Ceuta/Madrid - Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez (54) hat Russland, Israel und rechte Netzwerke für den Migrantenansturm auf die spanische Exklave Ceuta verantwortlich gemacht.
Sánchez sprach auf einer Pressekonferenz am Montagmorgen von über 70.000 Migranten, die Ende Juli von Marokko aus über die Grenze kamen.
Dafür, dass die marokkanische Regierung in irgendeiner Weise dafür verantwortlich oder daran beteiligt gewesen sein soll, gebe es jedoch "keine Informationen", zitierte die Nachrichtenagentur "EFE" den spanischen Regierungschef.
Stattdessen würden Geheimdienstinformationen auf andere Beteiligte hindeuten. Laut einem Bericht der Zeitung "El País" machte Sánchez am Montagmorgen insbesondere israelische, russische sowie rechte Netzwerke für die Verbreitung von Falschmeldungen verantwortlich, die letztlich dazu geführt haben sollen, dass Zehntausende Menschen illegal über die Grenze strömten.
Diese Netzwerke hätten bewusst ein jüngstes Urteil des Obersten Spanischen Gerichtshofs verfälscht. Demnach sei bewusst eine Falschmeldung verbreitet worden, wonach Migranten nicht abgeschoben werden könnten, wenn sie schwimmend nach Ceuta gelangen.
Laut dem Ministerpräsidenten sei die Absicht hinter der Verbreitung dieser Fake News gewesen, Spanien und Europa mit dem "ätzenden Thema" der irregulären Migration anzugreifen und weiter zu spalten.