Bombenfund in Neukölln: 5600 Haushalte und ein Seniorenheim müssen evakuiert werden
Von Marlen Rothenburg, Mia Bucher, Matthias Arnold, Andreas Rabenstein, Theresa Held
Berlin - Bei Bauarbeiten am Weigandufer ist am Mittwoch eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Schifffahrtskanal entdeckt worden. Aktuell läuft die Evakuierung des Sperrkreises.
Nach Polizeiangaben sind die Bewohner von 5600 Haushalten von den Maßnahmen betroffen. Auch ein Seniorenwohnheim muss evakuiert werden. Sie müssten bis zum späten Abend ihre Wohnungen verlassen. Der Bezirk hat laut Polizeiangaben in der Adolf-Reichwein-Schule auf der Sonnenallee eine Notunterkunft eingerichtet. Dort gebe es Platz für 200 Menschen.
Den Angaben zufolge sind 200 Polizisten im Einsatz. Auch Feuerwehr, Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk unterstützen bei der Evakuierung. Im Sperrkreis liegen ein Seniorenheim, eine Obdachlosenunterkunft und eine Kita.
Die Verkehrsinformationszentrale Berlin bestätigte den Bombenfund am Vormittag. Der Bereich zwischen der Teupitzer Straße und der Treptower Straße wurde weiträumig abgesichert.
Für die geplante Entschärfung wurde ein Sperrkreis von 500 Metern eingerichtet. Zunächst sei ein Kernbereich von 50 Metern abgesperrt worden, der nach und nach ausgeweitet wurde, teilte die Deutsche Presse-Agentur mit.
Betroffen ist auch der Berliner Nahverkehr. Die Buslinien M43, 171 und 166 würden derzeit umgeleitet, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit.
Um den Fundort ist ein Sperrkreis von 500 Metern eingerichtet worden
Einsatz möglicherweise bis in die Nacht
Der etwa 100 Kilogramm schwere Sprengkörper wurde aus dem Wasser gehoben und liegt derzeit auf einem Kahn. Später soll er den Angaben zufolge ans Ufer gebracht werden.
Geplant ist, die Bombe mit einer Hochdruckwasserschneidanlage zu entschärfen. Dabei soll der Zünder herausgeschnitten werden.
Der Einsatz könnte sich laut dem Sprecher bis in die Nacht ziehen, da allein die Evakuierung des Sperrkreises mehrere Stunden dauern kann.
Erstmeldung am 26. August um 13.27 Uhr, zuletzt aktualisiert um 18.02 Uhr.
Titelfoto: Annette Riedl/dpa

