Block-Prozess: Gericht schmettert Beweisanträge der Verteidigung ab

Hamburg - Weiter geht's! Am Freitag steht bereits der 85. Verhandlungstag im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (53) an. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Christina Block (53) und Verteidiger Ingo Bott (43) müssen am Freitag zum 85. Mal vor dem Landgericht Hamburg erscheinen.  © Christian Charisius/dpa

11.02 Uhr: Sprachnachricht von Christina Block wird abgespielt

Es geht weiter. Nach der Ausgabe verschiedener Unterlagen an die Verfahrensbeteiligten werden zwei Audio-Aufnahmen im Gerichtssaal abgespielt.

In der zweiten Aufnahme ist die Steakhouse-Erbin selbst zu hören. Sie spricht am Silvestertag 2023 in einer Sprachnachricht an eine Bekannte darüber, wie "ausweglos" ihre Situation sei. "Juristisch kann ich nichts mehr machen", sagt die Angeklagte mit tränenerstickter Stimme unter anderem. Für 2024 sei jedoch keine Änderung der Lage zu erwarten.

Verteidiger Bott erklärt anschließend, dass es "lebensfremd" und "total abwegig" sei, dass seine Mandantin so eine Nachricht aufgenommen hätte, wenn sie von der bevorstehenden Entführung gewusst hätte.

10.12 Uhr: Auch Antrag des Verteidigers der Block-Cousine wird abgelehnt

Nun wird auch ein Antrag von Reinhard Daum, dem Verteidiger von Block-Cousine Uta B., abgelehnt. Dieser hatte beantragt, mehrere Polizeibeamte sowie Vertreter der Staatsanwaltschaft als Zeugen zu laden. Für die Kammer sei nicht erkennbar, was für Schlüsse aus etwaigen Befragungen gezogen werden könnten.

Es folgt eine 30-minütige Pause, damit die Kammer über weitere Beweisanträge beraten kann.

9.49 Uhr: Kammer schmettert weitere Anträge von Block-Anwalt Ingo Bott ab

Weitere Beweisanträge von Bott werden abgelehnt. Der Anwalt hatte beantragt, verschiedene Kurznachrichten seiner Mandantin einzuführen. Aus diesen könnten unter anderem Schlüsse auf die seelische Verfassung seiner Mandantin gezogen werden, hatte Bott argumentiert.

Auch in diesen Fällen erschließe sich der Kammer nicht, was der Inhalt der Nachrichten für eine Bedeutung für die Schuld- und Rechtsfolgenfrage haben könnte, erklärt Hildebrandt.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt verkündete am Freitag zahlreiche Beschlüsse.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

9.40 Uhr: Verhandlung eröffnet, erste Beweisanträge werden abgelehnt

Die Verhandlung wird von der Vorsitzenden Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet. Es geht los mit Nebenklagevertreter Philip von der Meden, der zwei Beweisanträge samt USB-Stick einreicht.

Anschließend verkündet die Kammer den ersten Beschluss des heutigen Tages. Der Beweisantrag von Block-Anwalt Ingo Bott, Buchungsbestätigungen über Flüge im Mai 2024 einzuführen, wird abgelehnt.

Der Verteidiger hatte argumentiert, dass seine Mandantin die Flüge nicht am 29. Dezember 2023 gebucht hätte, wenn sie von der zwei Tage später stattfindenden Entführung gewusst hätte. Die Kammer kann dieser Argumentation mit Blick auf die Schuld- und Rechtsfolgenfrage des Prozesses nicht folgen.

9.27 Uhr: Überschaubarer Andrang im Gerichtssaal

Die Aussicht auf Beschlüsse und Verkündungen der Kammer sorgt für überschaubares Interesse in der Öffentlichkeit.

Wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn ist der Zuschauerraum in Saal 237 äußerst spärlich gefüllt.

9 Uhr: So geht es am Freitag weiter

Wie das Gericht vorab mitteilte, will die Kammer am Freitag ihre Entscheidung über mehrere der gestellten Beweisanträge mitteilen.

Ein Zeuge ist demnach für den heutigen Verhandlungstag nicht geladen.

8.45 Uhr: Recap vom 84. Verhandlungstag

Am 84. Verhandlungstag bekamen sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft aufgrund der rund 860 Seiten an neuen Beweisanträgen in die Haare. Block-Anwalt Ingo Bott musste sich unter anderem gegen den Vorwurf wehren, das Verfahren verschleppen zu wollen.

Darüber hinaus wurde bestätigt, dass Blocks PR-Berater und Ex-Regierungssprecher Béla Anda (63) als Zeuge aussagen soll - eigentlich an diesem Freitag, aber an dem Termin kann der Journalist den Angaben zufolge nicht.

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