Gewaltiger Knall weckt Familie: Minuten später ist ihr Boot versunken

Gustavus (Alaska/USA) - Mitten in der Nacht reißt ein gewaltiger Knall eine Familie auf ihrem Segelboot aus der Ruhe. Wasser schießt in den Rumpf, das Schiff beginnt zu sinken. Nur wenige Minuten bleiben Tania Lewis, ihrem Mann Eric und ihrem 23-jährigen Kind Lu, um sich zu retten. Erst später stellt sich heraus, dass die "Windrush" im Glacier-Bay-Nationalpark in Alaska von einem Wal getroffen wurde.

Ein plötzlicher Zusammenstoß brachte das Boot der Familie zum Sinken.  © Screenshot/GoFundMe/Join Us in Helping Tania and Eric’s Raise the Boat Fund

Am Abend des 29. Juli ankerten die drei in einer Bucht. Der Tag war ruhig verlaufen. Die Familie hatte einen Ausflug unternommen, gemeinsam gegessen und sogar einen Buckelwal in der Nähe beobachtet. Später schien das Tier verschwunden zu sein, wie Tania gegenüber "KTOO" erklärte.

Gegen 23.30 Uhr dann der Schock: Lu lag noch lesend im Bug, als plötzlich ein gewaltiger Knall das Boot erschütterte. Die "Windrush" wurde heftig getroffen und sofort strömte Wasser hinein.

Tania und Eric sprangen aus ihren Betten. Doch innerhalb kürzester Zeit stand das Wasser bereits so hoch, dass kaum noch etwas gerettet werden konnte.

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Für die Rettungswesten blieb nach Tanias Schilderung keine Zeit. Sie schnappte sich noch einen Rucksack mit Schlafsäcken und Funkgeräten.

Auch die Flucht mit dem Beiboot wurde zum Kampf ums Überleben. Eine der Leinen war gerissen, das kleine Boot gekentert. Nachdem Eric es wieder umgedreht hatte, konnten sie es von der sinkenden Jacht lösen.

Dann verschwand die "Windrush" unter der Wasseroberfläche. Tania und Lu schätzen, dass das Segelboot innerhalb von nur drei Minuten nach dem Zusammenstoß sank.

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Die Familie musste völlig durchnässt in der Wildnis ausharren

Tania, Eric und Lu Lewis mussten eine ganze Nacht auf ihre Rettung warten.  © Screenshot/GoFundMe/Join Us in Helping Tania and Eric’s Raise the Boat Fund

Die Familie kämpfte sich Richtung Strand. Lu schwamm zeitweise durch das dunkle Wasser - mit dem Telefon zwischen den Zähnen und einem Rucksack dabei.

Kurz vor Mitternacht erreichten alle drei das rettende Ufer. Doch die Gefahr war noch nicht vorbei: Sie waren barfuß, klatschnass und der nächtlichen Kälte ausgesetzt.

Eine kleine Notfalltasche erwies sich jetzt als lebenswichtig. Darin befanden sich unter anderem Feuerzeuge und eine Rettungsdecke. Tania riss Seiten aus einem Taschenbuch, um damit trockenes Treibholz anzuzünden.

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Die Familie drängte sich am Feuer zusammen und versuchte, sich aufzuwärmen. Tania probierte mehrfach einen Notruf per Funk abzusetzen. Erst gegen 6.30 Uhr am nächsten Morgen wurden die drei vom National Park Service abgeholt.

Was hatte das Boot überhaupt getroffen?

Im Inneren des Bootes wurden schwarze, gummiartige Stücke gefunden. Wie sich später herausstellte, stammen diese von einem Buckelwal.  © Screenshot/GoFundMe/Join Us in Helping Tania and Eric’s Raise the Boat Fund

Gewissheit darüber, was das Boot getroffen hatte, gab es erst einige Tage später, als die "Windrush" geborgen wurde. Im Rumpf klaffte auf der Steuerbordseite ein gewaltiges Loch - groß genug, dass ein Mensch hindurchkriechen konnte.

Noch erstaunlicher war das, was Tania und Eric im Inneren fanden: schwarze, dicke und gummiartige Stücke.

Tania übergab einen Teil davon ihren Kollegen, die sich mit Wal-Biologie befassen. Dabei stellte sich heraus: Die Stücke stammen von einem Buckelwal.

Um die teuren Bergungskosten stemmen zu können, brauchte die Familie Hilfe. Auf einer GoFundMe-Seite erklärten sie, dass die Bergung der "Windrush" etwas mehr als 23.000 Dollar kostete.

Mittlerweile sind sogar über 25.000 Dollar Spendengeld zusammengekommen. Das übrige Geld soll für die Anschaffung neuer Gegenstände, wie Handys oder Schuhe benutzt werden.

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