Coronavirus: Alle Covid-19-News vom 22. Januar bis 1. Februar 2022

Nach rund zwei Jahren Corona-Pandemie in Deutschland ist ein Ende immer noch nicht abzusehen. TAG24 berichtet über das Coronavirus-Geschehen in der Bundesrepublik im Ticker-Format.

Alle aktuellen Infos zur Corona-Pandemie erhaltet Ihr in unserem Corona-Liveticker.

Update, 1. Februar, 21.50 Uhr: Bovenschulte fordert Öffnungsperspektive - Weg Dänemarks "zu mutig"

In der Debatte über Lockerungen von Corona-Beschränkungen hat Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (56) mehr Klarheit für Mitte des Monats in Aussicht gestellt.

Mit Blick auf die nächste Bund-Länder-Runde am 16. Februar sagte der SPD-Politiker am Dienstag im ZDF-"heute journal up:date", dann müsse entschieden werden, wie es weitergehe.

"Diese Entscheidung muss vorbereitet sein." Bovenschulte betonte zugleich: "Da wir im Moment eine stabile Situation in den Krankenhäusern haben, ist es, glaube ich, der richtige Zeitpunkt, über Lockerungen zu diskutieren - noch nicht: sie umzusetzen."

Dass Dänemark sich bereits von allen Corona-Auflagen verabschiedet hat, findet Bovenschulte zu weit gehend. "Für mich ist das ein zu mutiger Schritt auf einmal", sagte der Bürgermeister.

Andreas Bovenschulte (56, SPD), Bürgermeister von Bremen.
Andreas Bovenschulte (56, SPD), Bürgermeister von Bremen.  © Michael Matthey/dpa

Update, 1. Februar, 21.02 Uhr: Norwegen lockert Corona-Maßnahmen kräftig

Norwegen hebt einen Großteil seiner Corona-Maßnahmen auf.

Bereits ab Dienstagabend um 23 Uhr gibt es unter anderem keine Begrenzungen für den Ausschank von alkoholischen Getränken mehr. Der Breitensport und andere Freizeitaktivitäten können nach Regierungsangaben ohne Einschränkungen wieder voll aufgenommen werden, Kinos, Theater und Kirchen können wieder voll besetzt sein. Teilnehmerbeschränkungen werden für Zusammenkünfte ebenso aufgehoben wie die Testpflicht für Einreisende.

Die Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und in anderen Situationen mit möglichem Gedränge bleibt dagegen bestehen, wie Ministerpräsident Jonas Gahr Støre am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz in Oslo sagte. Die generelle Ein-Meter-Abstandsregel bleibt ebenfalls bis auf Weiteres in Kraft.

Update, 1. Februar, 20.51 Uhr: Drosten: Motor von Omikron-Subtyp BA.2 hat "ein paar PS mehr"

Der Virologe Christian Drosten (49) gibt zu bedenken, dass die Variante BA.2 von Omikron eine noch höhere Übertragbarkeit haben könnte als der derzeit in Deutschland vorherrschende Subtyp BA.1.

Auf Basis neuer Daten aus Dänemark nehme er an, dass BA.2 möglicherweise einen sogenannten Fitnessvorteil und damit eine gesteigerte Übertragungsfähigkeit haben könnte, sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info.

Drosten erklärte den angenommenen Unterschied zwischen den beiden Subtypen mit der Metapher von zwei Autos und sagte mit Blick auf BA.2: "Der Motor, der hat schon ein paar PS mehr." Bei BA.1 hingegen sei er der Auffassung, dass die Variante der Immunantwort des Körpers ausweichen könnte, weshalb sie sich so schnell ausbreite.

Die Daten des dänischen Preprints deuteten darauf hin, dass das Infektionsrisiko bei BA.2 deutlich höher sei als bei BA.1. Das Risiko der Weitergabe des Virus ist demnach bei infizierten Ungeimpften ebenfalls stark erhöht, bei geimpften Kontaktpersonen allerdings verringert.

Der Virologe Christian Drosten (49).
Der Virologe Christian Drosten (49).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 1. Februar, 19.11 Uhr: Anspruch auf PCR-Nachtestung bei Positiv-Test könnte wegfallen

Der Anspruch auf einen PCR-Bestätigungstest nach einem positiven Corona-Schnelltest könnte künftig zumindest vorübergehend wegfallen.

"Eine regelhafte bestätigende PCR-Testung" werde "zunächst ausgesetzt", heißt es in einem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums für eine Änderung der Corona-Testverordnung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Nachrichtenportal "The Pioneer" hatte zuerst darüber berichtet.

Ob es genauso kommt ist noch unklar. Das Ministerium äußerte sich auf Nachfrage nicht näher zum konkreten Stand der Planungen bei PCR-Tests und verwies darauf, dass die Testverordnung momentan weiterhin in der Abstimmung sei.

Wegen der hohen Infektionszahlen und begrenzter Laborkapazitäten hatten sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) und die Gesundheitsminister der Bundesländer im Januar für eine Priorisierung bei PCR-Tests ausgesprochen.

Nach der momentan noch gültigen Verordnung besteht nach einem positiven Selbsttest oder einem positiven Schnelltest an einer Teststation Anspruch auf einen PCR-Test zur Überprüfung.
Nach der momentan noch gültigen Verordnung besteht nach einem positiven Selbsttest oder einem positiven Schnelltest an einer Teststation Anspruch auf einen PCR-Test zur Überprüfung.  © Jens Büttner/dpa

Update, 1. Februar, 19.09 Uhr: Türkei meldet neuen Corona-Höchststand

Die Türkei hat zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie die Marke von 100.000 neuen Corona-Fällen an einem Tag überschritten.

Das Gesundheitsministerium in Ankara meldete am Dienstagabend zudem 198 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in 24 Stunden. Beschränkungen im öffentlichen Leben bestehen zurzeit kaum. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind rund 84 Prozent der über 18-Jährigen mindestens zweimal geimpft.

Das Land setzt den chinesischen Impfstoff Sinovac, den von Biontech/Pfizer sowie das selbst entwickelte Präparat Turkovac ein. Die Türkische Ärztevereinigung TTB kritisiert, dass zu wenige Daten zu dem einheimischen Impfstoff veröffentlicht worden seien. Wie in vielen anderen Ländern ist auch in der Türkei die hoch ansteckende Omikron-Variante dominierend.

Update, 1. Februar, 18.37 Uhr: Israel lockert weitere Corona-Beschränkungen

Trotz immer noch hoher Infektionszahlen lockert Israel weitere Corona-Beschränkungen.

So brauchen die Menschen im Land bald nur noch für sehr große Veranstaltungen mit hohem Ansteckungsrisiko den sogenannten "Grünen Pass" für Geimpfte oder Genesene vorzuzeigen, wie das Corona-Kabinett am Dienstagabend beschloss. Zu diesen Events gehören etwa Feiern und Hochzeiten. Restaurants, Kinos und Hotels dürfen künftig aber auch wieder von Ungeimpften besucht werden.

Außerdem soll durch die Lockerungen, die ab Sonntag gelten, die Testpflicht bei der Ausreise aus Israel wegfallen.

Update, 1. Februar, 18.04 Uhr: Maischberger-Talk muss umplanen: Lauterbach fällt mit Erkältung aus

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) gilt als besonders häufig gesehener Gast in Polit-Talkshows - am Mittwoch muss Sandra Maischberger allerdings auf ihn verzichten.

Das Bundesgesundheitsministerium teilte am Dienstag auf Anfrage mit, dass der Minister seinen Auftritt absagen musste. Zum Grund hieß es: "Er ist stark erkältet. Eine Corona-Infektion liegt nicht vor."

Der Sender hat inzwischen Ersatz gefunden und kündigte Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen als neuen Gast an.

Der "Maischberger"-Talk muss umplanen: Karl Lauterbach (58, SPD) fällt wegen einer Erkältung als Gast aus.
Der "Maischberger"-Talk muss umplanen: Karl Lauterbach (58, SPD) fällt wegen einer Erkältung als Gast aus.  © Oliver Ziebe/WDR/dpa

Update, 1. Februar, 17.09 Uhr: London schreibt Milliarden auf Corona-Schutzausrüstung ab

Die britische Regierung hat offensichtlich mehrere Milliarden Pfund für zu teure oder unnötige Corona-Schutzausrüstung gezahlt.

Das Gesundheitsministerium habe insgesamt 8,7 Milliarden Pfund - mehr als zehn Milliarden Euro - abgeschrieben, meldete die Nachrichtenagentur PA am Dienstag unter Berufung auf Abrechnungen. So seien 673 Millionen Pfund für "völlig unbrauchbare" Ausrüstung gezahlt worden sowie 750 Millionen Pfund für Artikel, die nicht vor ihrem Verfallsdatum verwendet wurden.

Fast 2,6 Milliarden Pfund wurden demnach für Gegenstände ausgegeben, "die nicht für die Verwendung im (Gesundheitsdienst) NHS geeignet sind". Das Ministerium hoffe aber darauf, diese Artikel noch verkaufen oder spenden zu können. Schließlich sei der Wert der Restbestände um 4,7 Milliarden Pfund eingebrochen. Grund seien die seit Pandemie-Beginn stark gefallenen Preise für Schutzausrüstung.

Update, 1. Februar, 16.50 Uhr: WHO warnt vor zu frühem Ende von Corona-Schutzmaßnahmen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor dem verfrühten Ende von Corona-Schutzmaßnahmen. Es sei voreilig, das Virus für besiegt zu halten, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf.

Seit dem Auftauchen der Omikron-Variante vor etwa zehn Wochen seien fast 90 Millionen neue Infektionen gemeldet worden - mehr als im ganzen Jahr 2020. "Wir sehen jetzt einen sehr besorgniserregenden Anstieg der Todeszahlen in den meisten Weltregionen."

Die WHO sei besorgt, dass manche Regierungen es nicht mehr für nötig hielten, das Infektionsrisiko weiter durch Vorschriften wie Maske tragen oder Abstand halten zu reduzieren. Dies werde damit begründet, dass die Impfraten relativ hoch seien und Omikron sehr viele Menschen anstecke, aber wenig schwere Krankheitsverläufe verursache. Das sei völlig falsch, sagte Tedros. "Dieses Virus ist gefährlich, und es verändert sich weiter direkt vor unseren Augen."

Länder mit hohen Impfraten und guten Gesundheitssystemen könnten sich allerdings bald dem Ende der akuten Phase der Pandemie nähern, sagte WHO-Notfallkoordinator Mike Ryan.

Update, 1. Februar, 16.46 Uhr: Kritik an Impfpflicht in Pflege und Kliniken reißt nicht ab

Es sind nur noch ein paar Wochen, dann greift für Beschäftigte in Kliniken und in der Pflege die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht.

Doch von den Gesundheitsämtern, die sie durchsetzen sollen, kommt Kritik. Sie sehen sich nicht in der Lage, die zum 15. März in Kraft tretende Regelung angemessen zu kontrollieren und bemängeln Unklarheiten im Gesetz. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte eine Verschiebung. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) hatte das allerdings bereits abgelehnt. Der Pflegerat kritisierte die Impfpflicht am Dienstag grundsätzlich.

Man rechne damit, dass im Schnitt bei fünf bis zehn Prozent der Mitarbeiter kein eindeutiger Nachweis oder kein vollständiger Impfschutz vorliege und eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolge, sagte Elke Bruns-Philipps, die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der "Rheinischen Post".

"Das ist eine erhebliche Belastung mit der Prüfung jedes Einzelfalls, wie es jetzt vorgesehen ist, die die Gesundheitsämter nicht zeitnah bewältigen können", kritisierte sie.

Ab Mitte März gilt für Beschäftigte in Kliniken und der Pflege die Corona-Impfpflicht. Die Kritik daran hält an, weil eine Verschärfung des Personalmangels befürchtet wird, aber auch wegen offener Fragen bei der Umsetzung.
Ab Mitte März gilt für Beschäftigte in Kliniken und der Pflege die Corona-Impfpflicht. Die Kritik daran hält an, weil eine Verschärfung des Personalmangels befürchtet wird, aber auch wegen offener Fragen bei der Umsetzung.  © Marijan Murat/dpa

Update, 1. Februar, 16.42 Uhr: Regeln zum Kurzarbeitergeld sollen bis 30. Juni verlängert werden

Nach Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (49, SPD) sollen Betriebe noch bis Ende Juni unter erleichterten Bedingungen Kurzarbeitergeld beantragen können.

Die pandemiebedingten Sonderregelungen sollen um drei Monate bis zum 30. Juni verlängert werden, wie aus einem Entwurf des Bundesarbeitsministeriums für die Koalitionsfraktionen hervorgeht.

Update, 1. Februar, 16.38 Uhr: Clubs und Discos dürfen in Katalonien wieder öffnen

In Katalonien mit der Touristen-Metropole Barcelona können Einheimische und Besucher bald wieder das Nachtleben genießen: Diskotheken, Clubs und andere Nachtlokale dürfen ab 11. Februar nach einer coronabedingten, knapp sechswöchigen Zwangsschließung wieder öffnen. Dann ist auch kein Covid-Pass mehr erforderlich.

Katalonien hatte erst jüngst die 3G-Regel (also: geimpft, genesen oder getestet) für das Betreten vieler öffentlicher Innenräume sowie auch die Begrenzungen bei der Auslastung von Gaststätten und anderen Veranstaltungsorten aufgehoben. Sie ist aber bis zum 11. Februar die einzige der 17 Regionen Spaniens, in der das Nachtleben noch geschlossen ist.

Seit Tagen werden die Corona-Maßnahmen überall in Spanien deutlich gelockert oder abgeschafft. Man habe den Höhepunkt der derzeitigen vor allem von der Omikron-Variante ausgelösten Corona-Welle überschritten, so das Gesundheitsministerium. Noch herrscht aber landesweit Maskenpflicht, auch im Freien.

Update, 1. Februar, 15.42 Uhr: Dänemark lässt Beschränkungen hinter sich

Als eines der ersten Länder Europas hat Dänemark am Dienstag praktisch alle Corona-Beschränkungen gelockert.

Im nördlichsten deutschen Nachbarland gelten bis auf vereinzelte Einreiseregeln keine Einschränkungen mehr - trotz einer nach wie vor sehr hohen Zahl an Neuinfektionen und einer Sieben-Tage-Inzidenz von knapp 4800.

Die Maskenpflicht gehört nun bis auf Weiteres ebenso der Vergangenheit an wie das Vorzeigen von Impf-, Genesungs- und Testnachweisen per Corona-Pass. Großveranstaltungen wie Konzerte und Fußballspiele können nun ohne Teilnehmerbegrenzungen über die Bühne gehen. Discos und andere Einrichtungen des Nachtlebens dürfen ebenfalls wieder öffnen. Zeitliche Beschränkungen für den Verkauf von Alkohol etwa in Kneipen gibt es nun nicht mehr.

Grundlage für all das ist die Entscheidung, Covid-19 in Dänemark nicht mehr als "gesellschaftskritische Krankheit" einzustufen. Gesundheitsminister Magnus Heunicke mahnte am Dienstag aber auch: "Corona verschwindet nicht mit den Beschränkungen aus der Gesellschaft."

Update, 1. Februar, 14.52 Uhr: Corona beschleunigt das Ladensterben in Deutschland

Die Corona-Pandemie beschleunigt das Ladensterben in Deutschland. Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht davon aus, dass durch die Auswirkungen der Corona-Krise in diesem Jahr noch einmal fast 16.000 Geschäften das Aus droht.

Die Zahl der Ladenschließungen sei damit wahrscheinlich drei mal so hoch wie durchschnittlich in den Jahren vor der Pandemie, sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag in Berlin. "Gerade bei kleineren und mittleren Betrieben werden wir einen Aderlass sehen."

Dabei hatte das Statistische Bundesamt erst zweieinhalb Stunden zuvor Zahlen veröffentlicht, die eigentlich für zufriedene Gesichter in der Branche hätten sorgen können. Denn noch nie landete so viel Geld in den Kassen des Handels wie jetzt. Doch profitierten davon eben nicht alle Händler gleichermaßen.

Großer Gewinner war der Onlinehandel, auch der Lebensmittelhandel mit seinen Supermärkten und Discountern schlug sich gut. Dagegen traf die Corona-Krise die Mode- und Schuhhändler in den Innenstädten und Einkaufszentren besonders hart. Sie büßten laut HDE in den vergangenen zwei Pandemiejahren rund 30 Prozent ihrer Umsätze ein.

Ausschlaggebend für die wachsende Zahl der Ladenschließungen ist laut HDE denn auch vor allem der coronabedingte Rückgang der Besucherzahlen in den Fußgängerzonen.
Ausschlaggebend für die wachsende Zahl der Ladenschließungen ist laut HDE denn auch vor allem der coronabedingte Rückgang der Besucherzahlen in den Fußgängerzonen.  © Martin Schutt/dpa

Update, 1. Februar, 14.24 Uhr: Vor Impfpflicht: 12.000 Pflegekräfte melden sich arbeitssuchend

Die Bundesagentur für Arbeit stellt vor der Einführung einer einrichtungsbezogenen Corona-Impfpflicht im Gesundheitswesen Bewegung auf dem Arbeitsmarkt fest.

Aus dem Gesundheits- und Sozialsektor hätten sich im Dezember und Januar 25.000 mehr Menschen arbeitssuchend gemeldet als üblich, sagte Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach am Dienstag in Nürnberg.

Arbeitssuchend sind Menschen, die eine drohende Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsagentur anzeigen, aber noch im Job sind, erläuterte ein Sprecher der Bundesagentur.

"Wir sehen schon eine Zunahme, aber insgesamt auf einem Niveau, was uns allen keine Sorgen machen muss", sagte Terzenbach. Er sprach von etwa 25.000 Personen aus dem gesamten Gesundheits- und Sozialsektor, die sich über das übliche Niveau hinaus arbeitssuchend gemeldet hätten, davon ungefähr 12.000 aus der Pflege.

Update, 1. Februar, 14.23 Uhr: Niedersachsen fördert PCR-Testgeräte in Apotheken

Niedersachsen will den Engpass bei den PCR-Tests zur Corona-Diagnose mit zusätzlichen Testgeräten in den Apotheken lindern.

Apotheken, die ein PCR-Testgerät anschaffen, können ab sofort 80 Prozent des Kaufpreises vom Land erstattet bekommen, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte.

Insgesamt stelle das Land dafür drei Millionen Euro bereit, pro Apotheke stehen bis zu 3000 Euro zur Verfügung. Nach Angaben des Ministeriums ist Niedersachsen das erste Bundesland mit einer solchen Förderung.

Update, 1. Februar, 14.22 Uhr: Schulze: Deutschland will Afrika bei Impfstoffproduktion unterstützen

Deutschland will in vier afrikanischen Ländern den Aufbau von Corona-Impfstoffproduktionen unterstützen.

Gerade in Afrika müsse Impfstoff hergestellt werden können, auch wenn das kompliziert sei, sagte Entwicklungsministerin Svenja Schulze (53, SPD) am Dienstag nach einem Besuch der nordrhein-westfälischen SPD-Landtagsfraktion in Düsseldorf.

Deutschland wolle beim Aufbau von Impfstoffproduktionen in Südafrika, Ghana, Ruanda und Senegal helfen.

Update, 1. Februar, 14.21 Uhr: Pflegerat für pragmatische Umsetzung von Einrichtungsimpfpflicht

Der Deutsche Pflegerat hat sich für eine pragmatische Umsetzung der ab Mitte März greifenden einrichtungsbezogenen Impfpflicht ausgesprochen und gleichzeitig grundsätzliche Kritik an dem Vorhaben geäußert.

Pflegeratspräsidentin Christine Vogler plädierte für eine Risikoabwägung vor Ort durch das jeweilige Gesundheitsamt.

"Es bleibt ja gar nichts anderes übrig. Es kann ja nicht ein Gesundheitsamt sagen, wir ziehen die Leute ab. Was machen wir dann mit den Pflegebedürftigen?", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Update, 1. Februar, 13.01 Uhr: Kretschmann will vor Ostern nicht über Corona-Lockerungen reden

Baden-Württenbergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73, Grüne) sieht mindestens bis Mitte April keine Chance für das Ende von Corona-Beschränkungen.

Eine Debatte über Exitstrategien vor Ostern sehe er überhaupt nicht, sagte der Regierungschef am Dienstag in Stuttgart. "Wir brechen keine Debatte über Exitstrategien vom Zaun – das wäre völlig unangemessen und das völlig falsche Signal."

So habe Baden-Württemberg vor kurzem erst Regeln verschärft, sagte Kretschmann mit Blick auf die FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr. Das werde man nicht durch "haltlose Ausstiegsdebatten" konterkarieren. Man sei immer noch in einer dramatischen Situation.

Baden-Württenbergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73, Grüne).
Baden-Württenbergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73, Grüne).  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 1. Februar, 12.59 Uhr: Laborverband: Mehr als vier von zehn PCR-Tests positiv

Der Anteil der positiv ausgefallenen Laboruntersuchungen auf das Coronavirus ist laut einem Laborverband erneut auf einen Höchstwert gestiegen.

Vorige Woche sei eine "historisch hohe" Positivrate von 41,1 Prozent erfasst worden, sagte der erste Vorsitzende des Verbands Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, am Dienstag in einer Online-Schalte.

Von rund 2,4 Millionen durchgeführten PCR-Tests - ebenfalls ein Höchstwert - sei gut eine Million positiv auf Sars-CoV-2 ausgefallen. Je höher die Positivrate bei hohen Fallzahlen ist, desto größer ist die Untererfassung.

Update, 1. Februar, 11.23 Uhr: 75,8 Prozent der Bevölkerung bis Ende Januar gegen Corona erstgeimpft

Bis einschließlich Montag, dem letzten Tag des Monats, haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 75,8 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus bekommen.

Das Ziel der Bundesregierung, bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona zu impfen, ist damit endgültig verfehlt worden. Regierungssprecher Steffen Hebestreit hatte dies bereits am Montag eingeräumt.

Ursprünglich wollte die Regierung diese Quote sogar bereits bis zum 7. Januar erreichen.

Bis einschließlich Montag haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 75,8 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus bekommen.
Bis einschließlich Montag haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 75,8 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus bekommen.  © Marcus Brandt/dpa

Update, 1. Februar, 11.21 Uhr: Handel befürchtet Aus für fast 16.000 Geschäfte

Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürchtet, dass durch die Auswirkungen der Corona-Krise in diesem Jahr noch einmal fast 16.000 Geschäften das Aus droht.

Vor allem die innerstädtischen Händler litten auch 2022 noch unter den Nachwirkungen der Pandemie, warnte der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag in Berlin.

Besonders belastend für die Händler sei die 2G-Regelung, wonach in großen Teilen des Handels nur Geimpfte und Genesene einkaufen dürfen.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürchtet, dass durch die Auswirkungen der Corona-Krise in diesem Jahr noch einmal fast 16.000 Geschäften das Aus droht.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürchtet, dass durch die Auswirkungen der Corona-Krise in diesem Jahr noch einmal fast 16.000 Geschäften das Aus droht.  © Mick Tsikas/AAP/dpa

Update, 1. Februar, 11.20 Uhr: Experten: Vorsicht in Sachen Lockerungen von Corona-Maßnahmen

In der Debatte um mögliche Lockerungen von Corona-Maßnahmen in Deutschland raten Fachleute zu Vorsicht.

"Eine Exit-Strategie zu planen, um sie später bereitliegen zu haben, ist gut und vernünftig. Aber die Politik sollte nichts überstürzen", sagte der Virologe Friedemann Weber von der Universität Gießen.

"Wenn man solche Pläne vorbereitet, muss man den Menschen auch immer klar dazu sagen, dass es noch zu nicht absehbaren Entwicklungen kommen könnte, die die Umsetzung verzögern."

Update, 1. Februar, 11.18 Uhr: Südafrika schafft Corona-Restriktionen weitgehend ab

Südafrika hat angesichts einer mittlerweile abgeebbten vierten Infektionswelle die meisten seiner Corona-Maßnahmen abgeschafft.

Die Schulen kehren ohne die bisherige Distanzregel zurück zum normalen Unterricht. Zudem müssen positiv getestete Personen ohne Symptome nach dem Beschluss der Regierung vom späten Montagabend künftig nicht mehr in Quarantäne. Für solche mit Symptomen wurde die Dauer der Isolierung von zehn Tagen auf sieben Tage verkürzt.

Wer Infizierten nahegkommen ist, muss nach diesen neuen Beschlüssen zudem nur noch in Quarantäne, falls Symptome auftreten. Weiterhin Bestand haben jedoch die Maskenpflicht und allgemeine Hygieneregeln.

Update, 1. Februar, 9.17 Uhr: "Boostern" zum Anglizismus des Jahres 2021 gekürt

Das Verb "boostern" ist zum Anglizismus des Jahres 2021 gekürt worden.

Die Jury um den Sprachwissenschaftler Prof. Anatol Stefanowitsch von der Freien Universität Berlin lobte die Schnelligkeit, mit der es eine Lücke im Wortschatz gefüllt habe, und die Leichtigkeit, mit der das Wort im grammatischen System des Deutschen seinen Platz finde.

Mehr Infos zum Thema gibt's hier: Anglizismus des Jahres 2021 gekürt: Dieser Begriff folgt auf "Lockdown".

Update, 1. Februar, 8 Uhr: Pandemie führt zu riesigem Berg an Medizinmüll

Infolge der Corona-Pandemie haben sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen weltweit mehr als 200.000 Tonnen medizinischen Abfalls angehäuft – vieles davon Plastikmüll.

Nach Angaben der WHO fielen durch die Milliarden Impfungen seit Beginn der Pandemie mindestens 144.000 Tonnen an gebrauchten Nadeln, Spritzen und Sammelbehältern an.

Hinzu kommen 87.000 Tonnen Schutzbekleidung, die allein von den Vereinten Nationen zwischen März 2020 und November 2021 ausgeliefert wurden.

In Coronatests stecken bis zu 2600 weitere Tonnen an Müll und 731.000 Liter an chemischen Abfällen. Schutzmasken für den Privatgebrauch sind in den Schätzungen nicht eingerechnet.

Update, 1. Februar, 5.44 Uhr: RKI registriert 162.613 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 1206,2

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite 7-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 1200 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 1206,2 an.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 162.613 Corona-Neuinfektionen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.978.146 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 188 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg somit auf 117.974.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen, mit Corona infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 4,64 an (Freitag 4,72).

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstagmorgen mit 7.705.000 an.

Update, 1. Februar, 4.46 Uhr: 24 weitere Corona-Fälle vor Olympia in Peking

Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking haben die Organisatoren 24 weitere Corona-Fälle festgestellt.

Wie das Organisationskomitee am Dienstag mitteilte, wurden am Montag 18 Einreisende positiv auf das Coronavirus getestet, darunter elf Athleten oder Teammitglieder.

Zudem wurden bei sechs Personen, die sich bereits im geschlossenen Olympia-System befinden, Infektionen registriert.

Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking haben die Organisatoren 24 weitere Corona-Fälle festgestellt.
Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking haben die Organisatoren 24 weitere Corona-Fälle festgestellt.  © Matt Slocum/AP/dpa

Update, 1. Februar, 4 Uhr: Impfpflicht für Pflegeberufe: Patientenschützer fordern Aufschub

Die Stiftung Patienschutz fordert eine Verschiebung der Corona-Impfpflicht für Beschäftigte von Kliniken und Pflegeheimen.

"Die Impfpflicht für medizinisch-pflegerische Berufe darf nicht mit der Brechstange eingeführt werden", sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) müsse die Sorgen vor Ort ernst nehmen.

Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch.
Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch.  © Handout/Deutsche Stiftung Patientenschut/dpa

Update, 1. Februar, 2 Uhr: Gesundheitsämter sehen sich mit Kontrolle der Impfpflicht überfordert

Die Gesundheitsämter sehen sich nicht in der Lage, die zum 15. März in Kraft tretende Corona-Impfpflicht für Beschäftigte von Kliniken und Pflegeheimen angemessen zu kontrollieren.

Man rechne damit, dass im Schnitt bei fünf bis zehn Prozent der Beschäftigten kein eindeutiger Nachweis oder kein vollständiger Impfschutz vorliege und eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolge, sagte Elke Bruns-Philipps vom Bundesverband der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Düsseldorfer Rheinischen Post.

"Das ist eine erhebliche Belastung mit der Prüfung jedes Einzelfalls, wie es jetzt vorgesehen ist, die die Gesundheitsämter nicht zeitnah bewältigen können."

Update, 1. Februar, 6.14 Uhr: Neue Corona-Regeln für Reisende nach Italien

In Italien gelten seit Dienstag weitere Corona-Regeln, die auch Reisende betreffen.

Wer aus anderen EU-Staaten kommt, braucht entweder einen negativen Corona-Test, einen Impfnachweis oder eine Bescheinigung, genesen zu sein. Zuvor galt wegen der grassierenden Omikron-Variante für alle – egal, ob geimpft oder genesen – auch eine Testpflicht. Ungeimpfte mussten fünf Tage in Quarantäne.

Update, 1. Februar, 1 Uhr: Grünen-Experte dämpft Hoffnungen auf baldige Corona-Lockerungen

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen (40) hält Lockerungen der Corona-Maßnahmen in den kommenden vier Wochen eher für unwahrscheinlich.

In einem Interview der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag) begründete er dies mit Unsicherheiten rund um den Omikron-Subtyp BA.2, eine womöglich noch leichter übertragbare Untervariante von Omikron.

"Es ist möglich, dass sich die Trendwende um mehrere Wochen verzögern könnte", sagte Dahmen den Funke-Zeitungen. Die BA.2-Verbreitung werde den Höhepunkt der aktuellen Welle voraussichtlich weiter nach hinten verschieben.

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen (40).
Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen (40).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 1. Februar, 0.01 Uhr: EU-Impfnachweise ohne Booster nur noch neun Monate gültig

Reisen ohne Booster-Impfung in der EU ist für viele Menschen nun deutlich schwieriger.

Mehr Informationen zum Thema findet Ihr hier: EU-Impfnachweise ohne Booster ab sofort nur noch neun Monate gültig!

Reisen ohne Booster-Impfung in der EU ist für viele Menschen nun deutlich schwieriger.
Reisen ohne Booster-Impfung in der EU ist für viele Menschen nun deutlich schwieriger.  © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 31. Januar, 21.08 Uhr: Tausende demonstrieren schon wieder gegen Corona-Auflagen

Gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen sind am Montagabend in zahlreichen Städten erneut Tausende Menschen auf die Straße gegangen.

In Rostock demonstrierten Hunderte Menschen trotz eines Verbots aller Demonstrationen. Nach Angaben der Polizei hatten sie sich in mehreren Gruppen von bis zu 70 Personen zusammengetan und zogen durch die Stadt.

Mehrere Menschen wurden in Gewahrsam genommen, Beobachter berichteten von Böllerwürfen. Eine Sprecherin der Polizei bezeichnete die Lage zwischenzeitlich als angespannt.

In Pforzheim versammelten sich nach Polizeiangaben rund 5000 Kritiker der Corona-Politik, der Protest blieb friedlich. Unweit davon bildeten rund 500 Menschen eine Menschenkette als Zeichen für den Zusammenhalt während der Pandemie.

In Lübeck beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 1300 Menschen an einer friedlichen Demonstration gegen Corona-Beschränkungen und eine mögliche allgemeine Impfpflicht.

In Brandenburg gab es Demonstration gegen Corona-Auflagen in Cottbus, Potsdam, Eberswald, Fürstenberg und Neuruppin. In der Landeshauptstadt Potsdam zogen begleitet von Trillerpfeifen und Hupen Hunderte Menschen durch die Innenstadt, wie ein dpa-Reporter beobachtete.

In drei Landkreisen nördlich von Berlin zählte die Polizei über 2000 Demonstranten, allein in Oranienburg waren es mehr als 1000. In Cottbus demonstrierten etwa 800 Menschen.

Das Bundesverfassungsgericht lehnte es unterdessen ab, ein kommunales Verbot unangemeldeter Corona-"Spaziergänge" mit sofortiger Wirkung außer Kraft zu setzen. Die Karlsruher Richterinnen und Richter wiesen am Montag den Eilantrag eines Mannes ab, der die Allgemeinverfügung der Stadt Freiburg zu Fall bringen wollte.

Sie ließen aber die Frage offen, ob ein vorsorgliches Versammlungsverbot mit der Bedeutung und Tragweite der grundgesetzlich geschützten Versammlungsfreiheit vereinbar sein kann. Die Klärung bleibe dem Hauptverfahren vorbehalten, hieß es in dem Beschluss, der am Nachmittag veröffentlicht wurde.

Dresden durfte nicht fehlen: Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen gehen auf der Einkaufsstraße Prager Straße entlang.
Dresden durfte nicht fehlen: Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen gehen auf der Einkaufsstraße Prager Straße entlang.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 31. Januar, 20.12 Uhr: Impfpflicht für medizinisches Personal in England auf der Kippe

Die britische Regierung ist bei der geplanten Impfpflicht für medizinisches Personal in England zurückgerudert.

Gesundheitsminister Sajid Javid kündigte am Montagabend in London an, die Pläne zu überprüfen und bei den medizinischen Behörden neue Daten anzufordern. Er ließ durchblicken, die Impfpflicht nicht mehr als notwendig anzusehen.

Medien hatten bereits zuvor berichtet, die konservative Regierung von Premierminister Boris Johnson (57) wolle das umstrittene Vorhaben aufgeben. Ursprünglichen Plänen zufolge sollten Pflegekräfte vom 1. April an zwei Impfungen nachweisen müssen.

Die mutmaßliche Kehrtwende wird von der Regierung damit begründet, dass die Auswirkungen der Omikron-Variante deutlich milder seien als befürchtet.

Premierminister Boris Johnson (57).
Premierminister Boris Johnson (57).  © Alberto Pezzali/AP/dpa

Update, 31. Januar, 19.43 Uhr: Anspruch auf PCR-Test soll bestehen bleiben

PCR-Tests zum Nachweis einer Corona-Infektion sollen künftig vorrangig für Menschen aus dem Gesundheitswesen zur Verfügung stehen.

Gleichzeitig soll der Anspruch auf diese hochwertigen, genauen Tests aber für alle Menschen bestehen bleiben. Darüber hat Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Montag nach einer Videoschalte mit ihren Länderkollegen und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) informiert.

"Die Testverordnung ist Sache des Bundes. Das Bundesgesundheitsministerium ist gehalten, diese alsbald zu veröffentlichen", sagte Grimm-Benne am Abend. Sie hoffe, dass dies noch in dieser Woche erfolge, so die SPD-Politikerin, die aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz ist.

Update, 31. Januar, 19.36 Uhr: Moderna-Impfstoff in USA vollständig zugelassen

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff des amerikanischen Herstellers Moderna die vollständige Zulassung erteilt. Die Zulassung gelte für Menschen ab 18 Jahren, teilten Moderna und die FDA am Montag mit.

Die FDA sprach von einem "bedeutenden Schritt". Bereits im August hatte das Mittel des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer als erster Corona-Impfstoff in den Vereinigten Staaten die volle Zulassung bekommen. Zuvor waren beide Impfstoffe mit Notfallzulassungen im Einsatz.

Zur Bearbeitung der Anträge auf Vollzulassungen, für die das Sichten von etwa zehnmal so viel Daten Voraussetzung ist, nutzte die FDA ein beschleunigtes Verfahren. Von der vollen Zulassung eines Impfstoffs erhoffen sich Experten auch eine gesteigerte Akzeptanz in der Bevölkerung. Zudem kann sie bei der rechtlichen Absicherung einer möglichen Impfpflicht eine Rolle spielen.

Update, 31. Januar, 18.18 Uhr: Kanadas Premierminister positiv auf Coronavirus getestet

Kanadas Premierminister Justin Trudeau (50) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Heute morgen habe ich einen positiven Covid-19-Test gehabt", schrieb der 50-Jährige am Montag bei Twitter. "Ich fühle mich gut - und werde diese Woche weiter von zu Hause aus arbeiten und mich an die offiziellen Gesundheitsempfehlungen halten."

Am Donnerstag hatte Trudeau mitgeteilt, dass er Kontakt zu jemandem gehabt habe, der später positiv getestet worden sei. Sein eigener Test sei zunächst negativ gewesen, er wolle sich aber für fünf Tage in Isolation begeben, hatte der liberale Premierminister mitgeteilt. Trudeaus Ehefrau Sophie hatte sich bereits im März 2020 mit dem Virus infiziert.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau (50).
Kanadas Premierminister Justin Trudeau (50).  © Sean Kilpatrick/The Canadian Press/AP/dpa

Update, 31. Januar, 17.52 Uhr: EU-Impfnachweise ohne Booster künftig nur noch neun Monate gültig

Reisen ohne Booster-Impfung in der EU ist für viele Menschen von Dienstag an deutlich schwieriger. Denn die EU-Impfnachweise sind vom 1. Februar an ohne Auffrischungsimpfung nur noch rund neun Monate (270 Tage) gültig.

Nach Ablauf dieser Frist werden Menschen ohne diesen zusätzlichen Schutz bei Grenzübertritten wie Ungeimpfte behandelt.

Das bedeutet in der Regel, dass sie bei grenzüberschreitenden Reisen in der EU einen aktuellen negativen Test brauchen oder sogar in Quarantäne müssen. "Dies spiegelt den nachlassenden Schutz des Impfstoffs wieder und unterstreicht, wie wichtig eine Auffrischung ist", sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders.

Update, 31. Januar, 17.37 Uhr: Dank Impfungen: Weiteres EU-Land hebt alle Beschränkungen auf

Trotz weiterhin hoher Neuinfektionszahlen fallen in Dänemark an diesem Dienstag praktisch alle Corona-Beschränkungen weg. In Deutschlands nördlichstem Nachbarland muss man dann keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen.

Auch Nachweise über Impfungen, Genesungen und negativen Tests per Corona-Pass sind nicht mehr nötig. Großveranstaltungen können ungehindert über die Bühne gehen. Auch das Nachtleben darf wieder stattfinden.

Mildere Krankheitsverläufe bei Omikron-Ansteckungen und hohe Impfzahlen sind die wesentlichen Gründe dafür, weshalb sich die Dänen zur umfassenden Lockerung entschieden haben.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (44).
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (44).  © Philip Davali/Ritzau Scanpix/dpa

Update, 31. Januar, 16.51 Uhr: Kontaktnachverfolgung in der Gastronomie soll im Südwesten wegfallen

In Baden-Württemberg soll schon bald die Kontaktnachverfolgung in der Gastronomie wegfallen.

Das Kabinett werde sich voraussichtlich in der kommenden Woche damit befassen, bestätigte das Sozialministerium am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Die finalen Details der neuen Regelung würden derzeit noch ausgearbeitet. Zunächst hatte der Südwestrundfunk berichtet.

Update, 31. Januar, 16.43 Uhr: Dank Impfungen: Nächstes EU-Land hebt alle Beschränkungen auf

Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin (36) will im Laufe des Februars alle Corona-Beschränkungen in ihrem Land aufheben.

Das sagte die 36 Jahre alte Regierungschefin am Montag auf einer Veranstaltung in Helsinki, wie der Rundfunksender Yle und weitere finnische Medien berichteten. Über den genauen Zeitrahmen für die Abwicklung der Beschränkungen werde ihre Regierungskoalition am Mittwoch verhandeln.

Einige Maßnahmen werden schon am Dienstag in Finnland zurückgefahren: Dann dürfen Restaurants in dem nördlichen EU-Land unter anderem bis um 21 Uhr geöffnet bleiben und bis 20 Uhr Alkohol ausschenken. Auch die Grenzkontrollen zu anderen EU- und Schengenländern fallen weg - sie waren im Dezember eingeführt worden, um die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus abzubremsen.

Ein Grund für die Lockerungen ist nach Regierungsangaben, dass sich die Corona-Impfstoffe als sehr wirksam dabei erwiesen haben, schwere Krankheitsverläufe zu verringern. Für Kneipen bleibt es dagegen vorerst bei einem Ausschankstopp um 17 Uhr und der Schließung um 18 Uhr.

Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin (36).
Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin (36).  © E. Parra./Pool/EUROPA PRESS/dpa

Update, 31. Januar, 16.03 Uhr: Bundestagsexperten sehen Verfahren bei Genesenen-Regelung kritisch

Experten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages bewerten das neue Verfahren zur Festsetzung des Corona-Genesenenstatus kritisch.

In einer "Ausarbeitung" im Auftrag des AfD-Abgeordneten René Springer verweisen sie auf mögliche rechtliche Probleme. Die Bild-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

Analysiert wird in dem Papier unter anderem, ob das Thema Genesenennachweis überhaupt auf einfachem Weg per Verordnung geregelt werden darf, weil bei Corona-Maßnahmen, die an den Genesenen- oder Impfstatus gekoppelt sind, Grundrechte berührt werden.

Verwiesen wird auf die sogenannte Wesentlichkeitslehre - ein Begriff aus dem Verfassungsrecht -, wonach in "grundlegenden Bereichen" ein förmliches Gesetz nötig sei.

"Die Regelung der Immunitätsnachweise mittels Rechtsverordnung ist hinsichtlich der Anforderungen der Wesentlichkeitslehre kritisch zu bewerten", heißt es in der Expertise vom 28. Januar.

Kritisiert wird außerdem, dass durch die Neuregelung "wesentliche Aspekte" beim Thema Genesenennachweis dem Robert Koch-Institut (RKI) überlassen werden und dass als Informationsquelle für mögliche Änderungen des Genesenenstatus die Internetseite des RKI angegeben wird.

Update, 31. Januar, 15.23 Uhr: Omikron ist mutiert: Experte fürchtet Verlängerung der aktuellen Welle!

Eine wohl noch leichter übertragbare Untervariante von Omikron könnte aus Expertensicht zu einer Verlängerung der derzeitigen Infektionswelle führen.

Mehr Infos unter: "Omikron ist mutiert: Experte fürchtet Verlängerung der aktuellen Welle!"

Der Immunologe Carsten Watzl.
Der Immunologe Carsten Watzl.  © Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo)/dpa

Update, 31. Januar, 14.47 Uhr: Altkanzler Schröder und Ehefrau mit Coronavirus infiziert

SPD-Altkanzler Gerhard Schröder (77) und seine Ehefrau Soyeon Schröder-Kim (54) haben sich mit dem Coronavirus infiziert.

"Leider haben wir uns angesteckt. Wir beide haben aber keine ernsthaften Symptome. Wahrscheinlich weil wir beide geboostert sind", schrieb Schröder-Kim am Montag auf ihrem Instagram-Account. Zuvor hatte der Spiegel darüber berichtet.

SPD-Altkanzler Gerhard Schröder (77) und seine Ehefrau Soyeon Schröder-Kim (54).
SPD-Altkanzler Gerhard Schröder (77) und seine Ehefrau Soyeon Schröder-Kim (54).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 31. Januar, 14.27 Uhr: Verpflichtende Corona-Impfung im Formel-1-Fahrerlager kommt

Eine Corona-Impfung für alle Mitarbeiter im Formel-1-Fahrerlager wird ab dieser Saison verpflichtend.

Der Formel-1-Rechteinhaber "wird verlangen, dass alle mitreisenden Mitarbeiter vollständig geimpft sind", bestätigte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Es soll dabei keine Ausnahmen geben. Die künftige Regel betrifft damit unter anderen die Fahrer, Teammitglieder und auch Journalisten.

Update, 31. Januar, 13.36 Uhr: Scholz verfehlt Impfziele deutlich

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat das Ziel verfehlt, bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona zu impfen.

Das räumte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Montag ein.

Die am Montag vom Robert Koch-Institut veröffentlichte Quote zum 30. Januar lag bei 75,8 Prozent. Scholz selbst hatte bereits vor einer Woche eingeräumt, dass er ein zweites Impfziel bis Ende Januar nicht erreichen wird: 30 Millionen Impfungen seit Weihnachten.

Seit dem 26. Dezember wurden nach den RKI-Zahlen aber nur gut 17,3 Millionen Erst-, Zweit- und Drittimpfungen verabreicht (Stand 30. Januar).

Der 31. Januar ist in den Zahlen noch nicht berücksichtigt, und es kann auch noch Nachmeldungen geben. Die Tageswerte für die Impfungen insgesamt lagen seit Jahresanfang aber nie über eine Million.

Auf diese mangelnde Impfbereitschaft seit Weihnachten führte Hebestreit das Verfehlen der Ziele zurück. In den Wochen vor Weihnachten seien teilweise noch mehr als eine Millionen Menschen pro Tag geimpft worden.

"Da muss man ganz klar sagen: Das Ziel, bis zum 31. Januar 80 Prozent der Bevölkerung mindestens mit einer Impfung zu versehen, ist verfehlt worden."

Bundeskanzler Olaf Scholz.
Bundeskanzler Olaf Scholz.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 31. Januar, 13 Uhr: Erfolg für Impfgegner bei Gemeinderatswahl in Österreich

Eine Gemeinderatswahl betätigt den anhaltenden Erfolg impfkritischer Parteien in Österreich.

Die vor einem Jahr gegründete Partei Menschen-Freiheit-Grundrechte (MFG) erhielt am Sonntag in Waidhofen an der Ybbs auf Anhieb 17 Prozent der Wählerstimmen.

Die konservative ÖVP fiel in der 11.000-Einwohner-Gemeinde im Bundesland Niederösterreich von 60 auf 41 Prozent zurück.

Neben der rechten FPÖ hat sich die MFG als impfkritische Partei positioniert und im Herbst 2021 auch den Einzug in den oberösterreichischen Landtag geschafft.

Bei den Gemeinderatswahlen in Tirol Ende Februar tritt sie in zahlreichen Regionen an. In Österreich soll in Kürze eine Corona-Impfpflicht gelten.

Der Bundesrat muss das entsprechende Gesetz am Donnerstag noch absegnen.

Update, 31. Januar, 12.55 Uhr: Bundesregierung gegen "verfrühte" Corona-Lockerungen

Die Bundesregierung sieht im Moment noch keinen Anlass für Lockerungen der Corona-Maßnahmen.

"In dem Moment, wo wir das Gefühl haben, verantwortlich lockern zu können, wird diese Bundesregierung, werden alle Landesregierungen genau diesen Schritt gehen", sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Montag in Berlin.

Im Augenblick sei es aber "noch ein bisschen verfrüht", schon diesen Schritt zu machen.

Man sei noch in der Phase, in der es bergauf gehe mit den Zahlen, jeden Tag gebe es neue Rekordwerte. Der Höhepunkt der Welle sei noch nicht erreicht.

Update, 31. Januar, 12.37 Uhr: Zahl der Erstimpfungen rückläufig - 80-Prozent-Ziel vor Scheitern

Das Impftempo in Deutschland hat sich weiter verlangsamt. Am Wochenende wurden nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag rund 242.000 Corona-Impfungen gespritzt.

Am Wochenende davor waren es rund 392.000 gewesen, zwei zuvor sogar mehr als 600.000.

Lediglich knapp 28.900 Menschen erhielten am Samstag und Sonntag eine Erstimpfung - am Wochenende 15./16. Januar waren es rund 76.400, am Wochenende danach etwa 50.200.

Das von der Regierung gesetzte Ziel, bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona zu impfen, dürfte damit nach den ausgewiesenen Zahlen klar verfehlt werden - auch trotz möglicher Nachmeldungen. Bis einschließlich Sonntag haben der Statistik zufolge 75,8 Prozent der Menschen mindestens eine Impfung bekommen.

Über einen vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze verfügen nach RKI-Angaben 61,5 Millionen Menschen (74 Prozent).

Mindestens 43,9 Millionen Menschen (52,8 Prozent) haben zusätzlich eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Nicht geimpft sind der Statistik zufolge 24,2 Prozent, insgesamt 20,2 Millionen Menschen.

Darunter sind aber auch vier Millionen Kinder im Alter bis zu vier Jahren, für die bisher noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.

Das RKI geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt als auf dem Dashboard angegeben.
Das RKI geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt als auf dem Dashboard angegeben.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 31. Januar, 11.07 Uhr: Lebensmittelketten fordern Ende der 2G-Regel im übrigen Handel

Der Ruf nach einer bundesweiten Abschaffung der 2G-Regel im Einzelhandel wird immer lauter.

Nach dem Handelsverband Deutschland forderten am Montag auch die vier großen Lebensmittelhändler - Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) - in einem Brief an mehrere Spitzenpolitiker ein Ende der Zugangsbeschränkungen, die noch immer in großen Teilen des Handels gelten.

Dies ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Lebensmittelhändler selbst überhaupt nicht von der 2G-Regel betroffen sind.

Gleichzeitig signalisierte FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner Zweifel an der geltenden Regelung. "Ich stelle mir persönlich die Frage, ob wir wirklich auf Dauer die sehr scharfen Zutrittsbeschränkungen im Handel brauchen. Da entsteht ja ein wirtschaftlicher Schaden. Und da muss eben immer gefragt werden, ob der Schaden in einem richtigen Verhältnis steht zum zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen", sagte er dem TV-Sender Welt.

Die Chefs von Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe erklären in einem gemeinsamen Schreiben an Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt und andere Spitzenpolitiker: "Auf Basis unserer nunmehr fast zweijährigen Erfahrungen mit der Pandemie können wir feststellen, dass der Einzelhandel mit den geeigneten Hygienekonzepten (maßgeblich Maskenpflicht und Abstandswahrung) kein Infektionsherd ist."

Das gelte unabhängig von den gehandelten Sortimenten.

Bei den betroffenen Händlern sorge die 2G-Regel, die nur Geimpften und Genesenen den Zutritt erlaubt, dagegen für erhebliche Umsatz- und Ergebniseinbußen, heißt es in dem Schreiben weiter.

Der Ruf nach einer bundesweiten Abschaffung der 2G-Regel im Einzelhandel wird immer lauter.
Der Ruf nach einer bundesweiten Abschaffung der 2G-Regel im Einzelhandel wird immer lauter.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 31. Januar, 11.03 Uhr: Johnson streicht Impfpflicht für medizinisches Personal

Auf Druck seiner Partei will der britische Premierminister Boris Johnson einem Zeitungsbericht zufolge die Corona-Impfpflicht für medizinisches Personal doch wieder streichen.

Gesundheitsminister Sajid Javid wolle den Schritt noch am Montag mit Kabinettskollegen vereinbaren, berichtete der Daily Telegraph.

Den Plänen zufolge sollten Pflegekräfte vom 1. April an zwei Impfungen haben. Mit der Kehrtwende erfüllt Johnson, der wegen der "Partygate"-Affäre auch parteiintern unter Druck steht, eine der Kernforderungen einflussreicher Hinterbänkler.

Wie der Telegraph»schrieb, beruft sich Gesundheitsminister Javid darauf, dass die Auswirkungen der Omikron-Variante deutlich milder seien als befürchtet.

Die Impfpflicht für das Personal des Gesundheitsdiensts NHS wurde beschlossen, als die Delta-Variante dominierte.

Diese führte zu deutlich mehr Krankenhauseinweisungen.

Kritiker befürchten, das ohnehin überlastete Gesundheitssystem werde bei einer Impfpflicht auf einen Schlag 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren. Die Pflegekräftevereinigung Royal College of Nursing begrüßte die Kehrtwende.

Update, 31. Januar, 9.03 Uhr: Bei stabiler Krankenhauslage: Bovenschulte fordert Lockerungsdebatte

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte hat sich offen gezeigt für eine Debatte über Lockerungen von Corona-Beschränklungen.

Bei einer stabilen Lage unter anderem auf den Intensivstationen könne man sich einer Perspektivdebatte nicht verschließen, sagte der SPD-Politiker am Montagmorgen im Deutschlandfunk.

Diskussionspunkte könnten die 2G-Regelung im Einzelhandel und die Auslastung von Fußballstadien sein.

Für den Einzelhandel hält Bremens Bürgermeister eine bundesweite konsequente Maskenpflicht statt der 2G-Regelung für denkbar. 2G besagt, dass nur geimpfte oder genesene Menschen entsprechende Innenräume betreten dürfen.

"Und wir müssen zu einer möglichst einheitlichen Regelung kommen, was Großveranstaltungen angeht", sagte Bovenschulte mit Verweis auf den Sport.

Trotz weiter steigender Corona-Infektionszahlen waren zuletzt die Rufe nach einem Konzept für eine Rücknahme von Beschränkungen lauter geworden.

Bovenschulte sagte, man könne und müsse über Öffnungen nachdenken, insbesondere wenn die Situation auf den Intensivstationen stabil bleibe und wenn sich bei den Normalbetten zeige, dass "da ganz wesentlich auch Menschen mit Corona und nicht nur wegen Corona liegen".

Update, 31. Januar, 9 Uhr: Zwei Drittel der Passagiere fehlen - Inlandsflüge weiter eingebrochen

Im vergangenen Jahr hat die Corona-Krise die Passagier- und Frachtstatistik im deutschen Luftverkehr erneut stark beeinflusst.

So stiegen die Passagierzahlen an den deutschen Flughäfen im Vergleich zum Vorjahr zwar um 27,3 Prozent auf 73,6 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt am Montag berichtete.

Das war aber immer noch nur ein knappes Drittel (32,4 Prozent) des Volumens aus dem Rekordjahr 2019.

Während sich der Europaverkehr im Sommer deutlich erholte, gab es auf Inlandsflügen im Jahr 2021 sogar 19,3 Prozent weniger Passagiere als noch ein Jahr zuvor.

Trotz eines leichten Zuwachses in der Jahresfrist blieb die Zahl der Passagiere auf Interkontinentalflügen unter einem Viertel des Vorkrisenniveaus.

In der Pandemie waren viele Ziele gar nicht oder nur unter strikten Vorgaben erreichbar. Entsprechend wenige Flüge wurden überhaupt angeboten.
In der Pandemie waren viele Ziele gar nicht oder nur unter strikten Vorgaben erreichbar. Entsprechend wenige Flüge wurden überhaupt angeboten.  © Arne Dedert/dpa

Update, 31. Januar, 8.37 Uhr: Party in Corona-Zeiten - Hongkongs Innenminister tritt zurück

Hongkongs Innenminister Caspar Tsui hat am Montag seinen Rücktritt eingereicht.

Tsui zog damit die Konsequenzen aus der Teilnahme an einem Geburtstagsbankett Anfang Januar, bei dem zwei der rund 200 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. E

r habe sich unangemessen verhalten, obwohl alle Anstrengungen darauf gerichtet sein sollten, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, teilte der Politiker in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Die Feier, an der auch Polizeichef Raymond Siu und Leiter der Einwanderungsbehörde Au Ka-wang teilnahmen, hatte unter Hongkongern heftige Kritik ausgelöst.

Kurz zuvor hatten die Gesundheitsbehörden der Sonderverwaltungszone noch der Bevölkerung dazu geraten, große Ansammlungen zu meiden.

Update, 31. Januar, 5.33 Uhr: 37 weitere Corona-Fälle vor Olympia in Peking

Weniger als eine Woche vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking haben die Organisatoren 37 weitere Corona-Fälle festgestellt.

Wie das Organisationskomitee am Montag mitteilte, wurden am Sonntag 28 Einreisende positiv auf das Coronavirus getestet, darunter acht Athleten oder Teammitglieder.

Zudem wurden bei neun Personen, die sich bereits im geschlossenen Olympia-System befinden, Infektionen registriert.

Am Vortag hatte es insgesamt 34 positive Tests gegeben, die Gesamtzahl der Corona-Fälle ist seit dem 23. Januar auf insgesamt 176 gestiegen.

Update, 31. Januar, 5.11 Uhr: RKI registriert 78.318 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 1176,8

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert.

Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 1176,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1156,8 gelegen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 78.318 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 61 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 28 Todesfälle.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.815.533 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 4,72 an (Donnerstag 4,64).

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 7.622.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 117.786.

Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz noch bei 840,3.
Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz noch bei 840,3.  © Henning Kaiser/dpa

Update, 31. Januar, 3.45 Uhr: Kubicki gegen Konsequenzen für Ungeimpfte auf dem Arbeitsmarkt

FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat sich gegen mögliche Folgen einer Impfpflicht auf den Arbeitsmarkt gewandt.

"Dass man Menschen in den Senkel stellt einfach aufgrund ihres Impfstatus, wird mittlerweile für mich unerträglich", sagte der Politiker am Sonntagabend bei Bild-TV.

Er reagierte damit auf einen Kommentar des Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, wonach der Impfstatus von Beschäftigten im Falle einer Impfpflicht Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt haben könnte.

Scheele hatte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt: "Erst wenn es eine allgemeine Impfpflicht gibt und Verstöße auch mit Rechtsfolgen verbunden sind, können Arbeitgeber einen Bewerber ablehnen, weil er nicht geimpft oder genesen ist."

"Ich finde es unverfroren, in der jetzigen Phase mit solchen Anregungen zu kommen", sagte Kubicki bei Bild-TV. "Die Gefahr geht doch nicht von Ungeimpften aus, sondern von Infizierten."

Update, 31. Januar, 3.30 Uhr: Grünen-Gesundheitspolitiker warnt vor zu schnellen Öffnungsschritten

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat vor zu schnellen Öffnungsschritten in der Pandemie gewarnt.

"Es gibt keinen Anlass dafür, dass es kurzfristig Öffnungsmaßnahmen gibt", sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wir sind noch nicht übern Berg."

Die Hospitalisierungsrate steige inzwischen wieder an, es gebe keinen Grund zur Entwarnung. Falls sich die Lage verschlechtere, müsse eher über eine Ausweitung bestehender Schutzmaßnahmen wie 2G-Plus-Regeln nachgedacht werden.

Zur Verfehlung des Impfziels für Ende Januar sagte Dahmen. "Wir kommen in Deutschland erkennbar nicht mit genügend Tempo vom Fleck."

Es seien auch von Ländern und Kommunen noch intensivere Anstrengungen nötig, damit mehr bisher ungeimpfte Menschen sich impfen lassen. Dahmen sprach sich vor diesem Hintergrund erneut für eine konsequente Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht im Gesundheitswesen und die zügige Vorbereitung einer allgemeinen Impfpflicht aus.

Update, 31. Januar, 1.44 Uhr: Spotify geht gegen Fehlinformationen zu Corona vor

Der Streamingdienst Spotify will alle Beiträge zu Covid-19 künftig mit einem Hinweis versehen, der Nutzer zu wissenschaftlich fundierten Informationen aus verlässlichen Quellen führen soll.

Diese neue Initiative gegen Falschinformationen werde in den kommenden Tagen weltweit umgesetzt, teilte der Gründer und Chef des Unternehmens, Daniel Ek, am Sonntag in einem Blogeintrag mit.

Damit gehe Spotify auf seine Nutzer ein, die in den vergangenen Tagen Fragen über die Grenze zwischen akzeptablen und inakzeptablen Inhalten der Plattform aufgeworfen hätten, hieß es weiter.

Zuvor hatten mehrere Künstler, darunter Neil Young (76, "Heart of Gold") und Joni Mitchell (78, "Big Yellow Taxi"), angekündigt, ihre Musik von Spotify abzuziehen.

Damit protestieren sie gegen einen von zahlreichen Wissenschaftlern als verharmlosend kritisierten Corona-Podcast.

Spotify hat nach eigenen Angaben umfassende Inhaltsrichtlinien und seit Beginn der Pandemie mehr als 20.000 Podcast-Episoden mit Bezug auf Corona aus dem Angebot entfernt.
Spotify hat nach eigenen Angaben umfassende Inhaltsrichtlinien und seit Beginn der Pandemie mehr als 20.000 Podcast-Episoden mit Bezug auf Corona aus dem Angebot entfernt.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 30. Januar, 21.01 Uhr: Expertenrat beklagt Fehlen von koordinierter Gesundheitskommunikation

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung fordert Verbesserungen in der Risiko- und Gesundheitskommunikation in Deutschland.

"Um das Individuum und die Gesellschaft in ihrer Selbstwirksamkeit und risikokompetentem Verhalten zu unterstützen, ist eine reaktionsschnelle, evidenzbasierte, zielgruppen- und nutzerspezifische Risiko- und Gesundheitskommunikation unabdingbar", teilte das Gremium am Sonntagabend in seiner fünften Stellungnahme mit.

Diese müsse wissenschaftliche Evidenz einfach erklären, in Handlungsempfehlungen übersetzen sowie zur ersten Wahl für hilfreiche und verlässliche Informationen werden. "Auch wenn aktuell Behörden und Ministerien Teile davon realisieren, gibt es in Deutschland keine Institution, die eine nach den unten aufgeführten Prinzipien koordinierte Risiko- und Gesundheitskommunikation umsetzt."

Update, 30. Januar, 18.21 Uhr: Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Brüssel ohne Zwischenfälle

Nach den Ausschreitungen der vergangenen Woche ist eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Brüssel an diesem Sonntag weitgehend ruhig verlaufen.

Nach Angaben der Polizei zogen rund 1600 Menschen durch die Stadt, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Sie erreichten demnach ohne Zwischenfälle das Atomium im Norden der belgischen Hauptstadt. Dem Bericht zufolge forderten die Demonstranten wegen der Corona-Politik der belgischen Regierung deren Absetzung.

Vergangene Woche hatten nach Polizeiangaben rund 50.000 Menschen in Brüssel protestiert. Gegen Ende des Demonstrationszugs kam es zu heftigen Ausschreitungen.

Menschen nahmen am Sonntag an der Demonstration "Belgien vereint für die Freiheit" teil, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren.
Menschen nahmen am Sonntag an der Demonstration "Belgien vereint für die Freiheit" teil, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren.  © Nicolas Maeterlinck/BELGA/dpa

Update, 30. Januar, 17.34 Uhr: Chinesen in aller Welt bereiten sich aufs Neujahrsfest vor

Chinesen in aller Welt werden in der Nacht auf Dienstag (17 Uhr MEZ) nach dem traditionellen Mondkalender das neue Jahr begrüßen. Auf das Jahr des Ochsen folgt nun das Jahr des Tigers. Das dritte der zwölf Tierkreiszeichen steht in der chinesischen Mythologie unter anderem für Energie und Tatendrang.

Doch das traditionelle Familienfest steht in China erneut im Zeichen der Pandemie. Viele Chinesen können aufgrund der zuletzt verschärften Reisebeschränkungen nicht ihre Verwandten besuchen.

Update, 30. Januar, 16.41 Uhr: 75 Prozent der Erwachsenen in Indien zweifach geimpft

In Indien haben inzwischen drei von vier Erwachsenen eine zweite Corona-Impfung erhalten.

Dies schrieb Premierminister Narendra Modi am Sonntag auf Twitter und fügte hinzu: "Ich gratuliere unseren Mitbürgern zu dieser bedeutenden Leistung." Die meisten Menschen in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land bekommen das von AstraZeneca hergestellte Mittel mit dem Namen Covishield.

Vor rund zwei Wochen hatte Indien auch damit begonnen, einen Teil seiner Bevölkerung zu boostern. Demnach sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, bei der Polizei oder Armee, im Corona-Dienst bei Behörden sowie gefährdete Über-60-Jährige eine dritte Dosis bekommen.

Update, 30. Januar, 15.56 Uhr: Trotz Corona-Fake-News: Harry und Meghan setzen Kooperation mit Spotify fort

Trotz Sorgen um Desinformationen über die Corona-Pandemie halten Herzogin Meghan (40) und Prinz Harry (37) vorerst an ihrer Zusammenarbeit mit dem Streamingdienst Spotify fest. Das Paar hatte Ende 2020 einen Millionenvertrag über die Produktion von Podcasts mit der Streamingplattform geschlossen.

Zuvor hatten mehrere Künstler, darunter Neil Young und Joni Mitchell, angekündigt, ihre Musik von Spotify abzuziehen. Damit protestieren sie gegen einen von zahlreichen Wissenschaftlern als verharmlosend kritisierten Corona-Podcast.

Prinz Harry (37) und Herzogin Meghan (40) halten vorerst an ihrer Zusammenarbeit mit dem Streamingdienst Spotify fest.
Prinz Harry (37) und Herzogin Meghan (40) halten vorerst an ihrer Zusammenarbeit mit dem Streamingdienst Spotify fest.  © Sonia Moskowitz Gordon/ZUMA Press Wire/dpa

Update, 30. Januar, 15.32 Uhr: Demos gegen Corona-Politik: Kritik an Ort und Zeitpunkt in Nürnberg

Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Nürnberg und München gegen Corona-Beschränkungen und insbesondere eine mögliche Impfpflicht demonstriert. Es kamen allerdings deutlich weniger Teilnehmer als erwartet.

Zwischenfälle wurden von der bayerischen Polizei nicht mitgeteilt. Die Veranstaltung in Nürnberg wurde vor vielen Menschen scharf kritisiert. Denn die Demo fand am Volksfestplatz in unmittelbarer Nähe zum Reichsparteitagsgelände statt. Zudem war Sonntag der Jahrestag der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933.

Auf Twitter kritisierten daher viele Nutzer den Ort und den Zeitpunkt. Der Schauspieler Marcus Mittermeier (52, "München Mord") etwa schrieb am Sonntagmittag auf Twitter: "Querdenken ist da angekommen, wo sie hinwollen: heute Demo am Reichsparteitagsgelände. Am Jahrestag der Machtergreifung." Am 30. Januar 1933 war Hitler von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden.

Update, 30. Januar, 15.04 Uhr: Tausende Teilnehmer bei Trucker-Demo gegen Corona-Vorgaben

Nach einer tagelangen Fahrt durch Kanada ist ein Konvoi aus Hunderten Lastwagen am Wochenende in der Hauptstadt Ottawa eingetroffen, um gegen Corona-Maßnahmen und Impfvorschriften zu demonstrieren.

Empfangen wurde der sogenannte Freedom Convoy (übersetzt: "Konvoi der Freiheit") von Demonstranten, die sich bei Minustemperaturen zu Fuß vor dem Parlament versammelten, wie kanadische Medien berichteten. Insgesamt seien es Tausende Teilnehmer gewesen. Die Demonstranten schwenkten demnach kanadische Flaggen und riefen "Freiheit". Auf Plakaten prangerten sie Premier Justin Trudeau und die Corona-Maßnahmen an.

Die Polizei sei in Alarmbereitschaft. Trudeau und seine Familie seien vorsorglich an einen geheimen Ort in der Hauptstadt gebracht worden. Über das gesamte Wochenende sollte die Polizeipräsenz hoch bleiben. Die Demonstranten blockierten den Berichten zufolge am Samstag (Ortszeit) Teile der Innenstadt.

Die genaue Teilnehmerzahl habe bis zum Abend noch nicht festgestanden. Insgesamt wurden rund 10.000 Menschen erwartet. Einige Demonstranten sagten, sie wollten mehrere Tage bleiben. Die Proteste seien zunächst zwar lautstark gewesen, aber größtenteils friedlich.

Update, 30. Januar, 11.43 Uhr: Rufe nach Klarheit bei Impfpflicht für Kliniken und Pflegeheime

Der Präsident des Deutschen Städtetages, Markus Lewe, hat offene Fragen bei der beschlossenen Impfpflicht für Beschäftigte von Krankenhäusern und Pflegeheimen bemängelt.

Die einrichtungsbezogene Impfpflicht werde nur Wirkung entfalten, "wenn Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Behörden klar erkennen können, in welchen Fällen Ungeimpfte ihre Tätigkeit nach dem 15. März nicht mehr ausüben dürfen und welche Ausnahmen es gibt", sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post. Hier stocherten im Moment alle im Nebel. "Zudem müssen die Verfahren deutlich vereinfacht werden, damit die Gesundheitsämter sie überhaupt durchführen können."

Das von Bundestag und Bundesrat im Dezember beschlossene Gesetz legt fest, dass Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Pflegeheimen und Kliniken bis 15. März 2022 Nachweise als Geimpfte oder Genesene vorlegen müssen - oder ein Attest, nicht geimpft werden zu können.

Arbeitgeber müssen die Gesundheitsämter informieren, wenn Nachweise nicht vorgelegt werden. Diese können dann die Beschäftigung in der Einrichtung untersagen. Unter Kommunen, Betreibern und den Ländern gibt es Bedenken wegen der Umsetzbarkeit.

Update, 30. Januar, 8.10 Uhr: Zahl der Corona-Schwerkranken steigt in Israel wieder über 1000

Erstmals seit fast einem Jahr ist die Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel wieder über 1000 gestiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Samstagabend mit, 1010 schwer an Corona erkrankte Patienten würden in Krankenhäusern behandelt. Den bisherigen Höhepunkt hatte die Zahl im Januar 2021 mit rund 1200 Schwerkranken erreicht.

Israelische Krankenhäuser klagen gegenwärtig über eine hohe Belastung, weil es auch deutlich mehr Grippe-Kranke gibt als vor einem Jahr. Gleichzeitig gibt es erste Anzeichen dafür, dass die Omikron-Welle in Israel allmählich abebben könnte. Am Freitag wurden den Angaben zufolge rund 53.000 neue Corona-Fälle gemeldet. Vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen in Israel mit mehr als 85.000 einen Höhepunkt seit Beginn der Pandemie erreicht.

Update, 30. Januar, 7.12 Uhr: 34 weitere Corona-Fälle vor Olympia in Peking

Vor den Olympischen Winterspielen in Peking haben die Organisatoren 34 weitere Corona-Fälle festgestellt. Wie das Organisationskomitee am Sonntag mitteilte, wurden am Samstag 23 Einreisende positiv auf das Coronavirus getestet, darunter 13 Athleten oder Teammitglieder.

Zudem wurden bei elf Personen, die sich bereits im geschlossenen Olympia-System befinden, Infektionen registriert. Am Vortag hatte es insgesamt 36 positive Tests gegeben, die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit dem 23. Januar stieg auf 139.

Für die Olympischen Winterspiele in Peking gilt ein strenges Corona-Sicherheitskonzept. Alle Beteiligten - von Athleten bis hin zu Journalisten - sind vollständig vom Rest der chinesischen Bevölkerung getrennt. Um Infektionen möglichst rasch zu erkennen, muss jeder Teilnehmer innerhalb der "Olympia-Blase" täglich einen PCR-Test absolvieren.

Wer sich mit dem Virus angesteckt hat, wird in einem eigens dafür vorgesehenen Hotel isoliert. Nur nach zwei negativen PCR-Tests im Abstand von mindestens 24 Stunden können die Betroffenen dieses vor Ablauf von zehn Tagen wieder verlassen. Nach dieser Frist ist nur noch ein negativer PCR-Test nötig.

Corona-Vorbereitungen in der Nationalen Eisschnelllaufhalle "The Ice Ribbon" in Peking: Mitglieder eines medizinischen Teams verfolgen die Trainingsläufe.
Corona-Vorbereitungen in der Nationalen Eisschnelllaufhalle "The Ice Ribbon" in Peking: Mitglieder eines medizinischen Teams verfolgen die Trainingsläufe.  © Brynn Anderson/AP/dpa

Update, 30. Januar, 7 Uhr: RKI registriert 118.970 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz bei 1156,8

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 1156,8 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1127,7 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 806,8 (Vormonat: 207,4). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 118.970 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.06 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 85.440 Ansteckungen.

Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind. Zudem melden einige Städte und Kreise seit Tagen Probleme bei der Übermittlung der Corona-Fallzahlen.

Deutschlandweit wurden mach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 59 Todesfälle verzeichnet.

Update, 30. Januar, 4.30 Uhr: Krankenhausgesellschaft erwartet Zunahme an Corona-Zufallsbefunden

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) rechnet in der Omikron-Welle mit einer Zunahme an Patientinnen und Patienten, die bei der Aufnahme in eine Klinik positiv auf das Coronavirus getestet werden.

Dies liege nicht nur am derzeit verbreiteten Vorkommen von Sars-CoV-2-Infektionen in der Bevölkerung, sondern insbesondere an den weniger stark ausgeprägten Krankheitssymptomen infolge der Impfungen, vor allem der Booster, sagte DKG-Vorstandschef Gerald Gaß auf dpa-Anfrage.

In Daten zur Covid-19-Krankenhauslage sei eine Unterscheidung von Infizierten, die entweder ursächlich wegen Covid-19 oder aber hauptsächlich aus anderen Gründen behandelt werden, bislang nicht ersichtlich. "Die bestehenden Erfassungssysteme unterscheiden nach unserem Kenntnisstand in der Regel nicht zwischen Covid-19 als Haupt– und Nebendiagnose/Zufallsbefund", erklärte Gaß.

Seriöse Schätzungen zur Höhe der Anteile seien nicht bekannt.

Update, 30. Januar, 1 Uhr: Tausende Teilnehmer bei Protest gegen Corona-Maßnahmen in Frankfurt

Bis zu 4000 Menschen haben am Samstag an einem Aufzug gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Frankfurt am Main teilgenommen. Die Gegner und Kritiker der Corona-Auflagen hatten sich unter dem Motto "Mein Körper gehört mir - Freie Entscheidung über medizinische Präventionsmaßnahmen" in der Innenstadt versammelt.

Die Mehrheit von ihnen verstieß demnach zu Beginn des Aufzugs gegen die geltende Masken- und Abstandspflicht, woraufhin die Polizei den Protestzug vorerst stoppte. Gegen einen Teilnehmer wurde aufgrund eines mitgeführten "Schutzschirms" - einem Regenschirm, der auch als Hiebwaffe dient - ein entsprechendes Strafverfahren eingeleitet - der Schirm wurde sichergestellt.

Update, 29. Januar, 17.35 Uhr: Tausende Demonstranten in Freiburg auf der Straße

In mehreren Städten in Deutschland haben haben am Samstag wieder Menschen gegen die Corona-Politik demonstriert. Allein in Freiburg (Baden-Württemberg) beteiligten sich nach ersten Schätzungen der Polizei etwa 4500 Menschen an einer Demonstration, um gegen eine Impfpflicht und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu protestieren.

Der Veranstalter hatten mit rund 7000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerechnet. Es habe keine nennenswerten Vorkommnisse gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Gegendemonstranten hätten aber versucht, mit Fahrrädern die Strecke der Demo zu blockieren.

In Brandenburg an der Havel löste die Polizei eine nicht angemeldete Demonstration gegen die Corona-Politik auf. Vor der Versammlung am Samstag war bekanntgeworden, dass erneut zu einem "Spaziergang" aufgerufen worden war, ohne diesen bei der Versammlungsbehörde anzumelden, wie die Polizeidirektion West mitteilte.

Es seien die Identitäten von Teilnehmern festgestellt worden, um Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten zu erstellen. Diese betrafen etwa die Teilnahme an einer nicht genehmigten Versammlung und Verstöße gegen die Corona-Beschränkungen, wenn etwa die Maskenpflicht missachtet wurde.

In Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) demonstrierten am Samstag mehrere Hundert Menschen gegen Corona-Beschränkungen. In der Spitze nahmen rund 900 Menschen an der Versammlung mit kritischem Bezug zu den Corona-Maßnahmen teil, wie die Polizei mitteilte.

Freiburg im Breisgau: Die Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen.
Freiburg im Breisgau: Die Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update, 29. Januar, 12.54 Uhr: Russland verzeichnet mehr als 100.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie haben Russlands Behörden mehr als 100.000 Neuinfektionen an einem Tag gezählt.

Am Samstag verzeichnete die offizielle Corona-Statistik mehr als 113.000 neue Fälle binnen 24 Stunden und im selben Zeitraum 668 Tote im Zusammenhang mit Corona.

Vollständig geimpft sind demnach bislang knapp 55 Prozent der Bevölkerung.

Angesichts der Omikron-Welle, die mittlerweile nahezu alle russischen Regionen erfasst hat, registriert das flächenmäßig größte Land der Erde seit Tagen einen Höchstwert nach dem anderen.

Experten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächlichen Infektions- und Todeszahlen in Wirklichkeit noch deutlich höher liegen.

Am Freitag veröffentlichte das Statistikamt Rosstat, wonach Russlands Bevölkerung im vergangenen Jahr um mehr als eine halbe Million Menschen schrumpfte. Es handelte sich um den stärksten Bevölkerungsrückgang seit fast 20 Jahren.

Update, 29. Januar, 12.36 Uhr: Österreich lockert stufenweise Corona-Maßnahmen

Österreich lockert trotz hoher Zahlen bei den Neuinfektionen stufenweise seine Corona-Maßnahmen.

So werde die Sperrstunde ab 5. Februar von 22 Uhr auf 24 Uhr geschoben, sagte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Samstag in Wien.

Vom 12. Februar an falle die 2G-Regel im Handel.

Es bleibe aber die Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske. Ab 19. Februar gelte in der Gastronomie und im Tourismus statt der 2G-Regel wieder die 3G-Regel, hieß es.

Damit ist es auch mit einem negativen Corona-Test möglich, Lokale zu besuchen.

Grundlage der Entscheidungen ist demnach die absehbar weiter niedrige Belastung der Kliniken. "Diese Zahlen sind stabil und auf einem wirklich berechenbaren guten Niveau", sagte Nehammer zur Lage auf den Normal- und Intensivstationen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Österreich bei etwa 2400 pro 100.000 Einwohnern. Der Höhepunkt der aktuelle Corona-Welle wird laut Regierung Ende der ersten Februar-Woche erwartet.

Update, 29. Januar, 9.30 Uhr: BDI-Präsident zu Corona-Politik: Wünsche mir mehr Systematik

Zwei Jahre nach Bekanntwerden der ersten Infektion in Deutschland hat der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, der deutschen Corona-Politik ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.

"Nach zwei Jahren Corona ist es völlig inakzeptabel, dass es nicht genug aktuelle Daten, PCR-Testkapazitäten und einheitliche Hygienekonzepte für Schulklassen gibt", sagte Russwurm den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

"Und mich verwundert manche Entscheidungsfindung. Wir erleben Corona-Gipfel von Bund und Ländern mit großer Einigkeit − und ein paar Stunden später landesspezifische Varianten der Entscheidung." Das führe zu Vertrauensverlust und zu einem Flickenteppich, den keiner mehr verstehe.

"Ich wünsche mir mehr Systematik. Deutschland kommt einfach nicht vor die Welle."

Update, 29. Januar, 8 Uhr: Mehr als zwei Millionen 3G-Kontrollen bei der Bahn

Seit rund zwei Monaten gilt die 3G-Regel in öffentlichen Verkehrsmitteln - und die allermeisten Fahrgäste halten sich daran, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Rund zwei Millionen Kontrollen seien bisher im Nah- und Fernverkehr absolviert worden, 99 Prozent der Reisenden hätten dabei nachgewiesen, dass sie geimpft, genesen oder getestet seien.

Wer dies nicht kann, muss beim nächsten Halt aussteigen und sich vor einer Weiterfahrt testen lassen.

Im Konfliktfall wird die Bundespolizei hinzugerufen. Bei der Deutschen Bahn erfolgen die Kontrollen stichprobenartig und in Zweierteams.

Update, 29. Januar, 7.21 Uhr: CDU-Gesundheitspolitiker: Impfpflicht nur mit enger Befristung

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge, hält eine Corona-Impfpflicht nur unter Bedingungen und mit enger zeitlicher Befristung für sinnvoll.

"Eine Impfpflicht wäre nur dann sinnvoll, wenn besonders gefährliche Virusvarianten drohen – und wenn es zugleich passende Impfstoffe gibt", sagte der CDU-Politiker der Welt am Sonntag. "

Trifft eines von beidem nicht zu, wäre eine Impfpflicht wenig zielführend." Das klare Signal an die Bevölkerung müsse außerdem sein: "Wenn eine Impfpflicht kommt, dann nur mit einer klaren, engen zeitlichen Befristung."

Die bislang bekannten Initiativen verschiedener Bundestagsabgeordnete für eine allgemeine Impfpflicht kritisierte Sorge: "Die Differenzierung nach Virusvarianten und zeitlicher Komponente fehlt allen Gruppenanträgen – ebenso wie Ideen zur Verbesserung der Datenbasis."

Zu diesen drei Punkten werde die Union einen Vorschlag unterbreiten, sagte er.

Update, 29. Januar, 7.14 Uhr: Söder: Brauchen bundesweite und aussagekräftige "Krankenhaus-Ampel"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert von der Bundesregierung neue und verlässliche Maßstäbe zur Bewertung der Corona-Lage.

Mehr dazu im Artikel: "Bundesweite und aussagekräftige "Krankenhaus-Ampel"! Söder mit klarer Forderung".

Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 29. Januar, 6.30 Uhr: 36 weitere Infizierte unter Olympia-Teilnehmern in Peking

Bei den Teilnehmern der Olympischen Winterspiele sind 36 zusätzliche Covid-Infizierte entdeckt worden.

Wie das Organisationskomitee in Peking am Samstag mitteilte, seien insgesamt 29 Einreisenden kurz nach ihrer Ankunft am Flughafen positiv auf das Virus getestet worden, bei 19 von ihnen soll es sich um Athleten oder Teammitglieder handeln.

Sieben weitere Infektionen wurden zudem unter Personen festgestellt, die sich bereits innerhalb der "Olympia-Blase" befunden haben.

Update, 29. Januar, 5.06 Uhr: RKI registriert 189.166 Corona-Neuinfektionen

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite 7-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 1100 überschritten.

Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 1127,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1073,0 gelegen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 189.166 Corona-Neuinfektionen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 182 Todesfälle verzeichnet.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.618.245 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 4,72 an (Donnerstag 4,64).

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 7.532.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 117.666.

Update, 29. Januar, 4 Uhr: PCR-Labore vor schwierigen Investitionsentscheidungen

Die deutschen Laborärzte können sich derzeit vor lauter Arbeit kaum retten. Millionen PCR-Tests sind abzuarbeiten, die Corona-Krise sorgt für ungeahnte Auslastungen der Labore und teils hohe Gewinne.

Doch dem stehen auch Ausgaben und Risiko gegenüber, wie Andreas Bobrowski, der Vorstandsvorsitzende des Berufsverbands Deutscher Laborärzte sagt.

Denn im Moment kann niemand sagen, wie lange der hohe Bedarf nach Tests anhält und ob sich die Anschaffung teurer Geräte auch bezahlt macht.

Grundsätzlich gebe es drei verschiedene Vergütungen für die PCR-Tests, sagt Bobrowski, der in Lübeck mit Kollegen ein eigenes Labor betreibt.

Die 35 Euro pro Test bei Abrechnung über die Krankenkassen deckten "nur die nackten Kosten", betont er. Was von den 43,56 Euro übrig bleibt, die der Staat bei von ihm vergüteten Tests bezahle, brauche man dringend.

Schließlich müsse man auch in Zeiten niedrigerer Auslastung das Personal halten.

Update, 29. Januar, 2.15 Uhr: Ärztepräsident: Verkürzung des Genesenenstatus sinnvoll

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat die umstrittene Verkürzung des Genesenenstatus aus medizinischer Sicht als sinnvoll bezeichnet.

"Die bisherige wissenschaftliche Evidenz deutet darauf hin, dass sich Ungeimpfte nach einer durchgemachten Delta-Infektion schon deutlich früher als nach sechs Monaten mit der Omikron-Variante anstecken können", sagte Reinhardt der Rheinischen Post (Samstag).

"Deshalb ist die Verkürzung des Genesenenstatus aus medizinischer Sicht sinnvoll".

Der Präsident der Bundesärztekammer sprang damit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur Seite, der die Verkürzung auf drei Monate verteidigt hatte.

Die Vorsitzende der Ärzteorganisation Marburger Bund, Susanne Johna, rechnet mit einem Rückzieher in Deutschland: "Ich glaube nicht, dass sich die 90-Tage-Regelung in Deutschland dauerhaft halten lässt". "Die Mitgliedstaaten der EU haben ja erst vor wenigen Tagen die Gültigkeit des Genesenenstatus auf sechs Monate festgelegt."

Ärztepräsident Klaus Reinhardt.
Ärztepräsident Klaus Reinhardt.  © Guido Kirchner/dpa

Update, 29. Januar, 2.05 Uhr: Städtetag fordert Klarheit bei einrichtungsbezogener Impfpflicht

Der Präsident des Deutschen Städtetages, Markus Lewe, hat offene Fragen bei der beschlossenen Impfpflicht für Beschäftigte von Krankenhäusern und Pflegeheimen bemängelt.

Die einrichtungsbezogene Impfpflicht werde nur Wirkung entfalten, "wenn Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Behörden klar erkennen können, in welchen Fällen Ungeimpfte ihre Tätigkeit nach dem 15. März nicht mehr ausüben dürfen und welche Ausnahmen es gibt", sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post (Samstag).

Hier stocherten im Moment alle im Nebel. "Zudem müssen die Verfahren deutlich vereinfacht werden, damit die Gesundheitsämter sie überhaupt durchführen können."

Lewe kritisierte: "So, wie es ist, wird das Gesetz ins Leere laufen."

Denn die Gesundheitsämter bekämen nun "Abertausende Fälle wegen nicht nachgewiesener Impfungen gemeldet, denen sie einzeln nachgehen sollen".

Dieses Verfahren sei sehr aufwändig, die ohnehin am Limit arbeitenden Gesundheitsämter würden zeitnah kaum Entscheidungen über Tätigkeitsverbote aussprechen können. "Wir schlagen stattdessen vor, die Pflicht zur Impfung im Gesetz konsequent mit einem Tätigkeits- und Betretungsverbot zu versehen", sagte Lewe.

Update, 29. Januar, 1.01 Uhr: Habeck stellt Verlängerung der Corona-Hilfen in Aussicht

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat eine Verlängerung der Corona-Hilfen für Unternehmen in Aussicht gestellt.

"Ich hoffe, dass wir Ende März in einer anderen Situation sind. Sollte es aber nötig sein, die Hilfen erneut zu verlängern, um das Überleben hart betroffenen Betriebe zu sichern, dann werden wir in der Bundesregierung die Gelder hierfür bereitstellen", sagte Habeck der Funke-Mediengruppe (Samstag).

Habeck teilte mit, die jüngsten Hilfen seien gut angelaufen. Erste Teilzahlungen, vorläufige Abschlagszahlungen, flössen seit dem 18. Januar und seien auf den Konten der Betroffenen angekommen.

Seit 7. Januar seien 4370 Anträge auf Überbrückungshilfe IV mit einem Volumen von rund 222 Millionen Euro gestellt worden, berichteten die Funke-Medien unter Berufung auf das Wirtschaftsministerium.

Update, 28. Januar, 21.56 Uhr: Virologin Brinkmann tritt in Böhmermanns Satiresendung zu Impfen auf

Die Virologin Melanie Brinkmann (48) hat auf ungewöhnliche Weise über das Immunsystem und das Impfen informiert – mit einem Gastauftritt in der Satiresendung von Jan Böhmermann (40).

Sie ist vielen bekannt, weil sie in der Corona-Pandemie immer wieder in Talkrunden als Expertin auftrat. Die Professorin der Technischen Universität Braunschweig sitzt auch im Corona-Expertengremium der Bundesregierung.

In der am Freitag in der ZDF Mediathek veröffentlichten Folge von ZDF Magazin Royale war Brinkmann in einer Büro-Praxis-Szenerie zu sehen.

Das Ganze war so aufgebaut: Die Virologin erläuterte in kurzen Sequenzen Details zu Immunsystem, Viren und der Wirkung einer Impfung. Dabei wurde sie immer wieder von einem Darsteller in den Zuschauerrängen des Studios unterbrochen, der Zweifel an ihren Aussagen hat.

Er spielte laut E-Gitarre, kommentierte spitz oder biss in ein rohes Stück Fleisch. Am Ende brach Böhmermann ab und kommentierte, manche Menschen könne man mit Argumenten einfach nicht mehr erreichen. Der Darsteller wurde aus dem Studio geführt.

Die Virologin Melanie Brinkmann (48).
Die Virologin Melanie Brinkmann (48).  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 28. Januar, 17.37 Uhr: Kretschmann kritisiert Einmischung von Virologen in Corona-Politik

Wissenschaftler wie etwa Virologen sollten sich aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73) aus der Politik heraushalten.

"Max Weber hat darauf verwiesen, dass Wissenschaften die Welt beschreiben, wie sie war, ist und sein wird. Sie können auch beschreiben, wie man die Welt verändern könnte. Aber die Wissenschaft kann nicht sagen, ob man die Welt auch verändern soll", sagte der Grünen-Politiker der Heilbronner Stimme und dem Südkurier (Samstag) mit Blick auf den Soziologen (1864-1920).

Die Deutungshoheit über ihr Fach sollten die Wissenschaftler unbedingt haben, sagte Kretschmann. "Aber sie sollten auch dabei bleiben und es unterlassen, politische Ratschläge zu geben."

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73).  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 28. Januar, 17.36 Uhr: Corona-Inzidenz in Italien gesunken

In Italien ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen nach einem wochenlangen Anstieg gesunken.

Stand Donnerstag verzeichneten die Behörden für die zurückliegenden sieben Tage landesweit im Schnitt 1823 Infektionen mit dem Virus je 100.000 Einwohner, wie das Oberste Gesundheitsinstitut (ISS) am Freitag in Rom mitteilte. Eine Woche zuvor gab das ISS den Wert noch mit 2011 an.

In den Krankenhäusern des Landes mit rund 60 Millionen Einwohnern ging auch die Belegungsrate mit Corona-Patienten etwas zurück. Auf den Intensivstationen etwa lag ihr Anteil bei 16,7 Prozent - nach 17,3 Prozent in der Vorwoche.

Update, 28. Januar, 17.35 Uhr: Regierung streicht 13 afrikanische Länder von Corona-Risikoliste

Die Bundesregierung streicht am Sonntag 13 afrikanische Länder von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete.

Darunter sind die Staaten, in denen sich die Omikron-Variante des Virus im November zuerst ausgebreitet hatte, unter anderem Südafrika und Namibia. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit.

Neu als Hochrisikogebiete eingestuft werden elf Länder, darunter nur eins in Europa: die Ukraine. Außerdem kommen hinzu: Afghanistan, Bangladesch, Guatemala, Irak, Kirgistan, Kuba, Oman, Pakistan, Palau, Singapur. Zudem wird das französische Überseegebiet Neukaledonien zum Hochrisikogebiet.

Von der Risikoliste gestrichen werden neben Namibia und Südafrika Angola, Burundi, Eswatini, Kenia, Lesotho, Malawi, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Tansania und Uganda.

Von der Risikoliste gestrichen werden neben Namibia und Südafrika Angola, Burundi, Eswatini, Kenia, Lesotho, Malawi, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Tansania und Uganda.
Von der Risikoliste gestrichen werden neben Namibia und Südafrika Angola, Burundi, Eswatini, Kenia, Lesotho, Malawi, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Tansania und Uganda.  © Chen Cheng/XinHua/dpa

Update, 28. Januar, 16.30 Uhr: Island lockert Corona-Maßnahmen zwei Wochen nach Verschärfung wieder

Rund zwei Wochen nach einer Verschärfung will Island seine Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung wieder deutlich lockern.

"Heute haben wir gute Nachrichten", sagte die isländische Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir (45) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Reykjavik.

Ab Samstag (29. Januar) dürfen sich wieder 50 Menschen versammeln, zuvor hatte diese Zahl bei 10 gelegen. Clubs und Pubs dürfen wieder öffnen, nachdem sie Mitte Januar schließen mussten.

Update, 28. Januar, 15.42 Uhr: Regierung sieht Spanien bei der aktuellen Corona-Welle über den Berg

Spanien hat den Höhepunkt der derzeitigen vor allem von der Omikron-Variante ausgelösten Corona-Welle nach Einschätzung der Regierung überschritten.

"Alles deutet darauf hin, dass die Kurve der Infektionen sinkt", sagte Gesundheitsministerin Carolina Darias am Freitag. "Der Rückgang der Zahlen verfestigt sich von Tag zu Tag", fügte die Ministerin hinzu, mahnte aber zugleich zu weiterer Vorsicht.

Update, 28. Januar, 15.41 Uhr: Corona-Impfungen in Apotheken ab 8. Februar

Apotheken können vom 8. Februar an bundesweit Corona-Impfungen anbieten. Damit soll das Impfangebot vereinfacht und verbreitert werden.

Mehr Informationen findet Ihr hier: Corona-Impfungen in Apotheken bald möglich: An diesem Tag geht es los!

Impfen gegen Corona wird bald noch entspannter.
Impfen gegen Corona wird bald noch entspannter.  © Moritz Frankenberg/dpa

Update, 28. Januar, 14.35 Uhr: Frankreich verschiebt Abiturprüfungen wegen Corona-Welle

Frankreich verschiebt die Abiturprüfungen angesichts der massiven Corona-Welle von Mitte März auf Mitte Mai.

Die aktuell hohe Zahl von Corona-Infektionen mache die Organisation der Prüfungen schwierig, außerdem gebe es viele Krankheitsfälle, begründete das Bildungsministerium in Paris die Entscheidung am Freitag.

Alle sollten die gleichen Chancen und genügend Zeit für eine vernünftige Vorbereitung haben, hieß es. Verschoben werden die schriftlichen Prüfungen, Erleichterungen gibt es bei der Auswahl der Fragen und die Überprüfung des Sprachniveaus wird gestrichen.

Update, 28. Januar, 12.44 Uhr: Innenminister warnen vor Teilnahme an nicht-angemeldeten Demos

Mit großer Sorge blicken die Innenminister von Bund und Ländern auf aktuelle Entwicklungen in der Corona-Protest-Szene.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius sieht hier unter anderem die AfD als einen Faktor, der zur Radikalisierung beiträgt. "Sie ist ganz eindeutig eine Gefahr für diese Demokratie", sagte der SPD-Politiker am Freitag bei einem Innenministertreffen in Stuttgart.

Die Partei versuche, Kapital aus der Corona-Krise zu schlagen, "indem ihre Ortsverbände diese organisierten nicht-angemeldeten Versammlungen auf den Weg bringen, teilweise sind es örtliche Abgeordnete, die das tun", kritisierte Pistorius.

In Niedersachsen seien die Teilnehmerzahlen bei Corona-Protesten zwar geringer als in manchen anderen Bundesländern, allerdings sei eine "Zunahme von verbaler Aggression und Übergriffen" festzustellen.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte mit Blick auf das Protestgeschehen: "Es ist in der Tat so, dass es zunimmt, und was auch zunimmt, sind die rechtsextremistischen Lagen vor Ort."

Unter den Protestierenden seien Verschwörungstheoretiker, aber auch Menschen, die gegen eine Impfpflicht seien, "und das ist ja auch ihr gutes Recht".

Allerdings sei zu beobachten, dass Rechtsextremisten den Unmut immer stärker für ihre Zwecke missbrauchten.

Strikt verurteilten die Innenminister Kundgebungen vor den Häusern von Ministerinnen oder Kommunalpolitikern.

Auf der Tagesordnung ihres Treffens in Stuttgart stand auch die Frage nach einer Strategie gegen Aufrufe zu Mord und Gewalt, die über Telegram verbreitet werden. Faeser sagte, sie sehe bei Google und Apple Bereitschaft, gegen Gewaltaufrufe in Telegram-Gruppen vorzugehen.

Update, 28. Januar, 12.41 Uhr: Meldestelle: 91 Mal Antisemitismus auf Corona-Demos seit November

Seit Beginn der Debatte über die Corona-Impfpflicht mehren sich nach Erkenntnissen der Meldestelle Rias antisemitische Äußerungen von Gegnern der Pandemiemaßnahmen.

Allein zwischen dem 20. November und dem 8. Januar seien bundesweit 91 Corona-Demonstrationen mit judenfeindlichen Inhalten registriert worden, berichtete der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) am Freitag in Berlin.

Dabei geht es unter anderem um die Verwendung gelber Sterne mit dem Hinweis "ungeimpft".

"Die mit dieser Art von Vergleichen einhergehende Selbstinszenierung als Opfer verharmlost die Schoah und den Nationalsozialismus", schreibt Rias. Sie gehe auch mit Aggressionen gegen Jüdinnen und Juden einher.

Bei den registrierten antijüdischen Äußerungen wurden nach Angaben der Meldestelle in 81 Fällen antisemitische Bezugnahmen auf den Nationalsozialismus gemeldet.

In zehn Fällen ging es um antisemitische Verschwörungsmythen oder ähnliches.

Die Meldungen kamen aus 14 Bundesländern. Es sei zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, hieß es.

Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen ziehen durch das Zentrum von Halle/Saale.
Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen ziehen durch das Zentrum von Halle/Saale.  © Hendrik Schmidt/dpa

Update, 28. Januar, 12.34 Uhr: Pflegerat warnt wegen Impfpflicht vor Personalengpässen

Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, warnt vor Versorgungsengpässen in der Pflege durch die bevorstehende Impfpflicht für Medizin- und Pflegepersonal.

"Es gibt so wenig Personal, dass wir uns nicht erlauben können, dass auch nur eine Einzige oder ein Einziger kündigt", sagte Vogler dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

"Wenn ungeimpfte Pflegekräfte Tätigkeitsverbote bekommen, wird die Versorgungslage immer prekärer."

Der Umgang mit den Pflegekräften in der Pandemie habe nicht dazu beigetragen, dass man sich wertgeschätzt fühle, stellte Vogler fest.

"Wir haben von Beginn an Menschen mit Corona gepflegt, egal ob Masken fehlten oder Schutzkittel, auch bevor es eine Impfung gab. Nun werden Pflegende in politischen Debatten dafür verantwortlich gemacht, dass sich das Virus verbreitet".

Die neue Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Claudia Moll, warnte ebenfalls, "die Pflegekräfte könnten das Gefühl bekommen, sie seien die Sündenböcke der Nation".

Update, 28. Januar, 12.10 Uhr: Corona-Impfquote von 80 Prozent bis Ende Januar kaum zu schaffen

Das Ziel der Bundesregierung, dass bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal gegen Corona geimpft sind, droht zu scheitern.

Bundesweit wurden am Donnerstag mindestens 466.000 Impfdosen verabreicht, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervorgeht.

Aber nur gut 40.000 davon gingen an Menschen, die bisher noch nicht geimpft waren. Bei 85.000 handelte es sich um Impfungen, die zum vollen Grundschutz führten, bei 344 000 um Auffrischungsimpfungen.

Damit haben bisher nur 75,7 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten.

73,8 Prozent verfügen laut RKI über einen vollständigen Grundschutz, 52,2 Prozent haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Nicht geimpft sind der Statistik zufolge 24,3 Prozent, insgesamt 20,2 Millionen Menschen.

Darunter sind aber auch vier Millionen Kinder im Alter bis zu vier Jahren, für die bisher noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.

Update, 28. Januar, 12.05 Uhr: Lauterbach vorerst gegen Lockerungen von Corona-Auflagen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich gegen Lockerungen von Corona-Auflagen in der aktuellen Lage gewandt.

Er bleibe bei dem "konservativen Kurs", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Der Zenit der Omikron-Welle sei noch nicht überschritten.

Wenn beispielsweise ein Gericht eine Regel kassiere oder ein Land sich mit Öffnungen profiliere, müsse er damit leben. Lauterbach betonte aber: "Ich begrüße die Lockerungen nicht."

Auch wenn Nachbarländer wie Dänemark gerade anders vorgehen, sei das dort so. "Aber das sind nicht wir."

Der Minister verwies zugleich auf Vereinbarungen von Bund und Ländern, Öffnungen in Aussicht zu stellen, wenn die Welle gebrochen sei.

Dies bedeute, dass es eine "Lockerungsperspektive" für die zweite Februarhälfte oder Anfang März geben könne.

Mit Blick darauf sei Deutschland gerade "einigermaßen gut auf dem Weg unterwegs".

Zur Situation an Schulen sagte Lauterbach: "Je besser wir die Welle in der Gänze begrenzen, desto schneller und besser kommen wir auch für die Kinder durch."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 28. Januar, 12.01 Uhr: IPC-Präsident Parsons positiv getestet: Kein Besuch bei Olympia

Präsident Andrew Parsons vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und wird nicht zu den Olympischen Winterspielen in Peking reisen können.

"Ich bin sehr enttäuscht, dass ich nicht bei Olympia dabei sein kann, da ich gerade positiv auf Covid-19 getestet wurde", schrieb der Brasilianer bei Facebook: "Während der Isolation werde ich mich darauf konzentrieren, mich zu erholen und die Paralympics vorzubereiten und dabei olympische Wettkampfe im Fernsehen verfolgen."

Die Olympischen Spiele beginnen am kommenden Freitag, die Paralympics genau einen Monat später am 4. März.

Update, 28. Januar, 12 Uhr: Intensivmediziner: Sehen "Omikron-Effekt" auf Intensivstationen

Angesichts der rasant in die Höhe schießenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen beobachtet der Intensivmediziner Christian Karagiannidis mittlerweile auf den Intensivstationen einen deutlichen "Omikron-Effekt".

Zwar sei die Hospitalisierungsrate derzeit noch "akzeptabel", dennoch zeigten sich die hohen Inzidenzen nun vermehrt auch in den Krankenhäusern, sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters am Freitag in Berlin.

Seit etwa sieben bis zehn Tagen zeige sich eine "Seitwärtsbewegung bei den Neuaufnahmen, hin zu einem Trend, dass es jetzt wieder leicht hochgeht".

Karagiannidis sagte, die wichtigsten Fragen, die sich stellten, seien nun die nach der Krankheitslast mit der Omikron-Variante, nach der Hauptdiagnose, die den Patienten oder die Patientin ins Krankenhaus führe und "wie viele von denen haben auch wirklich ein respiratorisches Problem, also eine Pneumonie?"

Der Experte verwies auf die sogenannte syndromische Überwachung des Robert Koch-Instituts (RKI), durch die man wisse, wie viele Patientinnen und Patienten mit Atemwegserkrankungen man habe.

Der Anteil der Beatmeten sei extrem hoch. Derzeit liege der Anteil derer, die nicht beatmet werden müssten, bei 20 Prozent, erklärte Karagiannidis.

Der Intensivmediziner warnte zudem: "Wir sollten nicht vergessen, dass Covid keine reine Lungenerkrankung ist, sondern eine Systemerkrankung, die insbesondere auch die Gefäße betrifft."

Man müsse in der nächsten Zeit sehr genau auf den Anteil derer achten, die keine Atemunterstützung brauchten. Karagiannidis mahnte, auf den kommenden Winter müsse man sich bestmöglich vorbereiten.

Ärzte und Pflegekräfte betreuen einen Patienten bei einer Lungenspiegelung in einem der Behandlungszimmer auf der Intensivstation in der Universitätsmedizin Rostock.
Ärzte und Pflegekräfte betreuen einen Patienten bei einer Lungenspiegelung in einem der Behandlungszimmer auf der Intensivstation in der Universitätsmedizin Rostock.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Januar, 11.53 Uhr: Trotz Rekordzahlen: Angst vor Corona geht zurück

Trotz der rasant steigenden Infektionszahlen ist einer Umfrage zufolge die Angst vor dem Coronavirus in Deutschland deutlich zurückgegangen.

Nach dem am Freitag veröffentlichen ZDF-Politbarometer halten zwar 70 Prozent der Befragten "Corona und die Folgen" weiter für das wichtigste Problem, allerdings sehen jetzt nur noch 42 Prozent ihre Gesundheit durch das Virus gefährdet.

Vor zwei Wochen waren es noch 53 Prozent.

Inzwischen wird aus Sicht vieler Experten immer klarer, dass eine Infektion mit der hochansteckenden Omikron-Variante in vielen Fällen einen eher milden Krankheitsverlauf auslöst.

Spürbar gestiegen ist die Zufriedenheit mit den aktuell geltenden Corona-Maßnahmen, laut Politbarometer von 44 auf 49 Prozent.

Nur noch 25 Prozent der Befragten meinen, die Maßnahmen müssten härter ausfallen (minus 5), während 23 Prozent (plus 1) sie für übertrieben halten.

Optimistisch sieht eine klare Mehrheit die Lage in den Krankenhäusern: 74 Prozent glauben, dass die Krankenhäuser die erwarteten, stark steigenden Infektionszahlen der Omikron-Welle bewältigen können (nicht bewältigen: 23 Prozent).

Ein Ende der Pandemie ist nach Überzeugung der meisten Bürger nicht in Sicht.

Gut ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) glaubt, die Corona-Pandemie werde nach der Omikron-Welle hierzulande im Großen und Ganzen überwunden sein, 75 Prozent gehen davon aus, dass es auch nach Omikron weitere Wellen mit neuen Virusvarianten und hohen Fallzahlen geben wird.

Update, 28. Januar, 11.12 Uhr: RKI-Chef Wieler: "Wir steuern auf Höhepunkt der Pandemie zu"

Angesichts der hohen Corona-Fallzahlen durch die Omikron-Variante mahnt der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, weiter zur Vorsicht.

Es sei noch unklar, wie sich Omikron insbesondere auf die ältere ungeimpfte Bevölkerung in den kommenden Wochen auswirken werde, sagte Wieler am Freitag in Berlin.

"Die Fallzahlen steigen weiter massiv an, aber tatsächlich steigen sie bei weitem nicht so heftig, wie es unter Omikron möglich wäre", erklärte der RKI-Chef.

Das liege auch daran, dass "sich die allermeisten Menschen verantwortungsvoll" an die Pandemie-Regeln hielten. "Wir gewinnen tatsächlich mit jedem Tag Zeit, an dem sich viele weitere Menschen impfen lassen können und auch eine Auffrischungsimpfung nehmen", sagte Wieler.

Dadurch werde auch die Anzahl der schweren Krankheitsverläufe reduziert.

"Das ist genau das wichtige und richtige Ziel."

Dennoch dürfe nicht vergessen werden, dass Deutschland "auf einen Höhepunkt" der Pandemie zusteuere.

In den vergangenen sieben Tagen hätten sich rund 890.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, das entspreche einem Prozent der Bevölkerung, erklärte Wieler. Jeder dritte PCR-Test sei positiv ausgefallen.

In dieser Phase sei die reine Fallzahl nicht mehr das entscheidende Kriterium, betonte Wieler. Auch die Zahl der Menschen, die wegen Omikron im Krankenhaus behandelt werden müssten, steige wieder.

Vor diesem Hintergrund appellierte Wieler erneut an die Bevölkerung, sich weiter an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten und sich impfen zu lassen.

"Die Impfung ist der sicherste Weg zur Immunität."

RKI-Präsident Lothar Wieler.
RKI-Präsident Lothar Wieler.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 28. Januar, 10.20 Uhr: Deutsche Wirtschaft schrumpft zum Jahresende 2021

Die vierte Corona-Welle hat die deutsche Wirtschaft zum Ende des vergangenen Jahres ausgebremst.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vierten Quartal 2021 gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte.

Die Verschärfung der Einschränkungen gegen die sich wieder stärker ausbreitende Pandemie belastete insbesondere den Einzelhandel und das Gastgewerbe.

Der private Konsum nahm im vierten Quartal 2021 gegenüber dem Vorquartal ab.

Die kommenden Monate dürften angesichts der um sich greifenden Omikron-Variante des Corona-Virus ebenfalls nicht einfach werden.

Ökonomen gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaftsleistung auch im ersten Quartal 2022 schrumpfen könnte und die Konjunktur erst im Frühjahr wieder richtig anspringen wird.

Update, 28. Januar, 9.48 Uhr: Von der Leyen: Booster für Geimpfte verhindert viele Krankenhausfälle

Mehr als jeder zweite erwachsene EU-Bürger hat bereits eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten.

82 Prozent der Erwachsenen seien mit meist zwei Dosen grundimmunisiert, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel.

Sie forderte alle zum Impfen auf, für die es möglich sei.

Impfung und Booster böten den besten Schutz gegen das Coronavirus, einschließlich der Omikron-Variante.

Dabei verwies von der Leyen auf Daten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, nach denen die sogenannte Booster-Impfung aller bereits Geimpften rund eine Million Krankenhauseinweisungen in der EU verhindern könne.

Update, 28. Januar, 9 Uhr: Streeck ruft zu Kontaktreduzierungen auf - Hoffnung auf Frühjahr

Der Virologe Hendrik Streeck hat die Menschen angesichts der rasant wachsenden Corona-Infektionszahlen zur Vorsicht aufgerufen.

Bei so hohen Zahlen sollte jeder noch einmal aufpassen und Kontakte beschränken, sagte Streeck am Freitag im ZDF-Morgenmagazin.

Mehr Infos unter: "Virologe Streeck mahnt zur Vorsicht und verspricht: 'Das wird ein guter Sommer!'"

Update, 28. Januar, 6 Uhr: Resilienzforscherin: Gewöhnen uns an hohe Corona-Zahlen

Aus Sicht der Psychologin Donya Gilan gewöhnen sich viele Menschen an immer weiter in die Höhe schießende Inzidenzen und Neuinfektionen.

"Es stellt sich so was wie eine Gewöhnung, Habituation, ein, so dass das dazu führen kann, dass bestimmte Maßnahmen vielleicht nicht mehr so streng befolgt werden", sagte Gilan vom Leibniz-Institut für Resilienzforschung in Mainz der Deutschen Presse-Agentur.

"Auf der anderen Seite hat es aber natürlich auch einen deeskalierenden Effekt, was Angst und Sorge betrifft." Entsprechend sei es wichtig, die Balance zu halten.

Laut Gilan setzt nach der langen Zeit in der Pandemie trotz des hohen Risikos ein Gewöhnungseffekt ein, wie er etwa auch bei Opfern anderer kritischer Lebensereignisse oder Katastrophen zu beobachten sei.

Ob man angesichts der immer höheren Corona-Zahlen besonders sorgenvoll reagiere oder abstumpfe, hänge aber auch beispielsweise vom Grad der persönlichen Betroffenheit und Ängstlichkeit ab, so die Expertin.

Als Strategie, um nach zwei Jahren Corona noch gut durch die Pandemie zu kommen, empfahl Gilan, "einfach im Hier und Jetzt" zu leben und sich möglichst nicht so stark auf den empfundenen Stillstand zu konzentrieren.

Update, 268 Januar, 5 Uhr: RKI registriert 190.148 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 1073,0

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert.

Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 1073,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1017,4 gelegen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 190.148 Corona-Neuinfektionen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 170 Todesfälle verzeichnet.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.429.079 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 4,64 an (Mittwoch 4,26).

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitagmorgen mit 7.494.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 117.484.

Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.
Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Januar, 2 Uhr: FDP-Fraktionschef: Öffnungsperspektive bereits jetzt diskutieren

FDP-Fraktionschef Christian Dürr hat eine rasche Diskussion über Öffnungsperspektiven in der Corona-Krise angemahnt.

"Wir müssen auf jeden Fall jetzt schon anfangen, über Öffnungsperspektiven zu sprechen", sagte Dürr dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag).

"Bei Omikron ist anders als bei vorherigen Corona-Wellen nicht mehr die Inzidenz entscheidend, sondern die Frage, wie stark das Gesundheitssystem belastet ist."

Er forderte: "Wenn die Kliniken der Omikron-Welle gut standhalten, muss die nächste Ministerpräsidentenkonferenz auch Öffnungen empfehlen."

Dürr betonte: "Wenn Freiheitseingriffe nicht mehr notwendig sind, müssen wir sie umgehend zurücknehmen."

Update, 28. Januar, 1 Uhr: Ministerin: Verdienstausfall für Kontaktpersonen nur noch mit Booster

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens will nicht «geboosterten» Kontaktpersonen von Corona-Infizierten keinen Verdienstausfall mehr zahlen.

"Das muss kommen, und mir persönlich schwebt da der 1. März als Stichtag vor", sagte die SPD-Politikerin der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Sie verwies darauf, dass Kontaktpersonen mit einer Auffrischungsimpfung eine Quarantäne vermeiden könnten. Behrens sagte, sie habe hierzu einen Austausch in der Gesundheitsministerkonferenz angeregt.

"In jedem Dorf bekommen Sie relativ schnell einen Impftermin. Vor diesem Hintergrund können wir es den Steuerzahlern, der Allgemeinheit also, aus meiner Sicht nicht länger zumuten, Zahlungen für Kontaktpersonen in Quarantäne zu schultern, obwohl diese mit einer Booster-Impfung hätten vermieden werden können", sagte Behrens der Zeitung. Wer an Corona erkranke, solle aber weiterhin die Lohnfortzahlung bekommen - unabhängig vom Impfstatus.

Update, 28. Januar, 0.44 Uhr: US-Politikerin Palin isst nach positiven Corona-Tests in Restaurant

Kurz nach mehreren positiven Corona-Tests ist US-Politikerin Sarah Palin in einem New Yorker Restaurant gesichtet worden.

Wie mehrere US-Medien am Donnerstag übereinstimmend berichteten, verstieß die Reizfigur der politischen Rechten damit gegen die Corona-Regeln in der US-Ostküstenmetropole. Palin saß zwar am Mittwoch im Außenbereich des Restaurants in der noblen Upper East Side, müsste sich aber eigentlich von anderen Menschen isolieren.

Republikanerin Palin - die ehemalige Gouverneurin von Alaska und Bewerberin für das Amt der Vize-Präsidentin 2008 - ist nicht geimpft und sagte zu den Aussichten, sich immunisieren zu lassen kürzlich: "Nur über meine Leiche".

Deshalb sorgte sie in New York schon vor einigen Tagen für Unmut, weil sie im Innenbereich eines Restaurants aß - dies dürfen in der Großstadt nur vollständig Geimpfte.

ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin.
ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin.  © Brynn Anderson/AP/dpa

Update, 28. Januar, 0.21 Uhr: Deutlicher Anstieg der Steuereinnahmen nach Corona-Tief 2020

Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden sind nach dem Corona-Tief 2020 im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen.

Insgesamt nahm der Staat laut Finanzministerium 761 Milliarden Euro an Steuern ein. Das sind 11,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Damit kamen trotz anhaltender Pandemie auch etwas mehr Steuereinnahmen rein als im Vorkrisenjahr 2019 (735,9 Milliarden).

2020 hatte die Corona-Pandemie zu einem deutlichen Einbruch der Wirtschaftsleistung und damit auch der Steuereinnahmen geführt, im Frühjahr 2021 setzte laut Finanzministerium aber eine spürbare wirtschaftliche Erholung ein.

Vor allem die Einnahmen aus Gemeinschaftsteuern, also etwa Lohn- und Einkommensteuer sowie Umsatzsteuer, stiegen daraufhin wieder deutlich um mehr als 80 Prozent.

Update, 27. Januar, 22.30 Uhr: RKI: Krankheitslast rückt neben Infektionszahl in den Fokus

Angesichts der in die Höhe schnellenden Zahlen von Omikron-Neuinfektionen sieht das Robert Koch-Institut (RKI) nicht die Messung jeder Infektion, sondern immer mehr die Krankheitslast im Fokus.

Für die aktuelle Lagebewertung stehe "nicht die Erfassung aller Infektionen durch SARS-CoV-2, sondern die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen im Vordergrund", wie aus dem RKI-Wochenbericht vom Donnerstagabend hervorgeht.

Auch wenn nicht mehr jeder Einzelfall im Meldesystem erfasst werde, ermöglichten ergänzend zurate gezogene Schätzwerte "eine zuverlässige Einschätzung der Gesamtentwicklung der epidemiologischen Situation" in Deutschland, hieß es.

Konkret weisen die Experten darum seit kurzem im Wochenbericht Schätzungen zu Infizierten mit Covid-19-Krankheitssymptomen verschiedener Schwere aus.

Update, 27. Januar, 20.35 Uhr: Kekulé: Impfpflicht für Klinik- und Pflegepersonal verschieben

Der Virologe Alexander Kekulé plädiert dafür, die Impfpflicht für Klinik- und Pflegepersonal zu verschieben.

Für die sich ausbreitende Omikron-Welle komme die Impfpflicht im März viel zu spät, sagte Kekulé am Donnerstag MDR Aktuell. Wenn die Politik im November gehandelt hätte, wäre die Wirkung rechtzeitig gekommen.

Es zeige sich immer deutlicher, dass die Omikron-Variante leichtere Verläufe bei Infektionen auslöse. "Das macht keine Überlastung der Intensivstationen."

Das Hauptproblem seien nun viele leichtere Fälle, bei denen zu diskutieren sei, ob sie überhaupt alle ins Krankenhaus müssten. Deshalb sollte seiner Meinung nach geprüft werden, ob die Impfpflicht für Personal zum richtigen Zeitpunkt komme.

Update, 27. Januar, 20.30 Uhr: Lauterbach rechtfertigt Impfpflicht in sensiblen Einrichtungen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58) hat die Mitte März greifende Corona-Impfpflicht für Personal in Einrichtungen wie Kliniken und Pflegeheimen gerechtfertigt.

"Das Gesetz gilt. Es geht dabei um den Schutz derer, die besonders gefährdet sind", sagte der SPD-Politiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag).

Konkrete Probleme betreffend, könne der Bund den Ländern helfen, ein einheitliches Vorgehen zu bestimmen - also wie damit umzugehen sei, wenn Personal ausfalle.

"Was nicht geht, ist, dass die Impfpflicht in Pflegeheimen eines Landes gilt, ein paar Kilometer weiter aber nicht." Eine Verschiebung lehne er strikt ab.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58).
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 27. Januar, 18.32 Uhr: Corona-Fälle an Schulen innerhalb einer Woche deutlich gestiegen

Die Zahl der Corona-Infektionen an Schulen ist nach Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) deutlich gestiegen.

Wie am Donnerstag aus der wöchentlichen KMK-Statistik hervorging, waren in der vergangenen Woche deutschlandweit mehr als 147.000 Fälle unter Schülerinnen und Schülern bekannt. Mehr als 212.000 weitere waren in Quarantäne.

In der Woche zuvor – zwischen 10. und 16. Januar – waren rund 73.000 Corona-Infektionen registriert worden, 111.000 befanden sich demnach in häuslicher Quarantäne.

Die Zahl der Corona-Infektionen an Schulen ist nach Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) deutlich gestiegen.
Die Zahl der Corona-Infektionen an Schulen ist nach Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) deutlich gestiegen.  © Thomas Frey/dpa

Update, 27. Januar, 18.30 Uhr: Innenminister von Bund und Ländern blicken auf Corona-Demos

Die Innenminister von Bund und Ländern kommen trotz sehr hoher Infektionszahlen zum ersten Mal seit Sommer vergangenen Jahres wieder persönlich zusammen.

Das Treffen an diesem Freitag in Stuttgart wird auch der erste Auftritt von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (51, SPD) in der Runde der Ressortchefs sein.

Beim traditionellen Kamingespräch soll es unter anderem um die zunehmenden Proteste gegen die Corona-Maßnahmen und die Radikalisierung in sozialen Netzwerken wie Telegram gehen, wie der bisherige Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Thomas Strobl (61, CDU), der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Update, 27. Januar, 17.30 Uhr: Musiker stirbt nach Corona-Demo - Polizei: natürliche Todesursache

Der 53-Jährige, der am Montag am Rande einer Demonstration gegen die Corona-Politik in Wandlitz (Brandenburg) zusammengebrochen war, ist danach an einer natürlichen Todesursache gestorben.

Dies habe die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion ergeben, teilte das Polizeipräsidium Brandenburg am Donnerstag mit.

Bei dem Mann handelte es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um den Musiker Boris Pfeiffer. Der 53-Jährige war langjähriges Mitglied der Mittelalter-Rockband "In Extremo". Im Mai vergangenen Jahres hatte er sich aber von der Band getrennt, um eigene Wege zu gehen.

Update, 27. Januar, 16.37 Uhr: Berliner Abgeordnetenhaus verlängert epidemische Lage

Wegen der hohen Corona-Zahlen infolge der Omikron-Welle hat das Berliner Abgeordnetenhaus die sogenannte epidemische Lage verlängert.

Sie war am 21. Dezember ausgerufen worden und bisher bis zum 31. Januar befristet. Nach der Entscheidung des Parlaments vom Donnerstag gilt sie nunmehr bis zum 31. März.

Update, 27. Januar, 16.11 Uhr: EU-Behörde EMA gibt grünes Licht für Covid-Pille von Pfizer

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Medikaments Paxlovid gegen Covid-19.

Das Mittel des US-Herstellers Pfizer könne bei Patienten eine schwere Erkrankung nach einer Corona-Infektion verhindern, teilte die EMA am Donnerstag in Amsterdam mit.

Nach der Zulassung ist dies das erste Medikament gegen Covid, das oral eingenommen werden kann. Die Pille gilt als sehr effektiv. Die EU-Kommission muss der Zulassung noch zustimmen, das aber gilt als Formsache.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Medikaments Paxlovid gegen Covid-19.
Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Medikaments Paxlovid gegen Covid-19.  © Uncredited/Pfizer/dpa

Update, 27. Januar, 15 Uhr: Holocaust-Überlebende: Bestimmte Impfgegner sind Demokratie-Feinde

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer (100) hat sich entsetzt über einzelne Impfgegner in Deutschland geäußert, die Vergleiche zur NS-Zeit ziehen.

Die 100-Jährige bezeichnete jene Demonstranten, die den sogenannten Judenstern nutzen, als "neue Feinde der Demokratie".

"Heute sehe ich, wie die Erinnerung an das, was geschehen ist, politisch missbraucht, manchmal sogar verhöhnt und mit Füßen getreten wird", sagte sie am Donnerstag bei einer Rede zum Holocaustgedenktag im Brüsseler Europaparlament.

Ungläubig müsse sie mit ihren mehr als hundert Jahren sehen, wie Symbole der Ausgrenzung der Juden durch die Nazis heute von neuen Feinden der Demokratie auf offener Straße schamlos benutzt würden, um sich selbst als Opfer zu stilisieren.

Update, 27. Januar, 14.50 Uhr: Litauen: Erstmals mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen

Litauen hat den zweiten Tag in Folge einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet.

Mit 10.630 registrierten Fällen binnen 24 Stunden wurde dabei am Donnerstag erstmals ein fünfstelliger Wert erfasst - 9490 waren es am Vortag.

Der 14-Tage-Inzidenzwert stieg damit nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Vilnius auf 2985 Infektionen pro 100.000 Einwohner - der höchste Wert in dem baltischen EU-Land mit knapp drei Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie.

Update, 27. Januar, 14.45 Uhr: Wegen Corona-Infektion - Biathletin Preuß mental "am Tiefpunkt"

Biathletin Franziska Preuß (27) reist nach ihrer überstandenen Corona-Infektion womöglich erst mit Verspätung zu den Olympischen Winterspielen nach Peking.

"Ob ich mit der Mannschaft mitfliege oder vielleicht erst zwei, drei Tage später, entscheide ich Ende der Woche", sagte die 27-Jährige am Donnerstag in einer digitalen Medienrunde.

Preuß hatte sich Ende Dezember mit dem Coronavirus infiziert und fehlte deswegen bei den Weltcups in Oberhof, Ruhpolding und Antholz. "Da war ich schon am Tiefpunkt", sagte die Ex-Weltmeisterin speziell zur Zeit Mitte Januar, als in ihrer Wahlheimat Ruhpolding Rennen stattfanden.

Sie habe die Sportler vor ihrem heimischen Fenster gesehen, konnte selbst aber noch nicht mitwirken. "Das mentale Gerüst ist zusammengeprasselt. Es war nicht so einfach, sich da wieder rauszuziehen", sagte Preuß, die nun wieder normal trainieren kann.

Biathletin Franziska Preuß (27) hatte aufgrund ihrer Corona-Infektion mentale Probleme.
Biathletin Franziska Preuß (27) hatte aufgrund ihrer Corona-Infektion mentale Probleme.  © Fredrik Sandberg/TT NEWS AGENCY/AP/dpa

Update, 27. Januar, 13.25 Uhr: Zahl der Teilnehmer an Corona-Protesten nimmt zu

An den Protesten gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben am vergangenen Montag mehr Menschen teilgenommen als zwei Wochen zuvor.

Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, versammelten sich am Montag dieser Woche nach Angaben aus den Ländern bundesweit insgesamt rund 350.000 Menschen, um gegen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung und eine mögliche Impfpflicht zu demonstrieren.

An Kundgebungen, die sich gegen diese Proteste richteten, beteiligten sich demnach am gleichen Tag rund 15.000 Demonstranten.

Zum Vergleich: Laut Bundesinnenministerium hatten sich an Corona-Protesten am 10. Januar den Angaben der Länder zufolge bundesweit mehr als 260.000 Menschen beteiligt. Über den Zuwachs hatte zuerst das ARD-Magazin Kontraste berichtet.

Zahlreiche Menschen protestierten am Montag gegen die Corona-Maßnahmen, wie hier in Greifswald.
Zahlreiche Menschen protestierten am Montag gegen die Corona-Maßnahmen, wie hier in Greifswald.  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. Januar, 12.57 Uhr: Spielerberater Struth: "Ohne Impfung kein Transfer"

Spielerberater Volker Struth (55) sieht im Fußballgeschäft angesichts der Corona-Pandemie nur noch Wechselchancen für geimpfte Spieler.

"Wenn Sportdirektoren Interesse an einem Spieler haben, für jetzt oder den kommenden Sommer, wird mir oft die Frage gestellt, ob dieser geimpft sei. In Zukunft heißt es: Ohne Impfung kein Transfer. Da bin ich mir sicher", sagte Struth in einem Stern-Interview.

Update, 27. Januar, 12.35 Uhr: Mindestens 43 Millionen Menschen haben Booster-Impfung erhalten

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten.

Mindestens 43 Millionen Menschen (51,7 Prozent) seien inzwischen geboostert, teilte das Robert Koch-Institut am Donnerstag mit. In Deutschland sind am Mittwoch rund 458.000 Impfungen verabreicht worden.

Mindestens 75,6 Prozent der Bevölkerung (62,9 Millionen Menschen) sind bislang einmal geimpft. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar an.

Mindestens 73,7 Prozent der Bevölkerung (61,3 Millionen) haben nach RKI-Angaben einen vollständigen Grundschutz erhalten. Dafür sind in der Regel zwei Impfdosen nötig.

Nicht geimpft sind derzeit 24,4 Prozent der Bevölkerung (20,3 Millionen Menschen). Für 4,8 Prozent (vier Millionen) dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.

Über die Hälfte der Deutschen erhielt inzwischen eine Booster-Impfung, wie das RKI am Donnerstag mitteilte.
Über die Hälfte der Deutschen erhielt inzwischen eine Booster-Impfung, wie das RKI am Donnerstag mitteilte.  © Moritz Frankenberg/dpa

Update, 27. Januar, 12.22 Uhr: Jeder Zweite für Abschaffung von 2G-Regelung im Einzelhandel

Fast die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ist für eine Abschaffung der 2G-Regelung im Einzelhandel.

Mehr Infos unter: "Umfrage: Jeder zweite Deutsche für die Abschaffung der 2G-Regel"

Update, 27. Januar, 12.19 Uhr: Nach Corona-Quarantäne bei Tönnies muss Land Entschädigung zahlen

Nach der coronabedingten Betriebsstilllegung und Quarantäne für zahlreiche Mitarbeiter beim Fleischverarbeiter Tönnies im Frühjahr 2020 muss das Land NRW in zwei Fällen Entschädigung zahlen.

Das hat das Verwaltungsgericht Minden entschieden, wie es am Donnerstag mitteilte. Es waren die ersten Fälle dieser Art, die vor Gericht entschieden wurden. Mehr als 4500 juristisch ähnliche Fälle lägen noch beim Verwaltungsgericht Minden, sagte eine Gerichtssprecherin.

Es gehe bei den jetzt entschiedenen Fällen um zwei Subunternehmen, die mit eigenen Mitarbeitern auf Tönniesgelände gearbeitet haben, sagte die Mindener Sprecherin. Tönnies selbst sei nicht direkt involviert.

Das Bundesland NRW muss nach der coronabedingten Stilllegung beim Fleischverarbeiter Tönnies Entschädigung zahlen.
Das Bundesland NRW muss nach der coronabedingten Stilllegung beim Fleischverarbeiter Tönnies Entschädigung zahlen.  © Lino Mirgeler/dpa

Update, 27. Januar, 12.03 Uhr: RKI hält Verbesserung der Corona-Meldesoftware für erforderlich

Bei der von Gesundheitsämtern genutzten Software zur Meldung von Corona-Fällen sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) Verbesserungen erforderlich.

Dabei geht es "neben der Behebung von aktuellen Problemen in der Software auch um Verbesserungen der Benutzerführung, damit Vorgänge einfacher und schneller bearbeitet werden können", teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Darüber hinaus gehe es "um technische Ertüchtigungen, damit die großen Datenmengen insgesamt bewältigt werden können". Das RKI sei in engem Austausch mit den Gesundheitsämtern und unterstützte entsprechend.

Update, 27. Januar, 11.40 Uhr: Weiter Flaute für deutsche Luftfahrt

In der deutschen Luftfahrt herrscht wegen der Corona-Pandemie weiter Flaute.

Nachdem bereits im vergangenen Jahr die globale Nachfrage um 58 Prozent hinter dem Vorkrisenjahr 2019 zurückblieb, hat in den ersten Monaten dieses Jahres die neue Corona-Variante Omikron zu weiteren Flugstreichungen geführt, wie der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Donnerstag berichtete.

Kurzfristig wurde für Januar und Februar im Verkehr von und nach Deutschland die eigentlich geplante Sitzkapazität noch einmal um mehr als ein Drittel reduziert.

Update, 27. Januar, 10.17 Uhr: Deutsche Maskenhersteller bleiben auf ihrer Ware sitzen

Deutsche Firmen kamen zu Beginn der Corona-Pandemie dem Wunsch der Regierung nach, FFP2-Masken im Inland zu produzieren, um Lieferengpässe zu verhindern. Nun bleiben die Hersteller auf ihrer Ware sitzen, da wieder billigere Importe aus Asien verfügbar sind, wie der MDR berichtete.

Laut einer Umfrage des ARD-Wirtschaftsmagazins "Plusminus" hat eine Mehrheit im Bundestag offenbar kein Interesse an einer autarken Produktion von Schutzmasken in Deutschland.

Weiterhin werde bei Ausschreibungen von Bund, Ländern und Kommunen immer wieder ausschließlich nach dem niedrigsten Preis entschieden, wie eine Stichprobe von "Plusminus" ergab.

Deutsche Maskenhersteller ziehen bei Ausschreibungen häufig den Kürzeren.
Deutsche Maskenhersteller ziehen bei Ausschreibungen häufig den Kürzeren.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 27. Januar, 9.57 Uhr: Strikte Corona-Maßnahmen - Olympische Dörfer in Peking eröffnet

Unter strengen Vorsichtsmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie sind die olympischen Dörfer für die Winterspiele in Peking am Donnerstag offiziell eröffnet worden.

Mehr als 360 Sportler und Teammitglieder aus mehr als 20 Ländern sollen die Unterkünfte am Eröffnungstag beziehen, berichtete das chinesische Staatsfernsehen. Seit vergangener Woche waren allerdings auch schon Sportler und Vorausdelegationen eingetroffen und eingezogen.

Um die strengen Maßnahmen wegen der Corona-Pandemie zu befolgen, gibt es zahlreiche freiwillige Helfer in Peking.
Um die strengen Maßnahmen wegen der Corona-Pandemie zu befolgen, gibt es zahlreiche freiwillige Helfer in Peking.  © Jae C. Hong/AP/dpa

Update, 27. Januar, 9.23 Uhr: Erstmals mehr als 50.000 Corona-Neuinfektionen in Tschechien

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist in Tschechien rasant auf dem Vormarsch. Erstmals hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages die Schwelle von 50.000 überschritten.

Am Donnerstag meldete das Gesundheitsministerium in Prag 54.685 neue bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. Das war der dritte Rekordwert in Folge. Hinzu kommen 4945 neue Infektionen bereits genesener Personen.

Update, 27. Januar, 8.02 Uhr: Krankenhäuser erwarten viele neue Corona-Patienten

Die Krankenhäuser stellen sich angesichts der emporschnellenden Corona-Infektionszahlen auf zahlreiche neue Patienten ein.

Die aktuelle Zahl von 200.000 Neuinfizierten innerhalb eines Tages werde sich erst in sieben bis zehn Tagen in den Kliniken auswirken, sagte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß (59), am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin.

"Das heißt, wir werden auch in den kommenden Tagen und wahrscheinlich Wochen eine hohe Dynamik neuer Zugänge in die Krankenhäuser erleben", sagte er. Hinzu komme, dass Personal wegen eigener Ansteckungen ausfalle. "Das belastet die Krankenhäuser."

Wegen der Personalausfälle habe bereits in der vergangenen Woche die Hälfte der Krankenhäuser Einschränkungen bei der Belegung gemeldet. "Es ist im Moment aber nicht so, dass die Versorgung gefährdet wäre", sagte Gaß.

Der Rekordwert bei Neuinfizierten werde sich laut Gerald Gaß (59) in den kommenden sieben bis zehn Tagen in den Kliniken auswirken.
Der Rekordwert bei Neuinfizierten werde sich laut Gerald Gaß (59) in den kommenden sieben bis zehn Tagen in den Kliniken auswirken.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 27. Januar, 7.53 Uhr: Corona-Pandemie beschert Laborzulieferer Sartorius starkes Jahr

Sartorius hat auch im zweiten Jahr der Pandemie stark abgeschnitten. Der Pharma- und Laborausrüster profitierte nicht nur von der Nachfrage von Impfstoff- und Testherstellern, auch das Basisgeschäft abseits Corona florierte.

Positiv hinzu kamen Übernahmen. Der Umsatz stieg vorläufigen Berechnungen zufolge im Jahresvergleich um knapp 48 Prozent auf 3,45 Milliarden Euro, der Auftragseingang wuchs um gut die Hälfte, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Göttingen mitteilte.

Update, 27. Januar, 7.12 Uhr: Immunologe Watzl kritisiert "Blindflug" bei Genesenen

Der Immunologe Carsten Watzl (50) hat sich dafür ausgesprochen, Geimpfte und Genesene gleichzustellen.

Dass Geimpfte länger als immun gelten als Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, sei "nicht nachvollziehbar", sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie der Deutschen Presse-Agentur.

Der Immunologe glaubt nicht, dass sich die Situation durch Omikron entscheidend verändert hat. "Studien zeigen zwar, dass viele Antikörper von Genesenen die Omikron-Variante nicht mehr so gut erkennen können, und diese Personen damit kaum noch einen Schutz vor der Infektion haben."

"Aber diese Veränderung gilt ebenso für Geimpfte. Wenn man den Genesenen-Status verkürzt, muss man das eigentlich auch für die Impfzertifikate tun."

Laut Immunologe Carsten Watzl (50) sollten Geimpfte und Genesene gleichgestellt sein.
Laut Immunologe Carsten Watzl (50) sollten Geimpfte und Genesene gleichgestellt sein.  © Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo)/dpa

Update, 27. Januar, 6.57 Uhr: Corona-Impfung und weiblicher Zyklus - Studien "geben Sicherheit"

Eine Corona-Impfung kann zwar Einfluss auf den weiblichen Zyklus haben, die Schwankungen sind aber gering und vorübergehend. Zu diesem Schluss kommt ein Überblicksartikel in der Fachzeitschrift BMJ.

In der US-Studie wurde die Regel von tausenden Frauen sechs Zyklen lang mit einer Perioden-App überwacht. 2400 der knapp 4000 Probandinnen waren geimpft, der Rest war ungeimpft. Die erste Dosis hatte keinen Einfluss auf die Monatsblutung. Nach der zweiten Dosis kam die Regel im Schnitt einen halben Tag später.

Update, 27. Januar, 5.31 Uhr: Moderna startet klinische Studie zu Omikron-Impfstoff

Der Hersteller Moderna hat seine erste klinische Studie zur Untersuchung eines speziell auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Corona-Impfstoffs begonnen.

Insgesamt 600 Freiwillige - teils mit zwei oder bereits drei Injektionen - würden daran an 24 Standorten in den USA teilnehmen, teilte Moderna am Mittwoch mit. Die Beständigkeit der Antikörper mit der normalen Booster-Impfung stimme zwar zuversichtlich, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel (49).

"In Anbetracht der langfristigen Bedrohung durch die sogenannte Immunflucht von Omikron treiben wir unseren Omikron-spezifischen Impfstoffkandidaten dennoch weiter voran."

Der Hersteller Moderna hat eine klinische Studie zur Untersuchung eines spezifischen Impfstoffs gegen die Omikron-Variante begonnen.
Der Hersteller Moderna hat eine klinische Studie zur Untersuchung eines spezifischen Impfstoffs gegen die Omikron-Variante begonnen.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 27. Januar, 4.59 Uhr: Erstmals über 200.000 Neuinfektionen gemeldet - Inzidenz über 1000

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat exakt zwei Jahre nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in Deutschland erstmals die Schwelle von 1000 überschritten.

Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 1017,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 940,6 gelegen.

Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 638,8 (Vormonat: 222,7). Auch die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreichte erneut einen Rekordwert und überschritt zugleich die Schwelle von 200.000.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 203.136 Corona-Neuinfektionen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 188 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 234 Todesfälle.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.238.931 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Donnerstagmorgen mit 7.443.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 117.314.

Update, 27. Januar, 2.33 Uhr: England lässt erneut die Masken fallen - Corona-Maßnahmen laufen aus

Trotz hoher Corona-Fallzahlen hat England erneut fast alle noch geltenden Pandemie-Maßnahmen aufgehoben.

Seit Donnerstag gilt im größten britischen Landesteil in den meisten Innenräumen keine Maskenpflicht mehr und auch die ohnehin nur bei Großveranstaltungen und in Clubs eingesetzten Impf- oder Testnachweise müssen nicht mehr kontrolliert werden. Die Empfehlung, von zu Hause aus zu arbeiten, gilt ebenfalls nicht mehr.

Update, 27. Januar, 1.57 Uhr: Ärztevertreter warnen vor Personalengpässen wegen Omikron-Welle

Ärztevertreter befürchten Lücken in der medizinischen Versorgung, weil zunehmend auch Personal sich mit dem Coronavirus infiziert.

"Je stärker die Inzidenzen steigen, desto mehr Praxen werden auch vorübergehend krankheitsbedingt schließen müssen", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt (71) am Donnerstag.

Die Omikron-Infektionswelle mache auch vor Hausärztinnen und Hausärzten und ihren Praxisteams nicht Halt. Schon jetzt arbeiteten die Praxen "am Limit". Bei weiter steigenden Infektionszahlen werde sich die Lage zuspitzen.

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt (71) warnte vor Personalengpässen in Praxen wegen der Omikron-Welle.
Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt (71) warnte vor Personalengpässen in Praxen wegen der Omikron-Welle.  © Marius Becker/dpa

Update, 27. Januar, 1.25 Uhr: 62.000 französische Impfpässe gefälscht - Verdächtige festgenommen

Fahnder in Frankreich haben ein Netzwerk von Betrügern ausgehoben, das 62.000 gefälschte Impfnachweise erstellt haben soll.

Mehr dazu unter: "Durch einen einzigen Namen aufgeflogen: 62.000 gefälschte Impfpässe entdeckt".

Eine Pariser Spezialeinheit hat Betrüger festgenommen, die 62.000 gefälschte Impfpässe erstellt haben sollen.
Eine Pariser Spezialeinheit hat Betrüger festgenommen, die 62.000 gefälschte Impfpässe erstellt haben sollen.  © Stefan Puchner/dpa

Update, 26. Januar, 22.22 Uhr: Lauterbach will verkürzten Genesenenstatus europaweit umsetzen

Im Streit um die Verkürzung des Genesenenstatus nach Corona-Infektionen in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) die Drei-Monats-Frist verteidigt und will sich um Umsetzung auch auf europäischer Ebene bemühen.

"Wir werden in Kürze erneut versuchen, die drei Monate auch auf europäischer Ebene umzusetzen", sagte er am Mittwochabend im ZDF-"heute journal". "Nach drei Monaten kann sich derjenige, der schon mit der Delta-Variante infiziert war, erneut mit der Omikron-Variante infizieren. Somit sind die drei Monate wissenschaftlich richtig", betonte Lauterbach.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD).
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 26. Januar, 20.28 Uhr: US-Expertin: Bei Omikron verhältnismäßig weniger Patienten in Klinik

Trotz extrem hoher Corona-Fallzahlen ist die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Patientinnen und Patienten während der Omikron-Welle in den USA nicht im gleichen Maße angestiegen.

Während die Fallzahlen dramatisch zugenommen haben und fünfmal so hoch sind wie während der Deltawelle, haben die Krankenhauseinweisungen nicht im gleichen Maße zugenommen. Und die Sterbefälle sind im Vergleich zu den Fallzahlen nach wie vor gering, sagte die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, am Mittwoch. "Der Schweregrad der Covid-19-Erkrankung scheint bei der Omikron-Variante geringer zu sein als bei früheren Varianten."

Beatmungsschläuche sind an einem mit dem Coronavirus schwer erkrankten Patienten angebracht, der auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Los Angeles behandelt wird.
Beatmungsschläuche sind an einem mit dem Coronavirus schwer erkrankten Patienten angebracht, der auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Los Angeles behandelt wird.  © Jae C. Hong/AP/dpa

Update, 26. Januar, 20.01 Uhr: Verfassungsgericht weist AfD-Klage zu 2G plus im Bundestag ab

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat einen Antrag der AfD abgelehnt, zwei Politikern der Partei trotz 2G-plus-Regelung auch ohne Impfnachweis Zugang zum Bundestag zu gewähren.

Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung sei unzulässig, teilte das Bundesverfassungsgericht am Mittwochabend mit. Das Gericht begründete dies damit, dass die Antragsteller nicht ausreichend begründet hätten, dass ihnen ein schwerer Nachteil drohe für den Fall, dass eine einstweilige Anordnung nicht erlassen werde.

Mit dem Antrag wollte die AfD-Fraktion im Bundestag erreichen, dass zwei ihrer Mitglieder bei der Gedenkstunde an diesem Donnerstag im Bundestag zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus auf der Besuchertribüne auch ohne den geforderten 2G-plus-Nachweis teilnehmen können.

Update, 26. Januar, 19.06 Uhr: Dänemark hebt Anfang Februar fast alle Corona-Beschränkungen auf

Trotz Rekordwerten an Neuinfektionen will Dänemark in der kommenden Woche beinahe alle Corona-Beschränkungen aufheben.

Vom 1. Februar an müssen die Dänen an den meisten Orten keine Masken mehr tragen oder Impfnachweise zeigen, wie die dänische Ministerpräsidentin Mette Fredriksen am Mittwoch in Kopenhagen sagte. Damit folgt ihre Regierung den Weisungen der zuständigen Kommission, die empfohlen hatte, die Notfallmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie - und damit die meisten Beschränkungen - auslaufen zu lassen.

Bleiben sollen aber vorerst eine Testpflicht für Einreisende sowie nicht verpflichtende Empfehlungen zu Tests und anderen Vorsichtsmaßnahmen, sagte Fredriksen.

Seit Tagen stellt Dänemark bei den Neuinfektionen neue Höchstwerte auf.

Update, 26. Januar, 18.10 Uhr: Gericht: Kein Geld zurück an Bund für mangelhafte FFP2-Masken

Im Streit mit Corona-Maskenhändlern hat der Bund eine Schlappe einstecken müssen.

Das Bonner Landgericht wies am Mittwoch eine Klage ab, mit der das Bundesgesundheitsministerium die Rückzahlung von 4,3 Millionen Euro hatte durchsetzen wollen. Diesen Betrag hatte der Bund an eine Firma aus dem Raum Frankfurt gezahlt, die im Frühjahr 2020 - wie viele andere Unternehmen auch - FFP2-Masken an den Bund geliefert hatte.

Damals hatte der Staat wegen der Corona-Pandemie händeringend nach Schutztextilien gesucht und in einem sogenannten Open-House-Verfahren Masken für 4,50 Euro pro Stück geordert. Das Ausschreibungsvolumen war nach oben nicht gedeckelt und der Bund bekam viel mehr Ware als gedacht.

In vielen Fällen verweigerte das Ministerium die Bezahlung und berief sich auf Qualitätsmängel, die es nach Darstellung zahlreicher Händler aber gar nicht gegeben hatte. Vor einer Kammer des Bonner Landgerichts sind inzwischen 113 Klagen von Händlern gegen den Bund anhängig, bei denen es um insgesamt gut 206 Millionen Euro geht.

Das Bundesgesundheitsministerium wollte bestellte FFP2-Masken nicht bezahlen und berief sich auf Qualitätsmängel. Viele Händler sahen das anders und klagten.
Das Bundesgesundheitsministerium wollte bestellte FFP2-Masken nicht bezahlen und berief sich auf Qualitätsmängel. Viele Händler sahen das anders und klagten.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 26. Januar, 17.05 Uhr: Lettland: Corona-Neuinfektionen steigen sprunghaft auf Höchststand

Lettland hat den zweiten Tag in Folge einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet.

Die Zahl der registrierten Fälle stieg dabei nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Riga vom Mittwoch sprunghaft an: Binnen 24 Stunden wurden 9143 Fälle erfasst - nach 6097 am Vortag. Dies entspricht einer Steigerung von fast 50 Prozent. Der 14-Tage-Inzidenzwert stieg damit auf 3239 Infektionen pro 100.000 Menschen - der mit Abstand höchste Wert in dem baltischen EU-Land seit Beginn der Pandemie.

Nach Behördenangaben gehen rund 86 Prozent der neuen Fälle auf die besonders ansteckende Omikron-Variante zurück.

Update, 26. Januar, 16.07 Uhr: BKA nimmt Telegram stärker ins Visier

Mit Blick auf Hetze und Gewaltaufrufe in Chatgruppen nimmt das Bundeskriminalamt (BKA) den Kommunikationsdienst Telegram stärker ins Visier.

"Insbesondere die Corona-Pandemie hat dazu beigetragen, dass sich Menschen auf Telegram radikalisieren, andere bedrohen oder sogar Mordaufrufe veröffentlichen", erklärte BKA-Präsident Holger Münch am Mittwoch in Wiesbaden.

Update, 26. Januar, 15.49 Uhr: Sahra Wagenknecht: Bisher keine Symptome nach positivem Test

Nach ihrem positiven Corona-Test hat die Linken-Abgeordnete Sahra Wagenknecht (52) bisher nach eigenen Angaben keine Symptome.

"Ich merke bis jetzt nichts. Entweder kommt es noch, oder ich habe es schon hinter mir", sagte Wagenknecht am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe am Dienstagmorgen einen PCR-Test wegen der geplanten Teilnahme an der Talkshow von Sandra Maischberger am Mittwochabend gemacht, wo es um die Impfpflicht gehen sollte. "Und heute morgen, ich war schon fast auf dem Weg zum Flughafen, kam das positive Ergebnis."

Wagenknecht, die nach eigenen Angaben nicht geimpft ist, sagte weiter: "Ich hab' natürlich schon immer Respekt davor gehabt, dass ich irgendwann so ein Ergebnis bekomme, und jetzt hoffe ich einfach, dass ich zu denen gehöre, die Glück haben und wo das symptomfrei oder jedenfalls mild verläuft."

Update, 26. Januar, 15.39 Uhr: Biontech-Gründer mit Landesverdienstorden ausgezeichnet

Die Gründer des Impfstoffherstellers Biontech, Özlem Türeci (54) und Uğur Şahin (56), sind mit dem rheinland-pfälzischen Landesverdienstorden ausgezeichnet worden.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (60, SPD) überreichte den Wissenschaftlern die höchste Auszeichnung des Landes am Mittwoch zum Auftakt des 75. Geburtstagsjahres des Bundeslandes in Mainz. Mit der Entwicklung des Corona-Impfstoffs habe das Paar "unzählig vielen Menschen das Leben gerettet", sagte Dreyer in ihrer Laudatio. Die Forscher werden mit dem Orden für ihre außergewöhnlichen wissenschaftlichen und unternehmerischen Verdienste geehrt.

Die Biontech-Gründer Ugur Sahin (56, l) und Özlem Türeci (54) bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei in Mainz.
Die Biontech-Gründer Ugur Sahin (56, l) und Özlem Türeci (54) bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei in Mainz.  © Boris Roessler/dpa

Update, 26. Januar, 15.05 Uhr: DFB-Sportgericht sperrt Markus Anfang für ein Jahr

Der ehemalige Werder-Trainer Markus Anfang (47) darf wegen der Nutzung eines gefälschten Impfpasses in dieser Saison nicht mehr als Trainer arbeiten.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes sperrte ihn am Dienstag rückwirkend ab dem 20. November für ein Jahr, setzt diese Strafe aber ab dem 10. Juni zur Bewährung aus. Mehr dazu lest Ihr bei TAG24: "DFB setzt Zeichen: Ex-Werder-Coach Markus Anfang nach Impfpass-Affäre lange gesperrt!".

Markus Anfang (47) muss mindestens bis zum Sommer warten, ehe er wieder als Trainer arbeiten darf.
Markus Anfang (47) muss mindestens bis zum Sommer warten, ehe er wieder als Trainer arbeiten darf.  © dpa/Carmen Jaspersen

Update, 26. Januar, 15.02 Uhr: In Österreich endet Lockdown für Ungeimpfte

Nach mehr als zwei Monaten endet in Österreich am kommenden Montag formal der Lockdown für Ungeimpfte. Das kündigte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch an. Ein von der Regierung eingerichtetes Experten-Gremium erachte diese Maßnahme als nicht mehr sinnvoll.

Trotz der hohen Infektionszahlen in der aktuellen Corona-Welle drohe keine Überlastung der Intensivkapazitäten in den Kliniken, hieß es. Zugleich bleibe aber die 2G-Regel in weiten Teilen des öffentlichen Lebens erhalten, die Ungeimpften zum Beispiel das Einkaufen nur in Geschäften des täglichen Bedarfs erlaubt. Dafür können Menschen ohne Impfung gegen Corona ab Montag ihr Zuhause auch ohne triftigen Grund verlassen.

Update, 26. Januar, 14.55 Uhr: Weniger Demonstranten gegen Corona-Impfpflicht als erwartet

An den angekündigten Demonstrationen gegen eine Corona-Impfpflicht im Berliner Regierungsviertel haben am Mittwoch zunächst deutlich weniger Menschen teilgenommen als erwartet.

Insgesamt mehr als tausend Demonstranten versammelten sich am Nachmittag an verschiedenen Stellen außerhalb der Absperrungen der Polizei rund um das Reichstagsgebäude.

Die Polizei sprach gegen 14 Uhr von rund 600 Menschen im Bereich des Lustgartens nahe dem Berliner Dom und 300 weiteren Demonstranten auf der Straße Unter den Linden. Dort löste die Polizei eine größere Versammlung wegen Missachtung der Corona-Regeln auf. Einige weitere kleinere Gruppen würden durch die Straßen am Regierungsviertel ziehen, hieß es.

Bis zu zehntausend Demonstranten waren nach den vielen Aufrufen im Internet erwartet worden. Angemeldet waren die Kundgebungen fast alle nicht. Die Polizei sprach zunächst von vier vorläufigen Festnahmen. 1600 Polizisten waren im Einsatz. Der Bereich um das Reichstagsgebäude war weiträumig abgesperrt. Auch zum Brandenburger Tor gab es keinen Zugang.

An mehreren Stellen gab es laut Polizei Rangeleien, weil Demonstranten gegen die Absperrungen drückten oder sich weigerten, den Anweisungen zu folgen.
An mehreren Stellen gab es laut Polizei Rangeleien, weil Demonstranten gegen die Absperrungen drückten oder sich weigerten, den Anweisungen zu folgen.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 26. Januar, 14.26 Uhr: Vorpommern-Greifswald will berufsbezogene Impfpflicht doch umsetzen

Nach Aufregung über Äußerungen des Landkreises Vorpommern-Greifswald hat dieser die Umsetzung der einrichtungsbezogenen Corona-Impfpflicht angekündigt.

Man habe nie angekündigt, diese "nicht umsetzen zu wollen", teilte der Landkreis am Mittwoch mit. "Dies ist rechtlich auch gar nicht möglich. Einen Alleingang des Kreises wird es nicht geben."

Der Kreis habe auf Anfragen ausschließlich auf Probleme bei der Umsetzung verwiesen.

Update, 26. Januar, 14.13 Uhr: Sahra Wagenknecht laut Sprecher mit Coronavirus infiziert

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Es gebe einen positiven PCR-Test, sagte ein Fraktionssprecher am Mittwoch auf Anfrage.

Wagenknecht hatte Ende vergangenen Jahres öffentlich erklärt, sie habe sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen.

Im Januar kritisierte Wagenknecht Einschränkungen für ungeimpfte Abgeordnete im Bundestag.

Update, 26. Januar, 14 Uhr: Corona-Lage in Russland spitzt sich zu: Rekord bei Neuinfektionen

In Russland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen mit fast 74.700 Fällen pro Tag einen neuen Höchstwert erreicht.

Das seien 6800 Neuinfektionen mehr als noch am Vortag, wie aus der Statistik der Regierung in Moskau am Mittwoch hervorgeht.

12.200 Menschen seien innerhalb von 24 Stunden in Krankenhäuser gebracht worden.

Mittlerweile sei die Omikron-Variante des Coronavirus in den meisten Regionen des flächenmäßig größten Landes der Erde nachgewiesen worden, hieß es.

Besonders in Europas größter Metropole Moskau spitzt sich die Lage mit fast 20.000 Neuinfektionen pro Tag deutlich zu. Es wird aber von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.

Die Gesundheitsbehörden der Hauptstadt sprachen von einem "beispiellosen Anstieg der Inzidenz bei Kindern".

Die Zahl der Krankenhauseinweisungen sei in den vergangenen zwei Wochen stark gestiegen.

Planmäßige Aufnahmen in Kinderkliniken würden für zunächst drei Wochen ausgesetzt. Die Behörden riefen die Moskauer auf, geplante Arztbesuche wegen hoher Auslastung zu verschieben.

Schärfere Einschränkungen gibt es in Russland dennoch nicht.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Russland ist in den letzten zwei Wochen stark angestiegen und hat sich mehr als vervierfacht.
Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Russland ist in den letzten zwei Wochen stark angestiegen und hat sich mehr als vervierfacht.  © Vitaliy Timkiv/AP/dpa

Update, 26. Januar, 13.48 Uhr: Polen meldet Rekordwert: Mehr als 53.000 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat einen Rekordwert erreicht.

Innerhalb von 24 Stunden kamen 53.420 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte.

Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Im selben Zeitraum starben 276 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner, also knapp halb so viele wie Deutschland.

Die Pandemie gewinne an Tempo, in den kommenden Tagen sei damit zu rechnen, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf über 60.000 steigen werde, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Update, 26. Januar, 13.34 Uhr: Rekordhoch bei Neuinfektionen in Südkorea

Angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante von Sars-CoV-2 und neuer Höchstwerte bei den Neuinfektionen hat Südkorea die Quarantäne- und Isolationsregeln vereinfacht.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden überstieg im Land zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie die Schwelle von 10.000.

Wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten, wurden am Dienstag 13.012 Infektionen nachgewiesen.

Der Tageswert war mehr als doppelt so hoch wie noch eine Woche zuvor. Die Gesamtzahl belief sich auf knapp 763.000.

Im Rahmen der neuen Pandemieregeln wurde die Quarantänezeit für vollständig geimpfte Personen, die sich dennoch infiziert haben, von zehn auf sieben Tage verkürzt.

Geimpfte Personen, die in engem Kontakt mit Infizierten gekommen sind, müssen sich nicht mehr in Selbstisolation begeben, sondern unterliegen der passiven Überwachung. Sie müssen die Behörden täglich über ihren Gesundheitszustand informieren.

PCR-Tests in den Testzentren sollen vor allem für Menschen ab 60 Jahren und solche mit Vorerkrankungen verwendet werden. Alle anderen können sich einem Antigen-Schnelltest unterziehen.

Update, 26. Januar, 13.12 Uhr: Omikron-Subtyp BA.2 breitet sich aus - viele Fragen offen

Eine möglicherweise noch leichter übertragbare Omikron-Untervariante breitet sich in einigen Ländern zügig aus - doch noch sind viele Fragen zum Subtyp BA.2 offen.

"Weil man in verschiedenen Ländern beobachten kann, dass der Anteil an BA.2 zunimmt, wird vermutet, dass BA.2 einen Vorteil in der Übertragbarkeit gegenüber BA.1 hat", sagte Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

BA.1 ist der Omikron-Subtyp, der derzeit in Deutschland Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge vorherrscht.

Neben einer höheren Übertragbarkeit könne auch eine stärkere Immunflucht dazu führen, dass sich immer mehr Menschen mit BA.2 infizierten, erklärte Ciesek.

Immunflucht bedeutet, dass eine durchgemachte Infektion oder eine Impfung weniger gut vor dem Erreger schützen.

"Sehr frühe Beobachtungen aus Dänemark legen nahe, dass zwischen BA.1 und BA.2 in der Krankheitsschwere kein großer Unterschied zu sein scheint", sagte Ciesek.

In Dänemark ist BA.2 nach Angaben des staatlichen Gesundheitsinstitutes SSI mittlerweile für rund die Hälfte aller Fälle verantwortlich.

In Deutschland wurde BA.1 laut dem aktuellsten Wochenbericht des RKI in der ersten Januarwoche in einer Stichprobe 1568-mal nachgewiesen werden. BA.2 tauchte 38-mal auf.

Virologin Sandra Ciesek (44).
Virologin Sandra Ciesek (44).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 26. Januar, 13 Uhr: Dreiviertel der Bürger mindestens einmal gegen Corona geimpft

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die sich erstmals für eine Corona-Impfung entscheiden, bleibt vergleichsweise gering.

Bundesweit wurden am Dienstag mindestens 444.000 Impfdosen verabreicht, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht.

Aber nur gut 37.000 davon erhielten Menschen, die bisher noch gar nicht geimpft waren. Bei knapp 71.000 handelte es sich um Zweitimpfungen, bei knapp 336.000 um Auffrischungsimpfungen.

Damit haben jetzt 75,6 Prozent der Bevölkerung - 62,8 Millionen Menschen - mindestens eine Impfdosis erhalten.

Die Bundesregierung hatte als Ziel 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar ausgegeben. Das scheint zunehmend unrealistisch. Nicht geimpft sind laut RKI 24,4 Prozent, insgesamt 20,3 Millionen Menschen.

Darunter sind aber auch vier Millionen Kinder im Alter bis zu vier Jahren, für die bisher noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.

Insgesamt haben in Deutschland inzwischen 51,3 Prozent der Bevölkerung eine Auffrischungsimpfung erhalten, 73,6 Prozent verfügen laut RKI über einen vollständigen Grundschutz.

Update, 26. Januar, 11.53 Uhr: Gesundheitsämter in MV: Können Impfpflicht nicht kontrollieren

Die Gesundheitsämter in Mecklenburg-Vorpommern sehen sich nicht in der Lage, die Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Krankenhäusern, Arztpraxen, Behinderteneinrichtungen und Pflege zu kontrollieren.

Das teilte der Landkreistag in einem Schreiben an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mit, wie der Geschäftsführer des kommunalen Spitzenverbandes, Matthias Köpp, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur sagte.

"Die Gesundheitsämter haben bereits einen umfangreichen Aufgabenkatalog, und die Spitze der Omikron-Welle rollt erst noch auf uns zu", sagte Köpp.

Die Mitarbeiter seien dauerbelastet, und es hätten sich viele Überstunden angehäuft.

Mit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht sei ein ganzer Aufgabenkatalog für die Gesundheitsämter vorgesehen, so Köpp.

So sollen sie ungeimpften Mitarbeitern in den Einrichtungen Tätigkeitsverbote aussprechen und Bußgeldverfahren einleiten. Der Sektor habe im Nordosten etwa 70.000 Beschäftigte, sagte Köpp. Wie viele von ihnen noch ungeimpft sind, sei unklar.

Update, 26. Januar, 11.45 Uhr: In Österreich endet Lockdown für Ungeimpfte

Nach mehr als zwei Monaten endet in Österreich am kommenden Montag formal der Lockdown für Ungeimpfte.

Das kündigte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch an. Ein von der Regierung eingerichtetes Experten-Gremium erachte diese Maßnahme als nicht mehr sinnvoll.

Trotz der hohen Infektionszahlen in der aktuellen Corona-Welle drohe keine Überlastung der Intensivkapazitäten in den Kliniken, hieß es.

Zugleich bleibe aber die 2G-Regel in weiten Teilen des öffentlichen Lebens erhalten, die Ungeimpften zum Beispiel das Einkaufen nur in Geschäften des täglichen Bedarfs erlaubt.

Dafür können Menschen ohne Impfung gegen Corona ab Montag ihr Zuhause auch ohne triftigen Grund verlassen.

Unterdessen ist die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) auf einen Rekordwert von mehr als 30.000 Fällen gestiegen.

Österreich, Wien: Protestteilnehmer halten während einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung Fahnen hoch.
Österreich, Wien: Protestteilnehmer halten während einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung Fahnen hoch.  © Lisa Leutner/AP/dpa

Update, 26. Januar, 11.03 Uhr: 1600 Polizisten bei Corona-Demonstrationen in Berlin

Die Berliner Polizei hat sich auf eine große Zahl von Demonstranten bei den angekündigten Protesten gegen eine Corona-Impfpflicht am Mittwochnachmittag eingestellt.

1600 Polizisten seien bei den Demonstrationen im Regierungsviertel und am Brandenburger Tor im Einsatz, sagte eine Sprecherin. Rund um das Reichstagsgebäude würden weiträumig Absperrungen aufgebaut.

Wasserwerfer stünden bereit. Die Bundespolizei sei auch auf den Bahnhöfen präsent und beobachte die Lage.

Zuletzt demonstrierten am Montagabend mehrere Tausend Menschen in vielen Berliner Stadtteilen gegen die Corona-Maßnahmen.

Die Polizei kündigte an, auf die Pflicht zum Tragen der Corona-Masken zu achten, die Demonstranten anzusprechen und nicht angemeldete Veranstaltungen zu prüfen und wenn nötig auch aufzulösen.

Unterstützung erhalte die Berliner Polizei aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bremen und von der Bundespolizei.

Update, 26. Januar, 11 Uhr: Wieder Rekord bei Corona-Neuinfektionen in Tschechien

Tschechien hat den zweiten Tag in Folge einen Rekord bei Corona-Neuinfektionen verzeichnet.

Innerhalb von 24 Stunden wurden 39.614 bestätigte Fälle registriert, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwoch bekanntgab.

Hinzu kamen 2459 neuerliche Infektionen bereits genesener Personen.

Inzwischen gehen nach Behördenangaben fast alle Infektionen auf die besonders ansteckende Omikron-Variante zurück, welche die bisher vorherrschende Delta-Mutante fast vollständig verdrängt hat.

Gesundheitsminister Vlastimil Valek erwartet, dass die Omikron-Welle in dieser Woche ihren Scheitelpunkt erreichen wird. Die Zahl der Krankenhauspatienten stieg leicht auf 1781.

Tschechien, Brünn: Mitarbeiter eines Transportunternehmens stehen vor einer mobilen Corona-Teststelle, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen.
Tschechien, Brünn: Mitarbeiter eines Transportunternehmens stehen vor einer mobilen Corona-Teststelle, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen.  © Hlaváèová Monika/CTK/dpa

Update, 26. Januar, 10.41 Uhr: Fastnachts-Umzüge in Baden-Württemberg weiterhin verboten

Baden-Württemberg lockert seine Corona-Regeln für Großveranstaltungen.

Im Fußballstadion sind in der normalen Alarmstufe wieder bis zu 6000 Zuschauer zugelassen, wenn der Veranstalter die 2G-plus-Regel anwendet, erklärte Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) am Mittwoch im Landtag in Stuttgart.

Das heißt, die Besucherinnen und Besucher müssen geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sein.

Wenn die Veranstalter mit der 2G-Regel arbeiten wollen, gilt eine Obergrenze von 3000 Zuschauern.

Bei Kulturveranstaltungen wie Konzerten sind in geschlossenen Räumen 3000 Besucher zugelassen - unter der Bedingung, dass 2G plus am Eingang angewendet wird. Bei 2G ist die Obergrenze 1500.

Für alle Veranstaltungen gelte, dass höchstens die Hälfte der Kapazitäten ausgeschöpft werden dürfe. Das gilt auch für Fastnachtsfeste. "Umzüge im Freien müssen wir leider untersagen", sagte Kretschmann

Update, 26. Januar, 9.20 Uhr: Linken-Fraktionschef :Impfpflicht darf nicht von anderen Problemen ablenken

Die Debatte über eine allgemeine Corona-Impfpflicht darf nach Ansicht von Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch nicht von anderen Problemen im Gesundheitswesen ablenken.

"Wir haben riesige Defizite im Gesundheitswesen. Darüber muss auch geredet werden", sagte er am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin.

Er nannte als Beispiel die Bezahlung von Pflegekräften. Entscheidend sei auch, dass die Politik einen Beitrag leiste zur Zusammenführung der Gesellschaft.

Es gebe tiefe gesellschaftliche Spaltungen beim Thema Impfpflicht. "Wir haben viele Menschen, die sich nicht mitgenommen fühlen."

Update, 26. Januar, 8 Uhr: Umfrage: Mehrheit lehnt Lockerungen für mehr Zuschauer ab

Eine Mehrheit der Deutschen lehnt eine verstärkte Zulassung von Zuschauern in der Fußball-Bundesliga einer Umfrage zufolge ab.

57 Prozent der Befragten befürworteten bei einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov, dass es laut den Beschlüssen von Bundesregierung und Länderchefs vorerst keine bundesweite Teil-Öffnung der Stadien für Fans geben wird.

29 Prozent der Bundesbürger lehnen diese Regelung dagegen ab und würden sich wieder mehr Zuschauer bei Bundesliga-Spielen wünschen.

Bei den großen Profiligen bleibt es derzeit weitgehend bei Geisterspielen wie hier bei Borussia Mönchengladbach - Bayer Leverkusen.
Bei den großen Profiligen bleibt es derzeit weitgehend bei Geisterspielen wie hier bei Borussia Mönchengladbach - Bayer Leverkusen.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 26. Januar, 5 Uhr: RKI registriert Höchststände bei Neuinfektionen und Inzidenz

Erstmals in der Corona-Pandemie sind binnen eines Tages mehr als 150.000 Neuinfektionen an das Robert Koch-Institut übermittelt worden.

Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Mittwochmorgen 164.000 Fälle in 24 Stunden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz überschritt erstmals die Schwelle von 900: Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 940,6 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 894,3 gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 166 Todesfälle verzeichnet.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.035.795 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 4,07 (Montag 3,87) an.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 7.387.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 117.126.

Update, 26. Januar, 4.44 Uhr: Bahn kürzt wegen Omikron einzelne Züge

Die Deutsche Bahn hat wegen der Omikron-Welle ihr Angebot im Fernverkehr leicht verringert.

Die Sitzplatzkapazität sei seit dem 10. Januar um etwa drei Prozent reduziert, heißt es in einem Lagebild für den Aufsichtsrat, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

So würden in einigen Fällen kürzere Züge eingesetzt, um vorsorglich die Instandhaltungswerke zu entlasten.

In einigen Werken ist die Krankenquote demnach schon zweistellig. Weitere "Reduktionsszenarien" seien für den Fall vorbereitet, dass die Krankenstände stark stiegen.

"Aktuell läuft der Betrieb ruhig und weitgehend reibungslos", teilte ein Bahnsprecher mit. "Wir haben derzeit nur minimale Anpassungen im Fahrplan vorgenommen, indem auf einigen Verbindungen - etwa zwischen Köln und Frankfurt - zu Zeiten mit weniger Fahrgästen statt zwei Zugteilen nur einer unterwegs ist."

Die Bahn sei weiter vorbereitet, bei Bedarf die Betriebsabläufe anzupassen.

Bei Regionalzügen gibt das Lagebild das Angebot mit "weitestgehend 100 Prozen" an.

Die Fahrgastnachfrage liege bei 55 bis 60 Prozent des Vor-Corona-Niveaus - bei starken regionalen Unterschieden. Die Krankmeldungsquoten bei Planern, Disponenten, Instandhaltungsmitarbeitern und Lokführern steigen demnach, sind aber noch deutlich einstellig.

Angespannt ist die Situation demnach etwa in Nordrhein-Westfalen. Steige der Krankenstand dort weiter, könnten Verkehre nicht mehr vollständig bedient werden.

Im vergangenen Jahr fielen bei der Deutschen Bahn 3,2 Prozent der 340 000 planmäßigen Fahrten aus.
Im vergangenen Jahr fielen bei der Deutschen Bahn 3,2 Prozent der 340 000 planmäßigen Fahrten aus.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 26. Januar, 4.22 Uhr: Befürworter und Gegner von Corona-Impfpflicht werben für Position

Vor der Orientierungsdebatte im Bundestag haben Befürworter und Gegner einer allgemeinen Corona-Impfpflicht erneut für ihre Positionen geworben.

"Das Alter ist ein einfach zu messender Risikofaktor für einen schweren Verlauf", sagte der FDP-Abgeordnete Ullmann der Augsburger Allgemeinen (Mittwoch).

"Eine Impfnachweispflicht für Personen, die älter als 50 Jahre sind, kann dieses Ziel erfüllen."

Es wäre ein milderer staatlicher Eingriff als eine allgemeine Impfpflicht.

Eine Gruppe um Ullmann hatte am Dienstag einen Vorstoß für einen "Mittelweg" konkretisiert: Wenn nach einem verpflichtenden, professionellen und persönlichen Beratungsgespräch für alle volljährigen Ungeimpften und nach gewisser Zeit die nötige Impfquote nicht erreicht wird, soll es eine Pflicht zum Nachweis einer Impfung ab 50 Jahren geben.

Ein Entwurf für eine Pflicht ab 18 Jahre wird gerade von Parlamentariern aller drei Ampel-Fraktionen vorbereitet.

Eine Gruppe um FDP-Vize Wolfgang Kubicki will hingegen eine Impfpflicht generell verhindern.

Kubicki sagte der Rheinischen Post (Mittwoch) zu seiner Ablehnung: "Eine Impfung, die nicht zu einer sterilen Immunität führt, ist aus meiner Sicht verfassungsrechtlich nicht begründbar", sagte er.

"Das unterscheidet die Impfung gegen Sars-CoV-2 von der Impfung gegen Masern oder Pocken."

Update, 26. Januar, 4.20 Uhr: Umfrage: Impfpflicht trägt zur Spaltung der Gesellschaft bei

Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland ist der Meinung, dass die geplante Corona-Impfpflicht zur Spaltung der Gesellschaft beiträgt.

Mehr Infos im Artikel: "Neue Umfrage: Spaltet die geplante Corona-Impfpflicht unsere Gesellschaft?".

Update, 26. Januar, 4 Uhr: Wirtschaft: Impfpflicht sollte verhältnismäßig und praktikabel sein

Wirtschaftsverbände haben die Politik für den Fall der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland zu umsetzbaren Rahmenbedingungen aufgefordert.

"Sollte es nach Ausschöpfung aller anderen Mittel doch zu einer Impfpflicht kommen, muss sie verhältnismäßig, nachvollziehbar und praktikabel sein", erklärten Industriepräsident Siegfried Russwurm und Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir sind der Überzeugung, dass eine Impfpflicht dann auch eine breitere Akzeptanz bei denen findet, die von ihr betroffen sind."

Aus Sicht des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft sollte eine Impfpflicht zunächst stufenweise eingeführt werden.

Der Gesetzgeber sollte bei Einführung einer allgemeinen Impfpflicht schnellstmöglich auch Kontrolle und Durchsetzung klar regeln, so die Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

"Dies darf nicht auf Unternehmen abgewälzt werden. Sorgfalt muss vor Schnelligkeit gehen, um eine gerichtsfeste Regelung zu finden, die das Vertrauen von Bürgerinnen und Bürgern in den Staat wieder stärkt."

Russwurm und Dulger erklärten, es sei gut, dass der Bundestag intensiv das Für und Wider einer allgemeinen Impfpflicht diskutiere.

Der Bundestag debattiert am Mittwoch erstmals ausführlich über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland.
Der Bundestag debattiert am Mittwoch erstmals ausführlich über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 26. Januar, 3.33 Uhr: Verband: 100 Messen in diesem Jahr verschoben oder gestrichen

Für die Messebranche zeichnet sich ein weiteres schweres Corona-Jahr ab.

"Wenigstens 100 der 390 geplanten Messen sind bereits in spätere Monate oder das kommende Jahr verschoben oder gestrichen worden", teilte der Verband der deutschen Messewirtschaft (Auma) am Mittwoch mit.

Damit belaufe sich der wirtschaftliche Schaden für die Branche in diesem Jahr bereits auf rund fünf Milliarden Euro.

"Corona-Verordnungen der Länder, die vier Wochen oder weniger Gültigkeit haben, sind keine Geschäftsgrundlage", kritisierte Auma-Geschäftsführer Jörn Holtmeier.

"Hilfspakete wären verzichtbar, wenn die Messewirtschaft im dritten Jahr dieser Pandemie nicht weiter daran gehindert würde, sicher machbare Messen veranstalten zu können."

Demnach beliefen sich die wirtschaftlichen Schäden aufgrund der Pandemie in den vergangenen beiden Jahren auf zusammen rund 46 Milliarden Euro.

Update, 25. Januar, 20.23 Uhr: Bald ungültig? Wichtige Änderung ab 1. Februar beim digitalen Corona-Impfpass!

Als der digitale Corona-Impfpass im Juni vergangenen Jahres an den Start ging, hieß es von der Europäischen Union, dass für digitale Impfzertifikate "keine Geltungsdauer vorgesehen" ist. Doch das Virus veränderte sich und damit auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse - und somit wurden auch die dafür nötigen Regelungen angepasst.

Alle Infos unter: "Bald ungültig? Wichtige Änderung ab 1. Februar beim digitalen Corona-Impfpass!"

Bislang war das digitale Corona-Impfzertifikat der EU zwölf Monate gültig. Ab 1. Februar verkürzt sich die Dauer auf neun Monate.
Bislang war das digitale Corona-Impfzertifikat der EU zwölf Monate gültig. Ab 1. Februar verkürzt sich die Dauer auf neun Monate.  © Oliver Berg/dpa

Update, 25. Januar, 20.03 Uhr: Rekordwert von mehr als 500.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich hat mit mehr als einer halben Million registrierter Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages einen Höchstwert seit Pandemiebeginn verzeichnet.

Wie die französische Gesundheitsbehörde am Dienstagabend angab, wurden binnen 24 Stunden 501.635 neue Ansteckungen registriert. Allerdings liegen die Werte montags oft deutlich niedriger als an anderen Wochentagen.

Update, 25. Januar, 19.15 Uhr: Vorpommern-Greifswald: Berufsbezogene Impfpflicht nicht durchsetzen

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald wird nach eigenen Angaben die für Mitte März geplante Impfpflicht für Mitarbeiter von Pflegeheimen und Krankenhäusern nicht durchsetzen.

Man stelle fest, "dass mit den ganzen anderen coronabedingten Maßnahmen, die wir schon seit zwei Jahren tragen, das Gesundheitsamt und auch große Teile der Verwaltung völlig ausgelastet sind", sagte Landkreissprecher Achim Froitzheim am Dienstagagabend der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Kontrolle und Durchsetzung dieser einrichtungsbezogenen Impfpflicht können wir deshalb nicht erfüllen." Zuvor hatte der Nordkurier berichtet.

Update, 25. Januar, 17.06 Uhr: Gericht kippt 2G-Regel für Geschäfte in Baden-Württemberg

Ungeimpfte dürfen in Baden-Württemberg vorerst wieder mit einem aktuellen Test shoppen gehen. Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim kippte die 2G-Regel für den Einzelhandel am Dienstag.

Das Einfrieren der Alarmstufe II durch die Corona-Verordnung der Landesregierung sei voraussichtlich rechtswidrig, teilte der VGH mit. Die darin vorgesehene 2G-Regel werde mit sofortiger Wirkung außer Vollzug gesetzt. Damit gilt für den Einzelhandel vorläufig, dass neben Geimpften und Genesenen auch wieder Menschen mit aktuellem Test (3G) in Läden einkaufen dürfen.

Update, 25. Januar, 16.50 Uhr: Pflegeverbände warnen vor Zusammenbruch - wegen der Impfpflicht

Pflegeverbände haben im Hinblick auf die geplante Einführung der Impfpflicht für Mitarbeiter von Kliniken, Altenheimen oder Arztpraxen Mitte März vor einem Zusammenbruch der pflegerischen Versorgung gewarnt.

"Wenn nach dem Einsetzen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht Pflegekräfte mit Betretungsverboten belegt werden, droht die pflegerische Versorgung in besonders stark von der Pandemie betroffenen Bundesländern zusammenzubrechen", teilten der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) und der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) am Dienstag in Berlin mit.

Die Bundesländer müssten "nun schnell konkrete Maßnahmen ergreifen, um die pflegerische Versorgung über den 15. März 2022 hinaus zu sichern". Mit den Einrichtungsträgern müssten Notfallpläne entwickelt, Unterstützung - zum Beispiel durch die Bundeswehr - organisiert und Möglichkeiten geschaffen werden, um den Personaleinsatz auf die Ausnahmesituation abzustimmen.

Dazu sei es notwendig, kurzfristig besondere Krisenstäbe unter Einbeziehung der Einrichtungen, Heimaufsichten, Gesundheitsämter sowie Pflegekassen einzurichten.

Pflegerinnen und Pfleger müssten ihre Patienten doch eigentlich schützen wollen. Impfen passt vielen wohl trotzdem nicht ins Konzept.
Pflegerinnen und Pfleger müssten ihre Patienten doch eigentlich schützen wollen. Impfen passt vielen wohl trotzdem nicht ins Konzept.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. Januar, 16.25 Uhr: Mützenich rechnet mit drei Anträgen zur Impfpflicht im Bundestag

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich (62) rechnet damit, dass es nach der ersten Bundestagsdebatte zur Impfpflicht am Mittwoch drei unterschiedliche Anträge geben wird.

Dazu gehöre neben der bereits vorliegenden generellen Ablehnung einer Impfpflicht ein Antrag von Abgeordneten, die eine Impflicht ab 18 Jahren wollten und wahrscheinlich auch einer für eine Impfpflicht von Über-50-Jährigen. Die sogenannte Orientierungsdebatte im Bundestag sei der SPD wichtig, betonte Mützenich am Dienstag vor einer Fraktionssitzung.

Die SPD stehe bereit, mit jedem offen über seine Vorbehalte zum Impfen und einer Impfpflicht zu sprechen, sagte der Fraktionschef. Umso wichtiger sei die Orientierungsdebatte im Bundestag, "dass sie eben auch sehen, dass die parlamentarische Demokratie darum ringt". Die SPD wolle zwölf Rednerinnen und Redner auch mit unterschiedlichen Meinungen benennen.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich (62).
SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich (62).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 25. Januar, 14.58 Uhr: Patientenschützer zu PCR-Tests: Überblick geht jetzt schon verloren

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz sieht bereits jetzt Auswirkungen der geplanten Einschränkungen beim Einsatz von PCR-Tests.

Vielfach gingen Bürger und auch Ärzte davon aus, dass die Regelungen bereits gälten - was wiederum die offiziell erfassten Fallzahlen vermindere, für die nur PCR-Tests berücksichtigt werden, sagte Geschäftsführer Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. "Einen Überblick zu haben, schalten wir ab - jetzt schon."

Update, 25. Januar, 14.53 Uhr: FFP2-Maskenpflicht für Einzelhandel im Saarland ab Mittwoch

Im Saarland gilt ab Mittwoch im Einzelhandel eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken. Das kündigte Regierungssprecher Alexander Zeyer (CDU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in Saarbrücken an.

Der Ministerrat habe sich auf eine neue Corona-Verordnung geeinigt, die am Mittwoch in Kraft trete. Im Laufe des Tages werde noch ausführlich über die neuen Regelungen informiert.

Die FFP2-Maske wird vielerorts zur Maske der Wahl.
Die FFP2-Maske wird vielerorts zur Maske der Wahl.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 25. Januar, 14.49 Uhr: Oberverwaltungsgericht kippt 2G-Regelung für Outdoor-Sportler

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat die 2G-Regelung für die Nutzung von Sportanlagen unter freiem Himmel in Niedersachsen außer Vollzug gesetzt.

Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, gab der 14. Senat einem Eilantrag einer Golfspielerin statt, die nicht geimpft oder genesen ist. Die Regelung in der Corona-Verordnung sei mit dem allgemeinen Gleichheitssatz nicht vereinbar. Der Beschluss ist unanfechtbar. Zwar ist damit die Regelung für Mannschaftssportarten auch aufgehoben, sie könne aber verordnet werden, entschieden die Richter.

Die umfassende Untersagung der Nutzung von Sportanlagen unter freiem Himmel durch Menschen, die nicht über einen Impf- oder einen Genesenennachweis verfügen, erweise sich als unangemessen und verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigter Eingriff in die allgemeine Handlungsfreiheit.

Bei der Sportausübung mit einer Vielzahl sich körperlich anstrengender Personen in geschlossenen Räumen besteht laut Gericht ein signifikant erhöhtes Infektionsrisiko, das eine Zutrittsbeschränkung auf geimpfte und genesene Personen rechtfertige.

Update, 25. Januar, 14.47 Uhr: Nichterfassung durch PCR-Priorisierung laut Experte nicht abschätzbar

Dem Kölner Gesundheitsdezernenten Harald Rau zufolge ist kaum absehbar, wie viele Corona-Fälle künftig unerkannt bleiben dürften, wenn der Einsatz von PCR-Tests auf Menschen aus bestimmten Gruppen konzentriert wird.

Die Gesundheitsämter könnten nicht seriös beziffern, wie viele PCR-Tests bislang auf positive Schnelltests zurückgingen, denn eine entsprechende Erfassung gebe es nicht, sagte Harald Rau auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Im Umkehrschluss sei auch nicht abschätzbar, wie hoch eine künftige Nichterfassung via PCR-Tests durch die neuen Pläne der Bundesregierung sein dürfte.

Update, 25. Januar, 13.37 Uhr: Ministerium plant mehrere Änderungen bei Einsatz von Corona-Tests

Das Bundesgesundheitsministerium will angesichts der massiv gestiegenen Corona-Infektionszahlen in Deutschland beim Einsatz von Tests deutlich nachjustieren.

Um die Kapazitäten zu erhöhen, sollen Anreize für PCR-ähnliche "Poc-nat"-Tests angehoben werden, wie es am Dienstag aus Ministeriumskreisen hieß.

Konkret soll die Vergütung von derzeit 30 Euro auf mehr als 40 Euro erhöht werden.

Fürs "Freitesten" aus der Isolation nach einer Infektion sollen auch für Beschäftigte in Kliniken, Pflegeheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen nicht mehr PCR-Tests verpflichtend sein - sondern auch Schnelltests möglich sein, wie sonst auch.

Zudem sind Änderungen dabei geplant, dass bisher nur PCR-bestätigte Fälle in die Statistik eingehen und etwa auch für Genesenen-Nachweise zählen. Nähere Angaben zu diesen geplanten Änderungen wurden zunächst nicht gemacht.

Die bisherigen PCR-Erfordernisse seien angesichts der höheren Zahlen, in die man nun mit der Ausbreitung der neuen Omikron-Variante komme, nicht mehr durchzuhalten, hieß es aus dem Ministerium.

Für die genauen Vorgaben arbeitet das Bundesministerium derzeit an Änderungen mehrerer Verordnungen, wie es weiter hieß.

Ein Arzt hält ein Teststäbchen für die Entnahme einer Probe für einen PCR-Test beim Gesundheitsamt Neukölln in der Hand.
Ein Arzt hält ein Teststäbchen für die Entnahme einer Probe für einen PCR-Test beim Gesundheitsamt Neukölln in der Hand.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. Januar, 13.23 Uhr: Laborverband: Jeder dritte Test positiv - Auslastung 95 Prozent

In der fünften Corona-Welle in Deutschland sind erneut Höchstwerte bei der Zahl wöchentlicher PCR-Tests und dem Anteil positiver Befunde erreicht.

In der vergangenen Woche seien rund 2,4 Millionen dieser verlässlichen Untersuchungen durchgeführt worden, teilte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag mit und berief sich auf Daten von rund 180 Laboren.

Jeder dritte Befund sei positiv gewesen, in der Woche zuvor rund jeder vierte (bei knapp zwei Millionen PCR-Tests).

Je höher die Positivrate bei hohen Fallzahlen ist, desto größer ist die geschätzte Untererfassung.

"Die Auslastung der Labore wird im bundesweiten Durchschnitt mit 95 Prozent angegeben und erreicht somit in den meisten Bundesländern die Belastungsgrenze", hieß es weiter vom Verband.

Die Pläne von Bund und Ländern zum Priorisieren von PCR-Tests seien "richtig und sinnvoll".

Update, 25. Januar, 13.20 Uhr: EU will Reisen für Geimpfte, Getestete und Genesene erleichtern

Künftig soll ein gültiges EU-Corona-Zertifikat für Reisen in der EU wichtiger als das Infektionsgeschehen im Abreiseland sein.

Die EU-Staaten einigten sich am Dienstag darauf, dass vom 1. Februar an nicht mehr entscheidend sein soll, von wo aus eine Reise startet - sondern, ob ein gültiger Impf-, Test- oder Genesenennachweis vorliegt.

Das teilten die EU-Länder am Dienstag mit.

Damit folgen die Staaten weitgehend einem Vorschlag, den die EU-Kommission vor zwei Monaten präsentiert hatte.

Neben in der EU zugelassenen Impfstoffen sollen der Einigung zufolge auch von der WHO oder nationalen Behörden akzeptierte Mittel ausreichen.

Ein PCR-Test solle frühestens 72, ein Schnelltest 24 Stunden vor der Reise gemacht werden.

Ein Genesenen-Zertifikat soll 180 Tage gültig sein.

Wer kein Zertifikat hat, soll nach Ankunft einen Test machen. Für Kinder gibt es Ausnahmen.

Zusätzliche Beschränkungen solle es nicht geben. Ein Sprecher der EU-Kommission betonte: "Das Mindeste, was wir alle erwarten können, ist, dass die Mitgliedstaaten diese Empfehlung auch umsetzen."

Spanien, Madrid: Zwei Passagiere schauen sich die Informationstafeln am Flughafen Madrid an.
Spanien, Madrid: Zwei Passagiere schauen sich die Informationstafeln am Flughafen Madrid an.  © Jesús Hellín/Europa Press/dpa

Update, 25. Januar, 13.18 Uhr: Biontech und Pfizer starten klinische Studie zu Omikron-Impfstoff

Biontech und Pfizer haben ihre erste klinische Studie zur Untersuchung eines speziell auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Corona-Impfstoffs begonnen.

Dabei sollen die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten geprüft werden, wie die beiden Unternehmen am Dienstag mitteilten.

Die Studie soll bis zu 1420 Testpersonen umfassen, die in drei Gruppen unterteilt werden.

Die erste Gruppe umfasst gut 600 Teilnehmer, die zwischen 90 und 180 Tagen vor Beginn der Studie bereit zwei Impfdosen des bisherigen Vakzins erhalten haben und nun eine oder zwei Dosen des Omikron-Impfstoffs erhalten sollen.

Die zweite, fast ebenso große Gruppe besteht aus geboosterten Menschen, die eine weitere Dosis des herkömmlichen Impfstoffs oder eine Dosis des Omikron-Vakzins erhalten.

Die dritte Gruppe mit gut 200 Probanden setzt sich aus ungeimpften und bislang nicht an Covid-19 erkrankten Menschen zusammen, die dann drei Dosen des Omikron-Vakzins bekommen.

"Die Studie ist Teil unseres wissenschaftlichen Ansatzes zur Entwicklung eines variantenbasierten Impfstoffs, der vor Omikron einen ähnlichen Schutz bietet, wie wir ihn bei vorherigen Varianten beobachtet haben, der aber gleichzeitig länger anhält", erklärte Biontech-Chef Ugur Sahin.

Update, 25. Januar, 13.15 Uhr: Vogel vor Orientierungsdebatte zu Impfpflicht: viele wägen noch ab

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, sieht vor der Debatte über eine mögliche Impfpflicht noch viel Klärungsbedarf.

"Sehr viele der Kolleginnen und Kollegen auch in meiner Fraktion sind noch gar nicht entschieden und wägen ab", sagte Vogel am Dienstag in Berlin.

Auch er selbst denke noch nach. Vogel erwartet aber, "dass die erste Orientierungsdebatte in dieser komplexen medizin-ethischen Frage für den einen oder die andere Klärung bringen wird".

FDP-Bundestagsabgeordneter Johannes Vogel.
FDP-Bundestagsabgeordneter Johannes Vogel.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 25. Januar, 13 Uhr: Bayern erlaubt wieder bis zu 10.000 Zuschauer im Profisport

In der Fußball-Bundesliga darf in Bayern wieder vor bis zu 10.000 Zuschauern gespielt werden.

Das Kabinett beschloss am Dienstag in München damit bis auf Weiteres das Ende der Geisterspiele.

Die Regelung gilt auch für andere Profiligen.

Neben der Personenobergrenze von 10.000 gelten für die überregionalen Sportveranstaltungen weitere Einschränkungen: Es dürfen maximal 25 Prozent der Kapazitäten genutzt werden, die Fans müssen geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sein (oder geboostert) sowie eine FFP2-Maske tragen.

Dazu gilt ein Alkoholverbot.

Update, 25. Januar, 12.05 Uhr: Im Bundestag gilt teils weiter Sechs-Monats-Frist für Genesene

Trotz der Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate für die Bürger gilt im Bundestag teilweise weiter die alte Frist. Dies betreffe den Zugang zum Plenum und zu den Ausschüssen, sagte ein Sprecher am Dienstag

Mehr dazu im TAG24-Artikel "Kritik an Sonderregelung für Bundestag: Genesenen-Status gilt weiter sechs Monate".

Update, 25. Januar, 12 Uhr: Erneut zwölf Corona-Fälle bei Anreise zu Winterspielen in Peking

Unter den Anreisenden zu den Olympischen Winterspielen in Peking sind erneut zwölf Corona-Tests positiv ausgefallen.

Wie die Organisatoren am Dienstag in der chinesischen Hauptstadt mitteilten, handele es sich allerdings nicht um Sportler oder Team-Funktionäre, sondern um andere Olympia-Beteiligte.

Seit Beginn der Anreisewelle seien bis Sonntag 21 Infektionen bestätigt worden, darunter ein nicht genannter Sportler sowie ein Betreuer aus dem Team Deutschland.

Die zwölf neuen positiven Tests sind Montag unter knapp 250 Anreisenden am Flughafen aufgefallen.

Update, 25. Januar, 11.50 Uhr: Flugverkehr in Europa geht wegen Omikron-Variante stark zurück

In den ersten Januarwochen ist der Flugverkehr in Europa laut der Europäischen Organisation zu Sicherung der Luftfahrt (Eurocontrol) im Vergleich zum Vormonat deutlich zurückgegangen.

"Die Auswirkungen von Omikron sind nur allzu deutlich", schrieb der Generaldirektor der Organisation, Eamonn Brennan, am Dienstag auf Twitter.

Demnach wurden im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2019 nur 70 Prozent des Flugverkehrs registriert, im Dezember waren es noch 78 Prozent.

"Wir gehen davon aus, dass dies nur von kurzer Dauer sein wird", so Brennan.

Update, 25. Januar, 11.33 Uhr: Corona-Regierungsgelder in Millionenhöhe in Südafrika veruntreut

Dienstleister der Regierung haben in Südafrika im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie Verträge in Millionenhöhe veruntreut.

Das teilte das Präsidialamt am Dienstag mit. Von mehr als 4500 untersuchten Verträgen hätten sich demnach 62 Prozent als regelwidrig erwiesen.

Präsident Cyril Ramaphosa hatte im Juli 2020 eine Kommission beauftragt, den mutmaßlichen Missbrauch von Corona-Geldern in allen Regierungsbereichen zu untersuchen.

Die Kommission überprüfte insgesamt 5467 Verträge im Gesamtwert von 14,3 Milliarden Rand (830 Millionen Euro), die an 3066 Dienstleister vergeben wurden.

Die Untersuchung von 900 der Verträge sei noch nicht komplett abgeschlossen, hieß es. Ein endgültiges Ergebnis werde Mitte des Jahres erwartet.

Ramaphosa bezeichnete die Befünde als "inakzeptabel". Die Dienstleister hätten geglaubt, "sie könnten einen Moment nationaler Verwundbarkeit ausnutzen, um sich zu bereichern".

Die Untersuchung habe nach Angaben des Präsidialamts einen potenziellen Verlust von 114,2 Millionen Rand (6,6 Millionen Euro) verhindert.

Update, 25. Januar, 10.50 Uhr: Südkorea verzeichnet Rekordhoch bei Neuinfektionen

Angesichts der rapiden Ausbreitung der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 hat Südkorea den bisher stärksten Anstieg von Neuinfektionen an einem Tag seit Beginn der Pandemie verzeichnet.

Wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag mitteilten, wurden am Montag 8571 Fälle nachgewiesen.

Die Gesamtzahl kletterte demnach auf knapp 750.000. Es war das erste Mal, dass die Zahl der Neuinfektionen die Schwelle von 8000 überschritten hat.

Omikron ist inzwischen auch in Südkorea zur vorherrschenden Variante geworden. Die Behörden befürchten, dass sich in der nächsten Woche das Infektionsgeschehen, über die Feiertage zum Mondneujahr, verschärfen könnte.

Ein medizinischer Angestellter in Schutzkleidung bereitet sich bei Minusgraden in einer provisorischen Klinik zur Untersuchung auf das Coronavirus vor.
Ein medizinischer Angestellter in Schutzkleidung bereitet sich bei Minusgraden in einer provisorischen Klinik zur Untersuchung auf das Coronavirus vor.  © Lee Jin-Man/AP/dpa

Update, 25. Januar, 9.44 Uhr: Erstmals mehr als 30.000 Corona-Neuinfektionen in Tschechien gemeldet

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist in Tschechien weiter auf dem Vormarsch.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen stieg mit 30.350 Fällen innerhalb von 24 Stunden auf einen neuen Höchststand seit Beginn der Pandemie.

Das teilte das Gesundheitsministeriums in Prag am Dienstag mit.

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Patienten ging zuletzt wieder leicht zurück und lag bei 1695.

Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 37.000 Menschen an oder mit dem Coronavirus. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Die staatliche Gesundheitsbehörde SZU schätzt, dass rund 95 Prozent der neuen Fälle auf die Omikron-Variante zurückgehen.

Update, 25. Januar, 9.30 Uhr: Expertenrat in Israel empfiehlt vierte Corona-Impfung für Erwachsene

Ein israelischer Expertenrat hat am Dienstag eine vierte Impfung gegen das Coronavirus für über 18-Jährige empfohlen.

Die Empfehlung gelte für Erwachsene, die vor mehr als fünf Monaten die Booster-Impfung erhalten haben oder die vor diesem Zeitraum genesen seien, teilte das Gesundheitsministerium mit.

"Die Entscheidung wurde angesichts positiver Ergebnisse getroffen, die einen drei- bis fünfmal höheren Schutz gegen schwere Erkrankungen nach der vierten Impfdosis zeigten", hieß es in der Mitteilung.

Der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus sei bei vierfach Geimpften zweimal höher als bei dreifach Geimpften.

Die Empfehlung muss noch vom Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Nachman Asch, gebilligt werden.

In Israel haben bereits mehr als 600.000 Menschen eine vierte Impfdosis erhalten. Bisher galt die Empfehlung nur für über 60-Jährige, Immungeschwächte und medizinisches Personal.

Eine junge Frau bekommt in der Praxis ihrer Hausärztin ihre Booster-Impfung mit dem Comirnaty-Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer verabreicht.
Eine junge Frau bekommt in der Praxis ihrer Hausärztin ihre Booster-Impfung mit dem Comirnaty-Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer verabreicht.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 25. Januar, 9 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Söder erneut für Lockerungen im Sport

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat trotz des Bund-Länder-Beschlusses, an den bisherigen Corona-Regeln festzuhalten, erneut Lockerungen für den Sport in Bayern angekündigt.

"Es ist nicht ganz fair, dass wir in Hamburg in der Elbphilharmonie 2000 Leute haben, und woanders geht das nicht. Dass wir in einigen Fußballstadien 15.000 Leute haben, wir haben Geisterspiele. Also wenn, muss das schon vernünftig gleich sein", sagte der CSU-Chef am Montagabend in den ARD-Tagesthemen.

"Und deswegen werden wir da einiges an Anpassungen machen." Konkreter wurde Söder (55) aber nicht. Einheitliche Regeln wären besser, betonte Söder.

Update, 25. Januar, 8.40 Uhr: Berlin mit höchstem Inzidenzwert in Deutschland: 1593,5

Die Corona-Inzidenz in Berlin ist weiter gestiegen und hat den höchsten Wert aller Bundesländer erreicht.

In den vergangenen sieben Tagen infizierten sich rechnerisch rund 1593 von 100.000 Menschen.

Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen hervor. Vor einer Woche betrug der Wert noch 962,8.

Auch in Hamburg erreichte die Inzidenz am Dienstag mehr als 1500, der Durchschnitt in ganz Deutschland lag bei rund 894.

Update, 25. Januar, 8 Uhr: Grünen-Vorsitzkandidatin Lang für allgemeine Impfpflicht

Die Grünen-Vorsitzkandidatin Ricarda Lang ist für eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus.

Zwar sei es gut, dass im Bundestag ernsthaft diskutiert werde und unterschiedliche Möglichkeiten auf dem Tisch lägen, sagte Lang der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Aber ich finde es auch wichtig, an dieser Stelle Farbe zu bekennen. Ich werde mich an einem Antrag zur allgemeinen Impfpflicht ab 18 Jahren beteiligen und meinen Teil dazu tun, diese mit auf den Weg zu bringen."

Lang stellt sich beim Grünen-Parteitag an diesem Freitag und Samstag gemeinsam mit Omid Nouripour zur Wahl für die neue Doppelspitze der Partei.

"Wir müssen die Beschneidung der freien Gesellschaft durch andauernde Einschränkungen im Alltag abwägen gegen einen Eingriff in die Freiheit des Einzelnen durch eine mögliche Impfpflicht", argumentierte Lang.

"Im Ergebnis komme ich auf eine positive Freiheitsbilanz bei der Impfpflicht, weil sie verhindert, dass wir in immer wieder neue Wellen reinrutschen."

Ricarda Lang, stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und designierte neue Bundesvorsitzende.
Ricarda Lang, stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und designierte neue Bundesvorsitzende.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 25. Januar, 5.30 Uhr: Sportkardiologe: Herz häufiger Thema wegen Corona-Durchseuchung

In der Debatte um Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Infektion sollten Fußball-Profis in der Regel mehrere Monate pausieren.

"Wenn eine Herzmuskelentzündung im zeitlichen Zusammenhang mit einer akuten Corona-Infektion steht, empfehlen die Fachgesellschaften und die Sportverbände, dass man mindestens drei Monate Pause machen sollte. Dabei muss jeder Fall immer individuell betrachtet werden", sagte der Münchner Sportmediziner und Sportkardiologe Florian Straube der Deutschen Presse-Agentur.

Mehr dazu im TAG24-Artikel "Herzmuskelentzündungen bei jungen Sportlern nehmen zu: Sportkardiologe klärt auf".

Update, 25. Januar, 5 Uhr: RKI registriert 126.955 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 894,3

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert.

Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 894,3 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 840,3 gelegen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 126.955 Corona-Neuinfektionen.

Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 74.405 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 214 Todesfälle verzeichnet.

Vor einer Woche waren es 193 Todesfälle.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.871.795 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 3,87 an (Freitag: 3,77).

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstag mit 7.331.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.960.

Bayern, München: Ein Schild mit der Aufschrift „Impfung und Test ohne Termin - kostenfrei“ steht auf dem Viktualienmarkt.
Bayern, München: Ein Schild mit der Aufschrift „Impfung und Test ohne Termin - kostenfrei“ steht auf dem Viktualienmarkt.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 25. Januar, 3.30 Uhr: Städtetag für Anpassung der Corona-Teststrategie

Der Deutsche Städtetag hat sich für eine Anpassung der Teststrategie in der Corona-Pandemie ausgesprochen.

Städtetagspräsident Markus Lewe sagte der Deutschen Presse-Agentur nach den Beratungen von Bund und Ländern, für mehr Test-Kapazitäten könnte die Nutzung sogenannter POC-PCR-Tests helfen, die ohne Labor auskommen und schnelle Ergebnisse lieferten.

"Dafür müsste dann aber auch die Finanzierung für diese Test verbessert werden. Wir könnten uns außerdem vorstellen, bei der Freitestung aus Isolation und Quarantäne noch mehr mit zertifizierten Antigen-Tests zu arbeiten statt mit PCR-Tests."

"Es macht uns Sorgen, dass sich die Omikron-Infektionen mit ungebremster Dynamik weiter ausbreiten. Deshalb müssen wir weiter umsichtig sein. Wichtig ist auch, die Regeln immer wieder zu überprüfen und wo nötig, nachzujustieren."

Deshalb sei es richtig, dass Bund und Länder die PCR-Tests priorisieren wollen.

Update, 25. Januar, 2.11 Uhr: Kommunen fordern bei Impfpflicht konkrete Regelungen

Vor der ersten Bundestagsdebatte zur diskutierten allgemeinen Impfpflicht warnt der Städte- und Gemeindebund vor einer womöglich kaum zu kontrollierenden Auflage.

"Es ist nicht zielführend, eine Pflicht einzuführen, die am Ende nicht wirksam und zeitnah organisiert und kontrolliert werden kann. Dann droht die Gefahr, dass die Impfpflicht zu einem zahnlosen Tiger wird", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Düsseldorfer Rheinischen Post (Dienstag).

Insbesondere müsse geklärt werden, ob der beste Weg nicht ein nationales Impfregister sei, wie es etwa in Österreich eingeführt worden sei.

Er befürchte, dass man die Organisation und Umsetzung am Ende den Kommunen überlasse, die bereits an ihrer Leistungsgrenze arbeiteten, sagte Landsberg.

Er warnte, solche Praxisfragen auszuklammern: "Es ist nicht richtig, sich erst nach Einführung einer gesetzlichen Impfpflicht Gedanken zu machen, wie denn die Umsetzung erfolgen soll."

In einem Impfausweis ist der Eintrag einer Erstimpfung gegen Covid-19 zu lesen.
In einem Impfausweis ist der Eintrag einer Erstimpfung gegen Covid-19 zu lesen.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. Januar, 0.10 Uhr: Laborverband erwartet Gespräche über mehr Testkapazitäten

Der Laborverband ALM hat die Politik nach den Bund-Länder-Beratungen zu Gesprächen über eine Ausweitung von Testkapazitäten aufgerufen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder hatten am Montag vereinbart, dass "alle Anstrengungen unternommen werden" müssten, die PCR-Testkapazitäten im Land zu erhöhen.

Der Verbandsvorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, sagte der Deutschen Presse-Agentur, man müsse zunächst einmal darüber sprechen, was das konkret bedeute.

Müller bezeichnete die geplante Priorisierung bei PCR-Tests mit Blick auf die aktuelle Belastung der Labore als "richtig, wichtig und notwendig".

Update, 24. Januar, 22.35 Uhr: Söder mit Bund-Länder-Runde unzufrieden

Nach dem Spitzentreffen von Bund und Ländern zur Corona-Pandemie hat sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder unzufrieden geäußert.

Es "war unbefriedigend, weil wir erneut nur vertagt haben", sagte er am Montagabend in den ARD-Tagesthemen.

Seine Frage sei schon vor Wochen gewesen: "Was müssen wir jetzt ändern?"

Da die inzwischen vorherrschende Omikron-Variante offenbar weniger aggressiv und auch milder im Verlauf als frühere Corona-Varianten sei, sei es nicht mehr wie im vergangenen Jahr angebracht, "mit Zusperren alles zu lösen", sagte der CSU-Vorsitzende.

"Wir müssen uns einen klügeren Weg überlegen".

Es sei auch nicht befriedigend, dass die PCR-Testkapazitäten nicht ausreichen.

Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 24. Januar, 22.30 Uhr: Zehntausende demonstrieren wieder für und gegen Maßnahmen

In verschiedenen Städten Deutschlands haben am Montagabend erneut mehrere Zehntausend Menschen gegen eine allgemeine Impfpflicht und die Corona-Maßnahmen demonstriert.

Vielerorts hielten auch Gegendemonstranten mit eigenen Veranstaltungen oder Mahnwachen für die Toten der Pandemie dagegen.

Teilweise unterband die Polizei verbotene Aufzüge mit starken Kräften. Immer wieder gab es auch Verstöße gegen die Maskenpflicht oder andere Auflagen.

Größere Zwischenfälle oder Auseinandersetzungen wurden am Abend aber zunächst nicht bekannt.

Update, 24. Januar, 21.25 Uhr: Karl Lauterbach erwartet nach der Omikron-Welle "die Zeit für Lockerungen"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) rechnet damit, dass die Corona-Maßnahmen in Deutschland nach Überschreiten der Omikron-Welle gelockert werden können.

Im Moment müsse man angesichts der steigenden Fallzahlen noch hoffen, "dass wir ohne Verschärfungen hinkommen", sagte er am Montagabend nach Ende der Bund-Länder-Beratungen in der ARD. Wenn die Welle aber überwunden sei, "beispielsweise Mitte Februar", und die Infektionszahlen wieder runtergingen, "dann ist die Zeit für Lockerungen gekommen".

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) rechnet zum Höhepunkt der Omikron-Welle in Deutschland mit mehreren Hunderttausend Neuinfektionen pro Tag. Ist diese Phase überwunden, könne es Lockerungen geben.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) rechnet zum Höhepunkt der Omikron-Welle in Deutschland mit mehreren Hunderttausend Neuinfektionen pro Tag. Ist diese Phase überwunden, könne es Lockerungen geben.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 24. Januar, 20.55 Uhr: Johnson feierte mit bis zu 30 Gästen im Lockdown Geburtstag

Kuchen, Happy-Birthday-Singen und 30 Gäste: Einem Bericht des Fernsehsenders ITV zufolge soll der britische Premierminister Boris Johnson (57) mitten im Lockdown in größerer Runde Geburtstag gefeiert haben.

Johnsons Frau Carrie habe eine Überraschungsparty für den Premier im Sitzungsraum des Kabinetts im Regierungssitz in der Downing Street organisiert, hieß es in dem Bericht vom Montag. Bis zu 30 Gäste seien bei der angeblichen Feier am Nachmittag des 19. Juni 2020 dabei gewesen, darunter vor allem Mitarbeiter, aber auch die Designerin Lulu Lytle, die damals für viel Geld die Dienstwohnung der Johnsons renovierte. Carrie Johnson soll dem Bericht zufolge dann das Lied "Happy Birthday" angestimmt haben. Später seien mehrere Familienmitglieder in der Wohnung der Johnsons zu einer privaten Feier gewesen.

Update, 24. Januar, 20.20 Uhr: BVB-Boss Watzke kritisiert Corona-Beschlüsse

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (62) vom Bundesligisten Borussia Dortmund hat den Verzicht von Bund und Ländern auf eine weitere Öffnung der Fußball-Stadien für Zuschauer mit deutlichen Worten kritisiert und erwägt sogar juristische Schritte.

"Wir werden uns die Beschlüsse des Landes NRW genau anschauen und prüfen, ob wir sie im Eilverfahren kontrollieren lassen", sagte Watzke am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei "bitter, dass die Mehrheit der MPK-Teilnehmer nach zwei Jahren nur an Verbote denkt und nicht auch an ein Mindestmaß an Möglichkeiten und logischen Entscheidungen", erklärte Watzke. Mehr dazu im TAG24-Artikel zur BVB-Kritik an den Corona-Beschlüssen.

Update, 24. Januar, 19.43 Uhr: Tausende demonstrieren für und gegen Corona-Maßnahmen

In verschiedenen Städten Deutschlands haben am Montagabend erneut mehrere tausend Menschen gegen eine allgemeine Impfpflicht und gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert.

Vielerorts hielten auch Gegendemonstranten mit eigenen Veranstaltungen oder Mahnwachen für die Toten der Pandemie dagegen. In Lübeck etwa zogen Gegner der Corona-Politik unter dem Motto "Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht" durch die Innenstadt. Gleichzeitig fand eine Gegendemonstration unter dem Motto "Für Einhaltung der Regeln und Anerkennung wissenschaftlicher Tatsachen" statt.

Auch in weiteren Städten wie Karlsruhe, Rottweil, Potsdam, Bernau und Rostock gab es am Montag ähnliche Demos.

Corona-Leugner und Impf-Gegner zogen am Montag durch Lübeck. Auch Gegendemonstranten waren in der Stadt unterwegs.
Corona-Leugner und Impf-Gegner zogen am Montag durch Lübeck. Auch Gegendemonstranten waren in der Stadt unterwegs.  © Christian Charisius/dpa

Update, 24. Januar, 19.15 Uhr: Vorerst keine Rückkehr von Zuschauern in Stadien und Hallen

Eine verstärkte Rückkehr von Zuschauern zu Spielen der Fußball-Bundesliga und anderen deutschen Profiligen wird es wegen der steigenden Zahl an Corona-Infektionen vorerst nicht geben.

Bei ihren Beratungen mit dem Bund beschlossen die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder am Montag, dass die Chefs der Staats- und Senatskanzleien bis zum 9. Februar zumindest eine einheitliche Regelung für überregionale Großveranstaltungen vereinbaren sollen. Das geht aus dem nach der Videoschaltkonferenz von Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder veröffentlichten Papier hervor.

Update, 24. Januar, 18.57 Uhr: PCR-Testkapazitäten sollen erhöht werden

Angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionen sollen die begrenzten Kapazitäten für PCR-Tests erhöht werden.

Dazu müssten alle Anstrengungen unternommen werden, heißt es in einem Beschluss von Bund und Ländern vom Montag. Zugleich wurde festgehalten, dass es bei auftretenden Engpässen unabdingbar sei, Priorisierungen vorzunehmen. Mehr dazu lest Ihr im TAG24-Artikel zu den Beschlüssen des Bund-Länder-Gipfels.

Update, 24. Januar, 18.46 Uhr: Laut MPK-Vorsitzendem Wüst müssen strenge Corona-Regeln beibehalten werden

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU) hat die Beibehaltung der strengen Corona-Regeln angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Virusvariante gerechtfertigt.

"Omikron hat die Pandemie verändert", sagte Wüst am Montag nach den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise. Die Mutation erfordere höchste Wachsamkeit. Der Expertenrat der Bundesregierung halte auch eine Überlastung des Gesundheitswesens für möglich und habe eine "klare Mahnung" ausgesprochen. "Das Infektionsgeschehen erfordert die Beibehaltung und strikte Umsetzung der bisherigen Maßnahmen", sagte Wüst, der aktuell auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU) ist derzeit der Vorsitzende der Ministerpräsidenten-Konferenz.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU) ist derzeit der Vorsitzende der Ministerpräsidenten-Konferenz.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 24. Januar, 18.40 Uhr: Neue Kampagne soll Impfquote steigern

Zur Erhöhung der Impfquote in Deutschland will die Bundesregierung nach Angaben von Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) noch stärker als bisher für den Impfschutz gegen das Coronavirus werben.

Mit großer Anstrengung habe die Bundesregierung eine neue Kampagne zum Impfen und Boostern aufgelegt, erklärte Scholz am Montag nach den Beratungen von Bund und Ländern zu den Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Neben Plakaten mit der Motto-Aufschrift "Impfen hilft" solle es nun auch verstärkt Aufrufe im Radio und auch auf Social-Media-Plattformen geben.

Update, 24. Januar, 18.31 Uhr: Bund und Länder verzichten auf schärfere Corona-Maßnahmen, Scholz will "Kurs halten"

Trotz des rasanten Anstiegs der Infektionszahlen wollen Bund und Länder die Corona-Maßnahmen vorerst nicht verschärfen.

Es gelte jetzt, Kurs zu halten, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) am Montagabend nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Mehr dazu lest Ihr im TAG24-Artikel zu den Beschlüssen des Bund-Länder-Gipfels.

Update, 24. Januar, 18.17 Uhr: Viele Festnahmen nach Krawallen bei Corona-Demonstration in Brüssel

Nach Ausschreitungen bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Brüssel hat die Polizei 239 Menschen in Gewahrsam genommen.

Elf von ihnen seien verhaftet worden, gab die Brüsseler Polizei am Montag bekannt. Sie müssten sich voraussichtlich vor der Justiz verantworten, unter anderem wegen Waffenbesitz und Auflehnung gegen die Ordnungskräfte. Nach Angaben der Polizei hatten sich am Sonntag rund 50.000 Menschen in der Brüsseler Innenstadt versammelt, um gegen die Corona-Maßnahmen in Belgien zu protestieren. Die Demonstration verlief demnach zunächst friedlich, am Nachmittag brachen jedoch Krawalle am Ende des Demonstrationszuges aus.

Der Nachrichtenagentur Belga zufolge warfen Demonstranten Gegenstände auf Polizisten und beschädigten Gebäude, unter anderem den Sitz des Europäischen Auswärtiger Dienstes. Die Polizei setzte den Angaben zufolge Tränengas und Wasserwerfer ein, 15 Menschen wurden verletzt.

Bei den Ausschreitungen rund um die Corona-Demo in Brüssel musste die Polizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzen, 15 Menschen wurden verletzt.
Bei den Ausschreitungen rund um die Corona-Demo in Brüssel musste die Polizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzen, 15 Menschen wurden verletzt.  © Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Update, 24. Januar, 17.57 Uhr: Union fordert Aufbau eines Impfregisters

In der Debatte um mehr Schub für die Corona-Impfungen fordert die Union die zügige Einrichtung eines Impfregisters.

"Wenn wir jetzt nicht anfangen, wann dann", sagte der Fraktionsvize im Bundestag, Sepp Müller (33, CDU), am Montag. Damit könne man dann auch einfache Impfangebote ausbauen, etwa durch direkte Anschreiben oder verpflichtende Beratungsgespräche für Menschen aus Risikogruppen. Ein Register sei auch unabhängig davon wichtig, wie die Frage einer allgemeinen Impfpflicht beantwortet werde.

Update, 24. Januar, 17.38 Uhr: DOSB-Betreuer in China positiv auf Coronavirus getestet

Ein Betreuer aus dem Team Deutschland für die Olympischen Winterspiele in Peking ist in China positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Wie der Deutsche Olympische Sportbund am Montag mitteilte, ist der Befund am Sonntag nach einem PCR-Test in der Skiregion Zhangjiakou festgestellt worden. Der Betreuer sei symptomfrei und befinde sich aktuell in einem Quarantäne-Hotel, hieß es in einer Mitteilung.

Update, 24. Januar, 16.55 Uhr: Laut Steinmeier gefährden gewaltsame Corona-Proteste den sozialen Frieden

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66, SPD) sieht in den gewaltsamen Protesten gegen die staatliche Corona-Politik eine Gefahr für den sozialen Frieden in Deutschland.

"Jede gewaltsame Eskalation ist eine zu viel. Denn es geht nicht nur um die Missachtung von Versammlungsrecht oder Hygieneregeln", sagte Steinmeier am Montag in Berlin. "Es geht um die Missachtung des sozialen Friedens in unserem Land. Hass und Gewalt zerstören das Fundament unseres Miteinanders."

Die Versammlungsfreiheit sei ein hohes Gut, betonte Steinmeier. Das Gleiche gelte für die Meinungsfreiheit. "Aber ein Gewaltaufruf, ein Mordaufruf gar, das ist nicht Wahrnehmung von Meinungsäußerung. Wer sich gegen unser Recht stellt und sich mit selbsterklärten Staatsfeinden und verfassungsschutzbekannten Rechtsextremisten gemein macht, der kann sich nicht mehr glaubwürdig auf Demokratie und Freiheit berufen."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66, SPD) warnte vor einer Verharmlosung der Corona-Proteste: "Die Gefahr ist real, und sie ist konkret."
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66, SPD) warnte vor einer Verharmlosung der Corona-Proteste: "Die Gefahr ist real, und sie ist konkret."  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 24. Januar, 16.37 Uhr: Niederlande wollen Gaststätten und Kultur wieder öffnen

Trotz einer massiven Omikron-Welle wollen die Niederlande Gaststätten, Theater, Museen und Kinos wieder öffnen. Das hat die Regierung nach übereinstimmenden Berichten der Medien am Montag in Den Haag beschlossen.

Cafés und Restaurants sowie Kulturstätten sollen wieder bis 22 Uhr öffnen dürfen, allerdings mit Einschränkungen wie Maskenpflicht und Impf-Nachweis. Premier Mark Rutte will die Entscheidungen am Dienstagabend bekannt geben. Auch bei Sportwettkämpfen wie etwa Fußballspielen soll wieder Publikum zugelassen werden. Vor knapp zehn Tagen wurde bereits die Schließung der Geschäfte aufgehoben, nach einem harten Lockdown seit dem 18. Dezember.

Update, 24. Januar, 16.03 Uhr: Laut RKI sind 73,4 aller Deutschen vollständig geimpft und 75,5 Prozent erstgeimpft

In Deutschland sind am Sonntag 90.000 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervor.

Damit verfügen 73,4 Prozent der Bevölkerung (61 Millionen) laut RKI mittlerweile über einen vollständigen Grundschutz. Dafür sind in der Regel zwei Impfdosen nötig. Noch zählt das RKI auch Menschen, die nur eine Dosis des Johnson-&-Johnson-Präparats erhalten haben, mit - allerdings wird das umgestellt: Künftig sollen Johnson-&-Johnson-Geimpfte nur noch nach einer zweiten Impfdosis - möglichst mit einem mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna - von den 2G-Regeln profitieren.

Bislang haben den Angaben zufolge 75,5 Prozent der Bevölkerung (62,8 Millionen Menschen) mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende des Monats an. 41,9 Millionen Menschen oder 50,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland hat laut RKI bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Nicht geimpft sind laut RKI derzeit 24,5 Prozent der Bevölkerung (20,4 Millionen Menschen). Für vier Millionen dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren stehe bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.

In Deutschland wird weiter fleißig geimpft, mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat sogar schon eine Booster-Spritze bekommen.
In Deutschland wird weiter fleißig geimpft, mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat sogar schon eine Booster-Spritze bekommen.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 24. Januar, 15.46 Uhr: Forscher stoßen auf mögliche Erklärung für mildere Verläufe bei Omikron-Variante

Frankfurter Forscher haben eine mögliche Ursache für mildere Krankheitsverläufe bei der Omikron-Variante des Coronavirus identifiziert.

In Zellversuchen habe sich gezeigt, dass Omikron im Vergleich zur Vorgänger-Variante Delta besonders empfindlich gegenüber der sogenannten Interferon-Antwort des Menschen sei, teilte das Uniklinikum in Frankfurt am Montag mit. Interferone sind Teil des Immunsystems. Die Frankfurter Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse zusammen mit einem Team von der britischen University of Kent im Fachblatt "Cell Research".

"Offenbar kann Omikron im Gegensatz zu Delta nicht verhindern, dass die befallenen Zellen Interferon produzieren und ausschütten", sagte Martin Michaelis von der School of Bioscience der University of Kent laut Mitteilung.

Update, 24. Januar, 15.24 Uhr: Scholz überprüft mit Ministerpräsidenten bisherige Omikron-Strategie

Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) hat am Montag Beratungen mit den Ministerpräsidenten zur Überprüfung der aktuellen Corona-Maßnahmen aufgenommen.

Anlass ist die rasante Ausbreitung der Omikron-Virusvariante. Vor der Video-Konferenz zeichneten sich weder grundlegende Lockerungen noch Verschärfungen des bisherigen Kurses ab. Die Ergebnisse der Gespräche sollten anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Laut einem vorläufigen Arbeitspapier vom Sonntagabend sollen "die geltenden Maßnahmen konsequent fortgesetzt werden".

Update, 24. Januar, 15.13 Uhr: Corona-Rekordzahlen in Israel - Eine halbe Million aktive Fälle

Mehr als eine halbe Million der gut neun Millionen Israelis ist gegenwärtig mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der aktiven Fälle liege bei mehr als 531.000, teilte das israelische Gesundheitsministerium am Montag mit.

Mehr als 83.000 neue Fälle wurden demnach binnen 24 Stunden gemeldet - mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen deutlich höher ist. Die Zahl der Schwerkranken liegt bei 814.

Nur 63 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollständig geimpft. In Israel werden dazu zweifach Geimpfte bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Auffrischungsimpfung gezählt. 29 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei acht Prozent ist die Gültigkeit der Impfung abgelaufen. Knapp 600.000 Menschen in Israel haben bereits eine vierte Impfdosis erhalten.

In Israel wird bereits die vierte Corona-Impfung durchgeführt, trotzdem haben sich große Teile der Bevölkerung noch nicht mal die Erstimpfung geben lassen.
In Israel wird bereits die vierte Corona-Impfung durchgeführt, trotzdem haben sich große Teile der Bevölkerung noch nicht mal die Erstimpfung geben lassen.  © Oded Balilty/AP/dpa

Update, 24. Januar, 14.58 Uhr: England streicht Testpflicht nach Einreise für Geimpfte

Für geimpfte Einreisende nach England gibt es künftig eine Hürde weniger. Die verpflichtenden Corona-Tests, die bislang nach der Einreise gemacht werden müssen, sollen ersatzlos entfallen, wie der britische Premierminister Boris Johnson (57) am Montag ankündigte.

Wann die Änderung in Kraft tritt, war zunächst nicht bekannt. Bislang müssen alle Urlauber und Rückkehrer bei privaten, von der Regierung zertifizierten Anbietern auf eigene Kosten Tests buchen und bis spätestens zum zweiten Tag nach der Einreise durchführen. Derzeit ist dafür ein Antigen-Schnelltest ausreichend, zuvor wurde sogar ein PCR-Test verlangt. Für Ungeimpfte wird diese Pflicht weiterhin gelten - genauso wie weitere Tests vor der Einreise sowie an Tag 8 und die Pflicht zur Isolation.

Update, 24. Januar, 14.42 Uhr: Erneut leichter Anstieg der Zahl der Covid-19-Intensivpatienten

Am zweiten Tag in Folge ist die Gesamtzahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland leicht angestiegen.

Laut Tagesreport des Divi-Intensivregisters waren am Montag 2438 mit dem Coronavirus infizierte Patienten in intensivmedizinischer Behandlung - und damit zwölf mehr als am Vortag. Am Höhepunkt der vierten Welle in der ersten Dezemberhälfte 2021 waren rund 5000 Corona-Patienten auf Intensivstation. Dann sank die Zahl lange Zeit kontinuierlich. Am Sonntag wuchs sie dann erstmals wieder um 28.

Update, 24. Januar, 14.21 Uhr: Laut WHO-Chef kann die Akutphase der Pandemie 2022 beendet werden

Die Akutphase der Corona-Pandemie kann aus Sicht des Chefs der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einem internationalen Kraftakt in diesem Jahr beendet werden.

Dazu müssten unter anderem die Impflücken in ärmeren Ländern geschlossen werden, und es müsste mehr getestet werden, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus (56) am Montag bei einer Sitzung des WHO-Exekutivrates in Genf.

Omikron "schafft eine glaubhafte Hoffnung auf Stabilisierung und Normalisierung", sagte der WHO-Regionalchef für Europa, Hans Kluge, am Montag. Diese Variante des Coronavirus führe zu wesentlich schwächeren Krankheitsverläufen als die zuvor dominierende Delta-Variante.

Dennoch warnten Kluge und Tedros vor voreiligem Optimismus. "Es wäre gefährlich anzunehmen, dass Omikron die letzte Variante war und dass wir schon in der Endphase sind," sagte der WHO-Chef.

Tedros Adhanom Ghebreyesus (56), Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Tedros Adhanom Ghebreyesus (56), Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO).  © Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

Update, 24. Januar, 14.20 Uhr: Neue PCR-Test-Regeln: Ministerium will "zeitnah" informieren

Die Details der geplanten Priorisierung von PCR-Tests sollen "zeitnah" nach den Bund-Länder-Beratungen in einer entsprechenden Verordnung festgelegt werden.

Das sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Montag in Berlin. "Wir werden uns auf jeden Fall bemühen, begleitend zu dem Verordnungsverfahren sehr zeitnah verlässliche und nachvollziehbare Informationen dazu zu liefern", fügte er hinzu.

Update, 24. Januar, 12.34 Uhr: Deutsche Wirtschaft trotzt Omikron - Eurozone mau

Deutsche Unternehmen zeigen sich trotz der schnellen Ausbreitung der Corona-Variante Omikron überraschend optimistisch.

Der am Montag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex der Analysefirma IHS Markit stieg im Januar im Vergleich zum Vormonat um 4,4 auf 54,3 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Oberhalb der 50er-Marke ist mit Wachstum zu rechnen.

Die entscheidenden Impulse hierfür habe die Industrie geliefert, wo sich die Lieferkettenengpässe weiter entspannt hätten, teilte Markit mit. Das verarbeitende Gewerbe dürfte sich demnach in diesem Jahr weiter erholen.

"Die Probleme in den Lieferketten scheinen die Produktion immer weniger zu belasten, auch wenn es an dieser Front noch viel Raum für Verbesserungen gibt", sagte Markit-Experte Phil Smith. Allerdings seien die steigenden Kosten ein Grund zur Sorge.

Update, 24. Januar, 12.01 Uhr: Erster Coronafall bei einem Olympia-Team bei Einreise festgestellt

Bei den Einreise-Kontrollen vor den Winterspielen in Peking ist der erste Coronafall bei einem Olympia-Team festgestellt worden.

Mehr dazu erfahrt Ihr hier: Erster Corona-Fall bei einem Olympia-Team festgestellt!

Konkrete Angaben zur Identität der positiv Getesteten gibt es von den Olympia-Machern bisher nicht.
Konkrete Angaben zur Identität der positiv Getesteten gibt es von den Olympia-Machern bisher nicht.  © Yan Xiang/Sipa Asia/SIPA Asia via ZUMA Press Wire/dpa

Update, 24. Januar, 11.59 Uhr: Berlin: Wöchentliche PCR-Testkapazität kann noch um 28.000 steigen

Bei der Zahl möglicher PCR-Tests in Berlin ist nach Einschätzung von Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (56, Grüne) noch etwas Luft nach oben.

"Wir können nicht endlos ausweiten, auch nicht über gewerbliche Anbieter, weil Technik und qualifiziertes Personal den Laborkapazitäten ihre Grenzen aufzeigen", sagte Gote der Tageszeitung taz (Montag).

Bei einer Abfrage an Berliner Unis, ob sich Studierende für einen Nebenjob im Labor zur Testauswertung interessieren, hätten sich innerhalb von zwei Tagen über 100 Interessierte gemeldet.

"Mit 45 zusätzlichen Vollzeitkräften können die Labore in Berlin ihre Kapazitäten nochmal von aktuell rund 100.000 PCR-Tests pro Woche um 28.000 steigern. Viel mehr geht dann aber nicht mehr", sagte Gote.

Update, 24. Januar, 10.07 Uhr: Olympia-Organisatoren lockern Vorgaben für Corona-Tests

Nach heftigen Debatten um die Corona-Tests bei den Winterspielen haben die Olympia-Organisatoren die strikten Regeln etwas gelockert.

Kern der vom Internationalen Olympischen Komitee am Montag veröffentlichten Vorgaben ist die Festlegung des umstrittenen CT-Werts (Cycle Threshold) für einen positiven Test auf unter 35. Je niedriger dieser Wert ist, als umso ansteckender gilt eine Person.

Update, 24. Januar, 8.16 Uhr: Wüst bekräftigt Forderung nach Impfpflicht ab 18

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (46) hat die Forderung nach einer Impfpflicht ab 18 bekräftigt.

Wenige Stunden vor den Bund-Länder-Beratungen über den weiteren Kurs in der Corona-Politik sagte der CDU-Politiker am Montag in Düsseldorf, bei den Älteren sei die Impfquote etwa in NRW schon sehr hoch.

Deshalb sei es wichtig, "dort anzusetzen wo wir noch nicht so stark durchimpft sind. Für mich wäre richtig eine Impfpflicht ab 18."

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (46).
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (46).  © Oliver Berg/dpa

Update, 24. Januar, 6.34 Uhr: Lockdown in chinesischer Millionenstadt nach einem Monat aufgehoben

Nach einem Monat haben die Behörden von Xi'an am Montag den Lockdown für die 13 Millionen Bewohner der zentralchinesischen Metropole aufgehoben.

Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde der Status der alten Kaiserstadt, die seit Dezember gut 2000 Infektionen erlebt hatte, wieder auf "niedriges Risiko" heruntergestuft. Die Ausgangssperren wurden aufgehoben.

Nach einem Monat haben die Behörden von Xi'an am Montag den Lockdown für die 13 Millionen Bewohner der zentralchinesischen Metropole aufgehoben.
Nach einem Monat haben die Behörden von Xi'an am Montag den Lockdown für die 13 Millionen Bewohner der zentralchinesischen Metropole aufgehoben.  © Shao Rui/Xinhua/AP/dpa

Update, 24. Juni, 5.40 Uhr: Verband: Symptomlos Infizierte in Schlüsselpositionen arbeiten lassen

Der Verband kommunaler Unternehmen hat angesichts drohender Engpässe in kritischen Infrastrukturen den Einsatz von symptomlosen Infizierten in wichtigen Positionen ins Spiel gebracht.

"Wichtig wäre Schützenhilfe von der Politik für den Ernstfall, wie zuletzt der Wegfall der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen", teilte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing auf Anfrage mit.

"Konkret sollte zum Beispiel der Einsatz von symptomlosen Infizierten in Schlüsselpositionen erlaubt sein."

Update, 24. Januar, 5.30 Uhr: DOSB-Virologin hält Pandemie-Ende bis Anfang 2023 für möglich

Die DOSB-Virologin Barbara Gärtner hält ein Ende der Corona-Pandemie bis Anfang 2023 für möglich.

"Mich würde das nicht wundern. Ich gehe ehrlich gesagt davon aus, dass Omikron der Anfang vom Ende ist", sagte die Expertin für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie sowie Beraterin des Deutschen Olympischen Sportbund der Deutschen Presse-Agentur.

"Keiner weiß es so richtig, aber es passt in das, was wir von anderen Pandemien kennen."

Die DOSB-Virologin Barbara Gärtner.
Die DOSB-Virologin Barbara Gärtner.  © Privat/Barbara Gärtner/dpa

Update, 24. Januar, 5.03 Uhr: FDP-Gesundheitspolitikerin: Gute Argumente gegen Impfpflicht

Wenige Tage vor der geplanten ersten großen Bundestagsdebatte über die mögliche Einführung einer Corona-Impfpflicht hat die gesundheitspolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion Christine Aschenberg-Dugnus (62) das Verfahren verteidigt.

"Es ist der richtige Weg, die politische Meinungsbildung bei der Impfpflicht über eine fraktionsübergreifende Debatte im Deutschen Bundestag herbeizuführen", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Nur so könne man die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Entscheidung erreichen.

Die FDP-Politikerin ist selbst allerdings gegen eine Impfpflicht. "Meiner Meinung nach gibt es kein Argument gegen das Impfen, aber gute Argumente gegen die Allgemeine Impfpflicht."

Gesundheitspolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion Christine Aschenberg-Dugnus (62).
Gesundheitspolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion Christine Aschenberg-Dugnus (62).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 24. Januar, 5 Uhr: RKI registriert 63.393 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 840,3

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert.

Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 840,3 an.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 63.393 Corona-Neuinfektionen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.744.840 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 28 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg somit auf 116.746.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,77 an (Donnerstag: 3,56).

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 7.273.100 an.

Update, 24. Januar, 4.30 Uhr: SPD-Vize Kutschaty fordert Klarheit über vierte Impfung

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thomas Kutschaty (53) erwartet von der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag eine klare Ansage, dass eine vierte Impfung derzeit nicht nötig ist.

"Viele Bürgerinnen und Bürger fragen gerade in den Arztpraxen nach, ob sie jetzt eine vierte Impfung brauchen", sagte der Oppositionsführer im nordrhein-westfälischen Landtag der Deutschen Presse-Agentur.

Da sei jetzt Klarheit notwendig. Mit der dritten sogenannten Booster-Impfung sei man gut geschützt, das zeigten auch die Erfahrungen der Länder, in denen bereits zum vierten Mal geimpft wurde.

"Priorität hat weiterhin, dass die nicht vollständig Geimpften sich bis zur dritten Impfung boostern lassen."

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thomas Kutschaty (53).
Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thomas Kutschaty (53).  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 24. Januar, 4.03 Uhr: Umfrage: Ein Drittel für Verschärfung der Corona-Maßnahmen

Angesichts drastisch steigender Corona-Infektionszahlen ist etwa ein Drittel der Menschen in Deutschland (34 Prozent) für eine Verschärfung der Maßnahmen.

Mehr dazu gibt's hier: Ein Drittel der Deutschen für Verschärfung der Corona-Maßnahmen.

Update, 24. Januar, 6.05 Uhr: CSU und FDP fordern von Bund-Länder-Spitzen Lockerungsplan

Trotz emporschnellender Corona-Infektionszahlen fordern Politiker von FDP und CSU von den am Montag beratenden Bund-Länder-Spitzen einen Plan für künftige Lockerungen der Schutzmaßnahmen.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (51) sagte der "Welt", er erwarte von der Runde der Ministerpräsidenten mit Kanzler Olaf Scholz (63, SPD) eine kluge Strategie, um sich "Stück für Stück aus der Pandemie herauszubewegen".

Klar sei: "Der Status der Pandemie wird mit Omikron ein anderer. Deshalb müssen auch die Bewertungsmaßstäbe angepasst werden. Dabei gilt es, Ermüdungseffekte in der Gesellschaft zu erkennen und aufzunehmen."

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) sagte in der ARD-Sendung "Anne Will", wenn der für Mitte Februar erwartete Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten sei und die Zahlen auch in den Krankenhäusern zurückgingen, müssten die Maßnahmen gelockert werden. Dies sei selbstverständlich.

Update, 23. Januar, 20.23 Uhr: Lauterbach: Nach der Welle schrittweise Öffnungen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) hat verteidigt, dass es bei der Verkürzung des Genesenenstatus von bisher sechs auf nun drei Monate keine Übergangsregelungen gibt.

"Ich kann jetzt nicht sagen, es gibt einen Übergang, wenn das medizinisch nicht zu halten ist", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Corona-Genesene hätten angesichts der nun vorherrschenden Omikron-Variante ihren Impfschutz nach drei Monaten leider verloren und könnten sich infizieren. "Wenn man da Sicherheit will und die Fallzahlen kontrollieren will und die Vulnerablen besonders schützen will, dann muss man schnell handeln."

Update, 23. Januar, 18.15 Uhr: 50.000 demonstrieren in Brüssel gegen Corona-Maßnahmen

Zehntausende Menschen haben in Brüssel gegen die Corona-Auflagen demonstriert - teilweise mit Gewalt. 50.000 Menschen versammelten sich am Sonntag in der Brüsseler Innenstadt, wie eine Sprecherin der Polizei der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Sechs Personen seien bereits vor Beginn der Demonstration wegen Besitzes von gefährlichen oder verbotenen Gegenständen festgenommen worden, sagte die Sprecherin.

Die Demonstranten marschierten vom Nordbahnhof ins europäische Viertel, wo teils Krawalle ausbrachen. Demonstranten Gegenstände auf Polizisten und beschädigten Gebäude. Die Polizei habe Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, um die Beteiligten wegzudrängen. Ab 15 Uhr wurde die Demonstration nach Angaben der Polizei aufgelöst.

Polizisten und Demonstranten während des Protestes gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung in der belgischen Hauptstadt Brüssel.
Polizisten und Demonstranten während des Protestes gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung in der belgischen Hauptstadt Brüssel.  © Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Update, 23. Januar, 17.45 Uhr: Harte Einschränkungen für Ungeimpfte treten in Frankreich in Kraft

In Frankreich treten drastische Einschränkungen für nicht gegen Corona Geimpfte in Kraft. Ab Montag haben Ungeimpfte und Nicht-Genesene etwa keinen Zugang mehr zu Restaurants, Bars, Kultureinrichtungen, Sportveranstaltungen und Fernzügen.

Grund ist die Einführung des "pass vaccinal" (Impfpass) in Frankreich. Dieser Nachweis über Genesung oder Impfung muss künftig für die Teilnahme am öffentlichen Leben vorgelegt werden. Bislang reichte auch der Nachweis über einen negativen Corona-Test.

Der "pass vaccinal" entspricht grob der 2G-Regelung in Deutschland. Ausnahmen sollen zunächst aber für Menschen gelten, die sich noch kurzfristig für eine erste Impfung entscheiden. Sie sollen vorerst weiter ein negatives Testergebnis vorlegen dürfen. Laut einem Urteil des französischen Verfassungsrats dürfen die Einschränkungen für Ungeimpfte nur solange in Kraft bleiben, wie es die Pandemie erfordert.

Update, 23. Januar, 16.58 Uhr: Erstmals seit Dezember Anstieg der Intensivbetten-Belegung

Erstmals seit Mitte Dezember gibt es wieder einen Anstieg bei der Zahl auf Intensivstationen behandelter Covid-19-Patienten.

Laut Tagesreport des Divi-Intensivregisters waren am Sonntag 2426 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung erfasst - und damit 28 mehr als am Vortag. Ein Anstieg war zuletzt im Tagesreport vom 13. Dezember gemeldet worden, um 21 auf 4926 Patienten. Danach war die Zahl stetig gesunken.

Bisher schien sich die Welle der neuen Corona-Virusvariante Omikron nicht auf die Intensivstationen niederzuschlagen, dies könnte sich nun ändern. Experten hatten stets davor gewarnt, dass im Zuge rasant steigender Fallzahlen auch die Zahl der Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung wieder steigen dürfte, auch wenn Omikron seltener zu schweren Verläufen führt als die zuvor dominierende Variante Delta.

Ein Symbol auf der Intensivstation für Corona-Patienten am Klinikum Offenbach weist auf den Covid-Bereich hin.
Ein Symbol auf der Intensivstation für Corona-Patienten am Klinikum Offenbach weist auf den Covid-Bereich hin.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 23. Januar, 16.31 Uhr: Zunächst wohl keine neuen Maßnahmen

Auf die Bürger kommen zunächst wahrscheinlich keine weiteren Verschärfungen von Corona-Maßnahmen zu.

Vor der zweiten Omikron-Krisensitzung zwischen Bund und Ländern in diesem Jahr zeichnen sich aber auch keine Lockerungen ab. Vertreter der Bundesregierung und aus den Ländern machten vor den Beratungen am Montag deutlich, dass die im Moment geltenden Regelungen beibehalten werden sollten.

Update, 23. Januar, 16.05 Uhr: Lauterbach und Kahn sprechen über Corona

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) und FC Bayern Münchens Vorstandschef Oliver Kahn (52) haben sich bei einem Treffen in Berlin über die aktuelle Corona-Lage ausgetauscht.

An diesem Montag beraten die Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ein weiteres Mal über den weiteren Umgang mit der Omikron-Welle.

"Mit Oliver Kahn habe ich heute kurz über Fußball und Corona gesprochen. Das Gespräch war sehr angenehm und spannend für mich", twitterte Lauterbach am Sonntag. "Trotzdem bin ich noch immer kein FC Bayern Fan", schrieb der Gesundheitsminister außerdem in dem Tweet. Zu den Inhalten des Gesprächs mit dem Bayern-Chef äußerte Lauterbach nichts Konkretes. Es soll aber einen weiteren Austausch geben: "Rückspiel ist vereinbart."

Update, 23. Januar, 15.09 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz äußert sich vor Corona-Beratungen

Olaf Scholz (63, SPD) sieht momentan keinen Anlass für ein Umsteuern bei den Corona-Maßnahmen in Deutschland.

"Es ist jedenfalls sicher nicht angebracht, mitten in der Omikron-Welle auf breiter Front die Regeln zu lockern", sagte der Bundeskanzler in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung mit Blick auf die anstehenden Corona-Beratungen mit den Ländern an diesem Montag. "Wir brauchen keine Kurskorrektur."

Scholz sagte, das Land sei auf dem richtigen Weg. Die seit November eingeführten strengen Regeln hätten dazu geführt, dass die Omikron-Welle Deutschland später erreicht habe als die europäischen Nachbarn. Er verwies etwa auf die vor gut zwei Wochen beim letzten Bund-Länder-Gipfel vereinbarte 2G-plus-Regel für Restaurants.

Der SPD-Politiker verteidigte sein Eintreten für eine allgemeine Impfpflicht, über die im Bundestag ohne Fraktionszwang abgestimmt werden soll: "Mittlerweile bin ich überzeugt: Ohne eine Impfpflicht wird es uns nicht gelingen, die Quote auf das Niveau zu bringen, das nötig ist, damit wir die Pandemie hinter uns lassen können." Die Lage werde sich hoffentlich im Frühjahr und Sommer entspannen. Der nächste Herbst komme aber bestimmt. "Wenn wir durch eine allgemeine Impfpflicht eine sehr hohe Impfquote erreicht haben, werden wir der nächsten Volte des Virus ein Schnippchen schlagen können."

Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) sieht keinen Anlass für ein Umsteuern.
Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) sieht keinen Anlass für ein Umsteuern.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Update, 23. Januar, 14.10 Uhr: 39 Corona-Fälle bei Einreisekontrollen vor Winterspielen

Bei der ersten Anreisewelle zu den Winterspielen in Peking sind 39 Corona-Fälle bei Beteiligten festgestellt worden.

Es seien keine der 171 Athleten und Team-Funktionäre von den positiven Tests am Flughafen betroffen gewesen, teilten die chinesischen Organisatoren am Sonntag mit. Die Fälle verteilen sich demnach unter den 2415 anderen Akkreditierten, die zwischen dem 4. und 22. Januar in Peking angekommen waren.

Bei den Winterspielen gelten strenge Corona-Richtlinien. Vor der Anreise müssen alle Olympia-Beteiligten zwei negative PCR-Tests nachweisen. Nur mit Impfnachweis kann eine dreiwöchige Quarantäne bei der Einreise in Peking vermieden werden. Die Organisatoren wollen mit einer geschlossenen Blase und täglichen Tests die Verbreitung von Infektionen vermeiden und Kontakte zur chinesischen Bevölkerung verhindern. China verfolgt in der Pandemie eine Null-Covid-Politik.

Bei den insgesamt 336.421 Tests, die in den vergangenen gut zwei Wochen innerhalb der Olympia-Blase genommen wurden, stellten die Veranstalter 33 Corona-Fälle fest. Auch hier waren keine Athleten und Funktionäre betroffen.

Update, 23. Januar, 12.40 Uhr: IOC-Mediziner verteidigt Corona-Testregeln in Peking

In der Debatte um die Corona-Testregeln bei den Winterspielen in Peking hat das Internationale Olympische Komitee das Vorgehen verteidigt.

>>> Hier erfahrt Ihr mehr zu den Aussagen eines IOC-Mediziners und zur Diskussion um die Corona-Testregeln in Peking.

Die Olympischen Winterspiele finden dieses Jahr in Peking statt - trotz der Corona-Pandemie.
Die Olympischen Winterspiele finden dieses Jahr in Peking statt - trotz der Corona-Pandemie.  © Song Jiaru/Sipa Asia/SIPA Asia via ZUMA Press Wire/dpa

Update, 23. Januar, 11.10 Uhr: Corona-Expertenrat kritisiert dünne Datenlage in Deutschland

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung kritisiert eine zu dünne Datenlage bei der Pandemiebeobachtung in Deutschland und mahnt "dringende Maßnahmen für eine verbesserte Datenerhebung und Digitalisierung" an.

Auch zwei Jahre nach Beginn der Pandemie bestehe weiterhin kein Zugang zu einigen wichtigen, aktuellen Versorgungsdaten, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des Gremiums. Die Omikron-Welle verstärke und verdeutliche das Defizit.

"Eine Echtzeitübersicht über alle verfügbaren Krankenhausbetten mit aktueller Belegung auch außerhalb der Intensivmedizin wird dringend benötigt." Die Expertinnen und Experten fordern "zeitnahe", "tagesaktuelle" Daten etwa zu Krankenhauseinweisungen in allen Altersgruppen und zu freien und belegten "Ressourcen".

Verwiesen wird auf andere Länder, wie Israel, wo eine "Datenerhebung in Echtzeit auf individueller Fallebene zur effizienten Bewältigung der Pandemie erheblich beigetragen" habe. Im Moment bediene sich Deutschland zur Einschätzung der Omikron-Variante vorrangig ausländischer Untersuchungen. Diese ließen sich aber wegen der unterschiedlichen Altersstruktur, unterschiedlicher Impfquoten und verschiedener Gesundheitssysteme nur schwer auf Deutschland übertragen.

Update, 23. Januar, 8 Uhr: Pläne werden konkreter! So könnte die Impfpflicht aussehen

Wenige Tage vor den Beratungen über eine Impfpflicht im Bundestag nehmen die Pläne der Befürworter Konturen an.

Mehr Informationen dazu, wie eine Corona-Impfpflicht in Deutschland aussehen könnte, findet Ihr hier.

Derzeit muss noch geklärt werden, wie viele Impfungen für die Erfüllung der Pflicht notwendig wären. (Symbolbild)
Derzeit muss noch geklärt werden, wie viele Impfungen für die Erfüllung der Pflicht notwendig wären. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Update, 23. Januar, 7.45 Uhr: Zustimmung zu allgemeiner Impfpflicht sinkt laut Umfrage

Die Zustimmung in der Bevölkerung zu einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus in Deutschland sinkt.

Es ist aber immer noch eine deutliche Mehrheit dafür. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur befürworten 60 Prozent eine allgemeine Impfpflicht, 32 Prozent sind dagegen, 8 Prozent machen keine Angaben. Anfang Dezember waren noch 63 Prozent dafür und nur 30 Prozent dagegen.

Der Bundestag will am kommenden Mittwoch erstmals über eine allgemeine Impfpflicht debattieren. Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hat sich dafür entschieden, den Fraktionszwang aufzuheben und die Abgeordneten frei entscheiden zu lassen. Es liegt bereits ein Gruppenantrag des FDP-Abgeordneten Wolfgang Kubicki (69) gegen eine Impfpflicht vor. Zudem haben Abgeordnete von SPD, Grünen und FDP einen Antrag für eine Impfpflicht ab 18 Jahren angekündigt.

Die alte Bundesregierung von Union und SPD hatte die Impfpflicht lange Zeit abgelehnt, auch in der Bevölkerung gab es zu Beginn der Impfkampagne vor gut einem Jahr noch keine Mehrheit dafür. Wenige Tage nach der ersten Impfung in Deutschland am 26. Dezember 2020 hatten sich in einer YouGov-Umfrage noch 56 Prozent gegen eine allgemeine Impfpflicht und nur 33 Prozent dafür ausgesprochen.

Nach der aktuellen Umfrage wächst die Zustimmung zur Impfpflicht mit zunehmendem Alter. Von den 18- bis 24-Jährigen sind nur 48 Prozent dafür und 35 Prozent dagegen. In der Altersklasse über 55 sind 68 Prozent dafür und nur 26 Prozent dagegen.

Update, 23. Januar, 5.12 Uhr: RKI registriert 85.440 Corona-Neuinfektionen

Die vom Robert Koch-Institut gemeldete bundesweite 7-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 800 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 806,8 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 772,7 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 515,7 (Vormonat: 220,7). Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 85.440 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.04 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 52.504 Ansteckungen.

Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter zunehmend am Limit sind. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 54 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 47 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.681.447 nachgewiesene Infektionen. Die Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,77 an (Donnerstag: 3,56). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 7.230.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.718.

Die vom Robert Koch-Institut gemeldete 7-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 800 überschritten. (Symbolbild)
Die vom Robert Koch-Institut gemeldete 7-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 800 überschritten. (Symbolbild)  © Uwe Anspach/dpa

Update, 23. Januar, 4.55 Uhr: Handel dringt vor Bund-Länder-Runde auf Ende von 2G beim Einkaufen

Vor dem Spitzengespräch von Bund und Ländern zur weiteren Corona-Politik hat der Handelsverband Deutschland (HDE) an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) appelliert, die 2G-Zugangsbeschränkungen für den Einzelhandel abzuschaffen.

In Bayern und Niedersachsen sei die 2G-Regel, die in großen Teilen des Einzelhandels nur Geimpften und Getesteten den Zutritt gestattet, bereits aufgehoben, betonte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser (71) in einem Brief an Lauterbach. Nun sei es an der Zeit, die Zugangsbeschränkungen im Handel auch bundesweit auf den Prüfstand zu stellen.

"Wir bitten Sie daher, sich im Zuge der Bund-Länder-Abstimmungen bei der Ministerpräsidentenkonferenz kommenden Montag dafür einzusetzen, die strikten 2G-Zugangsbeschränkungen für den Einzelhandel mit Gütern außerhalb des täglichen Bedarfs aufzuheben – mindestens aber in Form von Stichprobenkontrollen an der Kasse zu vereinfachen", heißt es in dem Schreiben, dass der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Sanktjohanser schrieb, die Infektionszahlen aus Schleswig-Holstein, wo die 2G-Regel gilt, und Niedersachsen, wo sie aufgehoben ist, belegten, dass es "keine erkennbaren Auswirkungen" der Zugangsbeschränkungen im Einzelhandel auf das Infektionsgeschehen gebe. Die Auswirkungen von 2G auf den betroffenen Handel seien dagegen groß, klagte der HDE-Präsident. Der Nicht-Lebensmittel-Handel leide unter Umsatzrückgängen von bis zu 30 Prozent. Zudem führten die notwendigen Kontrollen der 2G-Beschränkungen auch noch zu einem erhöhten Personalaufwand.

Sanktjohanser appellierte an Lauterbach, hier rasch Abhilfe zu schaffen: "Es geht um das Überleben tausender Geschäfte."

Update, 23. Januar, 4.45 Uhr: Corona verschärft Personalmangel

Angesichts des coronabedingt gestiegenen Mangels an Krankenschwestern und -pflegern in Deutschland fürchten Kliniken die negativen Folgen einer schlecht umgesetzten Impfpflicht.

Die Sorge ist, dass Bund, Länder und örtliche Gesundheitsämter die ab 15. März geltende Impfpflicht für das Gesundheitswesen nicht einheitlich umsetzen. Das sagte Roland Engehausen, der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, der Deutschen Presse-Agentur. Denn das könnte den Wettbewerb der Krankenhäuser um das händeringend gesuchte Personal noch anheizen.

Wie sehr die Corona-Pandemie den Personalmangel in der Pflege verschärft hat, legen Daten des Jobportals Stepstone nahe. Dort war die Zahl der Stellenanzeigen für Pflegeberufe im Dezember 2021 um 85 Prozent höher als vor Beginn der Pandemie im Januar 2020. Das teilte Stepstone auf Anfrage mit. Zum Vergleich: Die Jobausschreibungen insgesamt haben auf dem Portal im selben Zeitraum um 40 Prozent zugelegt. Absolute Zahlen nannte das Düsseldorfer Unternehmen nicht.

"Was nicht passieren darf, ist eine unterschiedliche Umsetzung von Einrichtung zu Einrichtung und von Gesundheitsamt zu Gesundheitsamt", sagte Engehausen. "Wenn in einer Region ein nicht geimpfter Beschäftigter ohne klar nachvollziehbare Gründe weiter arbeiten darf und in einer anderen nicht, wäre das nicht gut."

Ebenso besorgt sind die Kliniken, dass der Mut zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht die Berliner Koalition wieder verlässt: "Unsere Befürchtung ist, dass die allgemeine Impfpflicht zerredet wird, die einrichtungsbezogene Impfpflicht unklar geregelt wird, und wir wieder den Fehler machen, im Herbst nicht auf eine neue Virus-Variante vorbereitet zu sein, die nach den Erfahrungen der letzten beiden Jahre so sicher kommen dürfte wie das Amen in der Kirche", sagt Engehausen.

Wie sehr die Pandemie den Personalmangel in der Pflege verschärft hat, legen neue Daten nahe. (Symbolbild)
Wie sehr die Pandemie den Personalmangel in der Pflege verschärft hat, legen neue Daten nahe. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 23. Januar, 4.30 Uhr: Mittelstand fordert Verlängerung der Regelung zur Kurzarbeit

Ein Bündnis von Mittelstandsverbänden hat Arbeitsminister Hubertus Heil (49, SPD) aufgefordert, sich für eine Verlängerung des erleichterten Zugangs zum Kurzarbeitergeld einzusetzen. In einem Schreiben an Heil heißt es, noch immer leide die deutsche Wirtschaft unter den Folgen der Corona-Pandemie.

Das Instrument der Kurzarbeit habe Millionen Beschäftigten den Arbeitsplatz gesichert und unzählige Unternehmen finanziell entlastet. "Sollte diese wirkungsvolle Abfederung einer wirtschaftlichen Rezession wie geplant Ende März auslaufen, würde dies den Arbeitsmarkt tief erschüttern." Der erleichterte Zugang zu Kurzarbeit in der Corona-Krise war zuletzt für weitere drei Monate bis zum 31. März 2022 verlängert worden.

In dem Schreiben an Heil, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag, heißt es, die derzeitige Lage sei von großer Unsicherheit geprägt. Der Wirtschaft dürfe nicht ein gut funktionierendes Instrument der Stabilität und Sicherheit entzogen werden. "Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands würde langfristige und irreversible Schäden davontragen. Der Mittelstand richtet daher einen dringenden Appell an die Bundesregierung, die Kurzarbeiterregelung um weitere sechs Monate zu verlängern."

Gesunde mittelständische Unternehmen müssten die Chance erhalten, ihr wirtschaftliches Überleben zu sichern, heißt es. Politik und Wirtschaft müssten gemeinsam dafür sorgen, dass die Corona-Pandemie den Fachkräftemangel nicht noch verstärke. Zu dem Bündnis zählen neben anderen der Bundesverband mittelständische Wirtschaft, die Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft, der Bundesverband Taxi und Mietwagen und der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen.

Update, 23. Januar, 4 Uhr: Corona hat riesige wirtschaftliche Schäden verursacht

Die Pandemie hat in den vergangenen beiden Jahren zu riesigen wirtschaftlichen Schäden geführt. Das Institut der deutschen Wirtschaft kommt in einer Analyse zum Ergebnis, dass der Wertschöpfungsausfall bei rund 350 Milliarden Euro liegt. Ein Großteil gehe auf Ausfälle beim privaten Konsum zurück, etwa wegen Lockdown-Maßnahmen.

Selbst wenn zum Jahresende 2022 beim Bruttoinlandsprodukt das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden sollte, bestehe auch dann noch eine "markante Lücke" zur Wirtschaftsleistung im Vergleich dazu, wenn es die Pandemie nicht gegeben hätte, heißt es in einem IW-Kurzbericht. "Erst mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren können Stück für Stück die Wertschöpfungs- und Einkommenslücken infolge der Pandemie wieder geschlossen werden."

Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum in Deutschland. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr, erwartet die Regierung nun noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,6 Prozent. Die Vorgängerregierung war im Herbst noch von 4,1 Prozent Wachstum in diesem Jahr ausgegangen. Die Prognose ist Teil des Jahreswirtschaftsberichts, der am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll.

2021 legte die deutsche Wirtschaft mit 2,7 Prozent Wachstum nach dem Einbruch 2020 zwar wieder zu. Allerdings fiel der vom Statistischen Bundesamt anhand erster Zahlen vermeldete Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts geringer aus als lange erhofft.

Update, 23. Januar, 3.45 Uhr: Eintracht-Trainer Oliver Glasner kritisiert Corona-Regeln im Fußball

Eintracht-Coach Oliver Glasner (47) hat Unverständnis geäußert über die aktuell gültigen Corona-Regeln im Fußball.

Dass er wegen der Pandemie noch kein Heimspiel mit der Eintracht in einem ausverkauften Stadion erleben durfte, stimme ihn "traurig und enttäuscht", sagte Glasner in einem Interview der Bild am Sonntag und führte aus: "Ich schaue immer wieder Premier League, habe mir auch die Wild-Card-Games im Football angesehen: 93.000 Zuschauer in Dallas, wo das Stadion geschlossen ist, keine Masken. Da frage ich mich, warum es dort geht und hier nicht."

Seit dem Beschluss der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) im Dezember gibt es in den Stadien strenge Zugangsregeln, die von den Ländern jedoch völlig unterschiedlich interpretiert werden. So dürfen in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen gar keine Zuschauer in die Arenen. Der 1. FC Magdeburg kann aufgrund der 50-Prozent-Verordnung in Sachsen-Anhalt jedoch vor bis zu 15.000 Zuschauern spielen.

"Als Frankfurter könnte man also theoretisch dort ins Stadion gehen, hier aber nicht. Das soll mir mal bitte jemand erklären", sagte Glasner, der vor dieser Saison vom VfL Wolfsburg zu Eintracht Frankfurt gewechselt war. Vor dem nächsten Treffen von Bund und Ländern am Montag haben sich inzwischen die vier wichtigsten deutschen Profiligen zusammengeschlossen und fordern in einem Schreiben an das Kanzleramt und die Ministerpräsidenten ein Ende von Pauschalverboten.

Oliver Glasner (47) von Eintracht Frankfurt kann die aktuell geltenden Regeln nicht nachvollziehen.
Oliver Glasner (47) von Eintracht Frankfurt kann die aktuell geltenden Regeln nicht nachvollziehen.  © Matthias Balk/dpa

Update, 23. Januar, 1.45 Uhr: Neuseelands Premierministerin muss Hochzeit wegen Corona verschieben

Die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern (41) muss ihre Hochzeit wegen neuer Coronavirus-Restriktionen im Land verschieben.

Grund dafür seien erste bekannt gewordene Fälle von Infektionen mit der Omikron-Variante im Land, sagte Ardern am Sonntag bei einer überraschend einberufenen Pressekonferenz in Wellington. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu unterbinden, soll unter anderem noch ab Sonntag die Zahl von Menschen bei Versammlungen reduziert werden.

Nun habe sie auch die Hochzeit mir ihrem Verlobten Clarke Gayford (44) verschoben. Termin und Ort des Ereignisses waren bisher nicht bekannt, ebenso wenig wie der neue Termin. "So ist das Leben halt", antwortete sie auf eine Frage zu ihren Gefühlen wegen der Verschiebung. "Es geht mir auch nicht anders, wenn ich das sagen darf, als tausenden von Neuseeländern, die noch schlimmere Auswirkungen der Pandemie erlebten."

In Neuseeland wurden unter den knapp fünf Millionen Einwohnern bisher rund 15.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert, 52 Menschen starben.

Update, 23. Januar, 1.10 Uhr: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst gegen Lockerungen von Maßnahmen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU) hat sich mit Blick auf die bevorstehenden Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage gegen große Lockerungen von Maßnahmen ausgesprochen.

"Ein Signal zu großflächigen, pauschalen Lockerungen käme im Moment noch zu früh", sagte der CDU-Politiker in einem Interview des Tagesspiegel. "Immer noch sterben rund 1500 Menschen pro Woche an Corona, das Personal in den Krankenhäusern ist komplett ausgelaugt - das kann uns doch nicht kalt lassen", gab Wüst zu bedenken, der Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist.

Bund und Länder wollen an diesem Montag die Lage angesichts der rasanten Ausbreitung der Corona-Variante Omikron beraten. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte jüngst einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet, die Neuinfektionen binnen eines Tages lagen zuletzt bei mehr als 135.000.

In Handel und Gastronomie stehe eine Lockerung der 2G- und 2G-Plus-Regeln für ihn derzeit nicht zur Debatte, sagte Wüst. Dabei gehe es auch um Planbarkeit. "Das Schlimmste für die Menschen ist mangelnde Planbarkeit und ein ständiges Hin und Her. Deswegen ist Voraussicht wichtig. Das heißt aber auch, dass man nicht alle 14 Tage Verordnungen in die eine und dann wieder in die andere Richtung ändert", sagte der NRW-Ministerpräsident.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU) setzt auf Sicherheit.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU) setzt auf Sicherheit.  © Oliver Berg/dpa

Update, 23. Januar, 1.10 Uhr: Karl Lauterbach kündigt neue Impfkampagne in verschiedenen Sprachen an

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) hat für die kommende Woche den Start einer neuen Impfkampagne in der Corona-Pandemie angekündigt.

"Wir sind in der Pflicht, die Menschen zu erreichen", sagte der SPD-Politiker der Bild am Sonntag. Daher beginne am Dienstag eine breit angelegte Kampagne mit Plakaten sowie Radio- und Fernsehspots. Diese sei "kreativer" als die bisherigen Versuche, die Bevölkerung zum Impfen zu ermuntern. "Und sie ist in ganz unterschiedlichen Sprachen", fügte Lauterbach hinzu.

Die neue Impfkampagne soll demnach unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, darunter Ältere, Familien und junge Männer auf dem Land sowie Menschen mit Migrationshintergrund. "Wir müssen alles versuchen, die Impflücke zu schließen, das ist auch eine Voraussetzung für eine eventuelle Impfpflicht."

Laut dem Robert Koch-Institut haben bis zum Samstag (Stand: 9.01 Uhr) in Deutschland mindestens 61 Millionen Menschen ihre Grundimmunisierung mit der meist nötigen zweiten Spritze erhalten. Das sind 73,3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens 41,7 Millionen Menschen haben zusätzlich eine Auffrischimpfung erhalten.

Update, 23. Januar, 1.05 Uhr: Corona-Lockerungen nach Stufen entwickeln

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat angesichts der Beratungen von Bund und Ländern am Montag gefordert, einen Corona-Lockerungsplan nach Stufen zu entwickeln.

Es müsse "bereits jetzt eine Exitstrategie vorbereitet werden", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg (69) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "In den Nachbarländern können wir verfolgen, dass die Pandemie irgendwann ihren Höhepunkt erreicht haben wird und dann die Zahlen drastisch und schnell wieder sinken."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) schätze, dass dieser Punkt in Deutschland etwa Mitte Februar erreicht sein werde, sagte Landsberg. "Deshalb wäre es klug, bereits jetzt festzulegen, wann welche Beschränkungen in welcher Reihenfolge unter welchen Voraussetzungen zurückgefahren werden können", erklärte er. "Das wäre zugleich ein wichtiges Hoffnungssignal an die Bevölkerung, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt."

Zunächst müssten die bestehenden Einschränkungen wie etwa Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen aber konsequent beibehalten werden. "Deutschland ist damit bislang vergleichsweise gut gefahren, denn die Inzidenzzahlen steigen derzeit nicht so schnell wie in vielen Nachbarländern", sagte Landsberg.

Update, 23. Januar, 1 Uhr: Expertenrat empfiehlt Vorbereitung möglicher weiterer Maßnahmen

Der Expertenrat der Bundesregierung fordert wegen der rasanten Ausbreitung der Corona-Variante Omikron Vorbereitungen für mögliche weitere Schritte. "Das hochdynamische Infektionsgeschehen erfordert aktuell eine Beibehaltung und strikte Umsetzung der bisherigen Maßnahmen", heißt es in einer veröffentlichten Stellungnahme.

Wenn infolge weiter steigender Inzidenzen kritische Marken etwa bei Klinikeinweisungen erreicht würden, könnten weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle nötig werden. "Diese sollten daher jetzt so vorbereitet werden, dass sie ohne Verzögerung umgesetzt werden können."

Sowohl Kontaktbeschränkungen als auch Booster-Impfungen seien notwendig, um die Dynamik der aktuellen Welle zu bremsen und das Gesundheitssystem und die kritische Infrastruktur zu schützen, heißt es in der einstimmig gefassten Empfehlung der 19 Ratsmitglieder. Auf eine Intensivierung der Booster-Kampagne sei daher Wert zu legen.

Durch die bestehende Kontaktreduktionen und das besonnene Verhalten der Bürger sei der international beobachtete steile Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland zunächst verlangsamt worden. Der Expertenrat erwartet aber einen weiteren Anstieg. In der Spitze könnten Sieben-Tages-Inzidenzen "von mehreren Tausend regional erreicht werden".

Die Klinikbelastung werde entscheidend von den Inzidenzen bei ungeimpften Erwachsenen und den über 50-Jährigen abhängen. Noch seien diese vergleichsweise niedrig, es seien aber Infektionen in die Gruppe der Älteren eingetragen worden.

Die Klinikbelastung wird zum Zünglein an der Waage. (Symbolbild)
Die Klinikbelastung wird zum Zünglein an der Waage. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 22. Januar, 22.19 Uhr: Gesundheitsminister verlangen Klärung bei Einrichtungsimpfpflicht

Die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder fordern bei der beschlossenen einrichtungsbezogenen Impfpflicht gegen Corona vom Bundesgesundheitsministerium mehr Informationen zur konkreten Umsetzung.

Zudem sprechen sie sich für die Prüfung eines mehrstufigen Verfahrens aus, so dass ungeimpfte Beschäftigte nicht sofort mit einem Tätigkeitsverbot belegt werden müssten. Außerdem plädieren sie dafür, den bald zur Verfügung stehenden Impfstoff Novavax zunächst vorrangig diesem Personenkreis anzubieten.

In einem gemeinsamen Beschluss nach einer Schaltkonferenz der Ressortchefs am Samstag wird das Bundesgesundheitsministerium gebeten, gemeinsam mit den Bundesländern "unverzüglich" alle offenen Fragen bei dem Thema zu klären, etwa für wen ganz genau die Impfpflicht gelten soll, welche Ausnahmen es gibt und wie Betroffene angehört werden.

Update, 22. Januar, 17.43 Uhr: Corona-Fälle: Wiener Philharmoniker sagen Konzerte in Deutschland ab

Wegen steigender Corona-Fallzahlen in den Reihen der Wiener Philharmoniker hat das Orchester zwei Konzerte in Deutschland abgesagt.

Am Montag und Dienstag werden die geplanten Auftritte in der Kölner Philharmonie und der Hamburger Elbphilharmonie nicht stattfinden, wie das berühmte Ensemble am Samstag bekanntgab. Auch ein Konzert in Paris fällt kommende Woche aus.

Der Rest der Tournee mit dem Dirigenten Valery Gergiev und dem Pianisten Denis Matsuev soll im Februar wie geplant in Essen, Frankfurt und in den Vereinigten Staaten über die Bühne gehen.

Update, 22. Januar, 17.37 Uhr: Untervariante von Omikron wird in Großbritannien stärker beobachtet

Eine möglicherweise noch leichter übertragbare Untervariante von Omikron wird in Großbritannien künftig aufmerksamer beobachtet.

Die britische Gesundheitsbehörde stufte die Variante namens BA.2, eine spezielle Ausprägung der Omikron-Mutante, als "Variante unter Beobachtung" ein. Üblicherweise werden Varianten, die gegebenenfalls irgendwann "besorgniserregende Varianten" genannt werden, zunächst beobachtet und weiter analysiert. Grund ist der Verdacht, dass BA.2 noch leichter übertragbar sein könnte als die Urform der Omikron-Variante, die auch BA.1 heißt.

Bislang seien in Großbritannien 426 Fälle von BA.2 bekannt, hieß es am Freitagabend von der Behörde. Erste Analysten legten die Vermutung nahe, dass die Untervariante noch leichter übertragbar sein könnte als BA.1 - aber es seien noch weitere Analysen notwendig.

Unklar ist außerdem, wo die Variante als erstes aufgetaucht sein könnte. Es seien auch Fälle aus Dänemark, Indien, Schweden und Singapur bekannt - der Großteil davon in Dänemark mit mehr als 6400 Fällen.

Welche Auswirkungen die neue Variante namens BA.2 auch für die Situation auf den Intensivstationen haben könnte, wird derzeit untersucht.
Welche Auswirkungen die neue Variante namens BA.2 auch für die Situation auf den Intensivstationen haben könnte, wird derzeit untersucht.  © Ole Spata/dpa

Update, 22. Januar, 17.34 Uhr: Polizeipatrouillen statt Promi-Parties bei Skirennen in Kitzbühel

Das Society-Schaulaufen während der traditionellen Skirennen in Kitzbühel ist strengen Corona-Regeln zum Opfer gefallen. Im noblen Wintersportort galten vor und während der Weltcup-Wettbewerbe der Herren am Wochenende schärfere Beschränkungen als im übrigen Österreich.

Die Parties, die vor der Pandemie Stars wie Arnold Schwarzenegger, Thomas Gottschalk oder Uschi Glas nach Tirol gelockt hatten, fanden wie schon im Vorjahr nicht statt. Die Veranstalter trugen es mit Fassung.

Solche Après-Ski-Veranstaltungen sind in Österreich derzeit verboten. In Kitzbühel wurde zudem das Feiern unter freiem Himmel untersagt und eine FFP2-Maskenpflicht im Stadtzentrum verhängt. Bei den Rennen wurden nur 1000 Zuschauer zugelassen. Die Polizei kontrollierte die Einhaltung der Regeln "in Dauerschleife", wie es seitens der Behörden hieß. Die Skiregion kämpft derzeit mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von rund 3300.

Update, 22. Januar, 17.30 Uhr: Wieder Proteste gegen Corona-Politik - Demonstranten auch vor SWR

Aus Protest gegen die Corona-Maßnahmen und eine geplante Impfpflicht sind am Samstag erneut mehrere tausende Menschen in Deutschland auf die Straße gegangen.

In Schwerin folgten etwa 1100 Teilnehmer dem Aufruf zu einer Kundgebung, wie die Polizei mitteilte. Auch in Stuttgart und im hessischen Offenbach demonstrierten nach Polizeiangaben jeweils über tausend Menschen friedlich gegen die Corona-Politik der Regierung. In Stuttgart machten Demonstranten vor dem Gebäude des Südwestrundfunks (SWR) Halt.

Vor dem SWR-Gebäude kritisierten die Teilnehmer die Berichterstattung in den Medien über die Corona-Pandemie. Immer wieder wurde "Lügenpresse" gerufen oder "Wir sind das Volk", wie ein Augenzeuge berichtete. Die Polizei forderte Teilnehmer auf, eine Maske zu tragen.

In Schwerin mussten die Beamten nach eigenen Angaben in zwei Fällen eingreifen. In einem Fall sprach die Polizei einen Platzverweis gegen einen Mann aus, der Teilnehmer einer rund 30 Leute starken Gegendemo beschimpft hatte. Als der Mann deshalb die Kundgebung verließ, soll er zudem einen Passanten geschubst haben. Gegen den Mann wurde eine Strafanzeige aufgenommen.

Die Kundgebung in Offenbach verlief zunächst friedlich. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten auf rund 1200. Zu einer Gegendemonstration versammelten sich knapp 300 Menschen.

Update, 22. Januar, 15.36 Uhr: Kontaktnachverfolgung wird auf gefährdete Gruppen konzentriert

Die Gesundheitsämter sollen sich wegen der stark steigenden Infektionszahlen künftig auf die Kontaktnachverfolgung bei Corona-Fällen im Klinik- und Pflegebereich und in Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung konzentrieren.^^

Das haben die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder am Samstag bei einer Schaltkonferenz beschlossen. Neben der Kontaktaufnahme zu infizierten Personen und deren Haushaltsangehörigen solle die Nachverfolgung in diesen Bereichen «mit höchster Priorität» zum Schutz sogenannter vulnerabler Gruppen durchgeführt werden, hieß es in einem einstimmig gefassten Beschluss.

Verwiesen wird darin auf die erwarteten weiter stark steigenden Infektionszahlen durch Omikron und die Kapazitäten in den Gesundheitsämtern.

"Weitere Kontaktpersonen» müssen demnach damit rechnen, dass sie «in der Regel mit deutlichem Zeitverzug oder nicht mehr durch die zuständigen Behörden kontaktiert werden können."

Die Kapazitäten in den Gesundheitsämtern für die Kontaktnachverfolgung reichen nicht mehr aus.
Die Kapazitäten in den Gesundheitsämtern für die Kontaktnachverfolgung reichen nicht mehr aus.  © Marijan Murat/dpa

Update, 22. Januar, 15.05 Uhr: In vielen Fällen kein PCR-Test mehr

Angesichts der steigenden Zahl von Infektionen sollen nicht mehr alle per Schnelltest positiv Getesteten einen PCR-Test bekommen. Die Gesundheitsminister der Länder sprachen sich am Samstag einstimmig dafür aus.

Sie begrüßten entsprechende Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) für eine Priorisierung von PCR-Tests. Die Laborkapazitäten seien endlich, sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (59, SPD) in Magdeburg nach einer Schaltkonferenz mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern. Unbedingt eine PCR-Testung erhalten sollten Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen sowie Hochrisikopatienten und Personen mit dem Risiko schwerer Krankheitsverläufe. "Da soll der Zugang zu PCR-Tests erhalten bleiben."

"Für alle anderen Personen, die keine Symptome haben und ein positives Antigentest-Ergebnis vorweisen können, soll auf eine Bestätigung per PCR verzichtet werden." Befürwortet wird stattdessen eine Nachtestung mit einem zweiten überwachten Antigentest. Die Ressortchefs sprachen sich auch dafür aus, bei einer roten Anzeige in der Corona-Warn-App auf einen PCR-Test zu verzichten und stattdessen auf "qualitativ hochwertige Antigentests" zurückzugreifen.

Update, 22. Januar, 14.30 Uhr: Zwei weitere Corona-Fälle bei deutschen Handballern

Deutschlands Handballer verzeichnen bei der Europameisterschaft zwei weitere Fälle.

Alle Informationen zu den neuen Coronavirus-Befunden beim DHB gibt es hier.

Update, 22. Januar, 12.20 Uhr: Omikron laut Virologe nicht "mild" - Krankenhäuser vor neuer Welle

Die deutschen Krankenhäuser steuern nach Einschätzung des Münchner Virologen Oliver Keppler auf erneut sehr hohe Zahlen von Corona-Patienten zu.

Die Wucht der Infektionswelle wird sich nach Einschätzung des Wissenschaftlers in den Kliniken niederschlagen. "Eine Verharmlosung von Omikron wäre daher fatal, die häufig zu lesende Einordnung als 'mild' halte ich für brandgefährlich", sagte der Leiter der Virologie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausgangslage in Deutschland sieht er wegen des vergleichsweise hohen Durchschnittsalters und vieler Ungeimpfter als schwierig an.

"In den USA sehen wir ein monströses Infektionsgeschehen mit bis zu einer Million neuer Infektionsfälle am Tag", sagte der Vorstand des Max von Pettenkofer-Instituts. "Dort sind mehr Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern als jemals zuvor in der Pandemie, und auch die Todesfallzahlen nehmen in den letzten Wochen wieder deutlich zu. Das ist nun alles andere als 'mild'."

Vorläufige Untersuchungen aus Großbritannien und den USA deuteten darauf hin, dass Omikron-Infektionen in der Breite etwa zwei bis dreimal seltener zur Einweisung ins Krankenhaus führten als Delta-Infektionen.

"Aber diese neue Variante erzeugt ja eine viel höhere Infektionsdynamik mit Neuinfektionszahlen, die zehn- bis zwanzigfach höher liegen als in der Delta-Welle zu einem vergleichbaren Zeitpunkt." Darüber hinaus gab Keppler zu bedenken, dass die langfristigen Auswirkungen von Omikron-Infektionen noch nicht im Kontext von Long Covid untersucht werden konnten.

Die Krankenhäuser steuern nach Einschätzung des Virologen auf sehr hohe Zahlen von Corona-Patienten zu. (Symbolbild)
Die Krankenhäuser steuern nach Einschätzung des Virologen auf sehr hohe Zahlen von Corona-Patienten zu. (Symbolbild)  © Matthias Balk/dpa

Update, 22. Januar, 12.13 Uhr: Mehr als 50.000 Neuinfektionen in Russland gemeldet

In Russland spitzt sich die Corona-Lage deutlich zu.

Am Samstag erreichte die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages mit 57.200 einen neuen Höchststand seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020. Das geht aus der Statistik der Regierung hervor. Seit Tagen steigt dieser Wert rasant nach einer Entspannung um den Jahreswechsel in dem flächenmäßig größten Land der Erde.

Grund ist die Ausbreitung der Omikron-Variante, die der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in mittlerweile 64 Regionen Russlands nachgewiesen wurde. Sie mache inzwischen 48 Prozent aller Infektionen aus, die Delta-Variante 52 Prozent.

Update, 22. Januar, 12.05 Uhr: Berlin hat bundesweit höchste Corona-Inzidenz

Berlin hat derzeit die höchste Corona-Inzidenz aller Bundesländer. Die Corona-Fallzahlen in der Hauptstadt sind weiter in die Höhe geschnellt. Die Inzidenz lag am Samstag bei 1473,1, wie aus den Angaben des RKI hervorgeht.

Am Vortag rangierte der Wert noch bei 1258,3. Für ganz Deutschland liegt die Inzidenz bei 772,7. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben.

In der Hauptstadt wurden zwischen Freitag und Samstag laut RKI 14.087 neue Corona-Fälle verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie infizierten sich damit nachweislich 451.648 Menschen. Fünf weitere Tote wurden im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Die offizielle Zahl der an oder mit Covid-19 gestorbenen Menschen liegt bei 4082.

Die Lage auf den Intensivstationen ist jedoch unter Kontrolle: 16 Prozent der Intensivbetten waren laut Senat mit Covid-19-Patienten belegt. Die Warnampel zeigte für diesen Wert Gelb. Der Wert liegt unter der kritischen Marke von 20 Prozent.

Update, 22. Januar, 12 Uhr: Hälfte der Bevölkerung hat Booster-Impfung bekommen

Mindestens die Hälfte der Bevölkerung hat eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten.

Knapp 41,7 Millionen Menschen (50,1 Prozent) seien inzwischen geboostert, teilte das Robert Koch-Institut am Samstag mit. Das ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der besonders ansteckenden Virusvariante Omikron.

>>> Weitere Informationen zum Impfstatus in Deutschland findet Ihr hier.

Knapp 41,7 Millionen Menschen sind in Deutschland bereits geboostert.
Knapp 41,7 Millionen Menschen sind in Deutschland bereits geboostert.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 22. Januar, 9.18 Uhr: NFL testet nur noch bei Symptomen auf Corona

Die amerikanische Football-Liga NFL hat vor Beginn der nächsten Playoffs ihre Testregeln auf das Coronavirus geändert. Demnach werden nur noch Spieler mit Symptomen - egal ob geimpft oder ungeimpft - getestet.

Das gab die NFL am Freitag bekannt. Ungeimpfte Spieler hatten sich bislang täglich einem Test unterziehen lassen müssen.

Die Liga erklärte ihr Vorgehen mit Wissen über die Omikron-Variante. Demnach sei im vergangenen Monat die Zahl von positiven Fällen zurückgegangen. Von den ungeimpften Spielern der noch acht in den Playoffs verbliebenen Teams haben sich laut NFL etwa ein Dutzend noch nicht mit dem Coronavirus infiziert.

Update, 22. Januar, 8.05 Uhr: Tourismusbranche fordert vor Corona-Beratungen klare Regeln

Vor den Spitzenberatungen von Bund und Ländern über Corona an diesem Montag fordert die Tourismuswirtschaft eine klare und einheitliche Linie für die Branche.

"Wir müssen zurück zu klaren, verständlichen und nachvollziehbaren Regeln. Sie sind jetzt das Gebot der Stunde", sagte der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), Reinhard Meyer (62, SPD), der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der vergangenen Bund-Länder-Konferenz sei die flächendeckende Einführung der 2G-Plus-Vorschrift in der Gastronomie beschlossen worden. "Diese Regelung wird aber unterschiedlich angewendet und die Länder regeln selbst, ob nach einer Booster-Impfung noch ein Test für den Restaurantbesuch erforderlich ist", stellte Meyer fest.

Während etwa Bayern weiterhin nur 2G in der Gastronomie vorgebe, seien etwa in Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein oder dem Saarland nur doppelt Geimpfte mit zusätzlichem Booster von der Testpflicht beim Gastronomiebesuch befreit.

Uneinheitlichkeit herrsche auch bei touristischen Übernachtungen: Während Übernachtungen in Nordrhein-Westfalen unter die 2G-Regel falle, werde in Rheinland-Pfalz von Gästen und Gastgebern die Einhaltung der 2G-Plus-Regel verlangt. In Hessen wiederum gelte eine inzidenzabhängige Stufenregelung, monierte Meyer. "Für die Tourismusbranche, die ohnehin schwer an der Krise zu tragen hat, bedeutet dieser Wirrwarr Unsicherheit bei Gästen und Gastgebern."

Die Länder müssten eine einheitliche Handhabe vereinbaren, forderte er.

Klare Regeln in Deutschland! Die Tourismusbranche fordert eine einheitliche Linie in Corona-Pandemie. (Symbolbild)
Klare Regeln in Deutschland! Die Tourismusbranche fordert eine einheitliche Linie in Corona-Pandemie. (Symbolbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 22. Januar, 7.30 Uhr: Justizministerin zu Corona-Demos: Geht oft nur am Rande um Pandemie

Bei den Corona-Demonstrationen geht es nach Einschätzung von Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (63, CDU) oft nur noch am Rande um die Pandemie.

"Viele der Teilnehmer sind letztlich gegen alles, was der Staat ihnen vorschreibt, und dagegen wenden sie sich", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Sie beobachte bei den Demos "eine bedenkliche Form von Demokratie- und Staatsverdrossenheit". Versammlungs- und Meinungsfreiheit seien sehr hohe Güter der Verfassung.

"Aber hier wollen Menschen gezielt ausreizen, wie weit sie gehen können, um den Rechtsstaat zu provozieren und an manchen Stellen auszuhebeln. Wenn dabei Grenzen überschritten werden, müssen wir klare Kante zeigen", sagte Havliza. Die Ministerin sprach sich für eine Impfpflicht bei Erwachsenen aus.

"Eine Art Nischen-Impfplicht für Menschen ab 50 halte ich für schwierig. Was machen wir, wenn eine neue Variante kommt, die auch Menschen unter 50 Jahren schwerer trifft? Juristisch sehe ich aber auch die Erwägung, dass eine Pflicht erst ab 50 das mildere Mittel wäre", erklärte die 63-Jährige.

Das Bundesgesundheitsministerium sei an der Reihe, einen Gesetzentwurf zu formulieren. Havliza warnte, die Impfpflicht aufzuschieben, weil die Erkrankungen bei der Omikron-Variante milder verliefen. "Wir wissen nicht, was als Nächstes kommt."

Update, 22. Januar, 6.30 Uhr: Festivalveranstalter zuversichtlich für Hurricane, Deichbrand und Co.

Nach dem pandemiebedingten Ausfall in den vergangenen beiden Jahren stehen die Zeichen für die großen Open-Air-Festivals wie Hurricane, Deichbrand und M'era Luna im Sommer 2022 gut. Trotz der aktuell angespannten Corona-Lage sind die Veranstalter zuversichtlich.

"Die derzeit durch die Omikron-Variante steigenden Inzidenzen lassen keinerlei Rückschlüsse auf den Festivalsommer zu, dem wir mit Vorfreude und ausgesprochen optimistisch entgegenblicken", teilte Jonas Rohde, Sprecher des Festivalveranstalters FKP Scorpio, mit. FKP Scorpio veranstaltet etwa das Hurricane Festival in Scheeßel und das M'era Luna Festival bei Hildesheim.

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre und Modellrechnungen zufolge sei davon auszugehen, dass das Infektionsgeschehen im Sommer stark rückläufig sein werde, "so dass wir keinen Zusammenhang zwischen der derzeitigen Lage und unseren Festivals sehen", sagte Rohde.

Ähnlich äußerten sich auch die Organisatoren des Deichbrand Festivals, das vom 21. bis 24. Juli bei Cuxhaven stattfinden soll. "Deshalb planen wir auf Hochtouren das nächste Deichbrand Festival und haben uns intern noch breiter für die nächste Festivaledition aufgestellt", teilte Sprecherin Lena Zielinski mit.

Ob und inwieweit die Festivals mit Schutz- und Testkonzepten stattfinden werden, dazu machten die Veranstalter mit Verweis auf den noch langen Vorlauf keine Angaben. Eine Reduzierung der Besucherzahl kommt für sie jedoch nicht in Frage.

"Die Orsons" waren beim Hurricane Festival 2019 zu hören. Wie sieht es in diesem Jahr aus? (Archivbild)
"Die Orsons" waren beim Hurricane Festival 2019 zu hören. Wie sieht es in diesem Jahr aus? (Archivbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 22. Januar, 5.05 Uhr: RKI registriert 135.461 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 772,7

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert.

Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 772,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 706,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 497,1 (Vormonat: 289,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 135.461 Corona-Neuinfektionen.

Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 78.022 Ansteckungen. Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter zunehmend am Limit sind.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 179 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 235 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.596.007 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,77 an (Donnerstag: 3,56). Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 7.206.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.664.

Update, 22. Januar, 4.45 Uhr: Kindervertreter besorgt über Mitnahme von Kindern auf Demos

Der Ehrenvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe hat sich angesichts der Mitnahme von Kindern auf Corona-Demos besorgt gezeigt. Unter Umständen könne es sich dabei um eine Kindeswohlgefährdung oder sogar Radikalisierung handeln, sagte Rainer Becker der Deutschen Presse-Agentur.

Wenn von vornherein absehbar ist, dass es zu Auseinandersetzungen kommt, "dann haben da Kinder nichts zu suchen". Dabei gehe es um den Schutz der Gesundheit. Solche Szenen könnten die Kinder auch traumatisieren. Auch wenn eine Eskalation nicht absehbar sei, sich eine Demo aber dahingehend entwickeln sollte, hätten die Eltern sich mit ihren Kindern zu entfernen.

"Grundsätzlich gesteht die UN-Kinderrechtskonvention Kindern auch eine Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit zu." Das sei auch gut so. "Denn sie sollen ja auch an Demokratie herangeführt werden."

Dennoch sei für ihn ein "No-Go-Bereich", wenn Kinder instrumentalisiert werden. Er verwies auf Redebeiträge von Kindern, die nicht zu deren Alter passten. Es sei ein Unterschied, ob Kinder zu Demos gingen, die sogar von Kindern und Jugendlichen organisiert werden, ob man Kinder mitnehme und mit ihnen unterschiedliche Meinungen diskutierte "oder eben ob man die Kinder zu einem ideologischen Sprachrohr macht".

Update, 22. Januar, 4.40 Uhr: Regierung rennt Pandemie laut Linke hinterher

Vor den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise am Montag hat die Linke der Bundesregierung Versäumnisse in ihrer Teststrategie vorgeworfen.

"Dass die Nachfrage nach Corona-Tests aufgrund der Omikron-Welle steigen wird, ist nicht erst seit heute bekannt", sagte Co-Parteichefin Janine Wissler (40) der Deutschen Presse-Agentur. Die Kapazitäten hätten rechtzeitig ausgebaut werden müssen.

Die nun geplante Priorisierung von PCR-Tests sei ein Symptom dafür, "dass die Regierung dieser Pandemie hinterherrennt, statt Konzepte zu finden und Probleme frühzeitig zu erkennen und zügig einzudämmen".

Wissler verwies auf die österreichische Hauptstadt Wien, wo mehr PCR-Tests erfolgten als in ganz Deutschland. Hierzulande könne man sich zwar auch bei privaten Anbietern testen lassen, allerdings zu Preisen, die sich nicht alle leisten könnten.

Janine Wissler (40, Die Linke) sieht Versäumnisse in der Teststrategie der Bundesregierung.
Janine Wissler (40, Die Linke) sieht Versäumnisse in der Teststrategie der Bundesregierung.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 22. Januar, 4.35 Uhr: Kliniken im Norden kommen bislang mit Omikron-Welle zurecht

In den früh von Omikron getroffenen Städten Bremen und Hamburg kommen Kliniken trotz steigender Patientenzahlen bislang ohne größere Probleme durch die aktuelle Infektionswelle.

"Die Lage ist handhabbar", sagte Professor Stefan Kluge (53), Leiter der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Nur stellten "isolationsbedingte Ausfälle" von Personal die Kolleginnen und Kollegen vor Herausforderungen. "Die gute Nachricht ist, dass aktuelle Daten aus unterschiedlichen Ländern zeigen, dass das Risiko, mit einer Omikron-Infektion ins Krankenhaus zu müssen, im Vergleich zur Delta-Variante um mehr als die Hälfte reduziert wird."

"Belastung ja, Überlastung nein", sagte auch ein Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts zur Lage der Kliniken. Sorge bereite, dass immer mehr Patienten mit Corona infiziert sind, die nicht wegen Covid-19, sondern aus anderen Gründen eingeliefert wurden. Dies mache die Behandlung auf den Normalstationen aufwendiger.

Bundesweit stieg die Belegung der Normalstationen vergangene Woche um 3,5 Prozent, wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKD) in Berlin mitteilte. In Schleswig-Holstein liege die Zunahme bei 22 Prozent, in den Ländern Hamburg, Bremen und Berlin zwischen 10 und 15 Prozent.

Update, 22. Januar, 4.30 Uhr: Grünen-Politiker Omid Nouripour kann einige Demonstranten verstehen

Ein Teil der Corona-Protestszene lässt sich nach Einschätzung des Grünen-Politikers Omid Nouripour (46) mit Gesprächen und Überzeugungsarbeit "zurückgewinnen".

Nouripour, der sich gemeinsam mit Ricarda Lang (28) um den Grünen-Parteivorsitz bewirbt, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es gibt da einen harten, teilweise militanten Kern, für den ich kein Verständnis habe, aber ich habe Empathie für viele, die da verunsichert mitlaufen." Er habe Menschen besucht, die gegen die Covid-19-Impfungen seien - und habe solche Menschen auch in seinem Bekanntenkreis.

In persönlichen Gesprächen merke er, "dass ihre individuellen Erfahrungen das Vertrauen in die Institutionen erschüttert haben". Hinzu kämen dann oft Stresssituationen als Folge der Pandemie, etwa der Ausfall der Kinderbetreuung und sehr viel Zeit im Homeoffice. Anders sei der "harte Kern der Corona-Leugner" zu beurteilen, sagte Nouripour.

Das seien teilweise Menschen aus dem rechtsradikalen Milieu, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung grundsätzlich infrage stellten: "Ich fürchte, bei ihnen ist Hopfen und Malz verloren." Auch externe Akteure versuchten in der Corona-Krise, die deutsche Demokratie zu beschädigen, die eine Konkurrenz für ihre autoritären Herrschaftsmodelle darstelle. Ein Beispiel dafür seien "von russischen Medien im Ausland verbreitete Fake News über das Impfen", sagte der Grünen-Politiker.

Grünen-Politiker Omid Nouripour (46) sucht mit Impfgegner - wenn möglich - ein persönliches Gespräch.
Grünen-Politiker Omid Nouripour (46) sucht mit Impfgegner - wenn möglich - ein persönliches Gespräch.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 22. Januar, 4 Uhr: Stephan Weil für Aufrechterhalten der Maßnahmen

Vor den Bund-Länder-Beratungen zum weiteren Vorgehen in der Pandemie hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (63, SPD) für ein Aufrechterhalten der bestehenden Schutzmaßnahmen ausgesprochen.

"Es ist nicht die Zeit für Lockerungen, aber Verschärfungen sind ebenfalls noch nicht angezeigt", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Die Omikron-Variante führe zu höheren Infektionszahlen, die Situation in den Krankenhäusern sei allerdings noch beherrschbar. "Wir müssen jedoch alle miteinander wachsam bleiben, die weitere Entwicklung beobachten und gegebenenfalls kurzfristig Maßnahmen zur Sicherung der kritischen Infrastruktur treffen."

Er hoffe auf ein großes Einvernehmen zwischen den Ländern und dem Bund bei den Beratungen am Montag.

Update, 22. Januar, 2.11 Uhr: Rio verschiebt wegen Pandemie erneut berühmte Karnevalsumzüge

Inmitten einer neuen Corona-Welle hat die brasilianische Metropole Rio de Janeiro wieder die weltberühmten Karnevalsumzüge verschoben. "Aufgrund der Zunahme der Covid-19-Fälle in der Stadt kündigen wir an, den Karneval auf den Feiertag Tiradentes im April zu verlegen", hieß es in einem Tweet der Stadtverwaltung Rios am Freitagabend.

Die Entscheidung sei nach einer Besprechung der Bürgermeister von Rio, Eduardo Paes (52), und São Paulo, Ricardo Nunes (54), der Gesundheitssekretäre und Präsidenten der Verbände der Sambaschulen der Städte gefallen.

Den Straßenkarneval in Rio hatte Paes Anfang des Monats bereits zum zweiten Mal in Folge abgesagt. Die Pläne für die Umzüge im Sambodrom im Februar und März, die im vergangenen Jahre zuerst ebenfalls verschoben und dann abgesagt worden waren, blieben indes weiter bestehen. Dort seien Kontrollen zum Infektionsschutz einfacher umzusetzen, sagte Paes.

Gesundheitsexperten ließen in brasilianischen Medien jedoch durchblicken, dass sie von dem Spektakel im Sambodrom abraten würden, weil sich das Virus trotz geplanter Schutzmaßnahmen nicht kontrollieren lasse.

Eine Corona-bedingte Absage würde nach dem Ausfall 2021 erneut Millionen an Verlust bedeuten. Sambaschulen bereiten sich trotz der Ungewissheit wegen der Pandemie teilweise seit Monaten auf die möglichen Umzüge vor.

Rio de Janeiro hat wegen der Corona-Pandemie die weltberühmten Karnevalsumzüge verschoben. (Archivbild)
Rio de Janeiro hat wegen der Corona-Pandemie die weltberühmten Karnevalsumzüge verschoben. (Archivbild)  © Leo Correa/AP/dpa

Update, 22. Januar, 2.05 Uhr: Bestehende Corona-Maßnahmen laut Karl Lauterbach beibehalten

Vor der nächsten Bund-Länder-Runde zur Corona-Lage hat sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) dafür ausgesprochen, die aktuellen Maßnahmen beizubehalten.

Auf die Frage, ob es bei der Ministerpräsidentenkonferenz zu Verschärfungen kommen müsse, sagte der SPD-Politiker der Rheinischen Post: "Nein, dazu rate ich nicht. Ich bin dafür, dass wir die bestehenden Maßnahmen beibehalten, also nicht ausweiten." Eine Lockerung wäre aber fatal, warnte er. "Wir würden Öl ins Feuer gießen und die Welle beschleunigen."

Man sei zwar auf dem richtigen Kurs und "schon dabei, aus der drohenden Omikron-Wand einen Hügel zu machen".

"Es mag angesichts der riesigen Zahlen nicht so wirken, aber der Anstieg verläuft ungefähr genauso, wie er im Vorfeld berechnet wurde, und er verläuft kontrolliert. Entscheidend war, dass wir die Verdopplungszeit der Fallzahlen dank der vergleichsweise strengen Regeln in Deutschland von zwei auf sechs Tage strecken konnten." Trotzdem könne man eine Überlastung der Intensivstationen, der Krankenhäuser und den Einbruch von Teilen der Infrastruktur noch nicht ausschließen.

Vor der Bund-Länder-Runde von Kanzler Olaf Scholz (63, SPD) mit den Ministerpräsidenten am Montag wird über den Umgang mit der neuen Virusvariante Omikron diskutiert. Die Variante breitet sich zwar rasant aus, geht allerdings tendenziell mit milderen Verläufen einher als die Delta-Variante. Die Infektionszahlen in Deutschland waren zuletzt rasant gestiegen.

Update, 22. Januar, 2 Uhr: Wichtige PCR-Kapazitäten für Höhepunkt der Welle sparen?

Angesichts der erwarteten hohen Corona-Welle will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD), dass in vielen Fällen künftig auf einen positiven Schnelltest kein PCR-Test folgt.

"Mein Vorschlag für die Ministerpräsidentenkonferenz sieht vor, dass künftig nur noch Beschäftigte der kritischen Infrastruktur einen positiven Schnelltest mit einem PCR-Test bestätigen lassen können", sagte der SPD-Politiker der Rheinischen Post. Alle anderen, die beispielsweise zu Hause einen positiven Schnelltest hatten, sollten diesen im Testzentrum nur noch mit einem "professionellen Antigen-Schnelltest" bestätigen lassen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) und die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Montag über die Corona-Lage. An diesem Samstag befassen sich bereits die Gesundheitsminister unter anderem mit dem Umgang mit den PCR-Testkapazitäten. Lauterbach hatte angekündigt, an diesem Wochenende einen Vorschlag für eine Priorisierung vorzulegen.

Ein Verordnungsentwurf mit Stand Dienstagnachmittag sah "eine vorrangige Befundung von Probenmaterial von Beschäftigten mit Kontakt zu besonders vulnerablen Personengruppen" vor. Er argumentierte, die Wahrscheinlichkeit, dass der PCR-Test ein anderes Ergebnis anzeige als ein professioneller Antigen-Test, sei "sehr gering bei der hohen Prävalenz der Omikron-Variante".

Auch das Schnelltest-Ergebnis gehe an das Gesundheitsamt. "Der PCR-Test ist nicht mehr Voraussetzung für die Meldung beim RKI. So sparen wir wichtige PCR-Kapazitäten für den Höhepunkt der Welle."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) hat sich zu den vorhandenen PCR-Kapazitäten geäußert.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) hat sich zu den vorhandenen PCR-Kapazitäten geäußert.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 22. Januar, 1.30 Uhr: Anfang Februar wird es laut Ärzteverband eng in den Kliniken

Bei weiter so rasant steigenden Corona-Infektionszahlen sieht die Ärzteorganisation Marburger Bund die Kliniken bereits in wenigen Tagen an ihrer Belastungsgrenze.

"Spätestens Anfang Februar wird es in den Krankenhäusern deutschlandweit sehr eng werden, wenn die Infektionszahlen weiterhin in diesem Tempo steigen", sagte die Vorsitzende Susanne Johna (56) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dabei gehe es nicht nur um steigende Patientenzahlen. "Wir erwarten, dass in den kommenden Wochen sehr viele Beschäftigte des ärztlichen und pflegerischen Personals ausfallen werden, weil sie sich infiziert haben und in Isolation müssen."

Das gelte für den ambulanten Versorgungsbereich genauso wie für den stationären.

Weiter steigende Infektionszahlen könnten dazu führen, "dass die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr dem üblichen Standard entsprechen wird", sagte Johna. Anders als in der ersten Pandemiewelle gehe es jetzt nicht mehr um zu wenig Technik oder zu wenige Beatmungsgeräte. "Das Personal ist der Engpass." Auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste warnt angesichts der sich verschärfenden Personalnot bei Pflegekräften vor einer Gefährdung der Versorgung.

Ihr Präsident Bernd Meurer sagte der Welt am Sonntag: "Ohne zusätzliche Kräfte - ob von der Bundeswehr oder aus dem Katastrophenschutz - drohen erhebliche Gefahren für die Versorgung." Die Belastungsgrenzen seien erreicht und weitere Personalausfälle nicht mehr verkraftbar. Der Verband vertritt 12.000 Pflegeheime und soziale Dienste.

Titelfoto: Michael Matthey/dpa

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