Nahost-Konflikt: US-Truppen vollständig aus Irak abgezogen

Nahost - Es ist eine Zäsur: Mehr als 20 Jahre nach dem Sturz von Saddam Hussein im Irak und nach jahrelangen, erbitterten Kämpfen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ziehen die letzten US-Soldaten aus dem Irak ab.

US-Rückzug aus dem Luftwaffenstützpunkt Qayyarah im Irak.  © Ameer Al Mohammedaw/dpa

Am Mittwoch soll der Abzug formell abgeschlossen sein. Kriege, Vertreibung, Terrorismus und politische Unruhen haben tiefe Spuren hinterlassen. Ohne das US-Militär beginnt eine neue Phase der Ungewissheit.

Der Schritt spielt dem Iran in die Hände, denn er kann seine Macht im Irak erhalten oder ausbauen. Die Milizen können weiter US-Einrichtungen oder Energie-Infrastruktur in den Golfstaaten angreifen. Kritiker fürchten eine Wiederholung des US-Abzugs aus Afghanistan: ein militärischer Abschied, ohne Gefahren ausreichend einzudämmen.

Die Milizen verlieren mit den US-Soldaten aber auch eines ihrer Hauptargumente für den bewaffneten "Widerstand". 

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt finden Sie hier im TAG24 -Newsticker.

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28. September, 8.50 Uhr: US-Truppen vollständig aus Irak abgezogen

Das US-Militär ist nach Angaben aus Bagdad vollständig aus dem Irak abgezogen.

Alle US-Kampftruppen und Kräfte zur logistischen Unterstützung hätten das Land verlassen, sagte ein irakischer Regierungsvertreter der Deutschen Presse-Agentur. Eine offizielle Bestätigung der USA gab es dafür zunächst nicht. 

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US-Truppen ziehen sich nach 20 Jahren vollständig aus dem Irak zurück.  © Haider Al-Assadee/EPA/dpa

27. September, 17.54 Uhr: Trump erwartet nächste Woche weitere Gespräche mit dem Iran

US-Präsident Donald Trump (80) rechnet nach eigenen Angaben mit weiteren Verhandlungen mit dem Iran. "Sie wollen ein Abkommen schließen, aber es ist nicht das Abkommen, das ich schließen möchte", zitierte ihn das Nachrichtenportal "Axios" aus einem Telefongespräch.

Es sei das, worauf man sich vielleicht vor einem Jahr geeinigt hätte. Der Iran habe den Bogen überspannt, sagte Trump demnach mit Blick auf den jüngsten Vorschlag des Irans, den der US-Präsident bereits zuvor abgelehnt hatte. Nach Angaben von "Axios" erwartet Trump die neuen Gespräche für kommende Woche.

US-Präsident Donald Trump (80) will mit dem Iran weiter verhandeln.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

27. September, 17.19 Uhr: USA kontern Angebot des Iran

Die USA haben nach Angaben ihres Botschafters bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz (52), einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus abgelehnt, weil der Iran dafür einige Vorbedingungen verlangt hat. Teheran habe die Aufhebung weitreichender Sanktionen sowie den Zugang zu eingefrorenen Vermögenswerten in Milliardenhöhe gefordert, sagte Waltz dem US-Sender CNN. 

"Sie verlangten alles im Voraus", fasste der US-Botschafter zusammen und bemängelte, dass die Iraner sich erst danach zu Verhandlungen bereiterklärt hätten. US-Präsident Donald Trump sei nicht überzeugt, dass die Iraner tatsächlich über die Beendigung ihres umstrittenen Atomprogramms verhandeln würden.

Mike Waltz (52) über die Iraner: "Verlangten alles im Voraus".  © Frank Franklin Ii/AP/dpa

27. September, 15.29 Uhr: Iran beharrt auf Bedingungen für Wiederöffnung der Straße von Hormus

Ungeachtet der Ablehnung eines iranischen Vorschlags durch US-Präsident Donald Trump beharrt der Iran auf seinen Bedingungen für eine Wiederöffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen.

"Unsere Bedingungen sind klar, und jeder Schritt in Richtung einer Wiederöffnung der Straße von Hormus ist abhängig von der Erfüllung dieser Bedingungen", sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Sonntag dem staatlichen Rundfunksender Irib. "Wir werden nicht von ihnen abweichen."

Der Iran habe "die erste Reaktion des US-Präsidenten gesehen, aber bislang wurde uns nichts von den Vermittlern mitgeteilt", sagte Araghtschi weiter. Teheran warte darauf, "dass die Vermittler uns die endgültigen Positionen übermitteln, und auf deren Grundlage werden wir entscheiden", fügte er hinzu.

Der Iran beharrt auf seinen Bedingungen für eine Wiederöffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen.  © -/The Visible Earth/NASA/dpa

27. September, 12.15 Uhr: Schulen in Riad stellen für eine Woche auf Fernunterricht um

In Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad sind Eltern von den Schulen darüber informiert worden, dass der Unterricht ihrer Kinder für eine Woche auf Fernunterricht umgestellt wird.

Der kurzfristig entschlossene Plan geht aus E-Mails vor, die der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag vorlagen. Ein offizieller Grund für die Umstellung wurde nicht mitgeteilt. Saudi-Arabien wird im Zuge des Konflikts in der Golfregion derzeit fast täglich von der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen angegriffen.

"Wir wurden soeben von den saudiarabischen Behörden darüber informiert, dass die Schulen die ganze Woche über geschlossen bleiben müssen", hieß es in zwei separaten Nachrichten, die AFP vorlagen.

27. September, 7.34 Uhr: US-Finanzminister sieht Erfolge bei wirtschaftlicher Isolierung

US-Finanzminister Scott Bessent sieht nach eigenen Angaben Erfolge bei den Bemühungen der USA, den Iran wirtschaftlich weiter zu isolieren. Auf seine Anweisung seien Teams in zahlreiche Länder geschickt worden, um dort auf Maßnahmen gegen Teheran zu dringen, erklärte Bessent am Samstag auf X. "Diese Bemühungen zeigen Wirkung."

Bessent verwies unter anderem darauf, dass die Türkei und Oman keine Flüge der privaten iranischen Fluggesellschaft Mahan Air mehr ins Land ließen. Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten sämtliche Flüge iranischer Airlines gestoppt.

Zudem blockierte deren Zentralbank am Mittwoch Transaktionen von Filialen der iranischen Bank Melli. Die Türkei entzog vergangene Woche der iranischen Bank Mellat die Lizenz.

US-Finanzminister Scott Bessent (64) sieht nach eigenen Angaben Erfolge bei den Bemühungen der USA, den Iran wirtschaftlich weiter zu isolieren.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

26. September, 18.23 Uhr: Auch Ägypten soll Israel vor Hamas-Gefahr gewarnt haben

Kurz vor dem Terrorüberfall am 7. Oktober 2023 soll auch Ägypten Israel vor der Gefahr eines großen Angriffs der Hamas gewarnt haben.

Das berichtet das US-Magazin "The Atlantic" unter Berufung auf Regierungsvertreter in Israel, Ägypten und weiteren arabischen Ländern sowie auf Vertreter in den USA und Europa.

26. September, 7.38 Uhr: Huthi-Miliz greift saudische Hauptstadt Riad mit Drohnen an

Saudi-Arabien hat nach Militärangaben einen neuen Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf die Hauptstadt Riad abgewehrt.

Zwei Drohnen seien von der Luftabwehr abgefangen und zerstört worden. Das teilte Turki al-Maliki mit, der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, das im Jemen an der Seite der Regierung gegen die Huthi-Miliz kämpft.

Auf der Plattform X schrieb er weiter, die Luftverteidigung habe zudem eine ballistische Rakete der Huthi abgefangen, die auf die Stadt Chamis Muschait im Südwesten des Landes zielte. 

Der Sprecher machte keine Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten. Seine Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zuvor hatte es in verschiedenen Regionen Saudi-Arabiens kurzzeitig amtliche Gefahrenmeldungen gegeben, unter anderem für die Städte Abha und Chamis Muschait.

Saudi-Arabien hat nach Militärangaben einen neuen Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf die Hauptstadt Riad abgewehrt.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

26. September, 7 Uhr: Trump lehnt Irans Hormus-Vorschlag ab

Der Iran hat seinen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen bekräftigt - US-Präsident Donald Trump hat ihn einem Bericht zufolge jedoch abgelehnt.

Wie das "Wall Street Journal" am Freitag (Ortszeit) berichtete, bezweifelt Trump, dass Teheran die von Washington gestellten Bedingungen erfüllen wird. Zugleich meldete Saudi-Arabien neue Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz: Zwei auf die Hauptstadtregion Riad zufliegende Drohnen und eine ballistische Rakete seien abgefangen worden.

Das "Wall Street Journal" schrieb unter Berufung auf US-Regierungsvertreter weiter, Trump erwäge nach den Kongress-Zwischenwahlen im November eine Wiederaufnahme von Angriffen auf den Iran. Auf Truth Social veröffentlichte Trump am Freitagabend eine Karte der Straße von Hormus mit der Bezeichnung "Trump Strait".

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