Block-Prozess: Mutmaßliche Mit-Entführerin "Olga" berichtet von großem Druck durch Eugen Block

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Hamburg - Der Prozessmarathon im Fall Christina Block (53) geht in die nächste Runde: Am 51. Verhandlungstag soll am heutigen Mittwoch erneut die mutmaßliche Mit-Entführerin Keren T. (51) alias "Olga" vor Gericht aussagen. TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog.

Update, 14.23: Nebenklagevertreter hakt nach

Keren T. schweift bei den Antworten zu den Nachfragen von von der Meden immer wieder ab. Der 42-Jährige wird zunehmend stutzig und runzelt die Stirn. Auch Block-Anwalt Ingo Bott funkt bei den Fragen des Nebenklagevertreters immer wieder dazwischen.

Nun fragt von der Meden einige Namen ab, ob Keren T. diese Personen kenne. Die meisten kenne die Zeugin nicht. Kent die 51-Jährige einen Namen doch, kann sie dennoch nicht viele Angaben zu dieser Person machen. So taucht unter anderem auch der Name des Sohnes vom mutmaßlichen Chef-Entführer David B. auf.

Es folgt eine weitere Pause von 10 Minuten.

Update, 13.54 Uhr: Zeugin war sicher, dass die Kinder nach Deutschland wollten

Es geht weiter mit den Fragen von Philip von der Meden (42), Nebenklagevertreter von Stephan Hensel (51). Dabei geht es unter anderem um die Frage, inwiefern "Olga" Kontakt zu den IT-Mitarbeitern hatte. Sie sollten die Cybersicherheitstests im Block-Hotel durchführen, hätten mit der mutmaßlichen Entführung nach Angaben der Zeugin jedoch nichts zu tun.

Erneut geht es um die Frage, ob die Kinder lieber in Dänemark oder in Hamburg sein wollten. "Wir haben geglaubt, dass sie von Dänemark weg wollen", so die Zeugin. "Und sie hatten nicht die Erlebnis, zur Beerdigung der Großmutter gehen." Außerdem habe man das Haus von Hensel beschattet und die Kinder nie draußen gesehen. Ein Zeichen für die Gruppe, dass die Kinder "kein normales Leben" führen würden.

"Verstehe ich das richtig, dass Sie sich bei Ihrer Einschätzung, was die Kinder wollten, hauptsächlich auf Christina und den Familienanwalt Andreas C. verlassen haben?", fragt von der Meden. "Ja", gesteht Keren T.

Update, 13.22 Uhr: Prozesstag wird fortgesetzt, Zeugin berichtet von großem Druck durch Eugen Block

Nach der Mittagspause geht es mit Fragen von der Staatsanwaltschaft weiter. Ob die Familie davon wusste, dass ihr Bauernhof für die Rückkehr der Kinder ausgewählt wurde? "Ich gehe davon aus, dass sie auf uns wareten, weil sie uns ein Zimmer vorbereitet haben", so die Zeugin.

David B. soll sich zuvor zwei Mal mit Eugen Block, dem Vater von Christina Block, getroffen haben. Dabei soll Eugen Block von David B. verlangt haben, die Kinder nach Deutschland zu holen, so der Staatsanwalt. Die Zeugin wisse von den Treffen, sie selbst sei jedoch nicht dabei gewesen. Eines der Treffen habe nach Angaben der 53-Jährigen in der Hotel-Lobby in der Nähe der Bar, das andere im Hotel-Restaurant stattgefunden.

Auch Familienanwalt Andreas C. soll bei den Treffen dabei gewesen sein. Zum Gesprächsinhalt dieser Treffen habe David B. der Zeugin ihren Angaben nach nichts weiter erzählt. Die Rede ist auch von Druck auf die mutmaßlichen Entführer, der von Eugen Block über den Familienanwalt ausgeübt wurde, die Kinder zurück nach Deutschland zu bringen.

Im Wald angekommen habe sich das Entführer-Team aufgeteilt. Mit-Entführer "Jonathan" sei nach Angaben der Zeugin dann mit den Kinder weggegangen. Grund für die Aufteilung: "Es hätte Polizei mit Hunden gegeben. Jonathan habe die Hunde mit sich genommen", gibt die Zeugin die Erzählungen ihrer Team-Mitglieder wieder.

Wie Christina Block mit ihren Kindern das Haus am Bauernhof verlassen hat, habe die Zeugin gesehen und sie mit "Auf Wiedersehen" verabschiedet, schildert "Olga". "Sie sind einfach ins Familienauto eingestiegen und dann sind sie losgefahren."

Christina Block (r.), Ingo Bott und Rechtsanwältin Paula Wlodarek (m.) gehen nach der Mittagspause zurück in den Gerichtssaal.
Christina Block (r.), Ingo Bott und Rechtsanwältin Paula Wlodarek (m.) gehen nach der Mittagspause zurück in den Gerichtssaal.  © Christian Charisius/dpa

Update, 12 Uhr: Prozess wird für Pause unterbrochen

Die Staatsanwaltschaft fragt nun auch zu den genauen Hintergründen der Sicherheitsfirma. Die Zeugin hält sich ein weißes Tuch vors Gesicht und wirkt erschöpft.

Es folgt die Mittagspause bis 13.20 Uhr.

Update, 11.36 Uhr: Mit-Entführerin stellt sich Fragen der Staatsanwaltschaft

Es folgen die Fragen des Nebenrichters. Dabei erklärt "Olga", dass sie den allgemeinen Wehrdienst in Israel abgeleistet habe und auf einer Luftwaffenbasis im Süden Israels eingesetzt wurde. David B. sei wiederum für viele Jahre beim israelischen Geheimdienst gewesen.

Ob die Zeugin mit dem Familienanwalt Andreas C. am 31. Dezember 2023 gesprochen habe? Die Frage verneint Keren T. Die Staatsanwaltschaft möchte wissen: Am 28. Dezember 2023 wurden der Zeugin Tüten von Christina Block übergeben, die für ihre Kinder vorgesehen waren. Es werden konkrete Fragen zur Optik der Taschen gestellt. Die Zeugin beschreibt diese.

In den Taschen befanden sich unter anderem Kleidungsstücke und Kissen. Auch diese Gegenstände beschreibt "Olga" nun konkret. "Wie hat Christina Block davon erfahren, dass das Treffen am 28. Dezember 2023 stattfindet?", möchte der Staatsanwalt wissen. Die Zeugin erinnere sich an dieses Detail nicht. Der Raum, in dem das Treffen stattfand, wurde nach Angaben der 51-Jährigen von der Steakhouse-Erbin selbst gebucht.

Update, 11.25 Uhr: Deshalb sagte die Zeugin bei der Polizei aus

Es geht weiter. Erneut kommt die Richterin auf die Chatgruppe der Teammitglieder zu sprechen. "Olga" bestätigt, dass sie die Teammitglieder angewiesen habe, die Gruppe nach der Aktion zu löschen – allerdings auf Anweisung von David B. hin.

Zudem möchte die Richterin wissen, warum Keren T. überhaupt bei der Polizei ausgesagt habe und nun auch hier im Gerichtssaal sitzt. David B. habe mit Anwälten in Israel gesprochen und den Entschluss gefasst, auszusagen, erklärt sie weiter. Ein Vorteil, bei der Staatsanwaltschaft auszusagen, wurde "Olga" nach eigenen Angaben nicht versprochen. Die Richterin hat nun keine weiteren Fragen mehr.

Am 51. Verhandlungstag sagt die Zeugin Keren T. weiter vor Gericht im Fall Christina Block (r.) aus.
Am 51. Verhandlungstag sagt die Zeugin Keren T. weiter vor Gericht im Fall Christina Block (r.) aus.  © Christian Charisius/dpa

Update, 10.59 Uhr: Einige Teammitglieder haben Geld erhalten

"Wie lange der Aufenthalt von Christina Block auf dem Bauernhof mit den Kindern geplant war?", möchte die Richterin wissen. "Laut David B. sollten sie dort mindestens eine Woche sein", so die Zeugin. Ob die Teammitglieder Geld erhalten haben?

Vier Teammitglieder sollen Geld für die Aktion erhalten haben, bestätigt "Olga" – jeweils 10.000 Euro. Einmal sei sie selbst sogar bei einer Bezahlung dabei gewesen.

Es folgt eine Pause von 10 Minuten.

Update, 10.48 Uhr: Am Neujahrstag schrieb die Zeugin der Steakhouse-Erbin eine Nachricht

Im Wohnmobil hätten die Kinder hauptsächlich geschlafen, bestätigt Keren T. "Als sie aufwachten, haben sie mit Tal S. gesprochen", so "Olga". In der Nacht habe die Zeugin Christina Block eine Nachricht geschickt. Sie schrieb: "Frohes neues Jahr".

Zudem wies sie die Steakhouse-Erbin darauf hin, dass die 53-Jährige schon bald weitere Anweisungen erhalten werde – etwa, dass Christina Block ein neues Telefon erhalten werde. Der Grund für ein neues Telefon: "Um Christina von der Presse zu isolieren", so die Zeugin.

Die Richterin verliest Nachrichten zwischen Christina Block und Keren T. Darin soll die Zeugin die 53-Jährige darauf hingewiesen haben, dass die Steakhouse-Erbin in ein bestimmtes Zimmer im Hotel gehen soll, wo das neue Telefon auf sie warte. Danach sollte die 53-Jährige zu dem Hof in Süddeutschland fahren.

Als "Olga" schließlich Christina Block auf dem Bauernhof getroffen habe, sei die Zeugin überrascht gewesen, dass die 53-Jährige im Beisein von Gerta gewesen sei.

Update, 10.37 Uhr: "Olga" habe nicht gesehen, wie die Kinder ins Auto gebracht wurden

"Wie sind die Kinder konkret ins Auto gekommen?", möchte die Richterin wissen. "Es war laut wegen des Feuerwerks. Es war dunkel. Und ich sollte aufpassen, dass niemand von den Teammitgliedern zurückgelassen werde", so die Zeugin. Gesehen habe Keren T. nicht, wie die Kinder ins Auto verbracht wurden.

Auch, was mit Hensel passiert ist, konnte "Olga" nicht sehen. Erst als sie bemerkte, dass eines der Teammitglieder zurückgelassen wurde, sah sie Hensel aufstehen. Dennoch seien sie danach weggefahren. Alle Teammitglieder trugen Schwarz und Masken über den Gesichtern – außer Keren T. und David B.

Grund für die Masken: Sie wollten in Dänemark nicht erkannt werden, weil sie wussten, dass die Aktion in Dänemark nicht legal sei. "Olga" war gemeinsam mit David B. und einem anderen mutmaßlichen Entführer in einem Auto. Weshalb die Zeugin nicht direkt mit den Kindern nach Deutschland gefahren ist, sondern an einem Wald angehalten hat?

David B. habe ihr gesagt, dass es sinnvoll wäre, nicht schnell zu fahren, so "Olga". Sie selbst sei am Wohnmobil gewesen, als die Kinder dort schließlich angekommen sind. In welchem Zustand die Kinder dort ankamen, habe sie nicht gesehen.

Wegen der mutmaßlichen Entführung findet am Landgericht Hamburg auch am Mittwoch wieder der Prozess statt, unter anderem gegen Block.
Wegen der mutmaßlichen Entführung findet am Landgericht Hamburg auch am Mittwoch wieder der Prozess statt, unter anderem gegen Block.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

Update, 10.25 Uhr: Team-Treffen habe auch vorab in Israel stattgefunden

"Olga" erklärt weiter: "Davids Plan war, Christina nicht genau zu sagen, wo wir sind. Sondern erst, nachdem wir sicher waren, dass wir die Kinder haben, sollten wir ihr sagen, wohin sie kommen soll." Demnach soll die Steakhouse-Erbin zuvor nicht gewusst haben, dass die Kinder auf einen Bauernhof nach Süddeutschland gebracht werden.

"Haben sie mit Frau Block darüber gesprochen, dass die Kinder am 31. Dezember 2023 zurückgeholt werden sollen?", möchte die Richterin wissen. Die Zeugin antwortet mit: "Ja." Das Gespräch habe im Beisein von anderen Teammitgliedern stattgefunden.

Als sie das Team in Israel zusammengestellt haben, sei bereits bekannt gewesen, wann genau die Kinder zurückgeholt werden sollen, so die Zeugin. Ein Treffen mit dem Team habe es bereits in Israel gegeben – im Elternhaus von "Olga". Alle außer "Jonathan" seien bei dem Meeting dabei gewesen.

Den mutmaßlichen Entführern seien 10.000 Euro für die Tat versprochen worden. Tal S. habe das Geld aber direkt abgelehnt.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

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