Spur führt bis Deutschland: Mann stirbt auf US-Autobahn, rund 50 Jahre später ist seine Identität geklärt
Ashland (Virginia/USA) - Am 23. März 1977 wurde ein junger Mann auf einer Autobahn im US-Bundesstaat Virginia von einem Laster erfasst und getötet. Obwohl sein Gesicht gut zu erkennen, er auffällig mit Bluejeans, Hemd im Western-Stil und Jeansjacke bekleidet war, wusste lange niemand, wer der Tote ist. Nach rund 50 Jahren herrscht endlich Klarheit.
Polizei und Gerichtsmediziner waren ratlos, konnten "Mr. Unbekannt" lange keine Identität geben. Aufgeben wollten die Ermittler trotzdem nicht und holten sich kürzlich das "DNA Doe Project" mit ins Boot.
Dessen ehrenamtliche Mitarbeiter haben sich bei der Aufklärung von Todesfällen auf DNA-Analyse gepaart mit Ahnenforschung spezialisiert, um Verwandtschaftsbeziehungen zu ermitteln und Stammbäume zu rekonstruieren.
Im Falle des Toten von der Autobahn ergaben die Recherchen, dass es sich um den 20 Jahre alten Peter Adams handeln muss.
Team-Co-Leiter Eryk Jan Grzeszkowiak sprach von einem "äußerst komplexen Fall", bei dem Stammbäume bis nach Polen, Deutschland und in die Schweiz zurückverfolgt werden mussten. Nach einer Woche trug die Arbeit erste Früchte.
"DNA Doe Project" findet Anhaltspunkte bei einem Ehepaar
Die Ehrenamtler konnten "Mr. Unbekannt" einem Ehepaar aus Illinois zuordnen und fanden heraus, dass sechs Kinder zur Familie gehörten. Das Team wurde stutzig, als eines davon in den 1970ern plötzlich aus allen Aufzeichnungen verschwunden war.
Unterlagen zeigten, dass der Tote ohne Namen eine Schule in den Vororten von Chicago besucht hatte und am 17. März 1977 als vermisst gemeldet wurde - sechs Tage vor seinem Tod.
Mittels DNA-Tests konnten die Ermittler "Mr. Unbekannt" schließlich einen Namen geben: Peter Adams.
Warum sich der 20-Jährige kurz vor seinem Tod gegen 2 Uhr nachts auf einer Autobahn in Virginia, Hunderte Kilometer von seinem damaligen Zuhause entfernt, herumtrieb, ist weiter unklar.
Titelfoto: Montage: DNA Doe Project, 123RF/vitpho

