Block-Prozess: Polizist spricht über Ereignisse am Tag nach der Entführung

Hamburg - Weiter geht's! Am Dienstag steht der 43. Verhandlungstag im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (52) auf dem Programm. TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveticker.

Christina Block (52) neben ihrem Anwalt Ingo Bott (42, 2.v.r.). Der Steakhouse-Erbin wird die Entführung ihrer Kinder vorgeworfen.
Christina Block (52) neben ihrem Anwalt Ingo Bott (42, 2.v.r.). Der Steakhouse-Erbin wird die Entführung ihrer Kinder vorgeworfen.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

13.15 Uhr: Frau Block habe sich per Video bei Delling und Co. gemeldet

Frau Block habe Herrn Delling und dem Familienanwalt ein Video geschickt, in dem die Kinder schlafend im Bett zu sehen gewesen seien. Die 52-Jährige habe verlauten lassen, dass sie "in ein paar Tagen" mit den Kindern zurückkomme.

Die Vorsitzende Richterin beendet ihre Befragung daraufhin. Delling-Anwalt David Rieks und Marko Voß, der Verteidiger des Familienanwalts, wollen ebenfalls Fragen stellen, vorher gibt es aber eine zehnminütige Pause.

13.10 Uhr: Delling habe Frau Block nicht gefragt, wo sie sich aufhalte

Später am 1. Januar habe er Herrn Delling noch mal im Polizeipräsidium vernommen. Delling habe ausgesagt, dass Frau Block über das Haustelefon Kontakt aufgenommen habe. Dieses sei zu diesem Zeitpunkt allerdings schon sichergestellt gewesen.

Auf die Frage, ob er die Steakhouse-Erbin gefragt habe, wo sie sich aufhalte, habe Delling erklärt, dass er diese Frage in der Aufregung nicht gestellt habe.

Der mitangeklagte Gerhard Delling (66, r.) neben seinem Verteidiger, Rechtsanwalt David Rieks.
Der mitangeklagte Gerhard Delling (66, r.) neben seinem Verteidiger, Rechtsanwalt David Rieks.  © Marcus Brandt/dpa

13.03 Uhr: Zeuge berichtet von "Unstimmigkeiten" in Delling-Aussagen

M. betont mehrfach, dass es in den Aussagen von Herrn Delling einige "Unstimmigkeiten" gegeben habe. Seltsam sei ihm auch vorgekommen, dass sich das Handy von Tochter Greta im Haus befunden habe, obwohl diese nicht da gewesen sei.

Schnell habe es Hinweise gegeben, dass es sich nicht um einen erpresserischen Menschenraub handele, wie zunächst angenommen, sondern das etwas anderes dahinterstecke.

12.51 Uhr: Kriminalbeamter spricht über Tag nach der Entführung

M. habe nach der Entführung mit Stephan Hensel gesprochen, der sogleich seine Ex-Frau als mögliche Drahtzieherin der Aktion verdächtigt habe.

Er habe später zudem mit Gerhard Delling und Familienanwalt Dr. Andreas C. gesprochen und erklärt, was es bedeute, wenn es sich um einen "erpresserischen Menschenraub" handele, wonach zunächst alles ausgesehen habe.

Auf die Frage, wo Christina Block sei, habe Herr Delling ihm geantwortet, er habe keine Ahnung. Merkwürdig sei für ihn gewesen, dass Delling nicht gewusst habe, wie seine Lebensgefährtin erreichbar sei und dass er "einfach hingenommen" habe, dass sie für ein paar Tage nicht zu Hause sein würde.

12.40 Uhr: Verhandlung mit neuem Zeugen fortgesetzt

Mit zehn Minuten Verspätung geht es weiter. Richterin Hildebrandt bittet den Hamburger Kriminalbeamten Christian M. (52) in den Zeugenstand.

Der Beamte ist für den Kriminaldauerdienst tätig und war am 1. Januar 2024 im Dienst, dem Tag nach der Entführung. Er berichtet von einer "diffusen Lage".

11.23 Uhr: Deutsche Botschaft in Israel hat noch keine Rückmeldung gegeben

Zur geplanten Befragung der israelischen Zeugen, die aufgrund des Krieges im Nahen Osten derzeit nicht aus Israel ausreisen können, erklärt die Vorsitzende Richterin, dass man noch keine Rückmeldung aus der deutschen Botschaft bekommen habe.

Es stehe aber weiter im Raum, die Zeugen gegebenenfalls im Rahmen einer Videovernehmung zu befragen.

Hildebrandt unterbricht die Verhandlung für die obligatorische Mittagspause. Um 12.30 Uhr geht es weiter.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt erklärte, dass die deutsche Botschaft in Israel sich noch nicht zur Befragung der dort befindlichen Zeugen geäußert habe.
Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt erklärte, dass die deutsche Botschaft in Israel sich noch nicht zur Befragung der dort befindlichen Zeugen geäußert habe.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

11.15 Uhr: Aussagen der Kinder werden in Selbstleseliste aufgenommen

Da der nächste Zeuge erst für 13 Uhr geladen ist, wird nun noch einmal der Beschlussentwurf der Kammer diskutiert, weitere Urkunden sowie unter anderem auch die Aussagen der Kinder Theo und Klara in eine Selbstleseliste aufzunehmen.

Das bedeutet, die Aussagen werden nicht im Saal laut verlesen, sondern die Prozessbeteiligten können diese selbst lesen. Die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung stimmen dem Vorschlag zu.

11.08 Uhr: Christina Block widerspricht Aussage ihrer Nachbarin

Jetzt ergreift Christina Block selbst das Wort. Sie erklärt mit Blick auf die Aussagen von D., dass sie es "befremdlich" finde, so genau beobachtet worden zu sein - zumal es eine "erhebliche Distanz" zwischen den beiden Häusern gebe.

Der Aussage, ihr Sohn habe im Regen und weinend draußen vor dem Haus gestanden, widersprach sie. "Niemals hätte ich meinen Theo ohne Schuhe an der Straße stehen lassen. Das ist vollkommen absurd", unterstreicht sie.

11 Uhr: Tal S. wusste nicht, wie Block mit ihren Kindern umgegangen sein soll

Sascha Böttner, Verteidiger des mitangeklagten Israelis Tal S. (35), erklärt, dass sein Mandant keine Kenntnis darüber gehabt habe, dass die Kinder nicht zurück zu ihrer Mutter wollten und wie diese mit ihren Kindern umgegangen sein soll.

Er hätte sich sonst an keiner Aktion beteiligt.

10.45 Uhr: Hensels Anwalt findet die Schilderungen von D. "nachvollziehbar"

Hensels Anwalt Philip von der Meden hält dagegen und bezeichnet die Aussagen der Nachbarin als "nachvollziehbar".

Die großen Einkäufe, die getätigt worden seien, passten ins Bild, dass die Familie von der anstehenden Entführung gewusst habe.

Es folgt eine zehnminütige Pause.

Nebenklagevertreter Philip von der Meden (2.v.r.) neben seinem Mandanten Stephan Hensel (52, r.) in Saal 237 des Landgerichts.
Nebenklagevertreter Philip von der Meden (2.v.r.) neben seinem Mandanten Stephan Hensel (52, r.) in Saal 237 des Landgerichts.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

10.41 Uhr: Block-Anwalt bezeichnet Aussage der Nachbarin als "nichtssagend"

Die Befragung ist beendet, D. wird aus dem Zeugenstand entlassen. Block-Anwalt Bott erklärt anschließend, die Ausführungen der Zeugin seien "sehr dünn" und "nichtssagend". Er frage sich, was die Schilderungen bringen sollten.

Dass die Kinder glücklich bei ihrer Mutter gelebt hätten, sei durch mehrere Behörden bestätigt worden, verdeutlicht der Jurist.

Titelfoto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

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