Metall gespritzt? Einstichstelle am Arm soll angeblich nach Corona-Impfung magnetisch sein

Leipzig - In den sozialen Netzwerken kursieren mehrere Beiträge über Menschen, deren Arme magnetisch sein sollen – angeblich an der Stelle, wo sie zuvor mit einem Corona-Vakzin geimpft wurden. Damit soll offenbar gezeigt werden, dass ihnen durch die Impfung angeblich etwas aus Metall gespritzt wurde.

In einem Video, das in den sozialen Netzwerken verbreitet wird, heftet Besteck am Arm einer Frau. Das hat jedoch nichts mit Magnetismus zu tun.
In einem Video, das in den sozialen Netzwerken verbreitet wird, heftet Besteck am Arm einer Frau. Das hat jedoch nichts mit Magnetismus zu tun.  © Screenshot: Facebook/Yvonne Burkhardt

Die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer sowie die Vektor-Impfstoffe von AstraZeneca und Janssen enthalten laut Inhaltsstoff-Liste keine magnetischen Materialien wie etwa Metalle.

"Dass in einigen Videos (...) Magnete an der Einstichstelle haften, liegt an der sogenannten Adhäsions- oder auch Anhangskraft. Diese kann durch Schweiß, Fett oder Öle auf der Hautoberfläche verstärkt werden", schreibt das Bundesgesundheitsministerium in einer Infografik.

Die Adhäsionskraft ist eine Kraft, bei der eine Anziehung zwischen Teilchen verschiedener Körper wirkt. Sie wird auch Oberflächenhaftung genannt.

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Beispiele dafür sind etwa die Haftung von Wassertropfen auf einer Scheibe oder eben das Haften eines Magneten auf der Hautoberfläche. Neben körpereigenen Stoffen wie Schweiß können auch Rückstände eines Pflasters oder Körpercreme einen Gegenstand kurzzeitig auf der Haut haften lassen.

In einem BBC-Video erklärt der Wissenschaftler und Magnetforscher Eric Palm, dass es keinen Grund zu der Annahme gebe, dass die Impfstoffe einen Magneten an der Haut haften lassen. "Die Impfnadeln sind extrem klein. Selbst wenn man jemandem ein extrem magnetisches Partikel injiziert, wäre es immer noch so klein, dass es nicht genug Kraft hätte, um einen Magneten an der Haut zu halten."

In anderen Impfstoffen sind zwar metallische Inhaltsstoffe wie etwa Aluminiumverbindungen enthalten, schreibt das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Aber kein Impfstoff enthalte reines Aluminium.

Bestimmte Vakzine wie solche gegen Keuchhusten enthielten Aluminiumverbindungen als Wirkverstärker, heißt es. Aluminium gehört allerdings nicht zu den magnetischen Metallen.

Titelfoto: Screenshot: Facebook/Yvonne Burkhardt

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