Alberta (Kanada) - Auf einem Militärstützpunkt in Kanada ist es nach Behördenangaben am Samstag (Ortszeit) zu einem "ernsthaften Zwischenfall" mit mehreren Toten und vielen Verletzten gekommen. Eine Explosion löste wohl auch einen Großbrand aus.
Die Regierung arbeite eng mit der Provinz Alberta und den örtlichen Behörden zusammen, schrieb Premierminister Mark Carney (61) auf der Plattform X. "Unsere Gedanken sind bei all den tapferen Frauen und Männern, die betroffen sind." Nach Angaben des 61-Jährigen seien vier Menschen ums Leben gekommen.
Ein "heftiges, schnell rasendes Feuer" habe sich am Samstag auf dem Stützpunkt in der Provinz Alberta ausgebreitet. Carney sprach zudem von einer der "schlimmsten Tragödien" für die Armee auf kanadischem Boden in Friedenszeiten. Er ordnete an, dass die Fahnen an Bundesgebäuden auf halbmast gesetzt werden.
Wie der kanadische Sender Global News zuvor berichtete, sollen sogar mindestens sieben Personen gestorben sein. Die Explosion sei während einer Live-Feuer-Trainingsübung verursacht worden, hieß es. Dabei sei gegen 16 Uhr eine Gasleitung beschädigt worden.
Verteidigungsminister David McGuinty (66) sagte, es handle sich um einen "sehr tragischen Vorfall" auf dem Stützpunkt Wainwright. Die Regierung mobilisiere für den Einsatz alle nötigen Ressourcen.
McGuinty sprach von Toten und Verletzten, nannte hingegen keine Opferzahlen. Man arbeite daran, zu klären, was genau am Samstag auf dem Stützpunkt passiert sei, sagte er zum Vorfall.
Weitere Informationen würden in den kommenden Stunden und Tagen folgen, sobald es gesicherte Erkenntnisse gebe. Die Situation sei schwierig und verändere sich ständig.
Er könne sich aber nicht an einen vergleichbaren Vorfall in der jüngeren Geschichte erinnern, erklärte McGuinty.
Krankenhäuser offenbar überfordert mit Zahl der Patienten
Die örtlichen Behörden erklärten in sozialen Medien, das Feuer breite sich aufgrund starker Winde auch über den Militärstützpunkt hinaus aus. Wainwright liegt rund 210 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Edmonton.
Ein Arzt in einem Krankenhaus von Edmonton, Warren Thirsk, sagte dem staatlichen Sender CBC, die medizinischen Einrichtungen in der Kleinstadt Wainwright seien "völlig überfordert" von der Anzahl der Patienten, die zu versorgen seien.
"Es sind mehr Patienten, als irgendjemand von uns jetzt gerade zählen möchte", sagte Thirsk. Es sei eine Katastrophe, wie sie nur alle 15 bis 25 Jahre vorkomme.
Mehrere Kliniken riefen laut Global News Katastrophenalarm aus.
Erstmeldung von 11.02 Uhr, aktualisiert um 18.52 Uhr