Schwangere bangt um ihr Baby - dann gibt ihr Hebamme einen ungewöhnlichen Tipp

Utah (USA) - Erst Bettruhe, dann Hanteltraining! Isabelle Fisher aus dem US-Bundesstaat Utah erlebte während ihrer Schwangerschaft eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Aufgrund mehrerer medizinischen Auffälligkeiten mussten Mutter und Kind engmaschig überwacht werden. Doch dann machte ihre Hebamme einen überraschenden Vorschlag: Isabelle sollte zurück ins Fitnessstudio!

Während ihrer Risikoschwangerschaft wurde die Schwangere engmaschig überwacht. (Symbolfoto)  © 123rf/rikirennes

Bereits im ersten Trimester litt sie unter starken Blutungen, ihr ungeborenes Baby entwickelte sich zudem deutlich langsamer als erwartet. Die Diagnose: eine sogenannte intrauterine Wachstumsrestriktion (IUGR).

Laut "Newsweek" war die Ursache eine verkalkte Plazenta, die das Baby nicht mehr optimal versorgen konnte und eine beeinträchtige Durchblutung der Nabelschnur.

Ab der 32. Schwangerschaftswoche musste Isabelle deshalb strikte Bettruhe einhalten. Zweimal pro Woche standen Untersuchungen an. Sogar Steroidinjektionen bekam Isabelle, um die Lungen ihres Babys für den Fall einer Frühgeburt vorzubereiten. Doch die erhoffte Besserung blieb zunächst aus.

Baby Willkommen auf der Welt! Die kleine Hosna ist das 1000. Baby im St. Joseph-Stift

Isabelle war vor der Schwangerschaft eine leidenschaftliche Kraftsportlerin. Sie trainierte Powerlifting, also Kraftdreikampf. Als ihre Hebamme davon erfuhr, kam schließlich der überraschende Vorschlag: In der 35. Schwangerschaftswoche sollte Isabelle wieder ins Fitnessstudio.

Anzeige

Hebamme gibt ungewöhnlichen Tipp

Die US-Amerikanerin wurde von ihrer Hebamme ins Fitnessstudio geschickt. (Symbolfoto)  © 123rf/serezniy

Allerdings unter klaren Voraussetzungen. Sie sollte vor allem den Oberkörper trainieren, ihren Beckenboden nicht übermäßig belasten und sich keinesfalls körperlich verausgaben. "Ich hatte ehrlich gesagt die beste Hebamme auf diesem Planeten", berichtete Isabelle dem Magazin.

Bei den folgenden Untersuchungen stellten die Ärzte fest, dass die Durchblutung durch die Nabelschnur tatsächlich besser war als erwartet. "Als ich wieder mit dem Krafttraining begann, stellten die Ärzte fest, dass die Durchblutung durch die Nabelschnur deutlich stärker war, als sie erwartet hatten", schilderte die Mutter.

Doch die Gefahr war damit längst nicht gebannt. Fast 15 CTG-Untersuchungen hatte ihr Baby zuvor unauffällig absolviert. Doch in der 36. Schwangerschaftswoche schlug die Überwachung erstmals Alarm: Das Baby bewegte sich deutlich weniger als gewöhnlich.

Baby Fünffache Mutter glaubt, sie bekommt mit 34 Jahren letztes Baby: Was dann geschieht, hat keiner erwartet

Für das Behandlungsteam war das ein Warnsignal. Trotz der verbesserten Messwerte bestand die Sorge, dass die Plazenta das Kind nicht mehr ausreichend versorgen konnte. Die Entscheidung fiel: Das Baby musste auf die Welt kommen.

Baby kommt per Notkaiserschnitt zur Welt

Das Mädchen kam per Notkaiserschnitt auf die Welt. (Symbolfoto)  © 123rf/ mvaligursky

Rund 20 Stunden dauerte der Versuch, die Geburt auf natürlichem Weg voranzubringen. Doch der Muttermund öffnete sich nicht ausreichend und das Baby vertrug die Wehen nicht gut. Schließlich blieb nur noch der Notkaiserschnitt.

Nach der dramatischen Geburt, bei der das Mädchen mit gerade einmal 1,96 Kilogramm zur Welt kam, begann für die Familie die nächste schwere Zeit. Isabelles Tochter musste drei Wochen auf der Neugeborenen-Intensivstation verbringen, war außerdem zwei Monate lang auf zusätzlichen Sauerstoff angewiesen.

Doch heute gibt es für die Familie Grund zur Erleichterung: Nach Angaben ihrer Mutter ist die Kleine inzwischen kerngesund. "Man würde gar nicht merken, dass sie es auf der Welt schwer hatte, so viel wie sie redet und herumrennt", erzählte Isabelle.

Ihre Hebamme vermutet bis heute, dass das Training die Durchblutung verbessert und dem Baby in den letzten Schwangerschaftswochen möglicherweise geholfen hat.

Allerdings ist intensives Krafttraining nicht für jede Schwangere geeignet. Dies sollte man immer mit den behandelnden Ärzten abstimmen.

Mehr zum Thema Baby: