Von Khang Mischke
Bend (USA) - Schreckliche Szenen an einer Grundschule in Bend im US-Bundesstaat Oregon! Ein jugendlicher Schütze hat drei Kinder und eine Lehrkraft getötet.
Der 16 Jahre alte Angreifer wurde von einem zufälligen Zeugen verfolgt und erschossen, wie die Polizei auf einer Pressekonferenz mitteilte.
Die getöteten Kinder waren demnach fünf, acht und elf Jahre alt. Ein sieben Jahre altes Kind und eine 54-jährige Lehrkraft der Silver Rail Elementary School in Bend seien mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, sagte der Chef der örtlichen Polizei, Mike Krantz.
Der Täter stamme aus der Stadt, sagte Krantz - weitere Details wollte er nicht nennen. Ein Passant habe gesehen, wie der Angreifer die Schule betrat, ihn verfolgt und erschossen. Als die Einsatzkräfte das Gebäude wenige Minuten nach dem ersten Notruf betraten, sei der Täter bereits tot gewesen.
Der Täter soll bei dem Vorfall eine nicht näher spezifizierte Langwaffe benutzt und nach ersten Erkenntnissen alleine gehandelt haben. Er habe auf Türen geschossen und sich dadurch gewaltsam Zugang zur Schule verschafft, schilderte Krantz.
Ob der Täter selbst Schüler dort war und seine Opfer kannte, war zunächst unklar.
Schusswaffengewalt gehört in USA faktisch zum Alltag
Im ersten Notruf bei der Polizei hatte nach deren Angaben ein Autofahrer berichtet, ein Schütze habe auf sein Fahrzeug geschossen. Unmittelbar darauf meldeten sich demnach Dutzende weitere Anrufer und beschrieben, dass der Täter die Schule betreten und das Feuer eröffnet habe. Daraufhin sei ein Großaufgebot an Einsatzkräften ausgerückt.
Nach Polizeiangaben besuchen zwischen 400 und 450 Schüler die Silver Rail Elementary School in Bend. Die Stadt liegt im Westküsten-Bundesstaat Oregon und hat gut 100.000 Einwohner.
In den USA gehört Schusswaffengewalt faktisch zum Alltag, die Opferzahlen gehen jedes Jahr in die Zehntausende. Pistolen und andere Waffen sind leicht zugänglich und millionenfach im Umlauf.
Besonders folgenschwere Angriffe entfachen zwar immer wieder Debatten über eine Verschärfung des Waffenrechts - in der Regel bleiben diese aber folgenlos. Reformversuche scheitern meist am Widerstand der sehr mächtigen Waffenlobby und ihr wohlgesonnener Republikaner. Laut einer Analyse des US-Senders CNN gab es in den Vereinigten Staaten im laufenden Jahr mindestens 52 Schusswaffenvorfälle an Schulen, bei denen mindestens 28 Menschen getötet und 48 weitere verletzt wurden.
Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC starben 2024 gut 44.400 Menschen infolge des Gebrauchs von Schusswaffen. Dies war laut dem Forschungsinstitut Pew Research Center das letzte Jahr, in dem Daten vollständig erhoben wurden. Die Zahlen der CDC umfassen sowohl Tötungsdelikte als auch Suizide mit Schusswaffen. Laut Pew Research Center war im Jahr 2024 bei drei Vierteln aller Tötungsdelikte in den USA eine Schusswaffe involviert.