Von Marlen Rothenburg, Mia Bucher, Matthias Arnold, Andreas Rabenstein, Theresa Held, Marc-Oliver von Riegen
Berlin - Bei Bauarbeiten am Weigandufer ist am Mittwoch eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Schifffahrtskanal entdeckt worden. Am späten Abend war die Evakuierung innerhalb des Sperrkreises abgeschlossen.
"Hier sind keine weiteren Personen mehr im 500-Meter-Sperrkreis", sagte Polizeisprecher Florian Nath der Deutschen Presse-Agentur. "Der gesamte Radius ist jetzt frei von Personen."
Nach Polizeiangaben waren die Bewohner von 5600 Haushalten von den Maßnahmen betroffen. Ein Seniorenheim das ebenfalls im gefährdeten Bereich liegt, muss nun aber doch nicht evakuiert werden.
Die Anwohner müssten bis zum späten Abend ihre Wohnungen verlassen. Der Bezirk hat laut Polizeiangaben in der Adolf-Reichwein-Schule auf der Sonnenallee eine Notunterkunft eingerichtet. Dort gebe es Platz für 200 Menschen.
Den Angaben zufolge sind 200 Polizisten im Einsatz. Auch Feuerwehr, Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk unterstützen bei der Evakuierung. Im Sperrkreis liegen ein Seniorenheim, eine Obdachlosenunterkunft und eine Kita.
Die Bombe war laut Polizei gegen 10.40 Uhr bei einer geplanten Suche nach Altlasten aus dem Weltkrieg auf dem Grund des Gewässers zwischen der Teupitzer und der Treptower Straße gefunden worden. Die belebte Sonnenallee ist nur wenige Querstraßen entfernt.
Um den Fundort ist ein Sperrkreis von 500 Metern eingerichtet worden
Einsatz möglicherweise bis in die Nacht
Für die geplante Entschärfung wurde ein Sperrkreis von 500 Metern eingerichtet. Zunächst sei ein Kernbereich von 50 Metern abgesperrt worden, der nach und nach ausgeweitet wurde, teilte die Deutsche Presse-Agentur mit.
Betroffen ist auch der Berliner Nahverkehr. Die Buslinien M43, 171 und 166 würden derzeit umgeleitet, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit.
Der etwa 100 Kilogramm schwere Sprengkörper wurde aus dem Wasser gehoben und auf einem Ponton abgelegt. Später soll er den Angaben zufolge ans Ufer gebracht werden.
Geplant ist, die Bombe mit einer Hochdruckwasserschneidanlage zu entschärfen. Dabei soll der Zünder herausgeschnitten werden.
Die Polizei ließ aber offen, wie lange die Entschärfung dauern wird. Sobald es grünes Licht von den beteiligten Behörden - darunter auch der Flugsicherung - gebe, beginne der Kampfmittelräumdienst mit der Arbeit. Offen sei, ob es schnell gehe oder ob sich die Entschärfung bis in die Nacht hinziehe.
Erstmeldung am 26. August um 13.27 Uhr, zuletzt aktualisiert um 22.33 Uhr.