"Olga" sagt im Block-Prozess aus: Steakhouse-Erbin bekam Spitznamen

Hamburg - Der Prozessmarathon im Fall Christina Block (53) geht in die nächste Runde: Am 51. Verhandlungstag soll am heutigen Mittwoch erneut die mutmaßliche Mit-Entführerin Keren T. (51) alias "Olga" vor Gericht aussagen. TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog.

Update, 12 Uhr: Prozess wird für Pause unterbrochen

Die Staatsanwaltschaft fragt nun auch zu den genauen Hintergründen der Sicherheitsfirma. Die Zeugin hält sich ein weißes Tuch vors Gesicht und wirkt erschöpft.

Es folgt die Mittagspause bis 13.20 Uhr.

Update, 11.36 Uhr: Mit-Entführerin stellt sich Fragen der Staatsanwaltschaft

Es folgen die Fragen des Nebenrichters. Dabei erklärt "Olga", dass sie den allgemeinen Wehrdienst in Israel abgeleistet habe und auf einer Luftwaffenbasis im Süden Israels eingesetzt wurde. David B. sei wiederum für viele Jahre beim israelischen Geheimdienst gewesen.

Ob die Zeugin mit dem Familienanwalt Andreas C. am 31. Dezember 2023 gesprochen habe? Die Frage verneint Keren T. Die Staatsanwaltschaft möchte wissen: Am 28. Dezember 2023 wurden der Zeugin Tüten von Christina Block übergeben, die für ihre Kinder vorgesehen waren. Es werden konkrete Fragen zur Optik der Taschen gestellt. Die Zeugin beschreibt diese.

In den Taschen befanden sich unter anderem Kleidungsstücke und Kissen. Auch diese Gegenstände beschreibt "Olga" nun konkret. "Wie hat Christina Block davon erfahren, dass das Treffen am 28. Dezember 2023 stattfindet?", möchte der Staatsanwalt wissen. Die Zeugin erinnere sich an dieses Detail nicht. Der Raum, in dem das Treffen stattfand, wurde nach Angaben der 51-Jährigen von der Steakhouse-Erbin selbst gebucht.

Update, 11.25 Uhr: Deshalb sagte die Zeugin bei der Polizei aus

Es geht weiter. Erneut kommt die Richterin auf die Chatgruppe der Teammitglieder zu sprechen. "Olga" bestätigt, dass sie die Teammitglieder angewiesen habe, die Gruppe nach der Aktion zu löschen – allerdings auf Anweisung von David B. hin.

Zudem möchte die Richterin wissen, warum Keren T. überhaupt bei der Polizei ausgesagt habe und nun auch hier im Gerichtssaal sitzt. David B. habe mit Anwälten in Israel gesprochen und den Entschluss gefasst, auszusagen, erklärt sie weiter. Ein Vorteil, bei der Staatsanwaltschaft auszusagen, wurde "Olga" nach eigenen Angaben nicht versprochen. Die Richterin hat nun keine weiteren Fragen mehr.

Am 51. Verhandlungstag sagt die Zeugin Keren T. weiter vor Gericht im Fall Christina Block (r.) aus.  © Christian Charisius/dpa

Update, 10.59 Uhr: Einige Teammitglieder haben Geld erhalten

"Wie lange der Aufenthalt von Christina Block auf dem Bauernhof mit den Kindern geplant war?", möchte die Richterin wissen. "Laut David B. sollten sie dort mindestens eine Woche sein", so die Zeugin. Ob die Teammitglieder Geld erhalten haben?

Vier Teammitglieder sollen Geld für die Aktion erhalten haben, bestätigt "Olga" – jeweils 10.000 Euro. Einmal sei sie selbst sogar bei einer Bezahlung dabei gewesen.

Es folgt eine Pause von 10 Minuten.

Update, 10.48 Uhr: Am Neujahrstag schrieb die Zeugin der Steakhouse-Erbin eine Nachricht

Im Wohnmobil hätten die Kinder hauptsächlich geschlafen, bestätigt Keren T. "Als sie aufwachten, haben sie mit Tal S. gesprochen", so "Olga". In der Nacht habe die Zeugin Christina Block eine Nachricht geschickt. Sie schrieb: "Frohes neues Jahr".

Zudem wies sie die Steakhouse-Erbin darauf hin, dass die 53-Jährige schon bald weitere Anweisungen erhalten werde – etwa, dass Christina Block ein neues Telefon erhalten werde. Der Grund für ein neues Telefon: "Um Christina von der Presse zu isolieren", so die Zeugin.

Die Richterin verliest Nachrichten zwischen Christina Block und Keren T. Darin soll die Zeugin die 53-Jährige darauf hingewiesen haben, dass die Steakhouse-Erbin in ein bestimmtes Zimmer im Hotel gehen soll, wo das neue Telefon auf sie warte. Danach sollte die 53-Jährige zu dem Hof in Süddeutschland fahren.

Als "Olga" schließlich Christina Block auf dem Bauernhof getroffen habe, sei die Zeugin überrascht gewesen, dass die 53-Jährige im Beisein von Gerta gewesen sei.

Update, 10.37 Uhr: "Olga" habe nicht gesehen, wie die Kinder ins Auto gebracht wurden

"Wie sind die Kinder konkret ins Auto gekommen?", möchte die Richterin wissen. "Es war laut wegen des Feuerwerks. Es war dunkel. Und ich sollte aufpassen, dass niemand von den Teammitgliedern zurückgelassen werde", so die Zeugin. Gesehen habe Keren T. nicht, wie die Kinder ins Auto verbracht wurden.

Auch, was mit Hensel passiert ist, konnte "Olga" nicht sehen. Erst als sie bemerkte, dass eines der Teammitglieder zurückgelassen wurde, sah sie Hensel aufstehen. Dennoch seien sie danach weggefahren. Alle Teammitglieder trugen Schwarz und Masken über den Gesichtern – außer Keren T. und David B.

Grund für die Masken: Sie wollten in Dänemark nicht erkannt werden, weil sie wussten, dass die Aktion in Dänemark nicht legal sei. "Olga" war gemeinsam mit David B. und einem anderen mutmaßlichen Entführer in einem Auto. Weshalb die Zeugin nicht direkt mit den Kindern nach Deutschland gefahren ist, sondern an einem Wald angehalten hat?

David B. habe ihr gesagt, dass es sinnvoll wäre, nicht schnell zu fahren, so "Olga". Sie selbst sei am Wohnmobil gewesen, als die Kinder dort schließlich angekommen sind. In welchem Zustand die Kinder dort ankamen, habe sie nicht gesehen.

Wegen der mutmaßlichen Entführung findet am Landgericht Hamburg auch am Mittwoch wieder der Prozess statt, unter anderem gegen Block.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

Update, 10.25 Uhr: Team-Treffen habe auch vorab in Israel stattgefunden

"Olga" erklärt weiter: "Davids Plan war, Christina nicht genau zu sagen, wo wir sind. Sondern erst, nachdem wir sicher waren, dass wir die Kinder haben, sollten wir ihr sagen, wohin sie kommen soll." Demnach soll die Steakhouse-Erbin zuvor nicht gewusst haben, dass die Kinder auf einen Bauernhof nach Süddeutschland gebracht werden.

"Haben sie mit Frau Block darüber gesprochen, dass die Kinder am 31. Dezember 2023 zurückgeholt werden sollen?", möchte die Richterin wissen. Die Zeugin antwortet mit: "Ja." Das Gespräch habe im Beisein von anderen Teammitgliedern stattgefunden.

Als sie das Team in Israel zusammengestellt haben, sei bereits bekannt gewesen, wann genau die Kinder zurückgeholt werden sollen, so die Zeugin. Ein Treffen mit dem Team habe es bereits in Israel gegeben – im Elternhaus von "Olga". Alle außer "Jonathan" seien bei dem Meeting dabei gewesen.

Den mutmaßlichen Entführern seien 10.000 Euro für die Tat versprochen worden. Tal S. habe das Geld aber direkt abgelehnt.

Update, 10.20 Uhr: Richterin hält "Olga" weitere Chatverläufe vor

Christina Block soll der Zeugin in einer WhatsApp-Nachricht mitgeteilt haben, wie die Kinder Weihnachten und Silvester feiern. Diese Nachricht soll vor Weihnachten 2023 gesendet worden sein. Kurz danach verliest die Richterin einen Chatverlauf vom 31. Dezember.

An diesen Chatverlauf erinnert sich "Olga" nicht. Sie erinnere sich aber an das "gesamte Konzept", so Keren T. weiter, als es um Nachrichten geht, die sich offenbar um die Planung der Entführung drehen. 

Die Stimmung ist weiter angespannt.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

Update, 10.12 Uhr: Die Zeugin erklärt weitere Details zum Team-Meeting Ende 2023

Ende 2023 soll es eine Team-Besprechung gegeben haben, bei dem auch die Steakhouse-Erbin erschien. Das Treffen habe nach Aussage der Zeugin am 28. Dezember stattgefunden – an einem Nachmittag. Wer anwesend war? David B., zwei IT-Mitglieder sowie fünf weitere Personen und sie selbst.

Was bei dem Team-Meeting besprochen wurde? Christina Block sei dazugekommen, "um dem Team zu danken", so die Zeugin. Abschließend habe sie "viel Glück" gewünscht. Gemeinsam mit der 53-Jährigen verließ "Olga" dann den Raum, in dem das Meeting stattfand.

Jedes Mitglied hat eine Aufgabe im Meeting bekommen. Tal S. und Schlomi sollten Hensel festhalten, zwei weitere sollten die Autos fahren. Andere Mitglieder sollten die Kinder festhalten, um sie in das Auto zu bringen. David B. sollte alles überwachen. Die Zeugin selbst sollte darauf achten, dass niemand von den Teammitgliedern zurückgelassen wird.

Update, 9.53 Uhr: Zeugin kann sich an Nachrichten aus der Chatgruppe nicht erinnern

Die Vorsitzende Richterin hält der 51-Jährigen weitere Nachrichten vor. So sei unter anderem besprochen worden, wie der Kindsvater Stephan Hensel diskreditiert werden könne.

Mehrmals wiederholt Keren T., dass sie sich an viele Nachrichten aus der Chatgruppe nicht mehr erinnere. "Es ist schon sehr lange her", so die Zeugin. Die Richterin hält ihr weiter vor, dass unter anderem ein Rückkehrkonzept übersendet worden sei.

Nach Angaben von "Olga" erinnere sie sich nur, dass Christina Block über das Dokument "Rückkehrkonzept" gesprochen habe. Das Dokument soll nach Angaben der Richterin per Mail an die Zeugin gesendet worden sein. Erinnern kann sich "Olga" daran nicht.

Christina Block habe nach Angaben der 51-Jährigen mit "Olga" darüber gesprochen, wie man sich zu verhalten habe, wenn die Kinder wieder zurück in Deutschland sind. Gespräche darüber, mit welchem Fahrzeug die Kinder zurücktransportiert werden sollen, habe es ihrer Angaben nach nicht gegeben.

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