Ausschreitungen in Ceuta: Migranten umzingeln Militär - Einheimische verwüsten Lager am Strand
Ceuta - In der spanischen Exklave Ceuta ist es in der Nacht auf Donnerstag zu wilden Ausschreitungen zwischen Migranten, Militär und Einheimischen gekommen.
Gruppen von Hunderten Bewohnern der spanischen Kleinstadt an der Nordküste Afrikas haben versucht, mehrere Strände zu stürmen, wo die illegal eingereisten Migranten ihre provisorischen Unterkünfte errichtet haben.
Die spanische Nachrichtenagentur "EFE" berichtet unter Berufung auf Polizeiquellen am Donnerstag, dass Einsatzkräfte die Strände mithilfe von Wasserwerfern abschirmten.
An einem Abschnitt im Stadtteil Benitez konnte ein Strand-Sturm demnach aber nicht verhindert werden. Dort verwüsteten die wütenden Bürger Ceutas die aufgebauten Zelte der Migranten, schmissen deren Matratzen und weitere Habseligkeiten ins Mittelmeer.
In den frühen Morgenstunden folgten bereits die nächsten Unruhen. Laut einem Bericht der Zeitung "El Mundo" wurden vier spanische Soldaten im Zuge einer Patrouille in ihrem Fahrzeug von etwa 30 bis 40 Migranten umzingelt und mit Steinen beworfen.
Unruhen in Ceuta: Mehrere Festnahmen nach Steinwürfen auf Soldaten
Die Soldaten mussten ihr Auto zurückzulassen und zu Fuß fliehen. Dabei prasselten weiterhin Steine auf sie ein, mehrere von ihnen wurden dem Bericht zufolge getroffen und verletzt.
Insgesamt zwölf Tatverdächtige konnten anschließend durch die alarmierte Polizei festgenommen werden.
Die Lage in Ceuta ist seit dem großen Migrantenansturm Ende Juli weiterhin angespannt. Obwohl viele der illegal Eingereisten bereits wieder nach Marokko zurückgeschickt worden sind, hatten die örtlichen Krankenhäuser vor einer Überlastung des Gesundheitssystems gewarnt.
Titelfoto: Bildmontage: Marcos Moreno/EUROPA PRESS/dpa, Antonio Sempere/AP/dpa
