Corona in Bayern: Lehrerverbände kritisieren Notbremse ab Inzidenz von 200

München - Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben in Deutschland und der ganzen Welt. Hier im TAG24-Liveticker erfahrt Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat Bayern.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
Im Freistaat wurden bereits 536.981* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 14. April, 8 Uhr). Davon gelten 479.560 wieder als genesen, 13.606 Menschen sind gestorben.

In München wurden 488 neue Fälle gemeldet (Stand: 14. April, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt auf 62.668* an. Enthalten in dieser Zahl sind 57.878 Personen, die inzwischen als wieder genesen gelten, sowie 1142 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz** der Landeshauptstadt beträgt derzeit 147,1 (RKI, Stand: 14. April).

Münchner können sich nach vorheriger >>> Online-Terminvereinbarung Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 8 bis 17 Uhr auf das Coronavirus testen lassen.

Wer sich impfen lassen möchte, kann sich >>> hier beim Bayerischen Impfzentrum registrieren.

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 14. April, 16.32 Uhr: Söder: Bundes-Notbremse reicht nicht aus für Kampf gegen Corona-Welle

Zur Eindämmung der dritten Corona-Welle reicht nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die geplante Bundes-Notbremse nicht aus.

"Wir halten es für richtig, dass auf Bundesebene diese Notbremse fest verankert wird. Allein das wird es aber noch nicht helfen, wir müssen uns mehr überlegen", sagte der CSU-Chef am Mittwoch am Rande der Sitzung der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag.

Den vollständigen Bericht findest du >>>hier.

Update 14. April, 15 Uhr: 488 neue Corona-Infektionen in München

Update 14. April, 13.06 Uhr: Nach Einzelfallprüfung: Frühere Impfungen für mehr als 3900 Menschen

Nach einer Einzelfallprüfung durch die bayerische Impfkommission haben mehr als 3900 Menschen im Freistaat frühere Impftermine erhalten.

Seit der Einrichtung der Kommission am 1. März habe diese 3946 Anträge bewilligt, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwoch in München. "Die Impfkommission leistet damit einen wichtigen Beitrag zur größtmöglichen Impfgerechtigkeit."

Mehr als 5000 Anträge auf Einzelfallprüfung gingen nach Angaben des Gesundheitsministerium seit Arbeitsbeginn bei der Impfkommission ein, abgelehnt worden seien davon bislang nur 20. Bei weiteren rund 20.000 Anträgen ging es demnach um Fragen, für die das Expertengremium nicht zuständig ist.

Die bayerische Impfkommission in Kooperation mit dem Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München übernimmt die Priorisierung von Menschen mit seltenen Krankheiten, die in der bayerischen Impfverordnung nicht berücksichtigt sind.

Seit 1. April konzentriert sich die Kommission nach Angaben des Ministeriums auf die Anträge von Unter-70-Jährigen, die nicht schon wegen ihres Alters einen Impftermin erhalten. Die Bearbeitung der Anträge dauert derzeit demnach zwei bis drei Wochen.

Update 14. April, 13.05 Uhr: Lehrerverbände kritisieren Notbremse ab Inzidenz von 200

Lehrerverbände kritisieren die geplante Notbremse für Schulen ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200.

"Niemand aus der Schulpraxis versteht, warum Schulen plötzlich bis zu einer Inzidenz von 200 geöffnet bleiben können", betonte Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbands (bpv), in einer Pressemitteilung am Mittwoch. Der Vorschlag dürfe nicht im Freistaat umgesetzt werden. Bisher gilt in Bayern die Notbremse mit Distanzunterricht für die meisten Schüler ab 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Nach einem Beschluss des Bundeskabinetts sollen im Rahmen der Bundesnotbremse Schulen erst schließen, wenn die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von 200 überschreitet. Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen sind möglich. Diese Bremse soll auch für Kitas gelten, die Länder können aber Notbetreuung ermöglichen. Wenn Bundestag und Bundesrat zustimmen, könnte die Notbremse für Schulen Ende April in ganz Deutschland in Kraft treten.

"Wenn man massive Einschränkungen im öffentlichen und privaten Leben anordnet, um Kontakte zu vermeiden, dann ist es geradezu grob fahrlässig, mit Schulschließungen bis zu einer Inzidenz von 200 zu warten", kritisierte Pankraz Männlein, Landesvorsitzender des Verbandes der Lehrer an beruflichen Schulen (VLB).

Auch der Deutsche Realschullehrerverband (VDR) fordert niedrigere Grenzwerte für Schulen. "Neben einer klar strukturierten Test- und Impfstrategie muss man sich jetzt bundesweit auf eindeutige Grenzwerte mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 für Wechselunterricht und 100 für Distanzunterricht festlegen", meinte der Verbandsvorsitzende Jürgen Böhm.

In Bayern gilt bisher: Bei einem Wert von über 100 bekommen alle Distanzunterricht. Ausgenommen davon sind nur die Abschlussklassen, die vor dem Übertritt stehenden vierten Klassen sowie die elfte Jahrgangsstufe an Gymnasien und Fachoberschulen.

Update 14. April, 12.44 Uhr: Rekord-Nachfrage bei den Bahnhofsmissionen im Corona-Jahr 2020

Die bayerischen Bahnhofsmissionen haben im Corona-Jahr 2020 nach eigenen Angaben so viele materielle Hilfen wie nie zuvor geleistet.

"Die Armut wächst überall", sagte Hedwig Gappa-Langer von der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern am Mittwoch.

Auch die Situation kranker und obdachloser Besucher habe sich während der Pandemie verschärft. Unter anderem fehlte es Betroffenen an Alltagsmasken, Winterkleidung und warmen Mahlzeiten.

Bayerns größte Bahnhofsmission in der Landeshauptstadt München verzeichnete im vergangenen Jahr 90 000 Kontakte mehr als noch 2019.

Insgesamt leisteten die 13 ökumenischen Bahnhofsmissionen der katholischen und evangelischen Kirchen in Bayern 2020 laut Mitteilung rund 540.000 Mal Hilfe.

Dazu zählen etwa auch die Vermittlung von Übernachtungsmöglichkeiten und seelsorgerische Gespräche.

Update 14. April, 6.03 Uhr: Beschluss: Biontech oder Moderna für Zweitimpfung nach Astrazeneca

Mit einer ersten Astrazeneca-Dosis geimpfte Menschen unter 60 Jahren sollen für die zweite Impfung auf ein anderes Präparat umsteigen. Darauf haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstag einstimmig geeinigt.

"Die Lösung, die jetzt gefunden wurde, bietet einen guten Schutz für die Menschen", sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek, am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in München.

Die Minister folgen damit einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) von Anfang April. Bei den Beratungen, an denen auch Stiko-Chef Thomas Mertens teilgenommen hatte, sei klar geworden, dass die Zweitimpfung durch einen mRNA-Imfpstoff, also das Präparat von Biontech/Pfizer oder Moderna, eine gute Basis sei, um die Menschen wirksam zu schützen, sagte Holetschek. "Gerade in der dritten Welle."

Konkret empfiehlt der Beschluss für Personen unter 60 Jahren eine Zweitimpfung zwölf Wochen nach der Erstimpfung. "Bereits vereinbarte Termine zur Zweitimpfung können übergangsweise auch ab der neunten Woche nach der Erstimpfung stattfinden", heißt es weiter.

Nur in Einzelfällen und nach einer individuellen Risikoanalyse mit einem Arzt könne auch Astrazeneca bei der Zweitimpfung verwendet werden. In der vergangenen Woche hatten die Gesundheitsminister die Entscheidung über den Wechsel der Impfstoffe noch verschoben.

Hintergrund der Empfehlung sind Verdachtsfälle auf eine Hirnvenen-Thrombose nach der Impfung mit Astrazeneca. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko vor allem jüngere Menschen betrifft. Bund und Länder hatten deshalb kürzlich beschlossen, das Astrazeneca-Mittel in der Regel nur noch Menschen über 60 verabreichen zu lassen. Laut Bundesgesundheitsministerium hatten in den vergangenen Wochen aber bereits rund 2,2 Millionen Bürger unter 60 Jahren eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten.

Am Dienstag teilte der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson mit, dass er den Marktstart seines Impfstoffs in Europa verzögert, weil auch er Berichte über Sinusvenenthrombosen erhalten hat.

Update 13. April, 18.45 Uhr: Petition für Gewinnung von zusätzlicher Corona-Impfdosis gescheitert

Im bayerischen Landtag ist am Dienstag eine Petition zur Gewinnung zusätzlicher Impfdosen aus den Medikamentenampullen gescheitert.

Im Gesundheitsausschuss ging es beispielsweise darum, dass aus den Fläschchen von Biontech/Pfizer sieben Dosen gewonnen werden können, obwohl offiziell nur sechs Dosen enthalten sind. Der Ausschuss lehnte allerdings mehrheitlich eine Würdigung der Petition ab, so dass die siebte Dosis nun nicht staatlich vorgeschrieben werden soll.

Vertreter verschiedener Fraktionen hatten zuvor klar gemacht, dass es zu begrüßen sei, wenn die Impfärzte sieben statt nur sechs Dosen aus den Ampullen entnehmen. Dies ist möglich, weil der Hersteller immer eine Reserve in die Impfstofffläschchen füllt. Ausschussvorsitzender Bernhard Seidenath (CSU) betonte allerdings, dass es nachteilig sei, wenn die Entnahme der siebten Dosis vorgeschrieben sei. Denn dann müsse der Arzt diese Dosis aus den Ampullen ziehen, jetzt sei es ihm freigestellt.

Unter anderem setzt sich der Allgemeinmediziner Christian Kröner aus Neu-Ulm seit Wochen für die zusätzlichen Dosen aus den Arzneimittelfläschchen ein. Seiner Ansicht nach werden unnötig zahlreiche Impfdosen weggeworfen, weil die Impfzentren immer nur sechs Spritzen aufziehen. Er wollte deswegen eine offizielle Freigabe der zusätzlichen Impfdosen, damit nicht «aus rein juristischen Gründen jeden Tag tausende Impfdosen ungenutzt entsorgt werden».

Die Gesundheitsbehörden hatten klar gemacht, dass Impfärzte zwar sieben Dosen aus den Biontech-Ampullen entnehmen dürfen, dies aber in eigener Verantwortung geschehe. Fachleute sprechen in einem solchen Fall von einem "Off-Label-Use". Die Mediziner setzen dann ein Präparat außerhalb des von den Zulassungsbehörden genehmigten Anwendungsbereiches ein.

Update 13. April, 18.42 Uhr: Ab 18 Uhr kein Alkohol am Münchner Gärtnerplatz

Am beliebten Party-Hotspot am Gärtnerplatz darf ab Freitag künftig ab 18 Uhr kein Alkohol mehr getrunken werden.

Damit wolle man Menschenansammlungen unterbinden und die Infektionsrate senken, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Das Verbot soll jeweils bis 6 Uhr gelten, auch am Wedekindplatz in Schwabing. Dort und am Gärtnerplatz hatten sich am vergangenen Wochenende bis zu 400 Feiernde getroffen. Die Polizei hatte die Plätze daraufhin geräumt.

Viel Zeit zum Feiern haben die Münchner allerdings vorerst ohnehin nicht mehr.

Ab Mittwoch gelten in München verschärfte Lockdown-Regeln, weil die Infektionszahlen zu hoch sind. Am Dienstag gab es laut Robert Koch-Institut 134,7 Infizierte pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr gibt es in München nun eine nächtliche Ausgangssperre. Auch Kontakte werden weiter beschränkt. Angehörige eines Hausstandes dürfen sich dann nur noch mit einer weiteren Person treffen, Kinder unter 14 Jahren nicht einberechnet.

Update 13. April, 18.03 Uhr: Traunsteiner Landrat Siegfried Walch mit Corona infiziert

Der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch (CSU) ist mit dem Coronavirus infiziert.

Ein Test sei positiv ausgefallen, teilte das Landratsamt am Dienstag in Traunstein mit. Wegen typischer Symptome habe sich der CSU-Politiker testen lassen. Daraufhin sei er umgehend in Quarantäne gegangen. Nach Auskunft des Landratsamtes lässt sich der 37-Jährige zunächst vertreten. Er wolle aber möglichst bald die Amtsgeschäfte wieder von zu Hause aus führen.

Der Landkreis Traunstein ist stark vom Coronavirus betroffen. Am Dienstag meldete das Robert Koch-Institut dort 226,1 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Allerdings hatte es am frühen Dienstagmorgen in der Behörde gebrannt, nach bisherigen Erkenntnissen wegen eines technischen Defekts. Es seien deshalb noch nicht alle Labormeldungen bearbeitet worden.

Update 13. April, 16.16 Uhr: Neue Zahlen für München

Update 13. April, 14.22 Uhr: Bayern will sich Ende Mai von Impf-Priorisierung lösen

Gesundheitsminister Klaus Holetschek begrüßt die Impf-Entwicklung im Freistaat. (Archiv)
Gesundheitsminister Klaus Holetschek begrüßt die Impf-Entwicklung im Freistaat. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

Der Freistaat Bayern will sich spätestens Ende Mai von der Impf-Priorisierung lösen.

Dann soll möglichst schnell allen in Frage kommenden Menschen ein Impfangebot gemacht werden, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Einige der 100 Impfzentren in Bayern seien schon jetzt in Priorisierungsstufe 3, sagte Holetschek. Das heißt, dass ein großer Teil der Mitglieder von Risikogruppen bereits mindestens einmal geimpft ist.

Insgesamt habe Bayern bereits mehr als drei Millionen der 13 Millionen Einwohner mit einer Erstimpfung versorgt, 860.000 Menschen hätten vollen Impfschutz.

Die Einbeziehung der Hausarztpraxen habe sich bewährt, sagte Holetschek.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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