Block-Prozess: Steakhouse-Erbin will sich weiter äußern
Hamburg - Verhandlungstag 73 im Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53). Die Hauptangeklagte wird erneut selbst das Wort ergreifen. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.
9.44 Uhr: Christina Block spricht über enge Bindung zu Keren T. alias "Olga"
Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet mit der obligatorischen kleinen Verspätung die heutige Verhandlung und übergibt das Wort sogleich an die Steakhouse-Erbin.
Block macht dort weiter, wo sie gestern aufgehört hat und erzählt vom März 2023. Zu diesem Zeitpunkt habe sie Keren T. alias "Olga" persönlich kennengelernt. Sie habe von ihr "ein offenes Ohr und eine Umarmung" bekommen. Während David B. eigentlich nur mit Familienanwalt Andreas C. gesprochen habe, sei "Olga" zu ihrer Vertrauensperson geworden.
Im April 2024 habe B. dann aber einen Plan vorgestellt, um wieder Kontakt zu den Kindern zu bekommen. Teil dieses Plans sei eine Mail von Block an Stephan Hensels Familienanwalt Gerd Uecker gewesen, in der die 53-Jährige betont habe, dass sie "auf legalem Wege" alles tun werde, damit es den Kindern gut gehe.
9.21 Uhr: Erneut großer Andrang im Gerichtssaal
Erwartungsgemäß sorgt die Aussicht auf persönliche Worte von Christina Block auch heute für reichlich Interesse.
Wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn ist der Zuschauerraum in Saal 237 schon fast voll.
9 Uhr: So geht es am Mittwoch weiter
Wie das Gericht vorab mitteilte, wird Block am Mittwoch die Gelegenheit bekommen, ihre umfangreiche Einlassung fortzusetzen.
Ihr Verteidiger Ingo Bott hatte am Dienstag mitgeteilt, dass er davon ausgeht, dass seine Mandantin die Einlassung am Mittwoch auch abschließen wird.
8.45 Uhr: Recap von Dienstag
Nach langem Schweigen ergriff die Steakhouse-Erbin am Dienstag wieder selbst das Wort - und revidierte ihre Aussage. Sie räumte ein, dass es bereits beim ersten Treffen mit dem mutmaßlichen Chef-Entführer David B. um die Kinder und deren Situation gegangen sei.
Die 53-Jährige sprach auch noch einmal über die schwere Zeit nach der Einbehaltung der Kinder in Dänemark im August 2021. "Es begann ein Albtraum, der bis heute andauert."
Besonders emotional wurde Block, als sie über die aus ihrer Sicht erfolgte Manipulation der Kinder durch ihren Ex-Mann Stephan Hensel sprach. Dieser habe sie "dämonisiert" und es geschafft, ihre Sorge "in eine Bedrohung zu verdrehen".
Auch das Verhältnis zu ihrem Vater Eugen Block habe unter der Situation gelitten. "Ich habe seine Enttäuschung deutlich gespürt und mich sehr geschämt", berichtete die Angeklagte. In einem Brief habe sie den Patriarchen gefragt: "Warum glaubst du nicht an mich?"
Titelfoto: Christian Charisius/dpa