Corona in Bayern: Biontech oder Moderna für Zweitimpfung nach Astrazeneca

München - Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben in Deutschland und der ganzen Welt. Hier im TAG24-Liveticker erfahrt Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat Bayern.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
Im Freistaat wurden bereits 532.844* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 13. April, 8 Uhr). Davon gelten 476.730 wieder als genesen, 13.561 Menschen sind gestorben.

In München wurden 257 neue Fälle gemeldet (Stand: 13. April, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt auf 62.180* an. Enthalten in dieser Zahl sind 57.593 Personen, die inzwischen als wieder genesen gelten, sowie 1136 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz** der Landeshauptstadt beträgt derzeit 134,7 (RKI, Stand: 13. April).

Münchner können sich nach vorheriger >>> Online-Terminvereinbarung Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 8 bis 17 Uhr auf das Coronavirus testen lassen.

Wer sich impfen lassen möchte, kann sich >>> hier beim Bayerischen Impfzentrum registrieren.

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 14. April, 6.03 Uhr: Beschluss: Biontech oder Moderna für Zweitimpfung nach Astrazeneca

Mit einer ersten Astrazeneca-Dosis geimpfte Menschen unter 60 Jahren sollen für die zweite Impfung auf ein anderes Präparat umsteigen. Darauf haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstag einstimmig geeinigt.

"Die Lösung, die jetzt gefunden wurde, bietet einen guten Schutz für die Menschen", sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek, am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in München.

Die Minister folgen damit einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) von Anfang April. Bei den Beratungen, an denen auch Stiko-Chef Thomas Mertens teilgenommen hatte, sei klar geworden, dass die Zweitimpfung durch einen mRNA-Imfpstoff, also das Präparat von Biontech/Pfizer oder Moderna, eine gute Basis sei, um die Menschen wirksam zu schützen, sagte Holetschek. "Gerade in der dritten Welle."

Konkret empfiehlt der Beschluss für Personen unter 60 Jahren eine Zweitimpfung zwölf Wochen nach der Erstimpfung. "Bereits vereinbarte Termine zur Zweitimpfung können übergangsweise auch ab der neunten Woche nach der Erstimpfung stattfinden", heißt es weiter.

Nur in Einzelfällen und nach einer individuellen Risikoanalyse mit einem Arzt könne auch Astrazeneca bei der Zweitimpfung verwendet werden. In der vergangenen Woche hatten die Gesundheitsminister die Entscheidung über den Wechsel der Impfstoffe noch verschoben.

Hintergrund der Empfehlung sind Verdachtsfälle auf eine Hirnvenen-Thrombose nach der Impfung mit Astrazeneca. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko vor allem jüngere Menschen betrifft. Bund und Länder hatten deshalb kürzlich beschlossen, das Astrazeneca-Mittel in der Regel nur noch Menschen über 60 verabreichen zu lassen. Laut Bundesgesundheitsministerium hatten in den vergangenen Wochen aber bereits rund 2,2 Millionen Bürger unter 60 Jahren eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten.

Am Dienstag teilte der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson mit, dass er den Marktstart seines Impfstoffs in Europa verzögert, weil auch er Berichte über Sinusvenenthrombosen erhalten hat.

Update 13. April, 18.45 Uhr: Petition für Gewinnung von zusätzlicher Corona-Impfdosis gescheitert

Im bayerischen Landtag ist am Dienstag eine Petition zur Gewinnung zusätzlicher Impfdosen aus den Medikamentenampullen gescheitert.

Im Gesundheitsausschuss ging es beispielsweise darum, dass aus den Fläschchen von Biontech/Pfizer sieben Dosen gewonnen werden können, obwohl offiziell nur sechs Dosen enthalten sind. Der Ausschuss lehnte allerdings mehrheitlich eine Würdigung der Petition ab, so dass die siebte Dosis nun nicht staatlich vorgeschrieben werden soll.

Vertreter verschiedener Fraktionen hatten zuvor klar gemacht, dass es zu begrüßen sei, wenn die Impfärzte sieben statt nur sechs Dosen aus den Ampullen entnehmen. Dies ist möglich, weil der Hersteller immer eine Reserve in die Impfstofffläschchen füllt. Ausschussvorsitzender Bernhard Seidenath (CSU) betonte allerdings, dass es nachteilig sei, wenn die Entnahme der siebten Dosis vorgeschrieben sei. Denn dann müsse der Arzt diese Dosis aus den Ampullen ziehen, jetzt sei es ihm freigestellt.

Unter anderem setzt sich der Allgemeinmediziner Christian Kröner aus Neu-Ulm seit Wochen für die zusätzlichen Dosen aus den Arzneimittelfläschchen ein. Seiner Ansicht nach werden unnötig zahlreiche Impfdosen weggeworfen, weil die Impfzentren immer nur sechs Spritzen aufziehen. Er wollte deswegen eine offizielle Freigabe der zusätzlichen Impfdosen, damit nicht «aus rein juristischen Gründen jeden Tag tausende Impfdosen ungenutzt entsorgt werden».

Die Gesundheitsbehörden hatten klar gemacht, dass Impfärzte zwar sieben Dosen aus den Biontech-Ampullen entnehmen dürfen, dies aber in eigener Verantwortung geschehe. Fachleute sprechen in einem solchen Fall von einem "Off-Label-Use". Die Mediziner setzen dann ein Präparat außerhalb des von den Zulassungsbehörden genehmigten Anwendungsbereiches ein.

Update 13. April, 18.42 Uhr: Ab 18 Uhr kein Alkohol am Münchner Gärtnerplatz

Am beliebten Party-Hotspot am Gärtnerplatz darf ab Freitag künftig ab 18 Uhr kein Alkohol mehr getrunken werden.

Damit wolle man Menschenansammlungen unterbinden und die Infektionsrate senken, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Das Verbot soll jeweils bis 6 Uhr gelten, auch am Wedekindplatz in Schwabing. Dort und am Gärtnerplatz hatten sich am vergangenen Wochenende bis zu 400 Feiernde getroffen. Die Polizei hatte die Plätze daraufhin geräumt.

Viel Zeit zum Feiern haben die Münchner allerdings vorerst ohnehin nicht mehr.

Ab Mittwoch gelten in München verschärfte Lockdown-Regeln, weil die Infektionszahlen zu hoch sind. Am Dienstag gab es laut Robert Koch-Institut 134,7 Infizierte pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr gibt es in München nun eine nächtliche Ausgangssperre. Auch Kontakte werden weiter beschränkt. Angehörige eines Hausstandes dürfen sich dann nur noch mit einer weiteren Person treffen, Kinder unter 14 Jahren nicht einberechnet.

Update 13. April, 18.03 Uhr: Traunsteiner Landrat Siegfried Walch mit Corona infiziert

Der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch (CSU) ist mit dem Coronavirus infiziert.

Ein Test sei positiv ausgefallen, teilte das Landratsamt am Dienstag in Traunstein mit. Wegen typischer Symptome habe sich der CSU-Politiker testen lassen. Daraufhin sei er umgehend in Quarantäne gegangen. Nach Auskunft des Landratsamtes lässt sich der 37-Jährige zunächst vertreten. Er wolle aber möglichst bald die Amtsgeschäfte wieder von zu Hause aus führen.

Der Landkreis Traunstein ist stark vom Coronavirus betroffen. Am Dienstag meldete das Robert Koch-Institut dort 226,1 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Allerdings hatte es am frühen Dienstagmorgen in der Behörde gebrannt, nach bisherigen Erkenntnissen wegen eines technischen Defekts. Es seien deshalb noch nicht alle Labormeldungen bearbeitet worden.

Update 13. April, 16.16 Uhr: Neue Zahlen für München

Update 13. April, 14.22 Uhr: Bayern will sich Ende Mai von Impf-Priorisierung lösen

Gesundheitsminister Klaus Holetschek begrüßt die Impf-Entwicklung im Freistaat. (Archiv)
Gesundheitsminister Klaus Holetschek begrüßt die Impf-Entwicklung im Freistaat. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

Der Freistaat Bayern will sich spätestens Ende Mai von der Impf-Priorisierung lösen.

Dann soll möglichst schnell allen in Frage kommenden Menschen ein Impfangebot gemacht werden, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Einige der 100 Impfzentren in Bayern seien schon jetzt in Priorisierungsstufe 3, sagte Holetschek. Das heißt, dass ein großer Teil der Mitglieder von Risikogruppen bereits mindestens einmal geimpft ist.

Insgesamt habe Bayern bereits mehr als drei Millionen der 13 Millionen Einwohner mit einer Erstimpfung versorgt, 860.000 Menschen hätten vollen Impfschutz.

Die Einbeziehung der Hausarztpraxen habe sich bewährt, sagte Holetschek.

Update 13. April, 13.55 Uhr: Landtag sagt erneut Sommerempfang auf Schloss Schleißheim ab

Wegen der Corona-Pandemie wird es auch in diesem Jahr nicht den traditionellen Sommerempfang des Landtags auf Schloss Schleißheim geben.

"So gern wir wieder feiern würden: Ein Fest mit 3000 Gästen ist aktuell nicht vorstellbar. Wir können nicht mitten in der dritten Welle notwendige Verträge dafür abschließen", sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) am Dienstag in München.

Bereits im vergangenen Jahr war der Empfang wegen der Corona-Krise abgesagt worden. In diesem Jahr hätte er am 20. Juli stattfinden sollen. Die Lage in den Krankenhäusern sei sehr besorgniserregend, betonte Aigner. "In dieser Situation eine Großveranstaltung – selbst für Juli und draußen – zu planen, ist nicht zu verantworten. Noch ist nicht abzuschätzen, wie sich die Infektionslage bis dahin entwickelt. Wir müssen die Planungen jetzt stoppen, damit keine Kosten entstehen."

Der Sommerempfang des Landtags auf Schloss Schleißheim bei München ist jedes Jahr einer der Höhepunkte im landespolitischen Terminkalender. Rund 3000 Gäste aus Kultur, Politik, Sport, Medien und viele Ehrenamtliche feiern auf Einladung des Landtags dann üblicherweise im prunkvollen Schlossgarten.

In der Geschichte des Sommerempfangs wurde das Fest erst dreimal abgesagt: 1993 und 2005 - jeweils wegen schwieriger wirtschaftlicher Situationen – sowie 2020, ebenfalls schon wegen der Corona-Pandemie.

Update 13. April, 13.49 Uhr: Impfung für alle ab 18 mit Sonderkontingent im Corona-Hotspot Hof

Im Corona-Hotspot Hof haben die Impfungen gegen das Coronavirus für alle ab 18 Jahren begonnen. (Symbolbild)
Im Corona-Hotspot Hof haben die Impfungen gegen das Coronavirus für alle ab 18 Jahren begonnen. (Symbolbild)  © Brian Snyder/Reuters POOL/dpa

Im bundesweiten Corona-Hotspot Hof haben am Dienstag die Impfungen gegen das Coronavirus für alle ab 18 Jahren begonnen.

4000 Menschen sollen dafür mit einem Sonderkontingent des Astrazeneca-Vakzins geimpft werden, wie eine Sprecherin des Landratsamts erklärte.

Seit Freitag konnten sich im Hofer Land alle Erwachsenen unabhängig von Vorerkrankungen oder Beruf für einen Impfung mit den zusätzlichen Impfdosen anmelden. Die Termine dafür seien alle vergeben.

Die Nachfrage nach einem Impftermin war so groß, dass der Server des Landkreises zeitweise überlastet war. Der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca wird eigentlich nur für Menschen über 60 Jahre empfohlen, Jüngere können sich nach Beratung aber auch damit impfen lassen.

Die Region Hof hat seit Tagen die höchsten Corona-Infektionszahlen in ganz Deutschland. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete für die Stadt Hof am Dienstag 560,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Im Landkreis Hof lag der Wert demnach bei 450,4, bayernweit bei 159,7. Als Corona-Hotspot in der Grenzregion kann Hof von der bundesweiten Impfreihenfolge abweichen.

Update 13. April, 13.38 Uhr: Bayerisches Kabinett verlängert Corona-Lockdown bis 9. Mai

Der Lockdown in Bayern wird bis zum 9. Mai verlängert. Darauf hat sich nach Angaben von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag das Kabinett in München geeinigt.

Die aktuelle Corona-Infektionsschutzverordnung wäre ansonsten in der Nacht auf nächsten Montag ausgelaufen. Auch die Einreisequarantäneverordnung werde entsprechend verlängert.

"Die Lage ist weiter besorgniserregend", sagte Herrmann. Die Inzidenz im Land liege bei 160, im Vergleich zur Vorwoche gebe es 100 Prozent mehr Todesfälle.

Zudem seien die Intensivstationen immer stärker ausgelastet. Generell sei zu beobachten, dass gerade Jüngere stärker von Infektionen betroffen seien. Rund fünf Prozent aller registrierten Corona-Tests seien derzeit positiv, Tendenz steigend.

Einziger Lichtblick sei die positive Entwicklung bei den Impfungen.

Update 13. April, 13.04 Uhr: Umfrage: 39 Prozent der Verbraucher wollen dieses Jahr noch verreisen

Etwa 39 Prozent der Deutschen wollen laut einer Umfrage 2021 verreisen. (Archiv)
Etwa 39 Prozent der Deutschen wollen laut einer Umfrage 2021 verreisen. (Archiv)  © Clara Margais/dpa

Rund 39 Prozent der Menschen in Deutschland wollen einer Umfrage zufolge in diesem Jahr noch verreisen.

13 Prozent planten dagegen für 2021 wegen der Corona-Pandemie keine Urlaubsreise mehr, wie bei einer am Dienstag veröffentlichten Online-Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Bayerischen Zentrums für Tourismus herausgekommen ist.

Abwartend verhielten sich 28 Prozent der mehr als 2000 Befragten im Alter zwischen 18 und 74 Jahren. Sie nannten häufig die Quarantäne-Vorschriften bei der Rückkehr und mögliche Kosten bei einer Stornierung als Argumente gegen eine Reise.

Fast die Hälfte der Befragten, die wegen der Pandemie nicht verreisen wollen, würden demnach ihre Meinung ändern, wenn sie selbst oder große Teile der Bevölkerung gegen Corona geimpft sind.

Die Urlaubswilligen zieht es mehrheitlich zu deutschen Zielen mit Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein an der Spitze. Ins europäische Ausland wollten 18 Prozent aller Befragten noch aufbrechen. Hier lagen Spanien, Italien und Österreich vorn.

Bevorzugtes Reisemittel ist für 80 Prozent der Deutschlandurlauber und 71 Prozent der EU-Auslandsinteressenten das Auto. Gebucht würden vor allem Ferienwohnungen und -häuser.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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