Exekution fehlgeschlagen! Super-GAU bei aufsehenerregendem Fall von Teenie-Mörderin Christia Pike
Nashville (USA) - Seit Wochen hält der Fall der verurteilten Mörderin Christa Pike (50) die USA in Atem, Mittwochnacht der Super-GAU: Trotz aller Proteste sollte sie 31 Jahre nach ihrer Tat hingerichtet werden, als erste Frau im US-Bundesstaat Tennessee seit mehr als 200 Jahren - doch die Todesstrafe konnte nicht vollstreckt werden!
Die Exekution ist nach Angaben ihrer Anwälte "fehlgeschlagen". Wie BBC berichtet, reichten sie einen Eilantrag ein, um den Vorgang zu stoppen. "Frau Pike ist bewusstlos, hat aber noch einen Herzschlag und schnarcht hörbar."
Der 50-Jährigen waren am Mittwoch (Ortszeit) zwei tödliche Injektionen mit Pentobarbital verabreicht worden, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA erst wenige Stunden zuvor den Weg für die Hinrichtung freigemacht hatte. Pike überlebte und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
"Es sieht so aus, als sei das nicht so abgelaufen, wie es hätte ablaufen sollen", sagte Journalist John North vom Sender WBIR, der als Zeuge vor Ort war. "Als wir das Gebäude verließen, war sie, soweit wir wissen, vermutlich noch am Leben."
Christa Pike hatte 1995 als 18-Jährige gemeinsam mit ihrem Freund Tadaryl Shipp (damals 17) die 19-jährige Colleen Slemmer geschlagen und getötet, während ihre beste Freundin Shadolla Peterson (damals 18) Schmiere stand. Sie war eifersüchtig auf die junge Frau, weil sie überzeugt war, Slemmer wolle ihren Freund ausspannen. Die Tat sorgte für großes Aufsehen, da die Ermordete mit einem Pentagramm auf der Brust gefunden wurde, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.
Anwälte und Demonstranten kämpfen für Christa Pike: "Ich war eine psychisch kranke 18-Jährige"
Pike wurde am 30. März 1996 zum Tode verurteilt! Shipp erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe, Kronzeugin Peterson eine Bewährungsstrafe. Pikes Strafe wurde durch Berufungs- und Revisionsverfahren immer wieder hinausgezögert.
Da die US-Amerikanerin die Tat im Alter von nur 18 Jahren beging und als Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs unter psychischen Problemen litt, forderten ihre Anwälte und Demonstranten eine Begnadigung.
Pike selbst hatte es kürzlich noch mit einem Gnadengesuch versucht, in dem sie ausführte, dass sie Slemmer lediglich schlagen wollte. "Ich war eine psychisch kranke 18-Jährige", erklärte sie. "Es hat Jahre gedauert, bis mir überhaupt die Tragweite dessen bewusst wurde, was ich getan hatte. Und noch länger, bis ich begriff, wie viele Leben ich beeinträchtigt habe."
Ein US-Berufungsgericht hatte am 30. September angeordnet, Pikes Hinrichtung kurzfristig auszusetzen. Der Supreme Court hob diese Anordnung wenig später wieder auf.
Auch die Mutter der 1995 Ermordeten zeigte sich bis zuletzt unversöhnlich: "Jedes Mal, wenn ich daran denke, denke ich daran, wie Colleen diesen Schmerz spürt und versucht, aufzustehen und zu laufen", sagte May Martinez am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Sie sprach sich auch mehr als drei Jahrzehnte später noch für die Todesstrafe aus.
Laut AFP wurden seit 1976 nach Daten des 'Informationszentrums für die Todesstrafe' 18 Frauen in den USA exekutiert, zuletzt vor knapp 3,5 Jahren.
Titelfoto: Montage: dpa/AP | George Walker, Tennessee Department of Correction, picture alliance / WBIR-TV via AP | Uncredited

