Das türkische Präsidialamt warf Netanjahu vor, vor den Wahlen in seinem Land eine expansionistische und destabilisierende Politik in der Region zu betreiben.

Am Dienstag hatte das israelische Militär syrischen Angaben zufolge einen syrischen Stützpunkt nahe der türkischen Grenze bombardiert. Das syrische Außenministerium und die eng mit der Führung in Damaskus verbundene Türkei verurteilten die Angriffe als Verletzung der Souveränität Syriens. Der US-Sondergesandte für Syrien und US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, sagte ebenfalls, dass es sich um einen israelischen Angriff gehandelt habe.

Titelfoto: Sascha Thelen/dpa

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