Corona in Bayern: Lindau mit höchster Inzidenz, Infektionen in Flüchtlingsheimen

München - Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben in Deutschland und der ganzen Welt. Hier im TAG24-Liveticker erfahrt Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat Bayern.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
Im Freistaat wurden bislang 644.735* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 12. Juni, 8 Uhr). Davon sind inzwischen 622.140 wieder genesen, 15.095 Menschen sind gestorben.

In München wurden 30 neue Fälle gemeldet (Stand: 12. Juni, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt auf 73.092* an. Enthalten in dieser Zahl sind 71.178 Personen, die inzwischen wieder genesen sind sowie 1250 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz** der Landeshauptstadt beträgt derzeit 20,0 (RKI, Stand: 12. Juni).

Münchner können sich nach vorheriger >>> Online-Terminvereinbarung Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 8 bis 17 Uhr auf das Coronavirus testen lassen.

Wer sich impfen lassen möchte, kann sich >>> hier beim Bayerischen Impfzentrum registrieren.

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 12. Juni, 17. 20 Uhr: Landkreis will Ende der Maskenpflicht in Grundschulen - untersagt

Der Landkreis Rhön-Grabenfeld in Unterfranken hat ein Ende der Maskenpflicht für Grundschüler am Platz und auf dem Außengelände beantragt.

Jedoch habe die Regierung von Unterfranken dies nicht genehmigt, teilte der Landkreis am Samstag mit. Damit gelte die Maskenpflicht ab Montag weiter, sagte eine Sprecherin.

Die Forderung von Landrat Thomas Habermann (CSU) für die Aufhebung basiert auf dem stabilen, niedrigen Inzidenzwert des Landkreises und auf den regelmäßigen Coronatest von Schülern. Steigende Temperaturen würden die Kinder mit Maske außerdem belasten, hieß es. Der Inzidenzwert lag am Samstag laut Robert Koch-Institut bei 8,8.

Wegen der stark sinkenden Zahlen hatte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen gefordert. Auch Parteichef Hubert Aiwanger unterstrich dies am Samstag.

Der Koalitionspartner der Freien Wähler, die CSU, hatte bislang jedoch nicht erkennen lassen, die Maskenpflicht lockern zu wollen.

Update 12. Juni, 15 Uhr: Lindau mit höchster Inzidenz - Infektionen in Flüchtlingsheimen

Der Landkreis Lindau bereitet Sorgen: Laut Robert Koch-Institut (RKI) war er deutschlandweit der Ort mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. Am Samstag lag der Wert bei 75,6 Fällen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen.

Der Landkreis am Bodensee hatte mitgeteilt, dass es kein "diffuses" Infektionsgeschehen gebe. "Es beschränkt sich auf wenige bekannte Ausbruchsherde in Familienverbänden und (sieben) Asylbewerberunterkünfte", hieß es am Freitag in einer Mitteilung. Auch an Schulen habe es Infektionen gegeben - "hierbei handelt es sich aber um Einzelfälle, die frühzeitig isoliert werden konnten".

Somit gebe es quasi "kaum ein Ausbruchsgeschehen" an Schulen. Auch der zweite deutschlandweite "Hotspot" liegt mit der Stadt Schweinfurt derzeit in Bayern.

Update 11. Juni, 14.16 Uhr: Hausärzteverband sauer aufgrund der Corona-Politik

Bayerns Hausärzte haben ihrem Ärger über die Corona-Politik in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) Luft gemacht.

"Politische Entscheidungen zur Pandemiebekämpfung werden, wenn überhaupt, nur unzulänglich mit uns Ärztinnen und Ärzten abgestimmt und vorbereitet und dann letztlich auf dem Rücken der Praxen ausgetragen", schrieb Markus Beier, der Landesvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes.

In dem am Freitag veröffentlichten Brief wird gefordert, Hausärzte stärker bei den Planungen zur Bekämpfung der Pandemie zu berücksichtigen. Zudem wird ein Bonus für die Medizinischen Fachangestellten verlangt. Obwohl dem Brief zufolge neun von zehn Corona-Patienten ambulant über die Praxen versorgt werden, habe es im Gegensatz zum Fachpersonal in den Krankenhäusern keinen staatlichen Corona-Bonus gegeben. "Und sie sind es, die den zunehmenden Frust vieler Impfwilliger über die mangelnde Versorgung mit Impfstoff abbekommen", sagte Beier laut Pressemitteilung.

Kritisiert wird außerdem die Vergütung des zusätzlichen Aufwandes durch Planung, Beratung, Impfung, Nachbetreuung, höhere Personal- und Sachkosten in den Hausarztpraxen. "Im Verhältnis zu anderen Pandemieleistungen wird der Impfaufwand in den Praxen mit 20 Euro völlig inadäquat vergütet", schreibt Beier. "Schnelltestcenter konnten zum Beispiel bislang 18 Euro pro Test abrechnen, das reine Ausstellen einer digital lesbaren Impfbescheinigung soll ebenfalls mit 18 Euro honoriert werden."

Update 11. Juni, 14.05 Uhr: Markus Söder warnt vor Delta-Variante - US-Hersteller an Zusagen erinnert

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie vor der Ausbreitung der zunächst in Indien aufgetretenen Delta-Variante gewarnt. Obwohl Großbritannien eine vergleichsweise hohe Impfquote aufweise, breite sich die Variante dort stark aus und führe zu steigenden Inzidenzen, sagte Söder am Freitag bei einem deutsch-türkischen Impftag in Nürnberg.

Umso wichtiger sei es, in Deutschland weiter mit ungehindertem Tempo zu impfen. "Impfen ist die einzige echte Langzeitstrategie gegen Corona", sagte Söder. Laut Studien ist die Wirksamkeit der derzeit zugelassenen Impfstoffe gegen die Delta-Variante im Vergleich zu anderen Virus-Varianten zwar leicht abgeschwächt, aber immer noch sehr hoch.

"Wir sind ein Stück weit im Wettlauf mit Mutationen", sagte Söder. Deshalb sei es notwendig, noch schneller zu impfen, auch in der Breite. Söder forderte die US-Hersteller von Impfstoffen auf, ihren Lieferverpflichtungen Deutschland und Europa gegenüber nachzukommen. "Ich bin sehr dafür, dass wir überall in der Welt Impfstoffe weitergeben", sagte Söder mit Blick auf Berichte aus den USA, die eine halbe Milliarde Impfdosen an andere Länder abgeben wollen.

Aber im Moment sei es so, dass nicht alle Zusagen eingehalten würden.

Update 11. Juni, 14 Uhr: Staatsregierung wirbt in 20 Sprachen für Corona-Impfungen

Mit Videos in 20 Sprachen will die Staatsregierung Menschen mit unzureichenden Deutschkenntnissen über die hohe Bedeutung von Corona-Schutzimpfungen aufklären.

"Es gibt meist keine grundsätzliche Skepsis gegenüber einer Impfung. Oftmals handelt es sich um eine Sprachbarriere", sagte die bayerische Integrationsbeauftragte Gudrun Brendel-Fischer (61) am Freitag in München. Der Bedarf an niederschwelligen Informationen für Menschen sei daher nach wie vor hoch.

Die Integrationsbeauftragte sieht trotz des zunehmenden Erfolgs der bundesweiten Impfkampagne noch große Herausforderungen bei einzelnen Gesellschaftsgruppen: "Wir möchten mit dieser Kampagne alle mitnehmen. Daher ergänzen wir unsere #Impfbotschafter-Kategorie regelmäßig um neue Sprachen. Neu dazugekommen sind Thailändisch, Vietnamesisch und eine Version für gehörlose Menschen."

Die Videokampagne läuft seit Anfang Mai. In den Clips werben Menschen mit selbstgedrehten Kurzvideos in unterschiedlichen Herkunfts- und Muttersprachen für eine Corona-Impfung. Bisweilen stehen 27 Videos in 20 Sprachen zur Verfügung. Weitere sollen folgen. Sie sind abrufbar auf dem Youtube-Kanal der Integrationsbeauftragten.

Update 11. Juni, 13.50 Uhr: Neue Zahlen für München

Update 11. Juni, 12.50 Uhr: Nürnbergs Oberbürgermeister lässt sich in Moschee impfen

Um die Impfbereitschaft vor allem unter Migranten zu steigern, hat sich Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (40, CSU) am Freitag in einer Moschee gegen das Coronavirus impfen lassen. Im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) erhielt er eine Dosis des Impfstoffs des Herstellers Johnson & Johnson. Das Präparat ist von der Ständigen Impfkommission eigentlich nur für Personen über 60 Jahren empfohlen. König ist 40 Jahre alt.

Die Impfung war Teil eines Impftages in der Eyüp Sultan Moschee in Nürnberg. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden der Türkisch Islamischen Union in Nordbayern, Hasan Aslan, ist der Impftag hervorragend angenommen worden. Innerhalb weniger Tage hätten sich 500 Menschen angemeldet.

"Wir stellen fest, dass die Sprachbarriere oftmals schon ein Hemmnis ist", sagte König. Diese Barriere solle aufgelöst werden. "Wenn Aufklärung stattgefunden hat, wenn man das auch verstanden hat, dann ist auch die Impfbereitschaft viel größer."

Der Impftag in der Moschee war der Beginn für sogenannte aufsuchende Impfungen in den Nürnberger Stadtteilen. Wie in anderen Großstädten gibt es auch in Nürnberg die Sorge, dass in Stadtteilen mit geringerem sozio-ökonomischem Niveau - dazu gehören etwa Bildung, Einkommen und Lebensverhältnisse - die Impfbereitschaft geringer sein und die Ausbreitung des Coronavirus dort begünstigt werden könnte.

Update 11. Juni, 12.25 Uhr: Mitarbeiter von italienischer Hotel-Anlage in Bayern geimpft?

Mehr als 100 Mitarbeiter einer italienischen Ferienanlage sind nach Medienberichten für eine Corona-Impfung nach Bayern gereist. Wie die Süddeutsche Zeitung am Freitag berichtete, hatten sich die Teilnehmer der Reisegruppe im Mai während eines Tagestrips am Münchner Flughafen die Impfspritzen geben lassen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) prüft ein mögliches Fehlverhalten.

Ein Manager des Hotels sagte Italiens öffentlich-rechtlichem TV-Sender Rai 3, es sei wichtig gewesen, dass die Ferienanlage bereit sei, damit Gäste dort sicher Urlaub machen könnten. Man habe die erste "Etappe" genommen, da in Italien Impfungen für Mitarbeiter in Firmen noch nicht möglich gewesen seien. Das Hotel habe für diesen Service auch bezahlt.

Der Vorgang wird mittlerweile von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) überprüft. Denn ein an der Aktion beteiligter Arzt soll eine Kassenzulassung haben. Es werde daher nun ein mögliches Fehlverhalten geprüft, sagte KVB-Sprecher Axel Heise. "Wir wissen auch nicht, was da gelaufen ist." Er bezeichnete das Geschehen als "eigenartig".

Insbesondere ist bislang nicht geklärt, woher der bei der Aktion verwendete Impfstoff stammt.

Update 11. Juni, 12.10 Uhr: Elf Fälle von Betrugsverdacht bei Corona-Teststationen in Bayern

Die Ermittler prüfen mittlerweile in elf Fällen möglichen Betrug in Zusammenhang mit Corona-Teststationen.

In diesen Fällen liefen Ermittlungen oder Vorermittlungsverfahren, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Held in Nürnberg. Im Fall einer Teststation im niederbayerischen Hauzenberg (Landkreis Passau) habe es auch bereits eine Durchsuchung gegeben.

Allein in Bayern gibt es mehrere tausend Teststationen, bei denen Bürger Schnelltests vornehmen lassen können. Bundesweit prüfen die Behörden derzeit, ob durch die Betreiber vielleicht mehr Tests abgerechnet als tatsächlich durchgeführt wurden.

Das bayerische Justizministerium hatte Anfang Juni entschieden, dass die Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) bei der Nürnberger Generalstaatsanwaltschaft alle Fälle bündeln soll. Die ZGK war bislang nur für Betrugs- und Korruptionsermittlungen gegen Angehörige der Heilberufe wie Ärzte und Apotheker zuständig.

Da viele Teststationen aber auch von Personen betrieben werden, die keine klassische medizinische Ausbildung haben, wurde die Zuständigkeit erweitert.

Die Ermittler prüfen in Bayern mittlerweile in elf Fällen möglichen Betrug in Zusammenhang mit Corona-Teststationen. (Symbolbild)
Die Ermittler prüfen in Bayern mittlerweile in elf Fällen möglichen Betrug in Zusammenhang mit Corona-Teststationen. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Update 10. Juni, 18.32 Uhr: Holetschek lobt Stiko-Entscheidung für eingeschränkte Kinder-Impfung

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek begrüßt die empfohlene, eingeschränkte Kinder-Impfung. (Archiv)
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek begrüßt die empfohlene, eingeschränkte Kinder-Impfung. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Die eingeschränkte Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko ) für Corona-Impfungen bei Jugendlichen ab zwölf Jahren ist aus der Sicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek der richtige Weg.

"Es ist sinnvoll, bevorzugt Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gegen Corona zu impfen, die bestimmte Vorerkrankungen haben. Denn diese haben das Risiko, schwerer an COVID-19 zu erkranken", sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz am Donnerstag in München.

Es sei gut, dass Jugendliche vorrangig in Arztpraxen geimpft werden sollten, da diese am besten wüssten, "welche Kinder und Jugendlichen zum Beispiel Vorerkrankungen haben und den Impfstoff am dringendsten brauchen."

Darüber hinaus bleibe aber die Menge an Impfstoff knapp und das Nadelöhr in der Impfkampagne. Da es keinen zusätzlichen Impfstoff für Jugendliche gebe, könnten diese auch nicht innerhalb kurzer Zeit auf eine Impfung hoffen. "Es wird zunächst zu Wartezeiten kommen. Zudem gibt es nach wie vor ältere ungeimpfte Erwachsene, die im Falle einer Infektion ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf haben als gesunde Kinder."

Die Stiko hatte zuvor erklärt, dass sie keine generelle Impfempfehlung für gesunde Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren aussprechen wolle. Sie empfiehlt Impfungen gegen das Coronavirus aber für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen.

Nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und der Risikoakzeptanz von Kindern, Jugendlichen oder ihren Eltern sei eine Impfung aber auch bei gesunden jungen Leuten möglich, heißt es im Bulletin des Robert Koch-Instituts.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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