Unfassbarer Verdacht! Sterben ältere Corona-Patienten mit Morphium-Cocktail?

Umeå - In Schweden sollen Ärzte bei Senioren aktive Sterbehilfe geleistet haben - anstelle einer möglicherweise lebensrettenden COVID-19-Behandlung. 

In Schweden besteht der Verdacht, dass viele ältere COVID-19-Patiente nicht mehr geheilt werden. (Symbolbild)
In Schweden besteht der Verdacht, dass viele ältere COVID-19-Patiente nicht mehr geheilt werden. (Symbolbild)  © 123rf.com/Chayakorn Lot

Es sind schwere Vorwürfe, die Yngve Gustafson (71) vorbringt. Wie die schwedische Tageszeitung "Dagens Nyheter" berichtet, glaubt der Professor für Geriatrie an der Universität Umeå nämlich, dass viele ältere Menschen in Schweden nicht mehr wegen COVID-19 behandelt werden.

Stattdessen würden sie direkt Palliativmedizin erhalten, weil sie als nicht mehr heilbar eingestuft werden.

Weiter heißt es, dass viele Corona-Patienten, aber routinemäßig auch ältere Menschen mit Lungenentzündung, in den Pflegeheimen einen Morphium-Cocktail bekämen, der langsam die Atmung hemmt. "Das ist aktive Sterbehilfe, wenn nicht noch schlimmer", sagt Gustafson.

Der Mediziner betont, dass der Prozentsatz der Senioren, die auf der Intensivstation beatmet werden, deshalb auch geringer sei, obwohl alte Menschen in Schweden am stärksten vom Coronavirus betroffen seien. 

Gleichzeitig gebe es in dieser Gruppe die meisten Corona-Toten. "Es zeigt, dass wir beschlossen haben, ältere Menschen aufzugeben, die eine Überlebenschance haben würden", betont Gustafson.

Seine Vermutung wird von einem Arzt aus Stockholm bestätigt, der "Dagens Nyheter" zufolge anonym bleiben will. Der Zeitung sagte er, dass der todbringende Cocktail ein Beruhigungsmittel sowie ein Schmerzmittel enthalte, beides hochdosiert. Ältere Patienten mit COVID-19 würden es in Krankenhäusern und Pflegeheimen bekommen. 

Normalerweise werde eine solche Mischung bei Menschen mit Krebs im Endstadium verabreicht, die dann langsam für immer einschlafen. 

Patient sollte sterben - und überlebte

Doch bei Corona-Patienten werde das Ableben damit erheblich beschleunigt. Und: Verwandte wüssten oft gar nichts davon, weil ein Besuch verboten sei. Ethische Aspekte würden unter den Kollegen nicht angesprochen. "Ich denke, es ist illegal und einige dieser Patienten könnten überleben", so der anonyme Facharzt.

Ein Beispiel dafür ist der 81-jährige Jan Andersson, der Ende März in einem Pflegeheim in Märsta bei Stockholm mit dem Coronavirus infiziert wurde. Laut seinem Sohn, Thomas Andersson, ordnete ein Arzt einer Krankenschwester am Telefon an, Jan Andersson Morphium zu verabreichen. Das alles geschah ohne die Zustimmung des Patienten und ohne seine Familie zu informieren.

Als Thomas Andersson Anfang April Wind davon bekam, schritt er sofort ein und forderte das medizinische Personal auf, seinem Vater anstelle des Opiats Medikamente zu verabreichen, die ihn wieder gesund machen. Jan Andersson erholte sich bald darauf und konnte nach Hause entlassen werden.

Titelfoto: 123rf.com/Chayakorn Lot

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