Corona in Bayern: Zahlreiche Verstöße gegen 3G in Gaststätten

München - Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben in Deutschland und der ganzen Welt. Hier im TAG24-Liveticker für Bayern erfahrt Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
In Bayern wurden 714.369* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. 15.557 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben, 673.360 gelten hingegen als genesen. (Stand: 22. September)

Die Impfquote in Bayern liegt bei 61 Prozent. In den letzten sieben Tagen gab es im Freistaat insgesamt 270 hospitalisierte Fälle, die Belegung der Intensiv-Versorgungskapazitäten durch bestätigte Covid-19-Patienten liegt aktuell bei 285. (Stand: 22. September 2021)

In München wurden 285 neue Fälle gemeldet. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle steigt auf 83.940* an. Enthalten in dieser Zahl sind 79.256 Personen, die inzwischen als genesen gelten sowie 1309 Todesfälle. (Stand: 22. September)

Die 7-Tage-Inzidenz** der Landeshauptstadt beträgt derzeit 92,6 (RKI, Stand: 22. September).

Coronavirus im Norden: Ende der Maskenpflicht an Schulen angekündigt
Coronavirus Coronavirus im Norden: Ende der Maskenpflicht an Schulen angekündigt

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 23. September, 6 Uhr: Klaus Holetschek warnt vor Corona-Infektionen im Herbst

Das Ende des Sommers erhöht nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, CSU) das Corona-Infektionsrisiko für alle Nicht-Geimpften.

"Jetzt ist höchste Zeit, sich impfen zu lassen, denn der Herbst ist Erkältungszeit und damit auch Nährboden für Corona", sagte er am Donnerstag in München. Weiter: "Wir haben es selbst in der Hand, Verantwortung für uns selbst und für andere zu übernehmen und mit der Impfung einen entscheidenden Beitrag im Kampf gegen die Pandemie zu leisten."

Nur mit der Impfung könne der Weg aus der Pandemie gelingen. "Nur mit der Impfung können wir unser Gesundheitswesen und alle dort Beschäftigen entlasten. Ich appelliere daher an alle Bürgerinnen und Bürger Bayerns: Lassen Sie sich jetzt impfen, Impfen ist der beste Schutz."

Update 21. September, 13.20 Uhr: Pooltests bisher an 30 Prozent von Bayerns Grund- und Förderschulen

Zu Beginn des neuen Schuljahres werden die neuen Corona-Pooltest zunächst nur an etwa jeder dritten Grund- und Förderschule angeboten.

An knapp über 30 Prozent der Grund- und Förderschulen seien die Pooltests bereits angelaufen, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Das Angebot wachse jetzt stetig weiter, insgesamt würden rund 3000 Schulen mit 500.000 Schülern an den Pooltests teilnehmen.

Söder und Piazolo sprachen von einem weitgehend reibungslosen Schulstart, betonten aber auch, dass die Ausstattung von Schulen und Kindertagesstätten mit Luftreinigern weiterhin nur schleppend vorangingen. Von den zur Verfügung gestellten Mitteln des Freistaats für die Anschaffung seien an den Schulen bisher 18 Prozent abgerufen wurden, an den Kitas seien es nur 1,6 Prozent. "Wir hoffen sehr, dass insbesondere die nächsten Wochen, wenn es Herbst und Winter wird, da noch mal eine Verstärkung stattfindet", sagte Söder.

Söder betonte zudem, dass die Aussicht auf Impfungen für jüngere Schüler eine "große Entlastung" für die allgemeine Corona-Lage bedeuten würde. Die Entwicklung bei den Neuansteckungen zeige, dass es sich inzwischen primär um eine Pandemie der Ungeimpften handle.

Bayernweit stagniere die Inzidenz derzeit bei Werten um die 87, die Krankenhausampel stehe weiter klar auf Grün. Allerdings gebe es im Süden Bayerns einige besondere regionale Belastungen, wobei sich auch hier zeige, dass in den betroffenen Regionen die Impfquoten niedriger seien als anderswo.

Update 21. September, 12.30 Uhr: Zahlreiche Verstöße in Nürnberger Gaststätten festgestellt

Nach der 3G-Regel dürfen nur Geimpfte, Genesene oder Getestete in Gaststätten.
Nach der 3G-Regel dürfen nur Geimpfte, Genesene oder Getestete in Gaststätten.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Regeln haben Polizei und Zoll bei der Kontrolle von Gaststätten in Nürnberg aufgedeckt.

Es seien unter anderem die Maskenpflicht und die sogenannte 3G-Regel nicht eingehalten worden, teilte die Stadt am Dienstag mit. Die Ermittler hatten am Samstag rund 30 Gaststätten, Lokale und Clubs kontrolliert. In 50 Fällen gab es Anzeigen.

Nach der Corona-Verordnung gilt für die Gastronomie die 3G-Regel, das heißt nur Geimpfte, Genesene oder Menschen mit einem aktuellen negativen Corona-Test dürfen eingelassen werden.

Update 21. September, 6.07 Uhr: Inzidenz bei schulpflichtigen Kindern in Bayern steigt stark

Durch die Coronatests in den Schulen sind möglicherweise deutlich mehr Infektionen bei Kindern und Jugendlichen entdeckt worden. Dies lassen die aktuellen Infektionszahlen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vermuten.

>>> Hier geht es zum ganzen Artikel hinsichtlich der Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern in Schulen.

Die Inzidenz bei schulpflichtigen Kindern in Bayern steigt stark. (Symbolbild)
Die Inzidenz bei schulpflichtigen Kindern in Bayern steigt stark. (Symbolbild)  © Peter Kneffel/dpa

Update 20. September, 18 Uhr: Neue Zahlen für München

Update 20. September, 7.30 Uhr: Tourismusbeauftragter hält Après-Ski in Wintersaison für möglich

Skifahrer sollen in der Wintersaison wieder in den Genuss von Après-Ski kommen. (Symbolbild)
Skifahrer sollen in der Wintersaison wieder in den Genuss von Après-Ski kommen. (Symbolbild)  © Jakob Gruber/APA/dpa

Wie Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hält auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung eine Corona-Wintersaison in den Bergen samt Après-Ski unter bestimmten Bedingungen für möglich.

"Wir wollen wieder unbeschwert Skiurlaub machen", sagte Thomas Bareiß (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag).

"Daher ist es grundsätzlich richtig, bestimmte Veranstaltungen nur für Personengruppen zu öffnen, bei denen die Ansteckungsgefahr gering ist." Bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens dürfe es keine Schließungen mehr geben, gleichzeitig müssten Gäste und Gastgeber geschützt werden. "In dem Fall bleibt zu prüfen, ob ein Antigen-Schnelltest noch ausreichend ist", sagte Bareiß. "Die Impfung bleibt das A und O."

Kurz hatte gesagt, er halte eine sichere Wintersaison inklusive Après-Ski für möglich. Falls sich die Situation weiter verschärft, würden anstatt der aktuell geltenden 3G-Regel nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach reagierte kritisch auf diesen Vorstoß. "Wie die nächste Wintersaison aussehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen - auch nicht der österreichische Bundeskanzler", sagte Lauterbach den Funke-Zeitungen. Er würde aus heutiger Sicht "eher davon abraten, unter Ischgl-ähnlichen Bedingungen zu feiern" und verwies auf Impfdurchbrüche. Der österreichische Party- und Skiort Ischgl war voriges Jahr zum Corona-Hotspot geworden.

Update 19. September, 16.26 Uhr: Schulleiter wütend: Pooltests ab Montag unrealistisch

Eigentlich sollten ab diesem Montag die sogenannten Pooltests in Grund- und Förderschulen starten - doch Schulleiter stehen wegen zusätzlicher Bürokratie auf den Barrikaden.

"Die Einführung der Pooltests (...) mit diesem Zeitdruck ohne soliden verifizierten Verwaltungsvorlauf ist unrealistisch", schrieb die Vorsitzende des bayerischen Schulleitungsverbandes (bsv), Cäcilia Mischko, am Sonntag in einem Brief an Kultusminister Michael Piazolo.

"Entgegen Ihren pressewirksamen Ankündigungen ist der Verwaltungsaufwand in den Schulen immens. Die Schulleitungen müssen sich in einer vollkommen unrealistischen und unnötigen Terminsetzung in einen medizinischen Bereich einarbeiten." Schulleitungen müssten erneut lernen, "sich mit seriellen Testungen und digitalen Schnittstellen und Barcodes zu befassen", heißt es in dem Verband, der die Interessen von Schulleitungen an Grund-, Mittel- und Förderschulen vertritt.

Viele Eltern stünden den neuen Tests skeptisch gegenüber, von ihnen braucht man allerdings eine Einwilligung. "Der Sinn der Eile der Pooltests ist unwirklich und überdies nicht erkennbar. In den Schulen sind genügend Selbsttests für viele Wochen eingelagert. Was für eine Verschwendung der Ressourcen! Uns bleibt im wahrsten Sinne des Wortes die Spucke weg, Herr Minister!"

Das Kultusministerium hatte angekündigt, dass die Pooltests ab dem 20. September für noch mehr Sicherheit sorgen sollen. Allerdings hatte ein Sprecher bereits am Freitag erklärt, dass es wohl nicht überall mit der Einführung ab Montag klappe. Bei den neuen PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden und die als genauer gelten als die bisherigen Schnelltests, sollen die Kinder an zwei Tupfern lutschen.

Zunächst werden die Proben von allen in einem größeren Röhrchen gesammelt - also als Pool - untersucht. Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert.

Update 19. September, 13 Uhr: Weitere Corona-Lockerungen für Kulturbranche

Für die Kulturbranche in Bayern gibt es in der Corona-Pandemie weitere Lockerungen.

So dürfen kulturelle Einrichtungen nun selbst entscheiden, ob sie Gäste im Abstand von 1,5 Meter platzieren - dann ohne Maskenpflicht für die Besucher - oder ob auf Mindestabstände verzichtet wird - dann jedoch mit Maskenpflicht. Das geht aus dem neuen Rahmenkonzept hervor, dass das Kunstministerium am Sonntag vorstellte.

Bei kulturellen Veranstaltungen gilt ab einer Inzidenz von 35 die 3G-Regel, Besucher müssen also geimpft, genesen oder negativ getestet sein. Bei mehr als 1000 Besuchern gilt die Regel draußen und drinnen unabhängig davon, wie hoch die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen ist. Draußen gilt auch bei größeren Veranstaltungen nun keine Maskenpflicht mehr.

Mitwirkende müssen keine Maske tragen, wenn diese die künstlerische Darbietung behindert. Zudem kann aus künstlerischen Erwägungen auch auf den Mindestabstand bei den Mitwirkenden verzichtet werden. Kontakte werden zwar weiter erfasst, aber nicht mehr bezogen auf den Sitzplatz. Nun reichen die Kontaktdaten des Kartenkäufers aus.

Update 18. September, 11.41 Uhr: Ab Montag Testnachweispflicht für Kita-Beschäftigte

Ab Montag müssen sich ungeimpfte Beschäftigte in Bayerns Kindertagesstätten auf Corona testen lassen.
Ab Montag müssen sich ungeimpfte Beschäftigte in Bayerns Kindertagesstätten auf Corona testen lassen.  © Monika Skolimowska/dpa

Ab Montag müssen ungeimpfte Beschäftigte in Kindertagesstätten in Bayern nachweisen, dass sie negativ auf Corona getestet sind.

Daran erinnerte Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Samstag. So solle die Sicherheit für Kinder, Eltern und die Mitarbeiter erhöht werden, teilte das Ministerium mit.

Die Beschäftigten müssen sich ab kommender Woche dreimal pro Woche testen. Ohne Nachweis dürfen sie nicht in die Einrichtung.

Die Regel hatte das Kabinett vergangene Woche beschlossen. Neben den eigenen Beschäftigten gilt die Pflicht auch für Mitarbeiter von außen, also zum Beispiel Reinigungskräfte oder Musiklehrer.

Der Freistaat stellt den Kitas Selbsttests bereit. So könnten sich auch geimpfte oder genesene Beschäftigte freiwillig testen.

Eltern müssen sich nicht testen lassen, wenn sie ihre Kinder bringen und abholen oder kurz mit den Erziehern reden wollen.

Für Kinder soll es sogenannte Lollitests geben, zudem bekommen Eltern Berechtigungsscheine für kostenlose Selbsttests - verpflichtend ist das allerdings nicht. Masken müssen Erwachsene weiter tragen.

Trautner sagte, derzeit seien sehr wenige Kitas wegen Corona geschlossen.

Update 17. September, 17.17 Uhr: Neue Pooltests starten nicht überall in Bayern zum Wochenanfang

Die Umstellung der Coronatests in den bayerischen Grund- und Förderschulen wird noch nicht zu Beginn der kommenden Woche überall möglich sein.

Wie ein Sprecher des Kultusministeriums in München am Freitag sagte, könne es aus unterschiedlichen Gründen zu Verzögerungen kommen. Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur werden nicht alle Schulen am Montag mit den sogenannten Lollitests beginnen.

Das Ministerium hatte angekündigt, dass diese Tests "ab dem 20. September an Grund- und Förderschulen für noch mehr Sicherheit sorgen" würden. Der bayernweite Projektstart für die neuen Pooltests bleibe wie geplant nächste Woche, sagte der Sprecher - ergänzte aber: "Das bedeutet auch, dass es nicht ab Montag mit der neuen Testung losgehen muss."

Es könne sein, dass Einverständniserklärungen der Eltern fehlten, Lieferschwierigkeiten auftreten oder noch nicht alle Daten im System eingegeben werden konnten, nannte er Beispiele für Verzögerungen. In diesen Fällen würden noch für eine kurze Übergangszeit die bisherigen Selbsttests weiter verwendet.

Bei den neuen PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden und die als genauer gelten als die bisherigen Schnelltests, sollen die Kinder an zwei Tupfern lutschen. Zunächst werden dann die Proben von allen in einem größeren Röhrchen gesammelt - also als Pool - untersucht. Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert.

Lehrerverbände hatten das Projekt in dieser Woche kritisiert, weil es zu kurzfristig von den Schulen eingeführt werden müsse. «Das Schuljahr beginnt, wie das alte geendet hat: Hektik, Stress und großer Druck», sagte die Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann.

Erst wenige Tage vor Beginn des Schuljahrs habe das Ministerium über die neuen Pooltests die Lehrer informiert, bemängelte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mit einem unrealistischen Zeitplan habe sich erneut gezeigt, "wie weit entfernt das Kultusministerium von der schulischen Realität ist".

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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