Selfie im Vernichtungslager: Verhalten von Touristin im KZ Auschwitz sorgt für Kritik

Auschwitz (Polen) - An manchen Orten sollte man seine Smartphone-Kamera lieber mit Bedacht einsetzen.

Der Blick von Eisenbahnschienen auf das Eingangsportal des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.
Der Blick von Eisenbahnschienen auf das Eingangsportal des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Twitter-Beitrag des News- und Content-Magazins "Visegrád 24" zeigt eine Frau, die sich lächelnd auf dem Gleis vor dem KZ-Haupteingang sonnt und dabei fotografiert wird.

"Skandalöses Verhalten von Menschen, deren Urteilsvermögen durch jahrelangen Narzissmus in den sozialen Medien beschädigt wurde", schreibt Visegrád 24 zu dem Bild.

Auch viele Nutzer zeigen sich empört. "Was zur Hölle?", fragt ein User, während der nächste schreibt: "Das ist kein Ort für Selfies."

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Ein Kommentator berichtet: "Ich erinnere mich, dass ich mit einer Kamera damals nach Auschwitz fuhr. Der Objektivdeckel blieb jedoch dran - es war einfach absolut entsetzlich."

"Haben die Leute heutzutage keinen Respekt mehr?", fragt ein weiterer Nutzer.

Schon seit Jahren sorgt das Verhalten einiger Besucher des ehemaligen Vernichtungslagers für Kritik.

Manche würden Auschwitz demnach nicht wie eine Gedenkstätte, sondern wie ein klassisches Urlaubsziel behandeln, das auf Instagram mit schicken Fotos dokumentiert werden muss.

Das Konzentrationslager Auschwitz steht heute als Inbegriff für den Holocaust, den von den Nationalsozialisten organisierten Völkermord an circa 6 Millionen Juden.

Forscher gehen heute davon aus, dass mindestens 1,3 Millionen Menschen nach Auschwitz deportiert wurden. 1,1 Millionen von ihnen starben. Etwa eine Million der Getöteten waren Juden.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa, Screenshot Twitter @visegrad24

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