800 Jahre alte Reliquie nahe Sachsen gestohlen: Erzbischof warnt vor Fluch

Zittau - In einer katholischen Kirche in Tschechien hat ein Unbekannter eine fast 800 Jahre alte Reliquie gestohlen.

Blick auf den Seitenaltar, von dem der Schädel der Heiligen Zdislava in der Laurentiuskirche entwendet wurde. Ihr historischer Wert sei unschätzbar, teilte die Polizei mit.  © Marek Kuntoš/CTK/dpa

Sie wird als Schädel der Heiligen Zdislava von Lämberg angesehen. Zu der Tat sei es in der Laurentiuskirche von Jablonne v Podjestedi (15 Kilometer südlich von Zittau) gekommen, teilte die Polizei mit.

Der historische Wert sei nicht zu beziffern. Experten rätselten über das Motiv, da Reliquien heutzutage fast unverkäuflich seien.

Für Verwunderung sorgte zudem, dass der Dieb eine goldene Krone von hohem Sachwert in der Basilika zurückließ.

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Der Prager Erzbischof Stanislav Pribyl sprach in einem Interview von einem "großen Geheimnis". Er warnte, dass den Täter aufgrund dieses Sakrilegs ein Fluch oder ein Unglück treffen könnte.

Der mutmaßliche Täter habe die Scheibe des Reliquienschreins zerbrochen und sei dann sofort mit dem Schädel geflohen, hieß es.

Das Geschehen sei von einer Überwachungskamera festgehalten worden, aber nur in schlechter Qualität. Der Alarm soll Medienberichten zufolge wegen des laufenden Gottesdienstes ausgeschaltet gewesen sein, wohl um Fehlalarme zu vermeiden.

Die Heilige Zdislava von Lämberg - nach Schloss Lämberg (tschechisch Lemberk) - war eine böhmische Adelige und Gründerin von Klöstern und Spitälern.

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Sie lebte im 13. Jahrhundert und wurde 1995 vom Papst heiliggesprochen. Ob die Diebesspur nach Sachsen führt, ist noch unklar.

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