"Olga" über das Treffen der Steakhous-Erbin mit ihren Kindern: "Sie haben geredet und geschrien"

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Hamburg - Der Prozessmarathon im Fall Christina Block (53) ging in die nächste Runde: Am 51. Verhandlungstag sagte am heutigen Mittwoch erneut die mutmaßliche Mit-Entführerin Keren T. (51) alias "Olga" vor Gericht aus. TAG24 war vor Ort und berichtete in einem Liveblog.

Im Fokus stand, wie am Verhandlungstag zuvor auch, die Zeugenaussage der mutmaßlichen Mit-Entführerin. Zunächst stellte die Vorsitzende Richterin einige Fragen an die Israelin. Dabei wurde unter anderem klar, dass Christina Block von den mutmaßlichen Entführern einen internen Spitznamen erhalten habe: "Lady C".

Zudem schilderte die Zeugin, dass sie nicht direkt gesehen habe, wie die Kinder in der Silvesternacht in Dänemark ins Auto gebracht wurden. "Es war laut wegen des Feuerwerks. Es war dunkel. Und ich sollte aufpassen, dass niemand von den Teammitgliedern zurückgelassen werde", so die Zeugin. Auch, was mit Hensel passiert ist, konnte "Olga" nicht sehen.

Weiter erklärte sie: Vier Teammitglieder sollen Geld für die mutmaßliche Entführung erhalten haben – jeweils 10.000 Euro. Einmal sei sie selbst sogar bei einer Bezahlung dabei gewesen.

David B. soll sich vor der mutmaßlichen Entführung zweimal mit Eugen Block, dem Vater von Christina Block, getroffen haben. Dabei soll Eugen Block von David B. verlangt haben, die Kinder nach Deutschland zu holen, so der Staatsanwalt. Die Zeugin wusste von den Treffen, sie selbst sei jedoch nicht dabei gewesen. Die Rede war auch von Druck auf die mutmaßlichen Entführer, der von Eugen Block über den Familienanwalt ausgeübt wurde, die Kinder zurück nach Deutschland zu bringen.

Was die Observation des Hauses in Dänemark betrifft, habe die Zeugin sogar selbst Observationsberichte angefertigt und diese schließlich an den mutmaßlichen Chef-Entführer David B. weitergeleitet.

Auf die Frage der Kinderpsychiaterin, wie der erste Kontakt zwischen Christina Block und den Kindern auf dem Bauernhof in Süddeutschland ablief, beschrieb "Olga": "Einige Minuten haben sie geredet und geschrien, geschrien. Und ganz schnell saßen sie dann aber auf dem Bett als Familie." Die Atmosphäre sei dann gut gewesen, so Keren T. abschließend.

Update, 15.41 Uhr: Prozesstag ist zu Ende

Die Hauptverhandlung wird unterbrochen und geht morgen, am Donnerstag, dem 28. Mai, weiter.

Auch am 52. Verhandlungstag ist die mutmaßliche Mit-Entführerin Keren T. alias "Olga" als Zeugin geladen.

Update, 15.25 Uhr: Beziehung von Christina Block zu den Kindern sei "normal und liebevoll" gewesen

Eine Kinderpsychiaterin stellt nun Fragen. Sie möchte von der Zeugin wissen, wie das Zusammenleben von Christina Block mit ihren Kindern war. "Wir haben viel darüber gesprochen. Es war ein normales Familienleben", so Keren T. "Haben sie Frau Block mal in Kontakt mit Greta erlebt?" fragt die Psychologin.

Das war bei der Beerdigung, so die Zeugin. "Das war normal. Eine liebevolle Beziehung", schildert sie weiter. Nun geht es um die Maskierung der mutmaßlichen Entführer in der Silvesternacht. Wie die Maskierung auf die Kinder gewirkt habe? "Sie hatten wahrscheinlich Angst", so die Zeugin. "Olga" selbst habe auf der Fahrt Richtung Süddeutschland nicht mit den Kindern gesprochen.

Wie es den Kindern im Wohnmobil ging? "Da waren wir alle emotional", erklärt die Zeugin. "Ich habe die Kinder aber nicht weinen gehört." Bei der Ankunft auf dem Bauernhof hätten die Kinder ruhig gewirkt, erinnert sich "Olga". Und der Kontakt zwischen den Kindern und ihrer Mutter auf dem Hof? "Einige Minuten haben sie geredet und geschrien, geschrien. Und ganz schnell saßen sie dann aber auf dem Bett als Familie." Die Atmosphäre sei dann gut gewesen, so Keren T.

Die Kinder habe "Olga" das letzte Mal gesehen, als sie mit Christina Block ins Auto eingestiegen sind, um nach Hamburg zu fahren. "Das war alles sehr emotional. Ich habe Christina zur Tür begleitet." Gewehrt hätten sich die Kinder, dort im Auto mitzufahren, nicht. Die Psychiaterin hat keine weiteren Fragen mehr.

Die Prozessbeteiligten im Landgericht Hamburg beim 51. Verhandlungstag.
Die Prozessbeteiligten im Landgericht Hamburg beim 51. Verhandlungstag.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

Update, 15.20 Uhr: Deshalb war "Olga" bei der Beerdigung von Christa Block

Von der Meden kommt auf die Beerdigung von Christa Block zu sprechen. Die Zeugin bestätigt, dass einige der mutmaßlichen Mit-Entführer vor Ort waren – darunter auch sie selbst. Weshalb sie dort anwesend waren? "Wir wurden darum gebeten, zu schauen, ob Stephan kommt", so Keren T.

Wäre Hensel bei der Beerdigung aufgetaucht, hätte "Olga" dann David B. über das Erscheinen des Kindsvaters informieren sollen. Den Hintergrund dazu wisse sie nicht. Von der Meden hat keine weiteren Fragen.

Update, 15.02 Uhr: Keren T. hat Observationsberichte vom Haus in Dänemark erstellt

Nach einer kurzen Pause geht es mit den Fragen von Nebenklagevertreter von der Meden weiter. Es geht darum, mit welchen technischen Hilfsmitteln das Haus in Dänemark observiert wurde. Neben Kameras wurden auch Drohnen eingesetzt, so die Zeugin. Zudem habe es Observationsberichte gegeben, so "Olga", die sie die meiste Zeit über selbst erstellt habe.

Die Berichte habe sie daraufhin an David B. weitergeleitet. Was der mutmaßliche Chef-Entführer damit gemacht hat, wisse sie nicht. Sie würden lediglich zu internen Briefings dienen, so die Zeugin. Ob die Zeugin oder andere Personen aus dem Observations-Team Kontakt zu anderen Personen aus Dänemark hatten, verneint Keren T.

Weitere Personen oder Objekte seien nach Angaben der Zeugin nicht observiert worden. "Was waren die Ergebnisse der Observation?", möchte von der Meden wissen. "Nichts dabei herausgekommen", so die Zeugin. Im Gegensatz zu den Kindern berichtet die Zeugin, dass Hensel nicht observiert wurde.

Update, 14.23: Nebenklagevertreter hakt nach

Keren T. schweift bei den Antworten zu den Nachfragen von Philip von der Meden immer wieder ab. Der 42-Jährige wird zunehmend stutzig und runzelt die Stirn. Auch Block-Anwalt Ingo Bott funkt bei den Fragen des Nebenklagevertreters immer wieder dazwischen.

Nun fragt von der Meden einige Namen ab, ob Keren T. diese Personen kenne. Die meisten kennt die Zeugin demnach nicht. Kennt die 51-Jährige einen Namen doch, kann sie dennoch nicht viele Angaben zu dieser Person machen. So taucht unter anderem auch der Name des Sohnes des mutmaßlichen Chef-Entführers David B. auf.

Es folgt eine weitere Pause von 10 Minuten.

Update, 13.54 Uhr: Zeugin war sicher, dass die Kinder nach Deutschland wollten

Es geht weiter mit den Fragen von Philip von der Meden (42), Nebenklagevertreter von Stephan Hensel (51). Dabei geht es unter anderem um die Frage, inwiefern "Olga" Kontakt zu den IT-Mitarbeitern hatte. Sie sollten die Cybersicherheitstests im Block-Hotel durchführen, hätten mit der mutmaßlichen Entführung nach Angaben der Zeugin jedoch nichts zu tun.

Erneut geht es um die Frage, ob die Kinder lieber in Dänemark oder in Hamburg sein wollten. "Wir haben geglaubt, dass sie von Dänemark weg wollen", so die Zeugin. "Und sie hatten nicht das Erlebnis, zur Beerdigung der Großmutter zu gehen." Außerdem habe man das Haus von Hensel beschattet und die Kinder nie draußen gesehen. Ein Zeichen für die Gruppe, dass die Kinder "kein normales Leben" führen würden.

"Verstehe ich das richtig, dass Sie sich bei Ihrer Einschätzung, was die Kinder wollten, hauptsächlich auf Christina und den Familienanwalt Andreas C. verlassen haben?", fragt von der Meden. "Ja", gesteht Keren T.

Update, 13.22 Uhr: Prozesstag wird fortgesetzt, Zeugin berichtet von großem Druck durch Eugen Block

Nach der Mittagspause geht es mit Fragen von der Staatsanwaltschaft weiter. Ob die Familie davon wusste, dass ihr Bauernhof für die Rückkehr der Kinder ausgewählt wurde? "Ich gehe davon aus, dass sie auf uns warteten, weil sie uns ein Zimmer vorbereitet haben", so die Zeugin.

David B. soll sich zuvor zweimal mit Eugen Block, dem Vater von Christina Block, getroffen haben. Dabei soll Eugen Block von David B. verlangt haben, die Kinder nach Deutschland zu holen, so der Staatsanwalt. Die Zeugin wisse von den Treffen, sie selbst sei jedoch nicht dabei gewesen. Eines der Treffen habe nach Angaben der 53-Jährigen in der Hotel-Lobby in der Nähe der Bar, das andere im Hotel-Restaurant stattgefunden.

Auch Familienanwalt Andreas C. soll bei den Treffen dabei gewesen sein. Zum Gesprächsinhalt dieser Treffen habe David B. der Zeugin ihren Angaben nach nichts weiter erzählt. Die Rede ist auch von Druck auf die mutmaßlichen Entführer, der von Eugen Block über den Familienanwalt ausgeübt wurde, die Kinder zurück nach Deutschland zu bringen.

Im Wald angekommen habe sich das Entführer-Team aufgeteilt. Mit-Entführer "Jonathan" sei nach Angaben der Zeugin dann mit den Kindern weggegangen. Grund für die Aufteilung: "Es hätte Polizei mit Hunden gegeben. Jonathan habe die Hunde mit sich genommen", gibt die Zeugin die Erzählungen ihrer Teammitglieder wieder.

Wie Christina Block mit ihren Kindern das Haus am Bauernhof verlassen hat, habe die Zeugin gesehen und sie mit "Auf Wiedersehen" verabschiedet, schildert "Olga". "Sie sind einfach ins Familienauto eingestiegen und dann sind sie losgefahren."

Christina Block (r.), Ingo Bott und Rechtsanwältin Paula Wlodarek (M.) gehen nach der Mittagspause zurück in den Gerichtssaal.
Christina Block (r.), Ingo Bott und Rechtsanwältin Paula Wlodarek (M.) gehen nach der Mittagspause zurück in den Gerichtssaal.  © Christian Charisius/dpa

Update, 12 Uhr: Prozess wird für Pause unterbrochen

Die Staatsanwaltschaft fragt nun auch zu den genauen Hintergründen der Sicherheitsfirma. Die Zeugin hält sich ein weißes Tuch vors Gesicht und wirkt erschöpft.

Es folgt die Mittagspause bis 13.20 Uhr.

Update, 11.36 Uhr: Mit-Entführerin stellt sich Fragen der Staatsanwaltschaft

Es folgen die Fragen des Nebenrichters. Dabei erklärt "Olga", dass sie den allgemeinen Wehrdienst in Israel abgeleistet habe und auf einer Luftwaffenbasis im Süden Israels eingesetzt wurde. David B. sei wiederum für viele Jahre beim israelischen Geheimdienst gewesen.

Ob die Zeugin mit dem Familienanwalt Andreas C. am 31. Dezember 2023 gesprochen habe? Die Frage verneint Keren T. Die Staatsanwaltschaft möchte wissen: Am 28. Dezember 2023 wurden der Zeugin Tüten von Christina Block übergeben, die für ihre Kinder vorgesehen waren. Es werden konkrete Fragen zur Optik der Taschen gestellt. Die Zeugin beschreibt diese.

In den Taschen befanden sich unter anderem Kleidungsstücke und Kissen. Auch diese Gegenstände beschreibt "Olga" nun konkret. "Wie hat Christina Block davon erfahren, dass das Treffen am 28. Dezember 2023 stattfindet?", möchte der Staatsanwalt wissen. Die Zeugin erinnere sich an dieses Detail nicht. Der Raum, in dem das Treffen stattfand, wurde nach Angaben der 51-Jährigen von der Steakhouse-Erbin selbst gebucht.

Update, 11.25 Uhr: Deshalb sagte die Zeugin bei der Polizei aus

Es geht weiter. Erneut kommt die Richterin auf die Chatgruppe der Teammitglieder zu sprechen. "Olga" bestätigt, dass sie die Teammitglieder angewiesen habe, die Gruppe nach der Aktion zu löschen – allerdings auf Anweisung von David B. hin.

Zudem möchte die Richterin wissen, warum Keren T. überhaupt bei der Polizei ausgesagt habe und nun auch hier im Gerichtssaal sitzt. David B. habe mit Anwälten in Israel gesprochen und den Entschluss gefasst, auszusagen, erklärt sie weiter. Ein Vorteil, bei der Staatsanwaltschaft auszusagen, wurde "Olga" nach eigenen Angaben nicht versprochen. Die Richterin hat nun keine weiteren Fragen mehr.

Am 51. Verhandlungstag sagt die Zeugin Keren T. weiter vor Gericht im Fall Christina Block (r.) aus.
Am 51. Verhandlungstag sagt die Zeugin Keren T. weiter vor Gericht im Fall Christina Block (r.) aus.  © Christian Charisius/dpa

Update, 10.59 Uhr: Einige Teammitglieder haben Geld erhalten

"Wie lange der Aufenthalt von Christina Block auf dem Bauernhof mit den Kindern geplant war?", möchte die Richterin wissen. "Laut David B. sollten sie dort mindestens eine Woche sein", so die Zeugin. Ob die Teammitglieder Geld erhalten haben?

Vier Teammitglieder sollen Geld für die Aktion erhalten haben, bestätigt "Olga" – jeweils 10.000 Euro. Einmal sei sie selbst sogar bei einer Bezahlung dabei gewesen.

Es folgt eine Pause von 10 Minuten.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

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