Corona-Spürhunde bald im Einsatz auf Großveranstaltungen?

Hannover - Corona-Spürhunde können auch in Alltagssituationen zuverlässig Corona-Infektionen erschnüffeln und sind für den Einsatz bei Großveranstaltungen geeignet.

Corona-Spürhündin Bea schnüffelt an Probenbehältern einer Teststation.
Corona-Spürhündin Bea schnüffelt an Probenbehältern einer Teststation.  © Michael Matthey/dpa

Das ist das Ergebnis einer Studie unter Leitung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo), die in der Fachzeitschrift "BMJ Global Health" vorgestellt wird.

Die speziell trainierten Hunde seien sogar in der Lage, Infektionen zu identifizieren, bevor der PCR-Test positiv sei, sagte Studienleiter Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der TiHo. "Der Hund ist in diesem Fall ein Frühwarnsystem."

Obwohl inzwischen die meisten staatlichen Corona-Einschränkungen aufgehoben wurden, könnten die Corona-Spürhunde immer noch von Nutzen sein, glaubt der Professor für Tiermedizin. "Große Firmen wie Continental oder Volkswagen hätten mit ihnen ein relativ günstiges Screening-Tool, um die Sicherheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen."

Masketragen in Bus und Bahn, obwohl keine Pflicht besteht? Bevölkerung gespalten
Coronavirus Masketragen in Bus und Bahn, obwohl keine Pflicht besteht? Bevölkerung gespalten

In einem Projekt der Universitätsmedizin Mainz wird derzeit der Einsatz von Corona-Spürhunden in Pflegeheimen getestet.

Hunde nicht nur unter Laborbedingungen erfolgreich

Für die niedersächsische Studie "Back to Culture" waren bei vier Konzerten im September und Oktober 2021 in Hannover Schweißproben genommen worden. Die Besucher hatten am Tag des Konzerts Abstriche für einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test abgegeben.

Wie die TiHo berichtet, erkannten die acht speziell trainierten Hunde die Sars-Cov-2-negativen Proben zu 99,9 Prozent und die Sars-Cov-2-positiven Proben zu 81,6 Prozent.

Die Studie zeige, dass Hunde nicht nur unter Laborbedingungen, sondern auch im Alltag Proben zuverlässig unterscheiden können, betonte Studienleiter Volk.

Titelfoto: Michael Matthey/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: