Nahost-Konflikt: Trump macht heftige Ankündigung gegenüber dem Iran

Israel/Iran - Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist in der Hauptstadt Teheran wieder die Flugabwehr aktiviert worden.

Die Skyline der Millionenmetropole Teheran in der Abenddämmerung. (Archivbild)  © Arne Immanuel Bänsch/dpa

Im Nordosten der Millionenmetropole waren in der Nacht dumpfe Detonationen zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Parallel zu den Explosionen in Teheran informierte das US-Militär über eine neue Welle von Angriffen auf militärische Ziele im Iran.

Auch iranische Staatsmedien berichteten über Flugabwehrfeuer in verschiedenen Bezirken der Stadt, in der rund 15 Millionen Menschen leben.

Österreich Leitplanke durchbohrt Auto: Dritte Deutsche stirbt nach heftigem Crash in Österreich

Kurz darauf herrschte wieder Ruhe – und das US-Militär gab das Ende seiner Angriffswelle bekannt.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

22. Juli, 17.22 Uhr:Neuer Hamas-Chef al-Haja setzt auf bisherigen Kurs

Die islamistische Terrororganisation Hamas wird nach den Worten ihres neuen Anführers Chalil al-Haja (65) den bisherigen Kurs fortsetzen. Al-Haja erklärte in seiner ersten Ansprache seit seiner Wahl am Montag, vorrangiges Ziel sei es, der Bevölkerung im Gazastreifen wieder ein würdiges Leben zu ermöglichen.

Al-Haja forderte ein Ende der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen, eine umfassende Waffenruhe sowie einen Rückzug der israelischen Armee. Er rief dazu auf, Druck auf Israel auszuüben, damit es seine Verpflichtungen aus dem von US-Präsident Donald Trump vermittelten Nahost-Friedensplan erfüllt.

Anzeige
Chalil al-Haja (65) ist der neue Anführer der Hamas.  © Khalil Hamra/AP/dpa

22. Juli, 15.42 Uhr: Bab al-Mandab könnte nächster Engpass für Schiffe werden

Nach der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus könnte die Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste Jemens zur nächsten Gefahr für die Schifffahrt werden.

Das Risiko eines "doppelten Engpasses" steige, berichtete der Datenanbieter Kpler heute mit Blick auf den Schiffsverkehr in den beiden Seewegen. Das Vertrauen für den Schiffsbetrieb dort sei "unter Druck". An beiden Meerengen sei der Verkehr am Dienstag deutlich zurückgegangen.

Ein LPG-Tanker (Flüssiggas) fährt in den Gewässern nördlich der Straße von Bab al-Mandab. (Archivbild)  © Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

22. Juli, 15.33 Uhr: Bulgarien erlaubt Stationierung von US-Tankflugzeugen

Trotz Warnung des Iran hat Bulgariens Parlament die Stationierung von bis zu acht US-Militärtankflugzeugen und 250 Soldaten auf einem Militärstützpunkt im Osten des EU-Landes erlaubt.

Diese sollen "US-Operationen im Konflikt mit dem Iran unterstützen", wie es im entsprechenden US-Antrag bulgarischen Medien zufolge hieß. Die Tankflugzeuge und die Soldaten sollen in den kommenden Tagen in Besmer in Ostbulgarien eintreffen und auf dem Stützpunkt bis zum 1. Oktober bleiben.

Im EU-Land Bulgarien sollen bis zu acht US-Tankflugzeuge bis zum 1. Oktober stationiert werden. (Symbolfoto)  © Ted S. Warren/AP/dpa

22. Juli, 15.25 Uhr: Trump macht heftige Ankündigung gegenüber dem Iran

Die USA werden nach den Worten von US-Präsident Donald Trump (80) künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran "bombardieren und zerstören", wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt.

Das teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.

US-Präsident Donald Trump (80) droht dem Iran erneut mit Angriffen, die als Kriegsverbrechen gelten.  © Saul Loeb/POOL AFP/dpa

22. Juli, 11.34 Uhr: Jordanien fängt sechs Raketen aus dem Iran ab

Jordanien hat den Beschuss mit sechs weiteren Raketen aus dem Iran gemeldet.

Die Flugabwehr habe sechs iranische Raketen registriert und umgehend darauf reagiert, nachdem sie in dem eigenen Luftraum eingedrungen seien, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf Militärkreise. Vier Raketen seien abgefangen worden und zwei weitere in abgelegenen Gebieten niedergegangen. Schäden oder Opfer habe es nicht gegeben.

Videos zeigten, wie im Raum der jordanischen Küstenstadt Akaba Rauch aufsteigt. Erst vor wenigen Tagen wurden hier mehrere iranische Angriffe gemeldet.

Das Königreich wurde im Krieg bisher weniger angegriffen als etwa die Golfstaaten Kuwait oder Vereinigte Arabische Emirate. Auch Jordanien beheimatet aber US-Truppen und Flugzeuge der US-Luftwaffe und ist damit zum möglichen Ziel Irans bei Vergeltungsangriffen in der Region geworden. Jordanien liegt zudem auf der Fluglinie zwischen dem Iran und Israel, die sich seit 2024 gegenseitig immer wieder auch direkt angriffen.

Der Golf von Akaba mit Blick Richtung Norden auf die israelische Küstenstadt Eliat sowie jordanischen am rechten Ufer und ägyptischen Siedlungen am linken Ufer. (Archivbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

22. Juli, 10.02 Uhr: Trump genehmigt Atom-Deal mit Saudi-Arabien

US-Präsident Donald Trump (80) hat Medienberichten zufolge ein Nuklearabkommen mit Saudi-Arabien genehmigt.

Die Vereinbarung werde dem Königreich – einem langjährigen Rivalen des Irans – beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen und möglicherweise den Weg für die Urananreicherung auf saudischem Gebiet ebnen, schrieb das "Wall Street Journal", das als erstes US-Medium unter Berufung auf Regierungsvertreter über den Deal berichtete.

Die milliardenschwere Vereinbarung solle eine Laufzeit von 30 Jahren haben, US-Unternehmen eine Schlüsselrolle beim Aufbau der saudischen Atominfrastruktur sichern und andere ausländische Konkurrenten ausschließen, heißt es weiter.

Eine zentrale Regelung sieht demnach vor, dass US-Unternehmen eine Urananreicherungsanlage in Saudi-Arabien bauen, sofern eine gemeinsame amerikanisch-saudische Studie zu dem Schluss kommt, dass ein solcher Schritt gerechtfertigt ist.

Der US-Präsident Donald Trump (80).  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

22. Juli, 6.20 Uhr: Hegseth beziffert Kriegskosten auf 37,5 Milliarden Dollar

Die Kosten des Krieges sind immens. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums liegen sie allein für die Vereinigten Staaten bei 37,5 Milliarden Dollar (rund 32 Milliarden Euro).

Pentagon-Chef Pete Hegseth nannte die Summe bei einer Anhörung im US-Senat und machte deutlich, dass neben bisherigen Ausgaben auch erwartete Kosten bis zum Ende des Haushaltsjahres am 30. September eingerechnet seien.

Hegseth warb für einen Nachtragshaushalt in Höhe von 67 Milliarden Dollar für das Verteidigungsministerium, um die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu sichern, verbrauchtes Material zu ersetzen und Investitionen in Munition sowie neue Waffen zu beschleunigen. Der beantragte Nachtragsetat sei als zusätzliche Soforthilfe über den regulären Verteidigungshaushalt hinaus gedacht. Sein Ziel sei angesichts der weltweiten Sicherheitslage ein Verteidigungshaushalt von 1,5 Billionen Dollar für das Haushaltsjahr 2026.

22. Juli, 6.17 Uhr: Beginnt eine neue Phase der Eskalation?

Die nächtlichen Geschehnisse in Teheran könnten darauf hindeuten, dass die Eskalation des Konflikts in eine neue Phase tritt. Die bislang letzten Angriffe auf die Metropole hatte es Anfang Juni gegeben, also vor mehr als einem Monat. Damals hatte die israelische Luftwaffe als Reaktion auf iranische Raketenangriffe Ziele in der Stadt attackiert.

Der Konflikt war Anfang Juli erneut aufgeflammt, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten.

Die USA flogen daraufhin Hunderte Luftangriffe auf Ziele an der Südküste Irans. US-Präsident Donald Trump erklärte die Anfang April vereinbarte und mehrmals gebrochene Waffenruhe sowie das Mitte Juni ausgehandelte Rahmenabkommen zur Vorbereitung einer möglichen Friedenslösung für beendet. Auch Teheran fühlt sich nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden.

22. Juli, 6.14 Uhr: Attacken auf Kommandozentren, Marine und Luftwaffe

Mit den nächtlichen Attacken sollten die Möglichkeiten des Irans geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den globalen Ölhandel wichtigen Straße von Hormus anzugreifen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit.

Zu den Zielen der gut einstündigen Angriffswelle gehörten demnach militärische Kommandozentren, die iranische Marine und Standorte der Luftwaffe. Es war die elfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran Stunden zuvor mit weiteren Angriffen gedroht und dabei konkret ein Areal rund um eine Anlage genannt, die als "Pickaxe Mountain" bekannt ist. "Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht", sagte er am Dienstag im Weißen Haus.

Bereits zuvor hatte der Republikaner eine Attacke auf den Komplex angedroht, der in einem Berg südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran verborgen ist. Trump betonte zudem, dass das US-Militär jede Anlage ins Visier nehmen werde, die die Führung in Teheran für atomare Zwecke nutzen wolle.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme. (Archivbild)  © -/The Visible Earth/NASA/dpa

21. Juli, 21.59 Uhr: US-Verteidigungsminister von Demonstranten unterbrochen

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ist bei einer Anhörung im US-Parlament von Protesten gestört worden.

Gleich mehrmals nacheinander wurde er von Demonstranten unterbrochen, die ein Ende des Iran-Kriegs forderten. Beamte führten die Protestler aus dem Raum im Kapitol.

Im Verteidigungsausschuss des Senats kam es zu Zwischenfällen.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

21. Juli, 21.56 Uhr: Libanons Präsident bittet Trump um Unterstützung für Armee

Libanons Präsident Joseph Aoun hat US-Präsident Donald Trump um weitere Unterstützung für die staatliche libanesische Armee gebeten und andernfalls vor dem Szenario eines neuen Bürgerkriegs in seinem Land gewarnt.

"Wir wollen das nicht noch einmal erleben. Alles, worum wir bitten, ist weitere Unterstützung für die LAF", sagte Aoun, der das englische Kürzel für die libanesischen Streitkräfte verwendete.

Mehr zum Thema Iran: