Probleme bei Tschechien-Fahrt? Betreiber von DDR-Schnellzug nimmt Stellung zu Spekulationen
Prag/Radebeul - Es war die erste Auslandsfahrt seit über 23 Jahren: Am vergangenen Donnerstag startete der aufwendig restaurierte VT 18.16 auf eine mehrtägige Tour nach Tschechien und sorgte bei Fans für Begeisterung – sehr zur Freude der Verantwortlichen, die jedoch auch mit Komplikationen konfrontiert waren.
In Bahn-Foren und auf Instagram spekulierten Nutzer über einen "Getriebeschaden", der während der Reise aufgetreten sei. Dies konnte Mario Lieb (60), Geschäftsführer der SVT Görlitz gGmbH, auf TAG24-Nachfrage glücklicherweise nicht bestätigen.
"Wir hatten Batterie-Probleme, weil die Stromversorgung der Abstellanlage immer wieder ausgesetzt hatte. Deshalb verblieb der Ladespannungsregler in der Reset-Position", schildert der Betreiber. Zu allem Überfluss sei während der Störungsbeseitigung auch noch eine Ölleitung gerissen, für die es vor Ort keinen Ersatz gegeben habe.
"Um den SVT und die Fahrgäste am Sonntag wieder sicher nach Hause bringen zu können, musste eine geplante Fahrt in Richtung österreichische Grenze leider ausfallen", erzählte Lieb, der selbst in Tschechien dabei gewesen ist.
Trotz der Umstände sei die Nachfrage "gigantisch" gewesen. "Über 6000 Leute wollten den ausgestellten Zug besichtigen. Es bildeten sich lange Schlangen vor den Einstiegstüren", berichtet der 60-Jährige. "Auch sonst standen massenhaft Personen an den Bahnsteigen. Das Interesse reichte von Jung bis Alt."
DDR-Schnellzug fuhr über Oberfranken in die goldene Stadt
Wegen Bauarbeiten verlief die Tour des "Delfins", wie er im Nachbarland genannt wird, auf dem Hinweg über Chemnitz, das oberfränkische Hof und Karlovy Vary (Karlsbad) in die goldene Stadt Prag, wo Reiseteilnehmer ihren Aufenthalt verbrachten.
Unterdessen rollte der Dieseltriebzug weiter zum Festival der Dampflokomotiven nach Benešov (rund 50 Kilometer entfernt), wo Besucher einen Blick ins Innere der Wagen werfen konnten. An einem Infostand beantwortete der Verein zugleich alle Fragen.
"Der Rückweg führte uns kurzfristig durchs Elbtal, weil wir Glück hatten, dass eine Trasse freigeworden ist", so Mario Lieb. Der SVT sei dabei aufgrund der gerissenen Ölleitung mit nur einem Motor gefahren. "Das ist aber sicherheitstechnisch zulässig." Beide Führerstände hätten zudem bedient werden können.
Ohne weitere Probleme habe der Zug am Sonntag seine Parkposition in Radebeul erreicht, wo nun die kleine Rest-Reparatur stattfinde. Schon in zwei Wochen gehe es für den VT 18.16 weiter. "Dann steht Köln auf dem Programm."
Titelfoto: Montage: SVT Görlitz gGmbH (2)

