Hamburg - Am Freitag stand bereits der 85. Verhandlungstag im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (53) an. Es wurden mehrere Anträge der Verteidigung abgelehnt, ehe am Ende eine Sprachnachricht der Steakhouse-Erbin abgespielt wurde. TAG24 war vor Ort und berichtete im Liveblog.
11.16 Uhr: Verhandlung für heute beendet
Die Vorsitzende Richterin beendet die Verhandlung für den heutigen Tag.
Weiter geht es am kommenden Mittwoch (11. November) um 9.30 Uhr.
11.13 Uhr: Steakhouse-Erbin: "Juristisch kann ich nichts mehr machen"
In der zweiten Aufnahme ist die Steakhouse-Erbin selbst zu hören. Sie spricht am Silvestertag 2023, dem Tag vor der Entführung, in einer Sprachnachricht an eine Bekannte darüber, wie "ausweglos" ihre Situation sei. Für 2024 sei zudem keine Änderung der Lage zu erwarten.
In der Sprachnachricht sagt Block unter anderem den Satz: "Juristisch kann ich nichts mehr machen." Nebenklagevertreter Philip von der Meden pickt sich diesen Satz in einer kurzen Stellungnahme sogleich heraus und zitiert ihn noch mal.
Block-Verteidiger Bott erklärt hingegen, dass es "lebensfremd" und "total abwegig" sei, dass seine Mandantin so eine Nachricht aufgenommen hätte, wenn sie von der bevorstehenden Entführung gewusst hätte.
11.02 Uhr: Sprachnachricht vom Familienanwalt ist zu hören
Es geht weiter. Nach der Ausgabe verschiedener Unterlagen an die Verfahrensbeteiligten werden zwei Audio-Aufnahmen im Gerichtssaal abgespielt. In der ersten ist eine Sprachnachricht des mitangeklagten Familienanwalts Dr. Andreas C. an Christina Block zu hören.
Der Anwalt erzählt zunächst von einem Treffen mit einem befreundeten Anwalt in Südafrika und kommt dann darauf zu sprechen, dass Eugen Block ihn über das Vorhaben informiert habe, den Kindern in Dänemark Geschenke übergeben zu wollen. Er habe dem Patriarchen gesagt, dass er abwarten solle.
10.12 Uhr: Auch Antrag des Verteidigers der Block-Cousine wird abgelehnt
Nun wird auch ein Antrag von Reinhard Daum, dem Verteidiger von Block-Cousine Uta B., abgelehnt. Dieser hatte beantragt, mehrere Polizeibeamte sowie Vertreter der Staatsanwaltschaft als Zeugen zu laden. Für die Kammer sei nicht erkennbar, was für Schlüsse aus etwaigen Befragungen gezogen werden könnten.
Es folgt eine 30-minütige Pause, damit die Kammer über weitere Beweisanträge beraten kann.
9.49 Uhr: Kammer schmettert weitere Anträge von Block-Anwalt Ingo Bott ab
Weitere Beweisanträge von Bott werden abgelehnt. Der Anwalt hatte beantragt, verschiedene Kurznachrichten seiner Mandantin einzuführen. Aus diesen könnten unter anderem Schlüsse auf die seelische Verfassung seiner Mandantin gezogen werden, hatte Bott argumentiert.
Auch in diesen Fällen erschließe sich der Kammer nicht, was der Inhalt der Nachrichten für eine Bedeutung für die Schuld- und Rechtsfolgenfrage haben könnte, erklärt Hildebrandt.
9.40 Uhr: Verhandlung eröffnet, erste Beweisanträge werden abgelehnt
Die Verhandlung wird von der Vorsitzenden Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet. Es geht los mit Nebenklagevertreter Philip von der Meden, der zwei Beweisanträge samt USB-Stick einreicht.
Anschließend verkündet die Kammer den ersten Beschluss des heutigen Tages. Der Beweisantrag von Block-Anwalt Ingo Bott, Buchungsbestätigungen über Flüge im Mai 2024 einzuführen, wird abgelehnt.
Der Verteidiger hatte argumentiert, dass seine Mandantin die Flüge nicht am 29. Dezember 2023 gebucht hätte, wenn sie von der zwei Tage später stattfindenden Entführung gewusst hätte. Die Kammer kann dieser Argumentation mit Blick auf die Schuld- und Rechtsfolgenfrage des Prozesses nicht folgen.
9.27 Uhr: Überschaubarer Andrang im Gerichtssaal
Die Aussicht auf Beschlüsse und Verkündungen der Kammer sorgt für überschaubares Interesse in der Öffentlichkeit.
Wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn ist der Zuschauerraum in Saal 237 äußerst spärlich gefüllt.
9 Uhr: So geht es am Freitag weiter
Wie das Gericht vorab mitteilte, will die Kammer am Freitag ihre Entscheidung über mehrere der gestellten Beweisanträge mitteilen.
Ein Zeuge ist demnach für den heutigen Verhandlungstag nicht geladen.
8.45 Uhr: Recap vom 84. Verhandlungstag
Am 84. Verhandlungstag bekamen sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft aufgrund der rund 860 Seiten an neuen Beweisanträgen in die Haare. Block-Anwalt Ingo Bott musste sich unter anderem gegen den Vorwurf wehren, das Verfahren verschleppen zu wollen.
Darüber hinaus wurde bestätigt, dass Blocks PR-Berater und Ex-Regierungssprecher Béla Anda (63) als Zeuge aussagen soll - eigentlich an diesem Freitag, aber an dem Termin kann der Journalist den Angaben zufolge nicht.