Niedrigwasser enthüllt tragisches Schicksal: Zwei deutsche Soldaten und Motorrad in der Donau entdeckt
Budapest - Der niedrige Wasserstand der Donau hat am Rand des Flussbetts in Budapest zahlreiche Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt - darunter ein Wehrmachts-Motorrad, Munition und die Überreste zweier deutscher Soldaten.
Wie der gemeinnützige Verein Volksbund mitteilt, wurde auf der Budaer Seite des ungarischen Parlaments im Flussbett der Donau ein Wehrmachts-Motorrad vom Typ DKW NZ 350-1 entdeckt.
Das Motorrad, das ab 1944 speziell für den Kriegseinsatz gefertigt wurde und damals als besonders robust und zuverlässig galt, wurde schließlich von Mitarbeitern des Instituts und Museums für Militärgeschichte geborgen.
Neben dem Zweirad stießen die Bergungskräfte auch auf die sterblichen Überreste zweier deutscher Soldaten. Mehr als 80 Jahre lang hatten sie im schlammigen Flussbett der Donau gelegen.
Da jedoch auch deutsche und sowjetische Munition, Überreste von Handgranaten und Artilleriegranaten sowie deutsche TMi-35-Panzerminen gefunden wurden, musste das Gebiet zunächst weiträumig abgesichert werden, wie Daily News Hungary berichtet.
Spezialisten für Kampfmittelbeseitigung begannen anschließend mit der Räumung und entfernten insgesamt zehn Minen.
Überreste zweier deutscher Soldaten geborgen
Anschließend konnten die sterblichen Überreste durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge geborgen werden.
Besonders bemerkenswert war der außergewöhnlich gute Erhaltungszustand der Erkennungsmarken der beiden Soldaten.
Da der Hafenschlamm an der Fundstelle mit Gasöl vermischt war, blieben sie über Jahrzehnte hinweg nahezu unversehrt. Nach Angaben des Volksbundes sind Buchstaben und Zahlen bis heute deutlich lesbar, was die Identifizierung der Gefallenen erheblich erleichtern könnte.
Für die Angehörigen der beiden Soldaten könnte der Fund mehr als acht Jahrzehnte nach ihrem Verschwinden nun endlich Gewissheit über das Schicksal ihrer vermissten Familienmitglieder bringen.
Titelfoto: Bildmontage: Volksbund

