Neun Opfer allein im Dezember: Tödliche Gewalt gegen Frauen nimmt in Spanien dramatisch zu

Madrid - Die spanische Regierung hat eine "schreckliche" Zunahme von tödlicher Gewalt gegen Frauen beklagt.

Im Dezember stieg die Anzahl der Femizide drastisch an. (Symbolbild)
Im Dezember stieg die Anzahl der Femizide drastisch an. (Symbolbild)  © 123rf/thainoipho

Wie Innenminister Fernando Grande-Marlaska (60, PSOE) am heutigen Donnerstag sagte, wurden in Spanien allein im Dezember neun Frauen getötet, die meisten von ihren Partnern oder Ex-Partnern.

Unter den Opfern ist auch eine schwangere 32-Jährige, die am Mittwochabend in Escalona vor den Augen ihrer zwei Kinder im Teenageralter von ihrem Ex-Partner erstochen worden sein soll.

Der Fall wird zwar erst offiziell in die Statistik aufgenommen, wenn der kurz nach der Tat festgenommene Mann zweifelsfrei als Täter feststeht.

Ex-Partnerin und Freund ermordet: Mann muss für den Rest seines Lebens ins Gefängnis
Aus aller Welt Ex-Partnerin und Freund ermordet: Mann muss für den Rest seines Lebens ins Gefängnis

Mit der Schwangeren aus Escalona sind in Spanien in diesem Jahr aber schon 47 Frauen durch Partnerschaftsgewalt ums Leben gekommen. In der Statistik, die in Spanien seit 2003 geführt wird, wurden insgesamt schon 1180 Fälle erfasst.

Grande-Marlaska sagte, die Zunahme der "schrecklichen" Verbrechen im Dezember müsse ein "Weckruf" sein. Er forderte die Menschen auf, jeden Verdacht auf geschlechtsspezifische Gewalt zu melden.

"Eine soziale Tragödie, der wir uns als Gesellschaft stellen müssen"

Polizisten im ganzen Land seien angewiesen worden, ihre Wachsamkeit zu "verstärken". Partnerschaftsgewalt sei "kein privates Problem", sondern eine "soziale Tragödie, der wir uns als Gesellschaft stellen müssen", sagte er vor Journalisten.

Regierungschef Pedro Sánchez (50, PSOE) schrieb auf Twitter, Spanien habe im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt in diesem Monat einen "schrecklichen" Rückschlag erlitten.

Weitere mutmaßliche Opfer sind eine 20-jährige Frau aus Madrid, die am gestrigen Mittwoch vom Ex-Partner ihrer Mutter erstochen wurde, und eine 22-jährige Frau, die in Benidorm aus einer Wohnung im sechsten Stock stürzte.

Solltest Du auch von häuslicher Gewalt, Stalking oder Drohungen durch einen Partner beziehungsweise Ex-Partner betroffen sein, wende Dich bitte an die Polizei. Eine darüber hinaus anonyme Anlaufstelle bei Gewalt gegen Frauen ist das Hilfe-Telefon unter der Nummer: 08000 116 016.

Titelfoto: 123rf/thainoipho

Mehr zum Thema Aus aller Welt: