Verona (Italien) - Umweltschützer schlagen Alarm. Gleich drei von sechs Messpunkten an einem der beliebtesten Reiseziele der Deutschen zeigen beunruhigende Werte an. In den Zuläufen des Gardasees befinden sich den Messungen zufolge Fäkalbakterien.
Das Wichtigste vorweg: Baden im Gardasee ist trotz des Testergebnisses bedenkenlos möglich. Das sagt auch Luigi Lazzaro, der Präsident von Legambiente Veneto, der größten Umweltschutzorganisation Italiens gegenüber der Zeitung "L'Arena".
Im Zuge des sinkenden Wasserpegels des Sees ließ man im Rahmen der Kampagne an sechs verschiedenen Stellen im See Proben entnehmen. Drei von ihnen waren unauffällig, doch zwei zeigten eine Belastung und eine sogar eine starke Belastung des Wassers an.
Genauer gesagt wurden die beiden Fäkalbakterien "Escherichia coli" (besser bekannt als "E. coli") und "Intestinale Enterokokken" im Wasser des Badesees nachgewiesen. Die beiden Bakterienstämme kommen sonst nur im menschlichen und tierischen Darmtrakt vor und können schwere Krankheiten auslösen.
Zur Erleichterung aller sind die drei Gewässerstellen, an denen die besorgniserregenden Proben entnommen wurden, keine Badestellen. Den Testergebnissen sind jedoch sogar positive Punkte abzugewinnen. Einige Regionen, die bislang eher eine mangelhafte bis schlechte Wasserqualität aufgewiesen haben, scheinen sich zu verbessern.
"Die diesjährigen Daten vom venezianischen Ufer des Gardasees zeichnen ein gemischtes Bild, das Aufmerksamkeit erfordert", erklärt ein Sprecher der Umweltkampagne "Goletta dei Laghi".
Am stärksten verschmutztes Gewässer mündet in Hafenbecken
Zu den beiden belasteten Gewässern gehören die beiden Bäche "Bosca" und "Rielo" an der Südküste des Sees. Der stark belastete Zulauf ist der "San-Severo-Bach", der im Hafenbecken von Bardolino in das Süßwassergewässer mündet.
Die Umweltschutzorganisation "Legambiente" vermutet, dass die Verschmutzung auf eine undichte Kanalisation oder einen nicht verantwortungsbewussten Umgang mit Gülle zurückzuführen ist.