Block-Prozess: Tag 70 startet mit Verspätung

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Hamburg - Am 70. Verhandlungstag im Kinderentführungsprozess gegen Christina Block (53) geht es ohne Zeugen weiter. Stattdessen werden Stellungnahmen und Anträge der Verfahrensbeteiligten erwartet. TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog.

Der Steakhouse-Erbin (53) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben.
Der Steakhouse-Erbin (53) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

9.17 Uhr: Beginn verzögert sich

Kurzfristige Änderung am Mittwochmorgen: Wegen der Verspätung eines Prozessbeteiligten beginnt der Verhandlungstag heute erst um 10 Uhr statt um 9.30 Uhr.

Vor Saal 237 warteten bereits Medienschaffende und Prozessbeteiligte, darunter der angeklagte Sicherheitsunternehmer sowie der Familienanwalt der Blocks.

9 Uhr: So geht es am Mittwoch weiter

Da für diese Woche ursprünglich alle drei Verhandlungstage für die Zeugenvernehmung von Merle B. angesetzt waren, ihre Befragung am Dienstag jedoch bereits abgeschlossen werden konnte, ist für Mittwoch kein weiterer Zeuge geladen, wie das Gericht mitteilte.

Stattdessen haben die Verfahrensbeteiligten direkt die Möglichkeit, Stellungnahmen zur Zeugenvernehmung abzugeben.

Zudem kündigte Block-Verteidiger Ingo Bott am Dienstag einen eiligen Antrag an, den die Richterin jedoch nicht mehr während der Zeugenbefragung der Chef-Ermittlerin am Dienstag zulassen wollte.

Rechtsanwältin Gül Pinar vertritt im Block-Prozess einen Sicherheitsunternehmer, der wegen Beihilfe angeklagt ist.
Rechtsanwältin Gül Pinar vertritt im Block-Prozess einen Sicherheitsunternehmer, der wegen Beihilfe angeklagt ist.  © Georg Wendt/dpa

Update, 8.50 Uhr: Recap von Dienstag

Der 69. Verhandlungstag war vor allem von Diskussionen und teils hitzigen Wortwechseln zwischen der Vorsitzenden Richterin und einzelnen Verteidigern geprägt.

Besonders zwischen der Anwältin Gül Pinar, die über weite Strecken die Zeugin befragte, und der Vorsitzenden wurde es mehrfach laut. Inhaltlich brachte die Befragung der Chef-Ermittlerin Merle B. (44) nur wenig Neues. Nach fünf Verhandlungstagen wurde ihre Befragung am Dienstag schließlich abgeschlossen.

Zu Beginn äußerten mehrere Verteidiger - allen voran Block-Verteidiger Ingo Bott (43) - ihren Unmut darüber, dass die Gutachten der Sachverständigen Mareike Schüler-Springorum zu den jüngsten Block-Kindern, die zuvor unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgetragen worden waren, dennoch in der "Bild"-Zeitung erschienen sind.

Bott sagte, seine Mandantin sei davon "erheblich erschüttert" gewesen. "Das kann und darf nicht sein", so der Verteidiger.

Die Richterin entgegnete: "Ich kann Ihnen sagen, dass mir das auch nicht gefällt, aber ich bin nicht der Babysitter oder der Wachhund." Das Gericht gibt "ganz sicher keine Akten weiter oder redet mit der Presse". Was andere Prozessbeteiligte machten, darauf habe sie keinen Einfluss.

Delling-Anwalt David Rieks verwies auf die Möglichkeiten der Staatsanwaltschaft, gegen die "rechtswidrige Weitergabe von vertraulichen Verfahrensunterlagen" vorzugehen. Seiner Ansicht nach könnten die Gutachten "nur von der Seite von Herrn Hensel" an die Presse gelangt sein. Pinar verwies zudem auf die Möglichkeit einer Rüge durch die Richterin.

Am Rande der Verhandlung wies die Nebenklage den von der Verteidigung erhobenen Vorwurf zurück, das Gutachten an die Presse weitergegeben zu haben.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

Mehr zum Thema Block-Prozess: