Corona in Bayern: Klagen über zunehmende Zahl vorgetäuschter Impfberechtigungen

München - Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben in Deutschland und der ganzen Welt. Hier im TAG24-Liveticker erfahrt Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat Bayern.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
Im Freistaat wurden bislang 615.362* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 10. Mai, 8 Uhr). Davon gelten inzwischen 556.710 wieder als genesen, 14.416 Menschen sind gestorben.

In München wurden 55 neue Fälle gemeldet (Stand: 10. Mai, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt auf 70.122* an. Enthalten in dieser Zahl sind 65.597 Personen, die inzwischen als wieder genesen gelten, sowie 1202 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz** der Landeshauptstadt beträgt derzeit 84,9 (RKI, Stand: 10. Mai).

Münchner können sich nach vorheriger >>> Online-Terminvereinbarung Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 8 bis 17 Uhr auf das Coronavirus testen lassen.

Wer sich impfen lassen möchte, kann sich >>> hier beim Bayerischen Impfzentrum registrieren.

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 10. Mai, 20.29 Uhr: Klagen über zunehmende Zahl vorgetäuschter Impfberechtigungen

Viele Impfzentren klagen nach einem Medienbericht über Aggressivität von Impfwilligen und zunehmende Versuche, sich mit falschen Angaben eine vorzeitige Impfung zu erschleichen. Die SWR-Sendung "Report Mainz" berichtete von mehreren tausend Fällen.

Allein das Hamburger Impfzentrum meldete demnach zuletzt sogar 2000 Vordrängler in einer Woche. Um vorzeitig an einen Impftermin zu kommen, würden etwa falsche Alters- oder Berufsangaben gemacht.

In München würden bis zu 350 Vordrängler in der Woche erwischt, in Saarbrücken bis zu 140. "Report Mainz" hatte bei den Impfzentren der Landeshauptstädte nachgefragt, allerdings erfassen nicht alle Zahlen zu Impfvordränglern.

Der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, Martin Helfrich, sagte der Redaktion: "Die Stimmung wird aggressiver. Den Menschen ist teilweise sehr klar, dass sie nicht berechtigt sind und trotzdem versuchen sie, sich impfen zu lassen."

"Report"-Recherchen zeigen demnach, dass die Impfbetrüger sich oft als höher priorisierte Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren ausgeben. Denn eine pflegebedürftige Person etwa kann zwei Kontaktpersonen benennen, die vorrangig geimpft werden.

In einem der SWR-Redaktion bekannten Fall schafften es aber statt zwei acht junge und gesunde Leute, sich als Kontaktpersonen impfen zu lassen.

Update 10. Mai, 20.26 Uhr: Gymnasien bieten Schnelltests vor Abiturprüfungen an

Um die Abiturprüfungen ihrer Gymnasiasten sicherzustellen, bieten die Städte Nürnberg und Würzburg nach eigenen Angaben Schnelltests an.

Demnach können Schüler am Tag vor ihrer jeweiligen Prüfung einen Schnelltest machen lassen.

Sollte dieser positiv ausfallen, folge ein PCR-Test, der mit Priorität ausgewertet werden soll, so dass der Betreffende im Falle eines falsch positiven Schnelltests doch am nächsten Tag zur Prüfung antreten kann.

Das Angebot werde - je nach Infektionslage und kultusministeriellen Vorgaben - bei Bedarf auch für die Abschlussprüfungen von FOS/BOS, Real- und Mittelschulen gelten, hieß es am Montag aus Nürnberg.

Update 10. Mai, 20.18 Uhr: Für viele Schüler in Bayern dieses Schuljahr keine Schulaufgaben mehr

An Realschulen, Gymnasien und Wirtschaftsschulen werden in diesem Schuljahr keine Schulaufgaben mehr geschrieben. (Symbolbild)
An Realschulen, Gymnasien und Wirtschaftsschulen werden in diesem Schuljahr keine Schulaufgaben mehr geschrieben. (Symbolbild)  © Martin Schutt/ZB/dpa

An Realschulen, Gymnasien und Wirtschaftsschulen in Bayern werden in diesem Schuljahr keine Schulaufgaben mehr geschrieben - die sogenannten großen Leistungsnachweise entfallen.

Ausgenommen davon sind lediglich Abschlussklassen und die elfte Klasse an Gymnasien - dort kann es theoretisch noch Schulaufgaben geben. Das teilte das Kultusministerium am Montag in München mit.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) begründete die Entscheidung damit, dass viele Schülerinnen und Schüler erst jetzt in den Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht zurückkehrten, dank sinkender Inzidenzwerte und des neuen Grenzwerts 165.

Deshalb betonte er: "Der Fokus wird hier in den kommenden Wochen ganz klar auf der Sicherung von Basiswissen und grundlegenden Kompetenzen liegen. Unsere Schülerinnen und Schüler müssen sich erst wieder einfinden. Zeitdruck und übermäßigen Leistungsdruck wollen wir dabei vermeiden."

An den Schulen, an denen die Zahl der großen Leistungsnachweise vorgegeben sei, fänden deshalb in diesem Jahr keine Schulaufgaben mehr statt. "Wir wollen auch heuer am Schuljahresende ein aussagekräftiges Feedback zum Leistungsstand - aber keinen übermäßigen Druck durch zu viele Leistungsnachweise", sagte Piazolo.

"Selbst wenn nur noch eine Schulaufgabe pro Fach geschrieben würde, käme es vielfach zu einer Ballung - und die wollen wir verhindern." Sogenannte kleine Leistungsnachweise könne es aber überall noch geben, schriftlich und mündlich, "freilich auch hier mit Augenmaß".

An anderen Schularten, beispielsweise der Mittelschule, haben die Lehrkräfte laut Kultusministerium ohnehin größere Spielräume.

Update 10. Mai, 14.20 Uhr: Neue Zahlen für München

Update 10. Mai, 13.25 Uhr: Amateur-Ensembles dürfen ab 21. Mai proben

Amateur-Ensembles, also beispielsweise Kapellen, Musikgruppen, Amateurtheater und andere Gruppen, dürfen bei stabilen Corona-Zahlen ab 21. Mai wieder gemeinsam proben. Das hat das bayerische Kabinett beschlossen.

Voraussetzung ist, wie bei anderen Öffnungsschritten auch, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis beziehungsweise in der betreffenden kreisfreien Stadt stabil unter 100 liegt. Zudem sind Hygienekonzepte Pflicht.

Abstände müssten eingehalten werden, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (49, CSU). Im Innenraum dürften zehn, im Freien 20 Musiker gemeinsam proben. Ferner solle ab 21. Mai der Bereich der Kultur im Freien wieder möglich sein, unter entsprechenden Hygienekonzepten.

Update 10. Mai, 13.20 Uhr: Kabinett macht Weg für Tourismus ab Pfingsten endgültig frei

Nun ist es offiziell! Am Pfingstwochenende dürfen in bayerischen Regionen mit stabilen Corona-Zahlen Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze und auch Jugendherbergen wieder für Touristen öffnen.

Gleiches gilt für Seilbahnen, die Fluss- und Seenschifffahrt, touristische Bahn- und Busverkehre, Städte- und Gästeführungen im Freien sowie die Außenbereiche von medizinischen Thermen. Voraussetzung ist ein maximal 48 Stunden alter negativer PCR-Test oder ein höchstens 24 Stunden alter Corona-Schnelltest.

Mit diesem Beschluss setzte das bayerische Kabinett am Montag eine Ankündigung aus der Vorwoche um. Und nun sind auch weitere Details klar: Die Anreise bei touristischen Unterkünften ist schon ab Freitag, 21. Mai, möglich. Und: Für Übernachtungsgäste dürfen Beherbergungsbetriebe nach Worten von Staatskanzleichef Florian Herrmann (49, CSU) auch die Innengastronomie und Wellnessbereiche öffnen.

Voraussetzung ist bei alledem, wie bei anderen Öffnungsschritten auch, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis beziehungsweise in der betreffenden kreisfreien Stadt stabil unter 100 liegt. Am Montag lagen nach Worten Herrmanns 37 Landkreise und kreisfreie Städte unter diesem 100er-Wert, 59 über dem 100er-Wert.

Wie viele am 21. Mai alle Bedingungen erfüllen werden, ist offen.

Update 10. Mai, 11.55 Uhr: Leere Hotels! Über 80 Prozent weniger Gäste im ersten Quartal

Die Corona-Krise hat den Tourismus in Bayern nahezu zum Erliegen gebracht.

Im ersten Quartal zählten die Behörden lediglich knapp 985.000 Gäste in Bayern. Das waren fast 84 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Landesamt in Fürth am Montag mitteilte. Dementsprechend schrumpfte auch die Zahl der Übernachtungen in Hotels, Gaststätten, Pensionen, Jugendherbergen, auf Campingplätzen und in anderen Betrieben in einer ähnlichen Größenordnung von knapp 74 Prozent auf 4,2 Millionen. Viele Hotels und Gaststätten sind lange geschlossen.

Die Betriebe, die noch geöffnet haben, dürfen nur Geschäfts- und Dienstreisende und andere Gäste mit triftigen Gründen aufnehmen. Dazu zählen beispielsweise Reha-Patienten. Touristische Übernachtungen sind verboten, mit Ausnahme der eigenen Ferienwohnung. Am härtesten getroffen wurden dementsprechend Jugendherbergen, Hütten, Ferienheime und Campingplätze, deren Gästezahlen um jeweils über 95 Prozent einbrachen.

Am glimpflichsten davon kamen die Kur- und Rehakliniken, doch auch diese spüren die Folgen der Pandemie sehr deutlich. Laut Landesamt gingen die Übernachtungen in diesen Kliniken um etwas mehr als ein Viertel auf 1,3 Millionen zurück.

Nach Regierungsbezirken aufgeschlüsselt ist der Rückgang zahlenmäßig in Oberbayern inklusive München am stärksten, wohin üblicherweise die Mehrzahl der Touristen reist. Knapp 428.000 Gäste kamen noch in den größten bayerischen Regierungsbezirk, drei Viertel weniger als im Vorjahr. Prozentual litt die Tourismusbranche in Schwaben am meisten, dort sank die Zahl der Gäste in den ersten drei Monaten um knapp 87 Prozent auf knapp 116.500.

Die Corona-Krise hat den Tourismus in Bayern nahezu zum Erliegen gebracht. (Symbolbild)
Die Corona-Krise hat den Tourismus in Bayern nahezu zum Erliegen gebracht. (Symbolbild)  © Armin Weigel/dpa

Update 9. Mai, 13.20 Uhr: Polizei muss Corona-Partys auflösen

Das Wetter in Bayern erfüllt endlich die Erwartungen an den Frühling - und schon gibt es noch mehr Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen. Auch in den bayerischen Corona-Hotspots.

In Murnau am Staffelsee (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) kam es am Samstag nach Angaben der Polizei zu einem "Flashmob" mit 300 Leuten. Gegen Mittag fanden sich in der Fußgängerzone 200 Menschen zusammen und tanzten und sangen dicht an dicht vor etwa 100 Zuschauern. Die Menge löste sich nach einem Aufruf der Polizei relativ schnell auf, so die Polizei.

Auch die Polizei München berichtet von mehreren aufgelösten Partys und größeren Personengruppen, die die Abstände nicht immer einhielten. So mussten etwa 300 Menschen den Viktualienmarkt, etwa 200 Menschen den Gärtnerplatz und 100 Menschen die Akademiestraße verlassen, nachdem die Polizei mit Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert hatte. Der Gärtnerplatz, ein beliebter Treffpunkt in der Stadt, wurde am Samstagnachmittag abgesperrt. In Regensburg kam es bis Sonntagvormittag zu mindestens 26 Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen.

Auch in vielen anderen Teilen Bayerns löste die Polizei private Treffen und Feiern auf. So wurden alleine im Landkreis Freising in der Nacht von Samstag zu Sonntag mehr als 30 Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung festgestellt, wie die Polizei am Sonntag berichtete. Darunter eine Grillparty, die Feier einer Taufe und eine Gruppe feiernder Jugendlicher.

In Neustadt bei Coburg und Rödental (Landkreis Coburg) musste die Polizei ebenfalls zwei private Feiern beenden.

Der Landkreis Coburg ist derzeit mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von knapp unter 300 der Corona-Hotspot in Bayern. Die Beteiligten müssen mit Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen.

Update 9. Mai, 11.10 Uhr: Über 30 Verstöße gegen Corona-Maßnahmen bei Freising

Eine Grillparty, die Feier einer Taufe und eine Gruppe feiernder Jugendlicher – insgesamt hat die Polizei über 30 Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung im oberbayrischen Landkreis Freising festgestellt.

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, erwartet die Beteiligten, die am Abend und in der Nacht zum Sonntag gegen die Corona-Maßnahmen verstoßen hatten, eine Anzeige.

So wurden eine Grillparty bei Haag an der Amper und das Treffen einer Gruppe Jugendlicher in Langenbach mit insgesamt 20 Personen aufgelöst.

Ebenso wurden die Feierlichkeiten in Allershausen zu einer Taufe mit 15 Menschen aus unterschiedlichen Haushalten beendet.

Update 9. Mai, 10.30 Uhr: Sieben-Tagen-Inzidenz in Bayern auch am Sonntag leicht rückläufig

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Bayern ist am Sonntag erneut zurückgegangen, liegt aber wieder leicht über dem Bundesdurchschnitt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner gab das Robert Koch-Institut am Sonntag für Bayern mit 118,7 an - nach 120,9 am Samstag. Bundesweit liegt die Inzidenz mit 118,6 geringfügig niedriger. Die Stadt Passau weist mit 26,5 die drittniedrigste Inzidenz in Deutschland und die niedrigste in Bayern auf.

Insgesamt liegen im Freistaat 38 Landkreise und kreisfreie Städte unter einer Inzidenz von 100. Für mindestens 13 Kreise und Städte hat das Gesundheitsministerium Genehmigungen erteilt, um ab Montag die Außengastronomie unter Auflagen zu öffnen. Den höchsten Wert in Bayern verzeichnet weiter der Landkreis Coburg, an der Grenze zu Thüringen gelegen, mit 292,8.

Der thüringische Nachbarkreis Hildburghausen ist gegenwärtig der Top-Corona-Hotspot in Deutschland mit einer Inzidenz von 343,4.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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