Hamburg - Auch der 73. Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) stand ganz im Zeichen der umfangreichen Einlassung der Hauptangeklagten. TAG24 war vor Ort und berichtete im Liveblog.
So sprach die Steakhouse-Erbin unter anderem erneut über das schwierige Verhältnis zu ihrem Vater Eugen. Nach dem Tod ihrer Mutter sei dieser "völlig von der Rolle" gewesen und habe regelmäßig "zornige Ausbrüche" gehabt. Auch sie selbst habe der Verlust extrem mitgenommen, berichtete Block unter Tränen.
Als im September 2023 der inzwischen widerlegte Verdacht auf Kinderpornografie gegen Gerd Uecker, den Familienanwalt ihres Ex-Mannes Stephan Hensel, aufkam, habe sich die Angst um ihre in Dänemark lebenden Kinder noch einmal verstärkt.
Dennoch habe sie stets nach einem legalen Weg gesucht, um wieder Kontakt zu Klara und Theo zu haben. Von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24 habe sie entsprechend nichts gewusst und das angebliche Treffen mit den Entführern am 28. Dezember habe es nie gegeben, beteuerte die Angeklagte noch einmal.
Der mutmaßliche Chef-Entführer David B. habe die Aktion eigenständig geplant und durchgeführt - womöglich, um die Gunst der Familie Block für sich zu gewinnen und die Block-Gruppe als Vorzeige-Kunden für seine IT-Firma "Cyber Cupula" zu gewinnen.
Die wenigen Tagen nach der Entführung, an denen die Kinder bei ihr in Hamburg gewesen seien, seien für sie "wie ein Traum gewesen", so Block. Beim Zitieren eines damaligen Tagebuch-Eintrags ("Theo in meinen Armen, ich kann's nicht glauben") kämpfte die Angeklagte wieder mit den Tränen.
15.41 Uhr: Block-Anwalt erklärt Gründe für die mehrstündige Einlassung
Block-Anwalt Ingo Bott erklärt gegenüber der anwesenden Presse, dass es seiner Mandantin wichtig gewesen sei, "die Beweislage abschließend zu würdigen".
Nach seiner Auffassung sei im Rahmen der mehrstündigen Einlassung deutlich zum Ausdruck gekommen, dass die Steakhouse-Erbin die Entführung weder beauftragt noch davon etwas gewusst habe.
15.22 Uhr: Verhandlung für heute beendet
Nach einem weiteren kurzen Antrag von Dr. Voß stellt auch Anwältin Sandra Scherbarth, die Gül Pinar als Verteidigerin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P. heute vertritt, einen Antrag. Dabei geht es um den Beleg eines Copy-Shops.
Kurz danach ist Schluss für heute. Weiter geht es am Freitag, wie gewohnt um 9.30 Uhr.
15.05 Uhr: Anwalt des Familienanwalts beantragt Einführung von E-Mails
Dr. Marko Voß, Verteidiger des mitangeklagten Familienanwalts Dr. Andreas C., nutzt die verbliebene Zeit für einen Antrag. Er beantragt, verschiedene Mails von und an seinen Mandanten in die Hauptverhandlung einzuführen.
In den Mails geht es um die Weihnachtsfeier der Kanzlei von C., für die der Familienanwalt 2023 zwischenzeitlich einen Konferenzraum im Hotel "Grand Elysée" gebucht habe.
In der Anklageschrift sei behauptet worden, diese Konferenzraum-Buchung könnte für ein etwaiges Treffen mit den Entführern vorgenommen worden sein. Diese Argumentation entbehre jeder Grundlage, unterstreicht Dr. Voß.
Die anderen Verfahrensbeteiligten, selbst die Staatsanwaltschaft, unterstützen den Antrag des Anwalts oder geben keine Stellungnahme ab.
14.52 Uhr: Block beendet Einlassung und will keine Rückfragen beantworten
Abschließend fasst Block noch einmal zusammen, dass sie die Entführung weder beauftragt noch geplant oder davon gewusst habe. Die Aktion habe ihrer Vorstellung von einer rechtmäßigen Rückführung der Kinder komplett widersprochen.
Die Einlassung ist beendet. Wie Block-Anwalt Ingo Bott erklärt, werde seine Mandantin keine Rückfragen der Verfahrensbeteiligten beantworten. Sie habe versucht, im Rahmen ihrer Einlassung alle offenen Fragen zu klären, so die Argumentation.
14.48 Uhr: Block erinnert sich an "lockeren und harmonischen" Umgang
Es geht weiter. Nach der Entführung habe sie damit gerechnet, dass sich Klara und Theo in Hamburg zurückhaltend verhalten würden. Doch der Umgang sei - vor allem mit Theo - "locker und harmonisch" gewesen. Sie sei eine "liebevolle, fürsorgliche Mama" für die beiden gewesen - und damit ganz anders, als diese es von ihrem Vater eingeimpft bekommen hätten.
Erst ab dem 3. Januar habe ihr durch die Presse-Berichterstattung langsam gedämmert, was eigentlich passiert sei. "Ich verstand aber weiter wenig bis nichts", verdeutlicht die Hamburgerin. Dass sie sich auch noch nach der Rückkehr der Kinder nach Dänemark in einem Schockzustand befunden habe, sei der Grund dafür, weshalb sie viele Dinge heute nicht mehr richtig erinnere.
14.26 Uhr: Christina Block weint bei Erinnerung an Zeit mit Klara und Theo
Die wenigen Tage mit Klara und Theo in Hamburg nach der Entführung seien wie ein Traum gewesen, berichtet Block weiter. "Theo in meinen Armen, ich kann's nicht glauben", habe sie in ihr Tagebuch geschrieben, schluchzt die Steakhouse-Erbin mit tränenerstickter Stimme.
Direkt danach bittet sie um eine kurze Pause. In zehn Minuten geht es weiter.
14.16 Uhr: Christina Block spricht von völliger Überforderung am 1. Januar
Nun spricht Block über den Alpakahof in Süddeutschland, zu dem die Kinder nach der Entführung gebracht worden waren. Dass die Betreiber laut Selbstleseliste in ihrer Vernehmung ausgesagt hätten, vom Eintreffen der Entführer und der Kinder "überrumpelt" gewesen zu sein, wundere sie nicht.
Dass sie schließlich mit ihrer Tochter nach Süddeutschland gereist sei, sei schlichtweg auf ihre völlige Überforderung zurückzuführen. Selbst als sie schon unterwegs gewesen sei, habe sie nicht gewusst, ob die Dinge, die "Olga" ihr erzählt hatte, wirklich wahr seien. "Ich haderte damit, nicht zu wissen, was los war", berichtet Block.
Auf dem Alpakahof sei sie dann auf Klara und Theo getroffen. "Ich habe eine Tierhaarallergie. Es wäre abwegig zu glauben, dass ich mich für ein Wiedersehen mit meinen Kindern an so einem Ort treffen würde, der darüber hinaus auch noch verdammt weit weg war."
14.02 Uhr: Block argumentiert, warum sie von nichts gewusst haben kann
Dass sie von der Entführung vorab nichts gewusst habe, zeige sich allein schon dadurch, dass sie unter anderem die Schwester ihres Lebensgefährten Gerhard Delling zur Silvestergala eingeladen habe. "Dazu hätte ich bestimmt keinen Nerv gehabt, wenn ich gewusst hätte, was in dieser Nacht passiert."
Auch dass sie am frühen Morgen eine Liste auf ihrem Handy erstellt habe, was man bei der Silvestergala alles verbessern könne, sei ein klarer Hinweis, dass sie keinerlei Kenntnis von den Ereignissen in Dänemark gehabt habe. Sonst hätte sie sich nicht mit so etwas Unwichtigem beschäftigt, argumentiert Block.
Als "Olga" ihr am Neujahrsmorgen schließlich telefonisch von der Aktion erzählt habe, sei sie aus allen Wolken gefallen und habe völlig neben sich gestanden. Panisch habe sie den noch schlafenden Delling geweckt, der auch schockiert reagiert habe.
13.45 Uhr: Christina Block versagt bei Silvester-Erzählung wieder die Stimme
Die Pause ist rum, weiter geht es mit der Einlassung von Christina Block. Sie spricht nochmals über den 31. Dezember 2023. Sie habe "keine Ahnung" gehabt, was für die Nacht geplant gewesen sei, sonst hätte sie darüber in ihrem Tagebuch etwas geschrieben, führt die 53-Jährige aus. Bei der Erzählung versagt ihr erneut die Stimme.
"Olga" habe sie am Tag zuvor gefragt, wie die Kinder in Dänemark Silvester feiern würden. Sie habe ihre zweitälteste Tochter Greta sofort danach gefragt, weil sie selbst ja nie an Silvester in Dänemark dabei gewesen sei.
Dass "Olga" sie genau danach gefragt habe, habe sie in der damaligen Situation nicht hinterfragt. Aus den Gesprächen mit ihr sei sie es gewohnt gewesen, dass "Olga" viele Fragen stelle. So habe es sie auch nicht gewundert, dass sie nach dem "kleinen Hafen" in Dänemark gefragt habe.
12.27 Uhr: Nebenklagevertreter widerspricht Christina Block
Hensel-Anwalt Philip von der Meden hat sich in einem kurzen Statement vor der anwesenden Presse zur bisherigen Einlassung von Frau Block geäußert. Der Nebenklagevetreter betonte: "Es ist Teil der Verteidigungsstrategie, immer alle anderen verantwortlich zu machen."
Von der Meden widersprach zudem der Darstellung, dass Frau Block nie die Möglichkeit auf Kontakt mit ihren Kindern eingeräumt worden sei. Er bezog sich auf zwei Schriftsätze aus dem Jahr 2023, in denen er klar ausgedrückt habe, dass die Möglichkeit auf Kontakt bestehe.
Die Kontaktversuche seien letztlich allesamt gescheitert, da immer wieder Sicherheitsleute von Frau Block vor dem Haus von Stephan Hensel aufgetaucht seien.
Deutliche Worte fand der Hensel-Anwalt auch zu der Kinderpornografie-Thematik, die von der Steakhouse-Erbin nun noch einmal hervorgeholt werde, obwohl sich der Verdacht bekanntlich als falsch erwiesen habe.
12.09 Uhr: Mittagspause
Die Richterin unterbricht den Monolog der Hauptangeklagten für die obligatorische Mittagspause.
Weiter geht's um 13.30 Uhr.
12.04 Uhr: Christina Block kann sich Aussagen ihrer Kinder nicht erklären
Block bezieht sich nun auf die Dinge, die sie den Entführern angeblich vor der Silvesternacht für die Kinder überreicht haben soll, darunter Kuscheltiere. "Ich kann mich daran nicht erinnern", erklärt die Angeklagte.
Ein Kleidungsstück, wie von David B. behauptet, habe sie aber "ganz bestimmt" nicht übergeben. Sie vermisse nichts in diese Richtung und habe vom Alpakahof aus Süddeutschland auch nichts wieder mit nach Hause genommen.
Warum die Kinder in ihrer Vernehmung so etwas behauptet hätten, wisse sie nicht. Sie wolle auch nicht über die Gründe spekulieren, bekräftigt Block.
11.52 Uhr: Block spricht über Nachricht mit ominösem "Happy New Year"-Code
Nun erzählt Block von der Silvesternacht selbst. Sie argumentiert, dass sie niemals am Silvesterball im Hotel teilgenommen und bis 3 Uhr an der Bar gesessen hätte, wenn sie von der parallel stattfindenden Entführung gewusst hätte.
Ihr Vater sei ja vor Ort gewesen und habe "genug Strahlkraft für uns alle", sodass ihre Anwesenheit nicht notwendig gewesen wäre. Ihre Brüder würden solchen Veranstaltungen seit Jahren fernbleiben, unterstreicht Block.
Dass sie auf die Nachricht von "Olga" mit dem vermeintlichen Code "Happy New Year" geantwortet habe, dass sie dies ihrer Vertrauensperson auch wünsche, zeige, dass es sich offensichtlich nicht um einen geheimen Code im Zuge der Entführung gehandelt habe.
11.35 Uhr: "Es ist schwierig, etwas zu beweisen, was es nicht gab"
Als nächstes spricht Block über das angebliche Treffen mit den Entführern am 28. Dezember 2023. Erneut betont die Steakhouse-Erbin, dass es dieses Treffen nie gegeben habe. Warum David B. und die übrigen Israelis dieses Meeting erfunden hätten, wisse sie nicht.
"Es ist schwierig, etwas zu beweisen, was es nicht gab", ist sich die 53-Jährige bewusst. Allerdings hätten die Israelis sehr unterschiedliche Angaben zu dem angeblichen Treffen gemacht, gibt die Hauptangeklagte zu bedenken.
Tal S., der in U-Haft sitzende mutmaßliche Mit-Entführer, sitze wenige Meter neben ihr und wisse, dass es das Treffen nicht gegeben habe - anders, als er nach den Aussagen der anderen Israelis plötzlich auch behauptet habe, argumentiert Block.
11.19 Uhr: Situation sorgte für "zornige Ausbrüche" von Eugen Block
Block macht weiter. Im November 2023 sei sie emotional in einem "luftleeren Raum" gewesen. Bei ihrem Vater wiederum hätte die schwierige Situation regelmäßig zu "zornigen Ausbrüchen" geführt, erinnert sich die Hamburgerin.
Vor allem an Theos Geburtstag sei sie sehr emotional gewesen und habe sich nach ihrem Sohn gesehnt, betont die Steakhouse-Erbin. Zudem habe sie sich im Zuge des kinderpornografischen Verdachts gegen Herrn Uecker große Vorwürfe gemacht, dass sie ihre Kinder nicht besser geschützt habe.
Im Dezember 2023 seien im Rahmen des Kinderpornografie-Verdachts dann jedoch plötzlich Ermittlungen gegen sie eingeleitet worden - wegen vermeintlich falscher Verdächtigung. "Ich war völlig vor den Kopf gestoßen", betont Block. Sie habe den vermeintlichen Beweisen von David B. vertraut.
10.58 Uhr: Kurze Pause
Nach knapp anderthalb Stunden Monolog bittet die Steakhouse-Erbin um eine kurze Pause.
In zehn Minuten geht es weiter.
10.56 Uhr: Reagierte David B. mit der Aktion in der Silvesternacht auf Absage?
Im Oktober 2023 habe sie den Verdacht gegen Herrn Uecker nach Rücksprache mit ihrem Anwalt Otmar Kury der Polizei gemeldet. Sie sei "zutiefst besorgt" um ihre Kinder gewesen, unterstreicht die 53-Jährige. Die Kontaktdaten von David B., der den Verdacht aufgetan hatte, habe sie an die Behörden weitergeleitet.
Wenn sie eine Entführung ihrer Kinder gemeinsam mit dem Israeli geplant hätte, wäre sie diesen Schritt doch niemals gegangen, beteuert Block. Sie habe "jeden Tag" damit gerechnet, dass B. als Zeuge zu dem Verdacht gehört werde.
Im November 2023 habe Stephan von Bülow, der CEO der Block-Gruppe, indes eine langfristige Zusammenarbeit mit "Cyber Cupula" im IT-Bereich abgelehnt. Damit sei für das Unternehmen von David B. "die Tür zu" gewesen, so Block.
Die Aktion in der Silvesternacht könnte daher eine Verzweiflungstat gewesen sein, um die Sympathie der Block-Familie zurückzugewinnen und doch noch einen unternehmerischen Fuß in die Tür zu bekommen, mutmaßt die Steakhouse-Erbin.
10.30 Uhr: Kinderpornografie-Verdacht habe zwischenzeitlich "vieles verändert"
Ab August 2023 habe David B. mit seiner IT-Firma "Cyber Cupula" intensiv um die Block-Holding als Kunden geworben. Er habe seine Dienste bei sämtlichen Tochtergesellschaften anbieten wollen. Das Hotel sollte demnach die erste Arbeitsprobe des Unternehmens sein.
Sie selbst sei zu dieser Zeit "kaum lebensfähig" und "in einem Loch" gewesen, verdeutlicht die 53-Jährige. Der Verlust ihrer Mutter habe sie schwer getroffen. Am 15. September habe es einen "Tiefpunkt" erlebt, als Hensel-Anwalt Philip von der Meden ihr vorgeworfen habe, dass sie jederzeit Zugang zu ihren Kindern habe, dies offensichtlich aber selbst gar nicht wolle.
Am 24. September 2023 habe sie von dem inzwischen widerlegten kinderpornografischen Verdacht gegen Hensel-Anwalt Uecker durch "Cyber Cupula" erfahren. Dies habe vieles verändert und endgültig ihr Gefühl verstärkt, dass ihre Kinder in einem "gefährlichen Umfeld" lebten.
In der Rückschau habe "Olga", die ihr von dem Verdacht erzählt habe, zu diesem Zeitpunkt sicherlich "ganz genau gewusst", was sie mit dieser Nachricht bei ihr auslöse, mutmaßt Block.
10.16 Uhr: "Ich war eben nur seine Tochter und nur eine Frau"
Ihr Vater sei nach dem Tod seiner Frau "völlig von der Rolle" gewesen, deshalb habe sie sich in dieser für sie persönlich sehr schweren Zeit auch um ihn kümmern müssen, erinnert sich die Steakhouse-Erbin. Gleichzeitig habe sie Angst davor gehabt, dass sich die Trauer des Patriarchen in Aktionismus verwandeln würde.
Im August 2023 habe sie schließlich mitbekommen, dass ihr Vater "etwas" mit dem mitangeklagten Sicherheitsunternehmer Andreas P. plane.
Sie habe sich daraufhin nicht an ihren Vater selbst, sondern an Familienanwalt C. gewandt. Wenn jemand einen Zugang zu ihrem Vater gehabt habe, dann dieser. "Ich war eben nur seine Tochter und nur eine Frau und ich bin eben emotional", erklärt Block das schwierige Verhältnis zu ihrem Vater.
10.07 Uhr: Christina Block rechnet mit Ex-Anwalt Otmar Kury ab
Dass ihr Ex-Anwalt Otmar Kury ihre Mutter im vergangenen Jahr posthum für die Entführung der Kinder verantwortlich gemacht habe, könne sie nicht verstehen. Ihre Mutter hätte die Entführung niemals in dieser Form beauftragt, betont die 53-Jährige.
Zu der ominösen Bargeld-Abhebung ihrer Mutter, die Kury in die Öffentlichkeit getragen hatte, könne sie keine Angaben machen - bis heute wisse sie nicht, was dahintergesteckt habe, beteuert die Hauptangeklagte.
Besonders hart habe sie getroffen, dass ihre Mutter gestorben sei, ohne ihre Enkel zuvor noch einmal sehen zu können. Auch auf ihr Drängen, die Kinder zumindest zur Beerdigung ihrer Oma gehen zu lassen, habe ihr Ex-Mann Stephan Hensel nicht reagiert.
9.55 Uhr: Christina Block: "Im Nachhinein bereue ich das sehr"
Im Frühling 2023 sei sie mehrfach mit "Olga" in Dänemark gewesen. Ihre Vertrauensperson sei mehrfach auch allein dort gewesen und habe ihr berichtet, dass die Kinder dort "wie im Gefängnis" leben würden. Sie selbst habe denselben Eindruck gehabt, so die Steakhouse-Erbin.
Als schließlich Anklage gegen Stephan Hensel und dessen Frau Astrid H. erhoben worden sei, habe sie die Hoffnung gehabt, das nun endlich etwas passiere - doch das sei nicht der Fall gewesen. Es habe "Verhandlungsbemühungen" gegeben, die aber zu nichts geführt hätten.
Das Verhältnis zu ihrer Mutter Christa, die zu diesem Zeitpunkt bereits todkrank gewesen sei und inzwischen verstorben ist, habe sie in dieser Zeit vernachlässigt. "Im Nachhinein bereue ich das sehr", sagt Block mit tränenerstickter Stimme.
9.44 Uhr: Christina Block spricht über enge Bindung zu Keren T. alias "Olga"
Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet mit der obligatorischen kleinen Verspätung die heutige Verhandlung und übergibt das Wort sogleich an die Steakhouse-Erbin.
Block macht dort weiter, wo sie gestern aufgehört hat und erzählt vom März 2023. Zu diesem Zeitpunkt habe sie Keren T. alias "Olga" persönlich kennengelernt. Sie habe von ihr "ein offenes Ohr und eine Umarmung" bekommen. Während David B. eigentlich nur mit Familienanwalt Andreas C. gesprochen habe, sei "Olga" zu ihrer Vertrauensperson geworden.
Im April 2024 habe B. dann aber einen Plan für eine "Verhandlungslösung" vorgestellt, um wieder Kontakt zu den Kindern zu bekommen. Teil dieses Plans sei eine Mail von Block an Stephan Hensels Familienanwalt Gerd Uecker gewesen, in der die 53-Jährige betont habe, dass sie "auf legalem Wege" alles tun werde, damit es den Kindern gut gehe.
Auch der Ansatz, Hensel Geld zu zahlen, habe auf dem Tisch gelegen. Doch ihr Vater Eugen Block habe sein Veto eingelegt. Hensel solle nicht auch noch für das Einbehalten der Kindern belohnt werden, so die Argumentation.
9.21 Uhr: Erneut großer Andrang im Gerichtssaal
Erwartungsgemäß sorgt die Aussicht auf persönliche Worte von Christina Block auch heute für reichlich Interesse.
Wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn ist der Zuschauerraum in Saal 237 schon fast voll.
9 Uhr: So geht es am Mittwoch weiter
Wie das Gericht vorab mitteilte, wird Block am Mittwoch die Gelegenheit bekommen, ihre umfangreiche Einlassung fortzusetzen.
Ihr Verteidiger Ingo Bott hatte am Dienstag mitgeteilt, dass er davon ausgeht, dass seine Mandantin die Einlassung am Mittwoch auch abschließen wird.
8.45 Uhr: Recap von Dienstag
Nach langem Schweigen ergriff die Steakhouse-Erbin am Dienstag wieder selbst das Wort - und revidierte ihre Aussage. Sie räumte ein, dass es bereits beim ersten Treffen mit dem mutmaßlichen Chef-Entführer David B. um die Kinder und deren Situation gegangen sei.
Die 53-Jährige sprach auch noch einmal über die schwere Zeit nach der Einbehaltung der Kinder in Dänemark im August 2021. "Es begann ein Albtraum, der bis heute andauert."
Besonders emotional wurde Block, als sie über die aus ihrer Sicht erfolgte Manipulation der Kinder durch ihren Ex-Mann Stephan Hensel sprach. Dieser habe sie "dämonisiert" und es geschafft, ihre Sorge "in eine Bedrohung zu verdrehen".
Auch das Verhältnis zu ihrem Vater Eugen Block habe unter der Situation gelitten. "Ich habe seine Enttäuschung deutlich gespürt und mich sehr geschämt", berichtete die Angeklagte. In einem Brief habe sie den Patriarchen gefragt: "Warum glaubst du nicht an mich?"