Nahost-Konflikt: USA treten in "Endphase" des Iran-Kriegs ein

Nahost - Der Iran warnt die USA vor schweren Konsequenzen ihres angekündigten Wirtschaftskriegs gegen die Islamische Republik.

Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (r.) droht den USA und ihren Verbündeten mit Konsequenzen im Falle eines Wirtschaftskriegs.  © Hamed Malekpour/Islamic Consultative Assembly News Agency/AP/dpa

Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf teilte auf der Plattform X einen Comic, der nahelegte, dass verschärfte Sanktionen gegen sein Land die USA wie ein Bumerang selbst treffen würden.

Der Chef des nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, warnte zudem die ölreichen Nachbarländer davor, sich Washington anzuschließen. Man werde jeden, der das tue, als Feind betrachten, sagte Resai im Staatsfernsehen.

Teherans Drohungen kamen vor einer für heute angekündigten Pressekonferenz von US-Finanzminister Scott Bessent in Washington, bei der er die "härtesten Sanktionen der Geschichte" gegen den Iran vorstellen will.

USA Frau mit großen Schmerzen auf dem Weg ins Krankenhaus - doch dann erlebt sie eine Überraschung, die ihr Leben für immer verändert

Nachdem die militärischen Kampfhandlungen nachgelassen haben, wollen die USA Teheran nun wirtschaftlich in die Knie zwingen. Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch einen "wirtschaftlichen D-Day" für den Iran angekündigt und Unterstützern Teherans mit drakonischen Maßnahmen gedroht. 

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

24. August, 7.22 Uhr: USA treten in "Endphase" des Iran-Kriegs ein

Die USA treten nach den Worten von Finanzminister Scott Bessent in die "Endphase" des Iran-Kriegs ein.

"Im Morgengrauen beginnt ein wirtschaftlicher 'D-Day' - die größte finanzielle Offensive, die jemals gegen einen Gegner mobilisiert wurde", schrieb Bessent auf der Plattform X. Er will auf einer für heute angekündigten Pressekonferenz die "härtesten Sanktionen der Geschichte" gegen den Iran vorstellen. 

US-Präsident Donald Trump habe die militärischen Fähigkeiten des Irans "zerschlagen", schrieb Bessent. Nahezu 100 Prozent der Militärfabriken der Islamischen Republik habe Trump zerstört und das Atomprogramm des Landes zunichtegemacht. "Wir treten nun in die Endphase ein", behauptete Bessent.

Anzeige
US-Finanzminister Bessent will heute die härtesten Sanktionen der Geschichte gegen den Iran vorstellen.  © Markus Schreiber/AP/dpa

24. August, 6.12 Uhr: Iran droht Nachbarstaaten mit Blockade von Öl-Exporten

Der Iran blockiert immer noch weitestgehend den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine wichtige Meerenge für Öl-, Gas- und Düngerexporte aus den Staaten am Persischen Golf. Dies hat Folgen für die gesamte Weltwirtschaft.

Teheran verlangt, dass Schiffe ausschließlich eine vom Iran festgelegte Route entlang der eigenen Küste nehmen. Die für die wichtige Meerenge zuständige iranische Behörde drohte auf X bei Verstößen gegen die Regeln mit der Konfiszierung von Schiffen.

24. August, 6.08 Uhr: Irans Präsident räumt wirtschaftliche Schwierigkeiten ein

Vor dem Hintergrund der US-Androhung eines Wirtschaftskriegs hat der iranische Präsident Massud Peseschkian Schwierigkeiten im Land eingeräumt, insbesondere mit Blick auf die wirtschaftliche Lage. 

Die Regierung setze sich dafür ein, die Inflation zu senken, sagte Peseschkian in einer Rede, wie aus einer Mitteilung auf der offiziellen Webseite des Präsidenten hervorgeht. Peseschkian sprach demnach auch von "erheblichen Ungleichgewichten" in der Versorgung mit Wasser, Strom, Gas und Benzin sowie in der Umwelt und im Bankensektor, die seine Regierung "geerbt" habe. Seit seinem Amtsantritt habe das Land mit einer Kombination aus Krieg, Sanktionen, politischem Druck und Attentaten zu kämpfen gehabt. 

Peseschkian schien in der Rede auch auf die jüngste Drohung von US-Präsident Donald Trump einzugehen, der dem Iran fast sechs Monate nach Beginn der militärischen Auseinandersetzung mit einem Wirtschaftskrieg gedroht hatte.

Peseschkian sagte der Mitteilung zufolge, der Iran sei "mit einem umfassenden wirtschaftlichen, militärischen und sicherheitspolitischen Krieg konfrontiert". Er habe darauf hingewiesen, "dass die Feinde offen damit gedroht hätten, beispiellose Sanktionen gegen das Land zu verhängen". 

Der iranische Präsident Massud Peseschkian zeigte sich selbstbewusst und überzeugt, dem Druck der USA standhalten zu wollen.  © Shadati/XinHua/dpa

23. August, 18.57 Uhr: 14-jähriger Palästinenser bei Militäreinsatz getötet

Bei einem israelischen Militäreinsatz im besetzten Westjordanland ist nach palästinensischen Angaben ein 14-Jähriger tödlich durch Schüsse verletzt worden.

Der Jugendliche sei im Flüchtlingsviertel Askar nahe der palästinensischen Stadt Nablus zu Tode gekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah mit. Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte auf Anfrage, man prüfe die Berichte. 

Der palästinensische Rettungsdienst Roter Halbmond teilte mit, eines seiner Teams habe einen von Soldaten im Brustbereich angeschossenen Jugendlichen in Askar versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort seien die Versuche, sein Leben zu retten, erfolglos geblieben. 

Bei einer israelischen Razzia im nördlichen Westjordanland kommt ein Jugendlicher ums Leben. Nach palästinensischen Angaben treffen ihn Schüsse in die Brust, er erliegt später seinen Verletzungen.  © Mohammed Nasser/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa

23. August, 18.56 Uhr: Katz droht Hamas wegen Drachen mit harter Reaktion

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat die Armee nach Medienberichten angewiesen, mit aller Härte gegen das Starten von Ballons, Drachen oder Drohnen aus dem Gazastreifen vorzugehen.

Katz reagierte damit auf den Fund mehrerer Drachen im israelischen Grenzgebiet zum Gazastreifen. Nach Angaben des israelischen Armeesenders geht die Armee davon aus, dass die Terrororganisation Hamas dafür verantwortlich ist. Spreng- oder Brandsätze wurden demnach jedoch nicht gefunden. Eine arabische Aufschrift auf einem der Drachen soll allerdings mit der Botschaft gedroht haben, dass es nie Ruhe geben werde.

23. August, 9.30 Uhr: Erneut Hinrichtung nach Massenprotesten im Iran

Im Iran ist erneut ein Mann im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar hingerichtet worden.

Das Todesurteil sei am Sonntagmorgen vollstreckt worden, berichtete das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan. 

Der Mann war demnach im Januar nahe der Stadt Karaj im Norden des Landes festgenommen worden. Die Justiz warf ihm vor, für Israel, die USA und feindliche Gruppen tätig gewesen zu sein, und gegen die Sicherheit und die nationalen Interessen des Irans gearbeitet zu haben. 

23. August, 8.01 Uhr: Mullahs legen Briten-Kraftwerk vier Tage lahm

Iranische Hacker haben offenbar ein britisches Kraftwerk vier Tage lang lahmgelegt.

Nach Informationen des "Telegraph" ereignete sich der Vorfall zeitgleich mit einer Reihe von Angriffen auf die US-amerikanische Wasserinfrastruktur im vergangenen Monat, von denen 12 Bundesstaaten betroffen waren und die im Weißen Haus Besorgnis auslösten.

Welche Anlage in Großbritannien konkret betroffen war, ist unklar. Es wird aber angenommen, dass es sich um ein kleineres Kraftwerk gehandelt hat. Die britische Stromversorgung war von dem Angriff nicht beeinträchtigt.

Laut Medienbericht ist ein britisches Kraftwerk aufgrund eines iranischen Hackerangriffs zeitweise nicht betriebsfähig gewesen. (Symbolfoto)  © Matthew Vincent/PA Wire/dpa

22. August, 11.19 Uhr: Iran gewährt irakischen Tankern freie Fahrt durch Straße von Hormus

Der Iran gewährt nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mehreren Öltankern aus dem benachbarten Irak eine Passage der Straße von Hormus.

Die Erteilung einer Sondergenehmigung gehe auf eine der wichtigsten Forderungen der irakischen Führung während des Besuchs von Parlamentspräsident Mohammed Baghar Ghalibaf in dieser Woche in Bagdad zurück. 

Die Agentur machte keine Angaben, wie viele Tanker aus dem Irak die strategisch wichtige Meerenge bislang passiert haben und ob die Sondergenehmigung dauerhaft für Schiffe aus dem Nachbarland gilt.

Der Iran gewährte mehreren Öltankern aus dem benachbarten Irak eine Passage durch die Straße von Hormus. (Archivfoto)  © Uncredited/AP/dpa

22. August, 7.49 Uhr: Iran nennt Trumps "Wirtschaftskrieg" völkerrechtswidrig

Der von den USA angekündigte "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran wäre nach Überzeugung der Führung in Teheran ein Verstoß gegen das Völkerrecht.

Banken, Unternehmen oder Flughäfen, die der ausschließlichen Gerichtsbarkeit eines Landes unterlägen, dürften nicht von anderen Staaten dazu gezwungen werden, "auf rechtmäßigen Handel mit einem Drittstaat zu verzichten", schrieb der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai auf X. 

Der ranische Außenamtssprecher Ismail Baghai.  © Shadati/XinHua/dpa

21. August, 15.57 Uhr: Siedler dringen in Dorf ein - Palästinenser getötet

Bei einem weiteren gewaltsamen Zwischenfall im Westjordanland mit Siedlern ist lokalen Angaben zufolge ein junger Palästinenser getötet worden.

Palästinensische Einwohner in Sair bei Hebron hätten Steine auf in das Dorf eingedrungene Siedler geworfen, woraufhin eine Sicherheitskraft geschossen habe, teilte Israels Armee mit. Durch die Schüsse habe es "palästinensische Opfer" gegeben.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Ramallah war der getötete Palästinenser 17 Jahre alt. Lokalen Medien zufolge wurde außerdem ein 70-Jähriger verletzt. Laut der israelischen Nachrichtenseite "ynet" gab ein Wachmann einer nahe gelegenen israelischen Siedlung die Schüsse ab.

Nach Angaben der israelischen Armee wurden auch Siedler durch die Steinwürfe der palästinensischen Einwohner verletzt. Die Siedler hätten sich "ohne vorherige Genehmigung in dem Gebiet" im Süden des Westjordanlands aufgehalten, kritisierte das Militär. Soldaten hätten sie inzwischen weggebracht.

Die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser im von Israel besetzten Westjordanland hat stark zugenommen.  © Maya Alleruzzo/AP/dpa

21. August, 11.45 Uhr: Neue Gewalt im Westjordanland

Im Norden des von Israelbesetzten Westjordanlands ist es erneut zu gewaltsamen Vorfällen gekommen.

Die israelische Armee meldete, sie habe in der Nacht einen Palästinenser getötet, der versucht habe, einen israelischen Soldaten mit einem Messer anzugreifen. Palästinensischen Berichten zufolge stürmten israelische Einsatzkräfte dessen Haus. Palästinensische Medien berichteten zudem, dass bei einem israelischen Einsatz im Ort Sababda ein 14 Jahre alter Junge durch Schüsse israelischer Kräfte verletzt worden sei. Israels Militär sagte auf Anfrage, sie gehe dem nach.

Zum ersten Vorfall sagte Israels Armee weiter, Soldaten seien in der Stadt Dschenin, die als Hochburg militanter Palästinenser gilt, im Einsatz gewesen. Soldaten hätten auf den mutmaßlichen Angreifer geschossen. Auf israelischer Seite habe es keine Verletzten gegeben. Palästinensischen Medien zufolge widersetzte sich der Getötete israelischen Einsatzkräften, als diese sein Haus stürmten. Dabei sei er erschossen worden.

Ein 14-Jähriger wird bei einem israelischen Einsatz verletzt, der Vater eines Attentäters getötet, weil er laut Israel einen Soldaten angreifen wollte. Die Lage im Westjordanland bleibt angespannt.  © Ilia Yefimovich/dpa

21. August, 11.41 Uhr: Israel greift strategische Anhöhen im Südlibanon an

Das israelische Militär greift weiter im Libanon an. Getroffen wurden nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise in der Nacht die Umgebung der strategisch wichtigen Anhöhen von Ali al-Taher nahe der Stadt Nabatija.

Auch aus anderen Teilen des Südlibanon wurden Explosionen gemeldet. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von Angriffen auch in den Bezirken Bint Dschubail und südlich der Küstenstadt Tyrus. Das israelische Militär teilte mit, es handle sich um "Routine-Angriffe".

Die Anhöhen von Ali al-Taher bei Nabatija gelten wegen ihrer erhöhten Lage als strategisch wichtiger Punkt mit Blick auf weite Teile der Region. Sie sind ein umkämpftes Gebiet im Konflikt zwischen Israelund der Hisbollah. Das Gebiet ist seit Jahren ein wichtiger Einsatz- und Einflussraum der Hisbollah und damit ein wiederkehrender Brennpunkt im Konflikt mit Israel.

Die Angriffe im Libanon gehen trotz Waffenruhe weiter. Im Fokus steht dabei die strategisch wichtige Anhöhe Ali al-Taher, die Israel weiter regelmäßig angreift. (Archivbild)  © Leo Correa/AP/dpa

20. August, 22.13 Uhr: Neuer US-Flugzeugträger in Nahost

Nach Berichten über Missstände auf einem seit Monaten im Nahen Osten eingesetzten US-Flugzeugträger ist nun ein weiterer Flugzeugträger der Marine in der Region im Einsatz.

Die "USS George Washington" sei am Vortag angekommen, hieß es von dem für die Region zuständigen US-Kommando Centcom auf der Plattform X.

20. August, 21.13 Uhr: Staaten drängen Israel zu Rücknahme von Siedlungsplänen

Deutschland und sechs weitere Staaten fordern Israel auf, die Pläne für ein äußerst umstrittenes Siedlungsprojekt im Westjordanland zurückzunehmen.

In einem von der Bundesregierung veröffentlichten gemeinsamen Statement der Länder hieß es weiter, die Ausweitung der Siedlungen im Westjordanland müsse beendet werden.

Mehr zum Thema Iran: