Entwarnung in Karlsruhe - Weltkriegsbombe entschärft

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Von Marco Krefting, Martin Oversohl

Karlsruhe - Im kommenden Jahr soll an den Karlsruher Bahngleisen eine große Laubenkolonie entstehen, jetzt rückten erst einmal die Kampfmittelbeseitiger an. Bei Bauarbeiten in der Nähe des Hauptbahnhofs war zuvor eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Am frühen Abend wurde der 250 Kilogramm schwere Blindgänger amerikanischer Bauart erfolgreich entschärft. "Er wurde unmittelbar nach der Entschärfung verladen und abtransportiert", sagte ein Stadtsprecher. 

In Karlsruhe wurde eine Weltkriegsbombe gefunden.
In Karlsruhe wurde eine Weltkriegsbombe gefunden.  © Thomas Riedel/dpa

Die Polizei hatte zunächst ein Gelände im Umkreis von 200 Metern um den Fundort herum geräumt. In der Zone sind nach Angaben der Stadt rund 1000 Menschen gemeldet, die nach der Entschärfung wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren konnten. 

Die zeitweise gesperrte Bahnstrecke nördlich von Karlsruhe wurde ebenfalls wieder freigegeben. Durch die "Fächerstadt" führt auch die wichtige Nord-Süd-Bahnstrecke für den ICE-Verkehr. Die Bahn warnte aber noch vor Verspätungen, bis sich der Zugverkehr wieder normalisiert habe. 

Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) dankte nach der Entwarnung allen Einsatzkräften von Kampfmittelbeseitigungsdienst, Polizei und Feuerwehr, den Hilfsorganisationen und der Stadt.

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"Durch ihren gemeinsamen Einsatz konnte die Weltkriegsbombe schnell, sicher und erfolgreich beseitigt werden", sagte er.

Immer wieder werden Bomben in Baden-Württemberg entdeckt

Die Polizei und der Kampfmittelbeseitigungsdienst haben nun alle Hände voll zu tun. (Symbolfoto)
Die Polizei und der Kampfmittelbeseitigungsdienst haben nun alle Hände voll zu tun. (Symbolfoto)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Baden-Württemberg immer wieder Fliegerbomben entdeckt. Am Bahnhof in Bruchsal (Landkreis Karlsruhe) beispielsweise war erst vor wenigen Wochen eine Fliegerbombe entschärft worden, im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt Anfang Juli. In Pforzheim hatte eine 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe Mitte Mai für größere Räumungen gesorgt, bis zu 30.000 Menschen waren betroffen.

Im vergangenen Jahr hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg 19 Bombenblindgänger (2024: 13) mit einem Gewicht von je mindestens 50 Kilogramm unschädlich gemacht. 17 seien entschärft worden, 2 kontrolliert gesprengt, heißt es in einer Mitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Bei 930 Einsätzen (2024: 811) hätten die Fachleute rund 18,8 Tonnen Kampfmittel und Munition (2024: 16,6 Tonnen) eingesammelt, die auf Baustellen, Privatgrundstücken oder in freier Natur entdeckt worden waren.

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Je nach Fundort und Zustand der Weltkriegsrelikte handeln die Behörden sofort. In anderen Fällen vergehen einige Tage zwischen Fund und Evakuierung. In dieser Zeit werden die Räumungsmaßnahmen dann vorbereitet.

Im Zweiten Weltkrieg wurden laut dem Stuttgarter Regierungspräsidium etwa 1,35 Millionen Tonnen Munition auf das Gebiet des damaligen Deutschen Reichs abgeworfen. "Alleine auf das Land Baden-Württemberg entfielen rund 100.000 Tonnen Abwurfmunition." Hiervon seien etwa 10 bis 15 Prozent nicht explodiert, so dass noch viele Blindgänger in Böden und Gewässern vermutet würden.

Erstmeldung von 15.17 Uhr, zuletzt aktualisiert um 19.26 Uhr

Titelfoto: Thomas Riedel/dpa

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